Berühmte Hunde: Rin Tin Tin

Auf einen Blick

Rin Tin Tin war ein Deutscher Schäferhund, den der US-Soldat Lee Duncan 1918 als Welpen in einer verlassenen Stellung in Nordfrankreich fand. In den 1920er Jahren wurde der Rüde zum Hollywood-Megastar, wirkte in mehr als vierzig Filmen mit und begründete eine Dynastie: Seine Nachkommen spielten die Rolle über Jahrzehnte weiter – bis hin zur beliebten TV-Serie der 1950er und 60er Jahre.

Die Filmwelt der 20er Jahre brachte nicht nur menschliche Stars hervor – auch den Vierbeinern gehörte ein kleiner Teil dieser neuen Leinwandära.

Während der heute fast völlig vergessene Schäferhund Strongheart (Etzel von Geringen) Anfang der 20er Jahre schon Filmruhm einheimste, reiste Rin Tin Tin zur selben Zeit noch mit einer wenig erfolgreichen Hundedressurnummer durch die Vereinigten Staaten.

Vom Kriegswelpen zum Weltstar

Ursprünglich stammte der stattliche Rüde aus Nordfrankreich, wo ihn sein Herrchen und Trainer Lee Duncan am Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 als Welpen in einer verlassenen deutschen Stellung aufgelesen hatte.

Es war ein dunkler Deutscher Schäferhund, der lediglich an den Läufen und einigen wenigen Körperpartien eine hellbraune Zeichnung trug. Der damalige Unteroffizier der US-Armee nahm sich des kleinen Hundes an und benannte ihn nach einer damals in Frankreich populären Puppe: Rin Tin Tin.

Im Alter von vier Jahren gelang Rin Tin Tin mit dem Film „The Man From Hell’s River“ der Sprung auf die Leinwand. Die Kritiker bezeichneten ihn im Vergleich zu seinem Vorgänger Strongheart als wenig spektakulären Hund – die breite Masse des Publikums sah das allerdings völlig anders.

Mit seinem nächsten Film im Jahr 1923, der unter dem Titel „Where the North Begins“ erschien, verdrängte Rin Tin Tin seinen Rivalen Strongheart endgültig und machte seinen Besitzer Duncan reich.

In mehr als vierzig Filmen, zumeist von Darryl F. Zanuck geschriebenen B-Western, wirkte Rin Tin Tin mit: Er sprang über Abgründe, kämpfte mit Pistoleros, sauste durch Flammen und rettete Menschen das Leben.

Rin Tin Tin-die Rückkehr
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Preise zuletzt aktualisiert am: 22.01.2026


So wurde Rin Tin Tin zum Megastar, bekam Fanpost und soll auf dem Höhepunkt seiner Karriere angeblich einen eigenen Chauffeur, einen eigenen Koch und einen von der Filmfirma Warner Bros. gestellten Bungalow gehabt haben.

Im Gegensatz zu seinen menschlichen Stummfilmkollegen überstand er die Umstellung auf den Tonfilm unbeschadet und war sogar für einige Jahre der Star einer regelmäßigen Radiosendung.

Rin Tin Tins Erbe

Bereits 1927 trat Rin Tin Tin junior, einer seiner Söhne, im Film „Hills of Kentucky“ als Welpe an der Seite seines berühmten Vaters auf. Der Vater selbst drehte 1931 im Alter von 13 Jahren seinen letzten Film „The Lightning Warrior“. Im Jahr darauf verstarb er mit vierzehn Jahren.

Sein bereits filmerprobter Sohn übernahm nahtlos die Rolle des tapferen Heldenhundes – im echten Leben war er allerdings weniger heldenhaft. So schlief er 1936 seelenruhig im Nebenzimmer, als Einbrecher das Duncan-Haus in Hollywood ausraubten.

Zum Ende der 30er Jahre nahm die Rin-Tin-Tin-Begeisterung merklich ab, und Lee Duncan zog sich vorübergehend aus dem Filmgeschäft zurück.

Erst 1947, nach dem Zweiten Weltkrieg, kehrte Rin Tin Tin mit dem Film „The Return of Rin Tin Tin“ in die Kinos zurück. Mittlerweile war der heldenhafte Schauspieler in diesem recht erfolgreichen Comeback-Streifen ein weiterer Nachfolger (Rin Tin Tin III). Trotz des Erfolges entwickelte sich zu diesem Zeitpunkt keine neue Serie aus dem Film.

Die große TV-Karriere

Zur Mitte der 50er Jahre wurde die Hundelegende durch das gerade entstandene US-Fernsehen reaktiviert. Der vierbeinige Held flimmerte in 164 halbstündigen Schwarzweiß-Episoden mit dem Serientitel „The Adventures of Rin Tin Tin“ über die Bildschirme.

Auch Deutschland wurde in den 60er Jahren vom charmanten Vierbeiner im Sturm erobert: Kavalleriesoldaten finden mitten im Wilden Westen einen ausgeplünderten Planwagen, in dem ein pausbäckiger Junge namens Rusty (Lee Aker) und sein braver Hund Rin Tin Tin stecken. Weil Rinty dem Colonel das Leben rettet, dürfen Rusty und der Hund als Regimentsmaskottchen im Fort Apache bleiben.

(Text-Quelle: Lexikon berühmter Tiere, Eichborn-Verlag 1997)

Anfangs wurde Rin Tin Tin noch von einem Vierbeiner aus der Duncan-Zucht gespielt. Da Duncan aber erhebliche Schwierigkeiten mit der Fernseharbeit hatte, kam schließlich ein anderer Hund zum Einsatz: Golden Boy junior, genannt JR, gehörte dem Trainer Frank Barnes und erhielt 1958 und 1959 den „Patsy Award“.

Und was ein richtiger Filmstar ist, der wird in gefährlichen Szenen gedoubelt: So bekamen die Stuntdogs „Hey You“ und „Bearheart“ ebenfalls einen Job beim Film und ersetzten JR in den Kampfszenen.

Einen letzten Versuch, die alte Rin-Tin-Tin-Ära aufleben zu lassen, gab es 1976: Die mittlerweile angestaubte Abenteuerserie wurde mit neu gedrehten Anfangs- und Endszenen versehen, in denen ein Rin Tin Tin VII als angeblicher Nachkomme des ersten Rin Tin Tin auftrat.

Beerdigt wurde der Stammvater aller Rin Tin Tins übrigens in seinem Heimatland Frankreich – und sein eigener Stern ist auf dem Walk of Fame in Hollywood zu bewundern.

Wenn Sie mehr über die Rasse hinter der Legende erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in mein Porträt Deutscher Schäferhund.

Häufige Fragen zu Rin Tin Tin

Welche Rasse war Rin Tin Tin?

Rin Tin Tin war ein Deutscher Schäferhund – ein dunkler Rüde mit hellbrauner Zeichnung an Läufen und einigen Körperpartien. Gefunden wurde er 1918 als Welpe in Nordfrankreich.

Wie wurde ein Hund zum Hollywood-Star?

Sein Trainer Lee Duncan arbeitete intensiv mit ihm. Nach ersten Dressurnummern gelang 1922 der Sprung auf die Leinwand, und ab „Where the North Begins“ (1923) wurde Rin Tin Tin zum Publikumsliebling. Insgesamt wirkte er in mehr als vierzig Filmen mit.

Gab es nur einen Rin Tin Tin?

Nein. Der ursprüngliche Rin Tin Tin verstarb 1932. Seine Söhne und weitere Nachkommen übernahmen die Rolle über Jahrzehnte – bis zur TV-Serie der 50er und 60er Jahre. Man zählte bis zu einem „Rin Tin Tin VII“.

Wo ist Rin Tin Tin heute noch präsent?

Der Stammvater wurde in Frankreich beerdigt und hat einen eigenen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Seine Filme und die TV-Serie gelten bis heute als frühe Klassiker des Tierfilms.

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