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Urlaub mit dem Hund auf Borkum: Meer, Sand und eine ziemlich gute Nase
Es gibt Hunde, die brauchen im Urlaub keinen Sehenswürdigkeiten-Marathon. Ein Strand reicht. Dazu Wind, fremde Gerüche und möglichst viel Zeit, in der niemand sagt: „Komm, wir müssen weiter.“

Borkum ist für solche Hunde ziemlich gut geeignet. Die Insel bietet drei ausgewiesene Hundestrände, viel Natur und reichlich Gelegenheit für Spaziergänge. Allerdings ist Borkum kein rechtsfreier Raum für vier Pfoten. Wer die Regeln kennt, hat es einfacher – und der Hund meistens auch.
Drei Hundestrände, aber nicht die ganze Insel
Am Nordbad, am Südbad und am FKK-Strand gibt es ausgewiesene Hundestrände. Dort dürfen Hunde außerhalb der Brut- und Setzzeit auch ohne Leine laufen. Diese Zeit reicht vom 1. April bis zum 15. Juli.
Das ist eine wichtige Unterscheidung, denn daraus wird schnell die Vorstellung: „Auf Borkum kann der Hund frei laufen.“ So einfach ist es nicht.
Das ganze Jahr über gehört der Hund an die Leine, sobald Sie auf Straßen, Plätzen und öffentlichen Wegen, auf der Promenade oder auf Rad- und Wanderwegen unterwegs sind. Auch in den Ruhe- und Zwischenzonen des Nationalparks, also den Zonen 1 und 2, muss der Hund immer angeleint bleiben. Von April bis Mitte Juli müssen Hunde zusätzlich überall in der freien Natur angeleint sein, auch an den Stränden der Erholungszone (Zone 3).
Wer also einen Hund hat, der beim Wort „Strand“ sofort die Ohren aufstellt, sollte sich die ausgewiesenen Bereiche vorher anschauen. Dann gibt es keinen Ärger mit Spaziergängern, Naturschutz oder den berühmten fünf Minuten, in denen der Hund plötzlich beschlossen hat, selbstständig Urlaub zu machen.
Für den Hund ist Borkum vor allem eine riesige Geruchskarte
Menschen schauen auf Leuchttürme, Strandkörbe und das Meer. Hunde haben eine etwas andere Prioritätenliste.
Da riecht etwas am Weg. Dann etwas im Dünengras. Danach etwas, das offenbar vor drei Stunden an genau dieser Stelle gewesen ist und trotzdem noch höchst interessant erscheint.
Das kann dazu führen, dass ein Spaziergang mit Hund auf Borkum deutlich länger dauert als gedacht. Nicht weil die Strecke besonders anspruchsvoll wäre, sondern weil die Nase ständig neue Informationen liefert.
Man muss daraus kein Programm machen. Gerade im Urlaub darf ein Spaziergang auch einmal einfach ein Spaziergang sein. Ein Hund, der zwanzig Minuten an einem Stück Dünenrand schnüffelt, hat möglicherweise gerade mehr erlebt als sein Mensch beim Besuch des nächsten Aussichtspunkts.
Trotzdem gilt: Die Natur gehört nicht nur den Urlaubern. Gerade auf einer Insel mit Nationalparkflächen sind Rücksicht und Leinenführung deshalb keine lästige Nebensache.
Die Fähre gehört zum Urlaub dazu
Für viele Hunde beginnt der Borkum-Urlaub bereits in Emden oder Eemshaven. Die Überfahrt mit der Fähre ist schließlich kein kurzer Transfer über einen Fluss.
Von Emden dauert die normale Fährfahrt gut zwei Stunden, der Katamaran braucht etwa eine Stunde. Ab Eemshaven sind es mit der Fähre etwa 50 Minuten, mit dem Katamaran rund 25 Minuten. Fahrzeiten können unter anderem von den Bedingungen auf dem Wasser abhängen.
Hunde dürfen mit an Bord. Für sie wird ein eigenes Ticket benötigt. Auf der Fähre müssen Hunde grundsätzlich angeleint sein; kleine Hunde und andere Haustiere sind während der Reise in Transportboxen unterzubringen. Außerdem gibt es Bereiche an Bord, in denen Haustiere nicht mitgenommen werden dürfen.
Für die normale Fähre kostet ein Hund 2026 für die Hin- und Rückfahrt 17,50 Euro. Beim Katamaran gelten höhere Preise.
Für einen Hund, der Schiffe nicht kennt, lohnt es sich, die Überfahrt nicht unnötig aufregend zu machen. Lieber ruhig bleiben, einen vertrauten Platz suchen und den Hund nicht permanent davon überzeugen wollen, dass das alles „ganz toll“ ist. Hunde merken meistens selbst, ob etwas normal ist.
Die Unterkunft sollte wirklich hundefreundlich sein
Auch auf Borkum sind nicht automatisch alle Unterkünfte und gastronomischen Betriebe für Hunde gleichermaßen geeignet. Die Insel weist ausdrücklich darauf hin, dass es beispielsweise allergikerfreundliche Bereiche geben kann, in denen Haustiere nicht erlaubt sind.
Deshalb sollte man bei der Buchung genauer hinschauen als nur auf das kleine Symbol mit dem Hund. Ist der Hund tatsächlich in der Unterkunft erlaubt? Gibt es Einschränkungen? Darf er mit ins Restaurant? Gibt es vielleicht Bereiche, in denen Tiere nicht erwünscht sind?
Solche Fragen lassen sich vor dem Urlaub wesentlich entspannter klären als mit Koffer, Hund und Schlüssel in der Hand.
Borkum ist hundefreundlich – und trotzdem keine Hundewiese
Das ist wahrscheinlich die angenehmste Eigenschaft der Insel: Borkum macht Urlaub mit Hund möglich, ohne daraus einen einzigen großen Hundeauslauf zu machen.
Es gibt ausgewiesene Hundestrände, Auslaufmöglichkeiten und viele Bereiche, in denen Hunde willkommen sind. Tabu sind für Hunde dagegen die normalen Badestrände, das Erlebnisbad Gezeitenland sowie Schulhöfe, Spiel- und Sportplätze. Die Hinterlassenschaften des Hundes müssen selbstverständlich eingesammelt und ordentlich entsorgt werden.
Das klingt nach Regeln. Ist es auch.
Aber eigentlich sind es Regeln, die einen Hundeurlaub erst angenehm machen. Denn niemand möchte am Strand auf einen fremden Hund treffen, der ungebremst in die eigene Tasche läuft, während sein Mensch irgendwo hundert Meter weiter „Bello!“ ruft.
Auf Borkum funktioniert Urlaub mit Hund deshalb besonders gut, wenn man seinem Hund Freiheit dort gibt, wo sie vorgesehen ist – und ihn dort an die Leine nimmt, wo es nötig ist.
Am Ende bleibt ohnehin das, was Hunde von einem Inselurlaub vermutlich am meisten schätzen: Sand unter den Pfoten, Wind in der Nase und jeden Tag neue Gerüche.
Und der Mensch?
Der kann ja währenddessen aufs Meer schauen.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.

