Nordseewind, tiefes Sandbuddeln und die Sache mit den Pfoten auf Borkum
Wer mit dem Hund auf Borkum unterwegs ist, kennt diesen Blick, wenn es endlich an den Nordstrand geht. Unser Hund dreht da völlig am Rad: Sobald die Pfoten den Sand berühren, geht das Rennen los – vorbei an den Strandkörben, einmal quer durch die flache Brandung und hinterher tiefes Buddeln in den Dünen.

In unserem ersten Urlaub hier waren wir allerdings reichlich naiv. Nach zwei Stunden Strand habe ich den Hund vor der Ferienwohnung einfach kurz mit einem alten Handtuch abgerubbelt und gedacht, das Thema wäre erledigt. Den Rest würde er sich schon selbst sauber lecken. Das Ergebnis war ein abendliches Magen-Grummeln, weil der feine Borkumer Sand auf der Zunge schmirgelt und beim Putzen im Bauch landet. Außerdem kratzte er sich die halbe Nacht an den Ballen, weil das getrocknete Salzwasser auf der Haut brannte.
Bevor unser Hund auch nur einen Schritt auf die Fliesen drinnen macht, geht es zur Fußbrause an der Unterkunft. Ich brause Pfoten, Beine und den Bauch gründlich mit lauwarmem Leitungswasser ab. Der feine Sand klebt echt in jeder Spalte, und wenn man da nicht kurz drübergeht, scheuert das beim Laufen wie Schmirgelpapier.
Während das Wasser läuft, fahre ich einfach mit den Fingern durch die Ballenzwischenräume. Auf Borkum liegen ab und zu scharfe Kanten von Mies- oder Austernmuscheln im Sand, die man unter fließendem Wasser am besten ertastet. Auch die Daumenkralle schaue ich mir kurz an – beim wilden Löcher-Graben bleibt er da gerne mal hängen. Inzwischen merke ich schon am Gang, ob der Sand noch zwischen den Ballen klebt oder ob er vorsichtiger aufsetzt als sonst.
Danach wird gründlich abgetrocknet. Gerade bei dichtem Fell trocknet die feuchte Seeluft von alleine nämlich kaum ab, und wenn Salzwasser in der Unterwolle stehen bleibt, fängt die Haut schnell an zu jucken.
Sollte er sich doch mal an einer Muschel geschnitten haben, spüle ich den Sand raus, mache etwas mildes Wundspray ohne Alkohol drauf und ziehe ihm für die nächste Runde einfach einen leichten Pfotenschuh an, damit kein Dreck reinkommt. Cremes oder Pfotenbalsam nutze ich übrigens kaum. Nur wenn der ständig wehende Wind die Ballen nach ein paar Tagen rau macht, kommt abends etwas Salbe drauf – aber erst, wenn die Pfote nach dem Waschen wieder richtig trocken ist, damit man das Salz nicht unter dem Fett einschließt.
Ein altes Handtuch im Flur, kurz den Wasserhahn aufdrehen und einmal hinsehen. Mehr braucht es eigentlich nicht, damit der Urlaub für Mensch und Hund entspannt bleibt. Danach rollt er sich auf seiner Decke zusammen, schläft tief und fest – und träumt wahrscheinlich schon von der nächsten Runde am Strand.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.

