Auf einen Blick: Der Bullterrier, auch Bull Terrier geschrieben, ist eine britische Terrier-Rasse aus der FCI-Gruppe 3, Sektion 3, bullartige Terrier. Der FCI-Standard Nr. 11 nennt keine feste Größe und kein festes Gewicht; entscheidend ist ein kräftiger, harmonischer Hund mit passender Substanz. Typisch sind der eiförmige Kopf, das markante Downface, kleine Stehohren, dreieckig wirkende Augen, ein muskulöser Körper und kurzes, glattes Fell.
Im Wesen soll der Bullterrier mutig, lebhaft, verspielt, ausgeglichen, diszipliniert, eigensinnig und menschenfreundlich sein. Wer einen Bullterrier-Welpen sucht, sollte besonders auf seriöse Zucht, Gesundheit, frühe Sozialisation und eine alltagstaugliche Erziehung achten.

Bullterrier: Charakter, Haltung, Gesundheit und Welpenkauf
Erst kommt der Kopf.
Dann kommt meistens eine Meinung.
Bei dieser Rasse passiert das schneller als bei fast jeder anderen. Dieser lange, eiförmige Kopf, die gebogene Profillinie, die kleinen Augen, der kompakte Körper: Man schaut hin. Manche finden ihn sofort großartig.
Andere brauchen einen Moment. Der Hund selbst wirkt, als hätte er für beides wenig Zeit. Es gibt schließlich noch Dinge zu untersuchen, Menschen zu begrüßen, Spielzeug zu tragen und Regeln auf ihre Belastbarkeit zu prüfen.
Genau deshalb lohnt sich ein nüchterner zweiter Blick. Hinter der ungewöhnlichen Optik steckt kein Designobjekt, sondern ein kräftiger Terrier mit viel Persönlichkeit. Er kann komisch, anhänglich, verspielt und überraschend sensibel sein.
Er kann aber auch sehr deutlich zeigen, wenn Führung fehlt. Wer diese Rasse nur wegen ihres Aussehens wählt, fängt am falschen Ende an.
Was ist ein Bullterrier?
Diese von der FCI anerkannte Hunderasse stammt aus Großbritannien. Sie gehört zu den Terriern, genauer zu den bullartigen Terriern. Eine Arbeitsprüfung ist für die Rasse nicht vorgeschrieben.
Seine moderne Geschichte führt ins 19. Jahrhundert. Im FCI-Standard wird James Hinks genannt, der den Rassetyp im Jahr 1850 standardisierte und den eiförmigen Kopf auswählte. 1862 wurde die Rasse in ihrer heutigen Erscheinung in Birmingham ausgestellt, 1887 folgte die Gründung des Bull Terrier Clubs.
Aus dieser Geschichte stammt ein Hund, der heute vor allem als Begleiter lebt, aber seinen Terrierkern behalten hat. Neugier, Mut, Körperlichkeit und Eigensinn gehören zu ihm. Das ist charmant, wenn man es führen kann. Es ist anstrengend, wenn man es nur hübsch findet.
Steckbrief Bullterrier
- Rasse: Bullterrier / Bull Terrier
- FCI-Standard: Nr. 11
- Ursprung: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 3, Terrier
- Sektion: Sektion 3, bullartige Terrier
- Arbeitsprüfung: keine Arbeitsprüfung vorgeschrieben
- Größe: keine feste Größengrenze im FCI-Standard
- Gewicht: keine feste Gewichtsgrenze im FCI-Standard
- Fell: kurz, glatt, ebenmäßig, eher hart im Griff; im Winter kann weiche Unterwolle vorhanden sein
- Farben: weiß oder farbig; bei farbigen Hunden soll die Farbe überwiegen
- Merkmale: eiförmiger Kopf, Downface, kleine Stehohren, muskulöser Körper
Größe, Gewicht und Aussehen
Beim Bullterrier gibt es eine Besonderheit, die viele Rasseporträts unnötig glattbügeln: Der FCI-Standard nennt weder eine feste Widerristhöhe noch ein festes Gewicht.
Das heißt nicht, dass alles egal wäre. Im Gegenteil. Der Hund soll kräftig, muskulös, harmonisch und aktiv wirken. Die Substanz muss zu Größe, Qualität und Geschlecht passen. Beurteilt wird also nicht eine einzelne Zahl, sondern Proportion, Bewegung, Muskulatur und gesunder Gesamteindruck.
Verwechselt wird er manchmal mit dem Miniature Bull Terrier. Der ist bei der FCI eine eigene Rasse unter Standard Nr. 359.
Dort gibt es eine klare Größenangabe: Die Widerristhöhe sollte 35,5 cm nicht überschreiten. Beim größeren Verwandten fehlt eine solche Grenze.

Dieser Kopf ist Absicht
Der Kopf ist das Erkennungszeichen. Von vorne soll er eiförmig und vollständig ausgefüllt wirken, ohne Einbuchtungen. Im Profil verläuft die Linie vom Oberkopf leicht abwärts bis zur Nasenspitze. Dieses Downface macht ihn unverwechselbar.
Die Augen sind schmal, schräg eingesetzt und möglichst dunkel. Die Ohren stehen klein, dünn und nahe beieinander. Der Körper wirkt kompakt, tief, muskulös und aktiv. Die Rute ist kurz, tief angesetzt und wird waagerecht getragen.
Das Fell ist kurz, glatt und ebenmäßig. Bei weißen Hunden ist ein reinweißes Haarkleid vorgesehen; Hautpigmentierung und Flecken am Kopf werden im Standard nicht bestraft. Farbige Hunde dürfen schwarz, gestromt, rot, rehbraun oder tricolor sein, wobei die jeweilige Farbe überwiegen soll. Blau und leberbraun sind im Standard deutlich unerwünscht.

Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026
Charakter: freundlich, eigensinnig, sehr präsent
Der offizielle Standard beschreibt ihn als mutig, lebhaft, verspielt, ausgeglichen und diszipliniert. Zugleich wird sein Eigensinn ausdrücklich genannt. Das ist fast schon ein kleiner Beipackzettel.
Im Alltag bedeutet es: Er kann sehr eng mit seinen Menschen verbunden sein. Er sucht Nähe, reagiert auf Stimmung und bringt oft eine erstaunliche Lust am gemeinsamen Tun mit.
Gleichzeitig ist er kein Hund, der aus reiner Höflichkeit alles sofort sinnvoll findet. Manche Entscheidungen werden geprüft. Manche Regeln auch. Manche Sofakanten leider ebenfalls.
Gute Erziehung arbeitet deshalb nicht gegen seinen Charakter, sondern mit ihm. Kurze, klare Übungen. Freundliche Konsequenz. Viel Lob für erwünschtes Verhalten. Früh geübte Impulskontrolle. Und ein Mensch, der ruhig bleibt, wenn der Hund gerade meint, die Welt müsse jetzt unbedingt durch die Terriertür betrachtet werden.
Härte passt schlecht zu dieser Rasse. Nachlässigkeit aber auch. Wer laut wird, wird oft nur lauter. Wer Regeln freundlich durchhält, wird verständlicher.
Familienhund oder Anfängerhund?
Viele Hunde dieser Rasse leben heute als Begleit- und Familienhunde. Der VDH beschreibt den Umgang mit Menschen als eine Stärke der Rasse. Daraus sollte man aber kein Pauschalversprechen machen.
Ein gut gezogener und gut geführter Vertreter kann in einer Familie sehr anhänglich, fröhlich und verschmust sein. Er ist aber kräftig, spielt gern körperlich und braucht Erwachsene, die Begegnungen anleiten. Kinder sollten lernen, Ruheplätze zu respektieren, Futter und Spielzeug nicht einfach wegzunehmen und den Hund nicht als Spaßgerät zu behandeln.
Für Anfänger ist diese Rasse anspruchsvoll. Das liegt nicht daran, dass der Bullterrier nicht lernen würde. Er lernt sogar schnell, auch die Dinge, die niemand geplant hatte. Ersthalter brauchen deshalb gute Vorbereitung, eine passende Hundeschule, Geduld und den Willen, Alltagserziehung ernst zu nehmen. Wer einen möglichst unauffälligen, leicht führbaren Hund sucht, sollte ehrlich vergleichen.
Passt ein Bullterrier zu mir?
Er passt zu Menschen, die einen sehr präsenten Hund mögen. Einen, der nah bei seinen Leuten sein will, gern mitmacht, Humor hat und trotzdem klare Grenzen braucht. Wer Freude an Training hat und nicht jedes Terrier-Argument persönlich nimmt, ist näher dran.
Gut passt die Rasse, wenn genug Zeit für Erziehung, Bewegung, Sozialisation, Ruhetraining und Gesundheitsvorsorge vorhanden ist. Ebenso wichtig: ein Wohnumfeld, in dem ein kräftiger, auffälliger Hund ruhig geführt werden kann.
Weniger gut passt sie, wenn ein Hund vor allem unauffällig, leicht lenkbar oder organisatorisch unkompliziert sein soll. Dieser Terrier ist kein Hund für nebenbei. Er ist einer für Menschen, die nicht nur seinen Kopf mögen, sondern auch das, was darin vorgeht.
Haltung und Training: die unspektakulären Dinge zählen
Frühe Arbeit an den Grundlagen lohnt sich. An lockerer Leine gehen. Warten können. Sich ansprechen lassen. Besuch nicht anspringen. Spielzeug abgeben. Andere Hunde sehen, ohne jedes Mal eine Szene daraus zu machen. Das klingt nicht nach Abenteuer, entscheidet aber über sehr viele spätere Tage.
Bewegung braucht er natürlich auch. Ausgedehnte Spaziergänge, kleine Wanderungen, Obedience, Agility oder andere gemeinsame Aktivitäten können gut passen, wenn sie dem Alter, Gesundheitszustand und Temperament des Hundes entsprechen. Aktiv ist er, aber kein Hund, den man täglich hochdrehen sollte, bis er endlich müde umfällt. Ein überdrehter Terrier ist selten die bessere Version.
Ebenso wichtig ist Ruhe. Gerade junge Hunde müssen lernen, dass nicht jede Regung im Raum eine Einladung ist. Decke, Pause, Alleinbleiben in kleinen Schritten, ruhige Körperpflege und entspannte Begegnungen gehören genauso zur Ausbildung wie Sitz und Rückruf.
Pflege und Gesundheit: kurzhaarig heißt nicht sorglos
Das kurze Fell macht die Pflege angenehm überschaubar. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare, ein Gumminoppen-Handschuh reicht oft aus. Baden ist nur bei Bedarf sinnvoll. Wichtiger sind Haut, Ohren, Augen, Zähne, Krallen, Gewicht und Beweglichkeit.
Bei weißen Hunden spielt das Hörvermögen eine besondere Rolle. Der Deutsche Club für Bullterrier nennt eine Audiometrie-Untersuchung als Voraussetzung in der Zucht; dort werden nur weiße Bullterrier mit beidseitig unauffälligem Befund zuchttauglich geschrieben.
Auch Nierenfragen gehören in ein seriöses Zuchtgespräch. Der DCBT verlangt für zur Zucht vorgesehene Bullterrier unter anderem einen aktuellen UPC-Test sowie eine Nierenultraschalluntersuchung oder einen Gentest zum Ausschluss von PKD. Die Gesellschaft der Bullterrier-Freunde führt zusätzlich Themen wie HD-/ED-Auswertung, erbliche Augenerkrankungen, Herzuntersuchung, Audiometrie und genetische Tests auf.
Für Käufer ist die praktische Lehre einfach: Gesundheitsunterlagen nicht nur erwähnen lassen, sondern zeigen und erklären lassen. Gute Züchter kennen die Befunde ihrer Hunde und können einordnen, warum die Untersuchungen wichtig sind.
Bullterrier Welpen kaufen: lieber gründlich als schnell
Wer einen Bullterrier-Welpen kaufen möchte, sollte sich Zeit nehmen. Ein guter Züchter wird nicht nur fragen, ob der Preis passt. Er wird wissen wollen, wie der Hund leben soll, wie viel Erfahrung vorhanden ist, wie der Alltag aussieht und ob der Interessent verstanden hat, was ein kräftiger Terrier mit eigener Meinung bedeutet.
Seriöse Zucht zeigt sich an Transparenz. Die Mutterhündin ist zu sehen, die Welpen wachsen sauber und menschennah auf, Gesundheitsuntersuchungen liegen nachvollziehbar vor, Papiere und Kaufvertrag sind selbstverständlich. Der Züchter beantwortet Fragen zu Wesen, Aufzucht, Fütterung, Sozialisation und zur weiteren Begleitung nach dem Kauf.
Was kostet ein Bullterrier Welpe?
Es gibt keinen offiziellen Standardpreis für Bullterrier Welpen. Der Preis hängt vom konkreten Wurf, Zuchtverband, Gesundheitsuntersuchungen, Aufzucht, Region, Nachfrage und enthaltenen Leistungen ab.
Wichtiger als eine einzelne Zahl ist die Frage, was hinter dem Preis steht. Seriöse Zucht kostet Zeit und Geld: Gesundheitsvorsorge, Wurfbetreuung, Sozialisation, Papiere, Impfungen, Chip, Beratung und verantwortungsvolle Auswahl der Käufer. Ein auffallend günstiges Angebot sollte man besonders gründlich prüfen.
Einen ersten Überblick bieten die VDH-Rasseinformationen zum Bull Terrier und die dort verlinkten Vereins- und Züchterinformationen.
Häufige Fragen zum Bullterrier

Wie groß wird ein Bullterrier?
Der FCI-Standard nennt keine feste Größengrenze. Gewünscht ist ein kräftiger, harmonischer Hund mit passender Substanz im Verhältnis zu Größe und Geschlecht.
Wie schwer wird ein Bullterrier?
Auch beim Gewicht gibt es keine feste FCI-Grenze. Entscheidend sind Körperbau, Muskulatur, Kondition, Gesundheit und ein ausgewogener Gesamteindruck.
Ist der Bullterrier aggressiv?
Eine pauschale Aussage wäre nicht seriös. Der Standard beschreibt ihn als mutig, lebhaft, verspielt, ausgeglichen und menschenfreundlich, nennt aber auch Eigensinn. Verhalten hängt von Zucht, Aufzucht, Sozialisation, Erziehung, Haltung und individueller Veranlagung ab.
Ist der Bullterrier für Anfänger geeignet?
Für Anfänger ist der Bullterrier anspruchsvoll. Mit guter Vorbereitung, fachlicher Begleitung und echter Lernbereitschaft kann vieles gelingen. Ein spontaner Ersthundkauf ist bei dieser Rasse keine gute Idee.
Ist der Bullterrier ein Familienhund?
Er kann ein Familienhund sein, wenn Zucht, Sozialisation, Erziehung und Alltag passen. Kinder brauchen Anleitung im Umgang mit dem Hund, und Erwachsene müssen klare Regeln setzen.
Welche Gesundheitsuntersuchungen sind wichtig?
Wichtig sind je nach Zuchtverein und Hund unter anderem Hörprüfung bei weißen Bullterriern, Nierenuntersuchungen wie UPC-Test und PKD-Ausschluss, Herz- und Augenuntersuchungen sowie weitere genetische Tests. Käufer sollten Nachweise der Elterntiere sehen und verstehen.
Haart der Bullterrier stark?
Das Fell ist kurz und pflegeleicht, lose Haare gibt es trotzdem. Regelmäßiges Bürsten hilft, besonders im Fellwechsel. Hautkontrolle ist bei dieser Rasse mindestens genauso wichtig wie Fellpflege.
Was ist der Unterschied zum Miniature Bull Terrier?
Der Miniature Bull Terrier ist eine eigene FCI-Rasse mit Standard Nr. 359. Seine Widerristhöhe sollte 35,5 cm nicht überschreiten. Beim Bullterrier gibt es keine feste Größengrenze.
Ähnliche Rassen und weiterführende Themen
Wer sich für den Bullterrier interessiert, sollte verwandte Terrier-Rassen vergleichen. Nicht wegen der Optik allein, sondern wegen Temperament, Führbarkeit, Größe, Gesundheit und Alltag.
Fazit: Der Kopf ist nur der Anfang
Der Bullterrier fällt auf. Das wird bleiben. Spannender ist aber, was hinter der Fassade steckt: ein mutiger, verspielter, menschenbezogener Terrier mit Kraft, Eigensinn und erstaunlich viel Nähe.
Wer ihn gut führen möchte, braucht keine große Show. Er braucht Zeit, Geduld, Gesundheitsbewusstsein, klare Regeln und Freude an einem Hund, der nicht nur anwesend ist, sondern mitmischt. Manchmal sehr charmant. Manchmal mit voller Terrier-Überzeugung.
Quellen
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.

