Auf einen Blick: Der Beitrag von Peter Löser argumentiert, dass Hunde eine feinere Intuition als Menschen besitzen und sich ihre Menschen selbst aussuchen. Probleme zwischen Hund und Halter entstehen oft, weil beide charakterlich nicht zusammenpassen, weniger wegen einer schwierigen Rasse.

Anhand von Beispielen aus seiner Zucht (eine American-Bulldog-Hündin und der Old English Bulldog Aragon) zeigt er, wie Hunde durch Zuneigungssignale ihren passenden Menschen wählen.

Als Tipp empfiehlt er, den künftigen Hund ohne Leckerlis zu besuchen, Welpen mehrmals aufzusuchen und darauf zu achten, welcher Hund sich von sich aus nähert; man solle sich weniger auf Züchteraussagen verlassen und die Entscheidung zur Herzenssache machen.

Hunde suchen sich ihre Menschen selbst aus.

Hört doch auf die Hunde
Hunde besitzen die bessere Intuition

Ein grundlegendes Problem, wenn Schwierigkeiten zwischen Hund und Halter auftreten, liegt häufig darin begründet, dass beide mental nicht zusammenpassen.

Viele Menschen leben in der Vorstellung, wenn sie sich einen Hund aussuchen, muss dieser grundsätzlich dankbar sein, weil sich jemand um ihn kümmert und sein Leben mit ihm teilt.

Disharmonien aber lassen sich weniger einer „schwierigen“ Rasse zuschreiben als vielmehr den individuellen Charaktereigenschaften beider Parteien.

Hunde haben ein sehr feines Gespür für die charakterlichen Grundzüge eines Menschen, selbst schon beim ersten flüchtigen Kontakt.

Sie sind in dieser Hinsicht sogar wesentlich feinfühliger als Zweibeiner. Aufgrund ihrer hochsensiblen Wahrnehmungsfähigkeit sind sie durchaus in der Lage, uns auf ihre Art und Weise mitzuteilen, ob wir unser Leben mit ihnen teilen dürfen oder nicht.

© emmi - Fotolia.com
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Es mag befremdlich klingen, aber Hunde suchen sich ihre Menschen selbst aus.

Diesbezügliche Signale sofort zu erkennen und richtig zu deuten, ist nicht schwer. Es wird zumal immer einfacher, je älter das Tier ist.


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Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026


Sie glauben nicht, dass ein Hund seinem Umfeld mitteilen kann, ob er zu seinem künftigen Besitzer möchte?

Mehrmals in meiner langjährigen Hobbyzucht zwangen mich deutliche, allzu eindeutige Signale meiner Hunde, mir zu diesem Thema gründliche Gedanken zu machen. In meiner Arbeit als Hundetrainer und Therapeut hatte ich zuvor zwar des Öfteren das Gefühl, der eine oder andere Hund erträgt die Gegenwart seines Halters nicht, obgleich Letzter sichtlich bemüht war.

Wirklich bewusst wahrgenommen aber habe ich den sprichwörtlichen „Spürsinn“ von Hunden erst, als ich den zukünftigen Halter für eine einjährige American Bulldog Hündin suchte:

Allen potenziellen Käufern zeigte sie die kalte Schulter, entgegen ihrer sonstigen aufgeschlossenen und freundlichen Art gegenüber jedermann. Nicht einmal Leckerli und gutes Zureden halfen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Sie holte sich zwar, was ihr angeboten wurde, kehrte sich dann aber sofort von jedem Interessenten ab und beachtete ihn nicht mehr. An dieser Sturheit hielt die Hündin fest bis zu dem Tag, als ein junges Paar erschien, um das sie sich regelrecht bemühte. Sie vollführte eine Show, die besagte: „Seht nur, wie toll ich bin!“ Heute leben alle Beteiligten in völliger Harmonie.

Die zweite Anekdote lieferte „Aragon“, ein Old English Bulldog-Rüde:

Ein Ehepaar war wegen Aragons Bruder angereist. Doch Aragon bettelte sichtlich darum, mitgenommen zu werden. Er setzte sich bei der Frau auf den Schoß und betüterte sie ganz verschmust, bis ihr das Herz aufging. Gleichzeitig wies er seinen Bruder so eifersüchtig wie barsch ab, was er zuvor nie getan hatte.

Nach einer schlaflosen Nacht entschied sich das Ehepaar für den erfolgreichen Werber. 

Ich selbst intervenierte in der ganzen Angelegenheit nicht, ich ließ den Dingen ihren Lauf. Von der ersten Minute war es, als sei Aragon immer schon dort gewesen und komme endlich „heim“. Das Zusammengehörigkeitsgefühl eint die drei bis heute.

Seitdem verlässt kein Hund mehr den Hof, bei dem ich nicht solche Zuneigungs- Signale erkenne.

© K.- P. Adler - Fotolia.com
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Im Nachhinein betrachtet waren alle „Rückläufer“ jene Hunde, bei denen ich früher gegenteilige Mitteilungen missachtet hatte.

Folgende Tipps für Hundeinteressenten:

Besuchen Sie Ihren künftigen Hund ohne Leckerlis und großes „Trara“. Schließlich wollen Sie nicht den verfressensten oder spielwütigsten, sondern denjenigen, der auch Sie mag.

Welpen sollten für einen genaueren Eindruck mehrmals besucht werden. Setzen Sie sich einfach zu den jungen Hunden und warten Sie ab. Derjenige, welcher sich auf Ihren Schuh oder nahe zu Ihnen setzt und signalisiert „Dich mag ich“, ist der Richtige. Wiederholt sich dieses Feedback bei mehreren Besuchen, liegen Sie goldrichtig.

Geben Sie dem Hund immer wieder die Möglichkeit zu entscheiden, ob er Ihnen folgt oder seiner bisherigen Bezugsperson.

  • Möchte er beim Verabschieden mit ins Auto steigen?
  • Läuft er beim Spaziergang lieber bei Ihnen?
  • Dies wären Anzeichen für Sympathie.

Machen Sie sich selbst ein Bild und verlassen Sie sich weniger auf die Aussagen von Züchtern.

Manche handeln eher zum Wohle ihres Geldbeutels. Eine verbreitete Unsitte ist beispielsweise, dass bei den ersten Kaufinteressenten „vielversprechende“ Hunde zurückgehalten werden.

Merken Sie sich bei mehreren Hunden, insbesondere bei reinrassigen Welpen, körperliche Eigenheiten Ihres Favoriten oder markieren Sie diesen (z.B. ein paar Haare abschneiden), um zu sehen, ob sich der Eindruck beim nächsten Besuch bestätigt.

Mit einem Hund, der selbst mitentscheiden durfte, ob er bei Ihnen sein möchte, werden Sie immer glücklich sein. Vielleicht wird es ein anderer sein als Sie sich ausmalten. Doch sollte Ihre Entscheidung für einen Hund ja auch Herzenssache sein. Nur dann lassen sich eventuelle spätere Probleme auch lösen. Für beide Seiten.

Hundezentrum Löser
Peter Löser ( gepr. Tierpsychologe(ATN),Hundetrainer)

– Stationäre Hundeausbildung- und Therapie
– Trainerseminare/Ausbildung
– Intensivtrainingstage/Wochen
– Liebhaberzucht American- und Old English Bulldogs

Autor des Hundebuchs „Mein Hund ist, was er frisst.“

88273 Fronreute
Tel.:07505 – 956241
www.hundezentrum-loeser.de

Häufige Fragen

Suchen sich Hunde ihre Menschen selbst aus?

Laut dem Beitrag ja: Hunde haben ein feines Gespür für den Charakter eines Menschen und teilen durch Zuneigungssignale mit, ob sie ihr Leben mit ihm teilen möchten.

Woran erkenne ich, dass ein Welpe mich mag?

An Zuneigungssignalen: Der Welpe setzt sich von sich aus auf Ihren Schuh oder nahe zu Ihnen, möchte beim Verabschieden mit ins Auto oder läuft beim Spaziergang lieber bei Ihnen.

Wie sollte ich meinen künftigen Hund kennenlernen?

Besuchen Sie ihn ohne Leckerlis und großes Trara. Welpen sollten mehrmals besucht werden; setzen Sie sich zu den jungen Hunden und warten Sie ab, wer sich Ihnen zuwendet.

Sollte man sich auf Züchteraussagen verlassen?

Der Autor rät, sich selbst ein Bild zu machen und sich weniger auf Züchteraussagen zu verlassen, da manche eher zum eigenen Vorteil handeln und vielversprechende Hunde zurückhalten.

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