Auf einen Blick: Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, kräftiger Gebrauchs- und Begleithund aus Deutschland (FCI-Gruppe 2, Standard Nr. 147), benannt nach der Stadt Rottweil, wo er als „Rottweiler Metzgerhund“ Viehherden trieb und bewachte. Laut FCI-Standard messen Rüden 61 bis 68 cm und wiegen etwa 50 kg, Hündinnen 56 bis 63 cm und etwa 42 kg; der American Kennel Club (AKC) nennt eine Lebenserwartung von 9 bis 10 Jahren. Er ist gutmütig, ausgeglichen, sehr anhänglich und arbeitsfreudig, braucht aber eine frühe, konsequente Erziehung und ist nicht für Anfänger geeignet.
- Herkunft Deutschland
- FCI Gruppe 2, Standard Nr. 147
- Größe Rüden 61–68 cm, Hündinnen 56–63 cm (FCI)
- Gewicht Rüden ca. 50 kg, Hündinnen ca. 42 kg (FCI)
- Lebenserwartung 9–10 Jahre (AKC)
- Für Anfänger nicht geeignet

Inhalt (11 Abschnitte)
Rottweiler im Überblick
Breiter Kopf, wuchtiger Körper, schwarzes Fell mit satten braunen Abzeichen: Der Rottweiler wirkt auf viele Menschen einschüchternd. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kräftigen, kompakten Hund, weder schwer noch leicht, dessen Erscheinung Kraft, Wendigkeit und Ausdauer verrät. Die FCI führt ihn in Gruppe 2, Sektion 2.1 (Molosser, doggenartige Hunde), mit Arbeitsprüfung; seine Verwendung lautet Begleit-, Dienst- und Gebrauchshund.
Wer Rottweiler kennt, weiß: Hinter dem Äußeren steckt häufig ein menschenbezogener, verschmuster Hund. Kraft und Schutztrieb gehören trotzdem zu ihm, und genau deshalb verlangt die Rasse Halter, die wissen, was sie tun.
Herkunft und Geschichte
Der Rottweiler gilt laut FCI-Standard als eine der ältesten Hunderassen; sein Ursprung reicht lange zurück bis in die Römerzeit. Hüte- und Treibhunde zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, schützten die Menschen und trieben das Vieh. In der Gegend von Rottweil vermischten sie sich mit einheimischen Hunden. Ihre Aufgabe war nun, Rinderherden zu treiben und zu bewachen und ihre Herren samt Besitz zu verteidigen (FCI).
Von der alten freien Reichsstadt Rottweil hat die Rasse ihren Namen; bekannt war sie als „Rottweiler Metzgerhund“. Die Metzger züchteten ihn rein nach Leistung und Nutzen, und so entstand ein ausgezeichneter Wach- und Treibhund, der auch einen Karren ziehen konnte (FCI). Mit der Eisenbahn endeten im 19. Jahrhundert die Viehtriebe (AKC). Als Anfang des 20. Jahrhunderts Hunde für den Polizeidienst gesucht wurden, bewährte sich der Rottweiler; 1910 wurde er offiziell als Polizeihund anerkannt (FCI). Laut AKC gehörten Rottweiler zu den ersten Blindenführhunden und arbeiteten später als Rettungshunde, etwa nach den Anschlägen auf das World Trade Center.
Größe, Gewicht und Aussehen
Laut FCI-Standard messen Rüden 61 bis 68 cm, als richtige Größe gelten 65 bis 66 cm; ihr Gewicht liegt bei etwa 50 kg. Hündinnen messen 56 bis 63 cm, richtig sind 60 bis 61 cm, bei etwa 42 kg. Der AKC nennt für Rüden etwa 61 bis 69 cm und 43 bis 61 kg, für Hündinnen etwa 56 bis 64 cm und 36 bis 45 kg.
Der Körper ist höchstens 15 Prozent länger als hoch, die Brust breit und tief. Der Kopf ist zwischen den Ohren relativ breit, die Augen sind mandelförmig und dunkelbraun, die mittelgroßen Hängeohren dreieckig und hoch angesetzt. Die Rute wird natürlich belassen und in Verlängerung der Rückenlinie getragen (FCI).
Fell und Farbe
Das Fell besteht aus mittellangem, derbem, dichtem und glatt anliegendem Deckhaar und einer Unterwolle, die nicht durchscheinen darf. Die Farbe ist Schwarz mit klar abgegrenzten, satt rotbraunen Abzeichen an Backen, Fang, Kehle, Brust und Läufen, über den Augen und unter dem Rutenansatz (FCI). Lang- oder welliges Fell und andere Farben sind von der Zucht ausgeschlossen.
Charakter und Wesen
Der FCI-Standard beschreibt den Rottweiler als gutmütig, im Grundwesen ruhig, sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Er tritt selbstsicher, nervenfest und unerschrocken auf und reagiert sehr aufmerksam, aber ausgeglichen auf seine Umgebung. Ängstliche, scheue, bösartige oder übermäßig misstrauische Hunde sind laut Standard von der Zucht ausgeschlossen. Der AKC nennt ihn intelligent, sehr gut ausbildbar und bemüht zu gefallen, manche Hunde aber auch stur.
Rottweiler sind „Menschenhunde“: Laut AKC kommen sie schlecht damit zurecht, von ihren Menschen isoliert zu werden.
Wie viel ein fairer Umgang bewirken kann, zeigt die Geschichte eines Rottweilers, der an einen Laternenpfahl angebunden ausgesetzt worden war. Focus Online berichtete 2013 über das Buch seines späteren Halters Elmar Schnitzer: Der junge Rüde wartete acht Monate in einem Hamburger Tierheim, bevor die Familie ihn aufnahm und er als „Paul“ zu ihrem Hund wurde.

Haltung, Erziehung und Beschäftigung
Ein Rottweiler muss laut AKC früh erzogen werden. Entscheidend sind eine klare Führung, Sozialisierung schon im Welpenalter, Grunderziehung in einer Hundeschule und ein Leben im Haus bei seinen Menschen. Die Erziehung soll konsequent, fair und bestimmt sein, aber nie grob; wildes Raufspiel kann laut AKC Aggression fördern und sollte unterbleiben.
Der muskulöse, athletische Hund braucht täglich Bewegung. Laut AKC schwimmt, wandert und trabt er gern, am liebsten mit seinen Menschen, und lernt leicht, einen Wagen zu ziehen; im Hüten, in der Fährtenarbeit und in Obedience leistet er ausgezeichnete Arbeit. Achten Sie auf sein Gewicht, denn Übergewicht belastet gerade einen so schweren Hund.
Tipp: Schnuppert Ihr Rottweiler interessiert an Ihrem Butterbrot, sagen Sie gleich ein klares „Nein“. Was der Welpe am Tisch darf, wird er als erwachsener Hund mit rund 50 kg auch noch für erlaubt halten.
Ist der Rottweiler für Anfänger geeignet?
Nein. Rottweiler benötigen eine konsequente Erziehung und erfahrene Halter, die ihr Temperament und ihren Schutzinstinkt richtig lenken. Hinzu kommt die körperliche Kraft: Sie müssen einen erwachsenen Rüden an der Leine jederzeit sicher halten können.
Ist der Rottweiler ein Listenhund?
In einigen Bundesländern gelten für den Rottweiler besondere Regeln; erkundigen Sie sich vor dem Kauf beim Ordnungsamt.
Pflege
Das kurze Fell ist pflegeleicht. Bürsten Sie Ihren Rottweiler einmal pro Woche und baden Sie ihn regelmäßig. Laut AKC haart er den größten Teil des Jahres nur mäßig, im Frühjahr und Herbst aber deutlich stärker. Zähne putzen und Krallen kürzen empfiehlt der AKC wöchentlich; ein Krallenschleifer funktioniert dabei oft besonders gut.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der AKC gibt die Lebenserwartung des Rottweilers mit 9 bis 10 Jahren an; das ist auch für einen großen Hund nicht lang. Verantwortungsvolle Züchter lassen Rüden und Hündinnen vor der Zucht unter anderem auf Hüftdysplasie, Augenerkrankungen und Herzerkrankungen untersuchen (AKC). Fragen Sie nach den Befunden der Elterntiere und wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen an Ihre Tierarztpraxis.
Rottweiler-Welpen kaufen
Einen festen Preis für einen Rottweiler-Welpen gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Rechnen Sie außerdem mit laufenden Kosten für Futter, Haftpflichtversicherung, Hundesteuer, Hundeschule und Tierarzt.
Kaufen Sie einen Rottweiler-Welpen bei einem Züchter, dessen Hunde nachweislich wesensfest sind und dessen Welpen im Haus mit Menschen aufwachsen. Lernen Sie die Mutterhündin kennen und lassen Sie sich die Gesundheitsbefunde zeigen. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.
Züchter gesucht? Eine Liste von Rottweiler-Züchtern bietet der Verband für das Deutsche Hundewesen: Züchter der Rasse im VDH
Immer wieder werden auch erwachsene Rottweiler oder Junghunde abgegeben, manchmal „dringend“ oder „kostenlos“. Seien Sie bei solchen Angeboten vorsichtig, fragen Sie nach Herkunft, Vorgeschichte und Wesenstest und wenden Sie sich am besten an ein Tierheim oder eine Rassehilfe, die Hund und Halter berät.
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Häufige Fragen
Wie groß und wie schwer wird ein Rottweiler?
Laut FCI-Standard messen Rüden 61 bis 68 cm und wiegen etwa 50 kg, Hündinnen messen 56 bis 63 cm und wiegen etwa 42 kg.
Wie alt wird ein Rottweiler?
Der American Kennel Club (AKC) nennt eine Lebenserwartung von 9 bis 10 Jahren, was im Vergleich zu vielen anderen Hunderassen eher kurz ist.
Ist der Rottweiler für Anfänger geeignet?
Nein. Rottweiler benötigen eine konsequente Erziehung und erfahrene Halter, um ihr Temperament und ihren Schutzinstinkt richtig zu lenken.
Was kostet ein Rottweiler-Welpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Warum heißt der Rottweiler auch Metzgerhund?
Weil Metzger in der Gegend von Rottweil die Hunde zum Treiben und Bewachen ihres Viehs hielten und nach Leistung züchteten. Daher stammt der alte Name „Rottweiler Metzgerhund“ (FCI).
Ähnliche Rassen
Quellen
- FCI-Standard Nr. 147: Rottweiler (Fassung vom 24.07.2018)
- American Kennel Club: Rottweiler
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
