Pekinese: Charakter, Größe, Haltung und Welpen kaufen

Auf einen Blick: Der Pekinese ist ein kleiner, kräftig gebauter Begleithund aus China mit Löwenmähne und typisch rollendem Gang. Laut FCI-Standard sollen Rüden höchstens 5 kg und Hündinnen höchstens 5,4 kg wiegen, der American Kennel Club (AKC) nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren. Er ist treu, selbstbewusst und eigenständig, braucht wenig Auslauf, aber regelmäßige Fellpflege und Schutz vor Hitze. Beim Kauf zählen vor allem freie Atmung und gesunde Augen der Elterntiere.

Steckbrief
  • Preis eines Welpen: Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
  • Für Anfänger geeignet?: Der Pekinese ist aufgrund seines eigenwilligen und manchmal dickköpfigen Charakters nicht ideal für Anfänger. Er benötigt eine konsequente Erziehung und viel Aufmerksamkeit, besonders in Bezug auf seine Gesundheit.
  • Größe der Hunderasse: Der Pekinese gehört zu den kleinen Hunderassen. Er erreicht eine Schulterhöhe von etwa 15 bis 23 cm (AKC; der FCI-Standard nennt keine Höhe). Das Idealgewicht liegt laut FCI-Standard bei höchstens 5 kg für Rüden und 5,4 kg für Hündinnen.
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: Die Lebenserwartung eines Pekinesen liegt bei 12 bis 14 Jahren (AKC).
  • Alternative Namen: Der Pekinese ist auch unter den Namen „Peking-Palasthund“, „Chinesischer Palasthund“, „Löwenhund“ und „Ärmelhund“ bekannt.
Rotgoldener Pekinese sitzt auf einem bemoosten Steinweg im Garten
Pekinese mit rotgoldenem Fell auf einem Gartenweg
Inhalt (9 Abschnitte)

Pekinese im Überblick

Der Pekinese, im Alltag auch Peking-Palasthund oder Chinesischer Palasthund genannt, gehört zur FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde. Dort bildet er zusammen mit dem Japan Chin die Sektion 8. Die Rasse stammt aus China, das Patronat für den Standard (FCI-Standard Nr. 207, englisch) liegt bei Großbritannien.

Der Standard beschreibt einen kleinen, gut ausbalancierten Hund mit löwenartigem Aussehen und wachem Ausdruck. Er soll klein wirken, beim Hochheben aber überraschend schwer sein: Kräftige Knochen und ein stabiler Körper gehören zur Rasse. Der Kopf ist recht groß und breiter als tief, die Augen sind rund, dunkel und nicht zu groß. Typisch ist der langsame, würdevolle Gang, bei dem die Vorderhand leicht rollt.

Herkunft und Geschichte des Chinesischen Palasthunds

Wie alt die Rasse genau ist, weiß niemand. Der AKC verweist auf die frühesten Belege aus der Tang-Dynastie im 8. Jahrhundert. Die ältesten Linien hielt allein die kaiserliche Familie rein, und wer einen dieser Hunde stahl, musste laut AKC mit der Todesstrafe rechnen.

Aus dieser Zeit stammen auch die alten Beinamen. Einer chinesischen Legende nach ließ Buddha einen Löwen auf Hundegröße schrumpfen, daher der Name Löwenhund. Außerdem hießen die Hunde Sonnenhunde und Ärmelhunde, weil Angehörige des Hofes sie in ihren weiten Ärmeln trugen (AKC). Figuren von Foo-Hunden, die dem Pekinesen nachempfunden sind, wurden über Generationen weitergegeben.

In den Westen kam die Rasse 1860, als britische Truppen im Zweiten Opiumkrieg den kaiserlichen Sommerpalast bei Peking plünderten. Eine der erbeuteten Hündinnen schenkte Captain John Hart Dunne im April 1861 Königin Victoria. Sie erhielt den Namen Looty, eine Anspielung auf die Beute, und wurde im selben Jahr von Friedrich Wilhelm Keyl gemalt (Royal Collection Trust).

Ausgestellt wurde der Pekinese in England erst Ende des 19. Jahrhunderts. Der AKC registrierte die ersten Pekinesen 1906, drei Jahre später wurde der Pekingese Club of America Mitglied des AKC.

Pekinese: Wesen und Charakter

Der FCI-Standard beschreibt den Pekinesen als furchtlos, treu und distanziert, dabei weder ängstlich noch aggressiv. Fremden begegnet er oft zurückhaltend, seinen eigenen Menschen schenkt er dagegen viel Zuneigung. Häufig wählt er eine Lieblingsperson, an die er sich besonders eng bindet (AKC).

Kopfporträt eines falbfarbenen Pekinesen mit dunkler Maske und langen Ohrbehängen
© Grizzlybaerin – Fotolia.com

Nach Einschätzung des AKC sind Pekinesen so gelassen eigenständig wie die Kaiser, an deren Hof sie lebten; Liebhaber der Rasse nennen sie gern „eigensinnig“. Mit Druck erreichen Sie bei ihm wenig. Ruhige, freundliche Konsequenz von Anfang an und kurze Übungen führen eher zum Ziel. Aufmerksam ist er trotzdem: Ungewohntes meldet er, der AKC hält ihn deshalb für einen guten kleinen Wachhund.

Kinder akzeptiert ein Pekinese laut AKC, wildes Toben und grobes Anfassen lässt er sich aber nicht gefallen. Leben kleine Kinder im Haushalt, sollten Sie klare Regeln für den Umgang mit dem Hund aufstellen und ihm einen Rückzugsort geben.

Haltung und Bewegung

Sein Bewegungsbedarf ist gering. Meist ist der Pekinese ein ruhiger Hund, der gemütliche Spaziergänge in seinem eigenen Tempo schätzt. An Hundesport kann er laut AKC trotzdem Spaß haben, solange ihn niemand hetzt. Für die Haltung in einer Wohnung ist er deshalb gut geeignet.

Hitze ist für ihn ein ernstes Thema. Mit kurzem Fang und dichtem Fell kühlt er schlecht ab. Gehen Sie im Sommer früh morgens und abends nach draußen, lassen Sie ihn nie im warmen Auto zurück und sorgen Sie für einen kühlen Liegeplatz. Kälte macht Pekinesen dagegen wenig aus; manche Halter nehmen laut AKC auf Autofahrten sogar Kühlakkus oder ein Kühlkissen für ihren Hund mit.

Fell und Fellpflege

Laut FCI-Standard ist das Fell mäßig lang und gerade. Am Hals bildet es eine Mähne, die wie ein Umhang wirkt, aber nicht über die Schultern hinausreichen soll. Das Deckhaar ist derb, die Unterwolle dicht und weicher. Ohren, Rückseite der Läufe, Rute und Zehen sind befedert. Zu viel Fell gilt als schwerer Fehler: Es darf den Hund weder in der Bewegung behindern noch die Körperform verdecken.

Pekinese mit braun-schwarzem Fell und weißer Brust liegt im Gras
© IgorMitrovic88 – Fotolia.com

Alle Farben und Abzeichen sind nach dem FCI-Standard gleichwertig, Schecken sollen gleichmäßig gezeichnet sein. Nicht zugelassen sind Albino, Leberfarbe und Merle.

Der AKC empfiehlt, den Pekinesen mindestens eine Stunde pro Woche zu bürsten. So entfernen Sie lose Haare, bevor sie verfilzen; Knoten lösen Sie vorsichtig mit einer Zupfbürste oder einem Metallkamm. Pekinesen haaren saisonal. Ab und zu ein Bad und regelmäßiges Krallenschneiden gehören ebenfalls zur Pflege.

Gesundheit: Atmung und Augen

Der Pekinese gehört zu den kurzköpfigen (brachyzephalen) Rassen. Der aktuelle FCI-Standard ist hier eindeutig: Jedes Anzeichen von Atemnot und jede Einschränkung im Gangwerk gelten als nicht akzeptabel. Die Nase soll nicht zu kurz sein, die Nasenlöcher groß und offen, ein Fang muss erkennbar sein. Verengte Nasenlöcher und dicke Falten über der Nase sind ausdrücklich unerwünscht.

Weil ein langer Fang als natürlicher Schutz fehlt, liegen die Augen recht ungeschützt. Der AKC rät, das Umfeld so zu gestalten, dass nichts die Augen verletzen oder reizen kann. Kneift Ihr Hund ein Auge zu, tränt es stark oder schnarcht und röchelt er auffällig, lassen Sie das in der Tierarztpraxis abklären.

Pekinese Welpen kaufen

Wer einen Pekinesen kaufen möchte, sollte sich für die Züchtersuche Zeit nehmen. Der AKC empfiehlt, auf weit geöffnete Nasenlöcher an einer mittelgroßen Nase zu achten. Erleben Sie die Mutterhündin und nach Möglichkeit auch den Vater selbst: Atmen sie in Ruhe leise, bewegen sie sich frei und ohne Mühe, wirken die Augen klar?

Der nationale Rasseclub in den USA nennt keine festen Gesundheitsuntersuchungen (AKC). Fragen Sie deshalb nach, welche Untersuchungen der Züchter durchführen lässt und ob er Hunde mit Atemproblemen von der Zucht ausschließt. Einen festen Preis gibt es nicht; er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird ein Pekinese?

Der FCI-Standard nennt keine Schulterhöhe, sondern ein Idealgewicht: höchstens 5 kg für Rüden und 5,4 kg für Hündinnen. Der AKC gibt eine Höhe von etwa 15 bis 23 cm und ein Gewicht bis etwa 6 kg an.

Wie alt wird ein Pekinese?

Der AKC nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.

Ist der Pekinese für Anfänger geeignet?

Nur bedingt. Er braucht wenig Bewegung, ist aber eigenständig und eigensinnig. Dazu kommen die aufwendige Fellpflege, die Hitzeempfindlichkeit und ein wacher Blick auf Atmung und Augen. Wer sich darauf einstellt und einen sorgfältigen Züchter wählt, kommt auch ohne Hundeerfahrung mit ihm zurecht.

Ist der Pekinese aggressiv?

Nein, Aggressivität widerspricht dem Rassestandard. Die FCI beschreibt ihn als furchtlos, aber weder ängstlich noch aggressiv; aggressive oder übermäßig scheue Hunde gelten als disqualifizierender Fehler. Fremden gegenüber kann er distanziert sein, und grobes Spiel lässt er sich nicht gefallen. Bei anhaltenden Problemen hilft eine qualifizierte Verhaltensberatung.

Gibt es einen Zwerg-Pekinesen?

Eine eigene Rasse „Zwerg-Pekinese“ gibt es nicht. Die FCI führt nur den Pekinesen mit dem genannten Idealgewicht. Der Begriff Ärmelhund erinnert daran, dass besonders kleine Hunde früher in den Ärmeln der Hofgewänder getragen wurden (AKC).

Was kostet ein Pekinese?

Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.

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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.