Großer Schweizer SennenhundCharakter, Größe, Haltung und Welpen kaufen
Der Große Schweizer Sennenhund stammt aus der Schweiz und ist der größte der vier Sennenhunderassen: Rüden messen laut FCI-Standard 65 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 68 cm.
Fellpflege und Bewegung: Einstufung des American Kennel Club (AKC), Skala 1–5

Auf einen Blick: Er gilt als wachsam, gutmütig und seiner Familie eng verbunden, mit mittlerem Temperament. Das dreifarbige Stockhaar ist kurz bis mittellang, haart wegen der dichten Unterwolle aber kräftig; die Lebenserwartung liegt laut American Kennel Club (AKC) bei 8 bis 11 Jahren.
Inhalt (9 Abschnitte)
Großer Schweizer Sennenhund im Überblick
Der Große Schweizer Sennenhund ist ein kräftiger, schwerknochiger Arbeitshund aus der Schweiz. Laut FCI-Standard Nr. 58 diente er früher vor allem zum Wachen und Ziehen; heute lebt er meist als Begleit- und Familienhund, wird aber auch als Schutzhund geführt. Die FCI ordnet ihn in Gruppe 2, Sektion 3 (Schweizer Sennenhunde) ein, ohne Arbeitsprüfung. Er ist wachsam und meldet, wenn sich etwas Fremdes nähert. Laut American Kennel Club zogen die Hunde früher Karren und trieben Milchvieh.
Herkunft und Geschichte
Seine Vorfahren waren Metzger- oder Fleischerhunde, die in Mitteleuropa weit verbreitet waren; sie bewachten, zogen Lasten und trieben Vieh. 1908 wurden auf der Jubiläumsausstellung der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) in Langenthal zwei kurzhaarige Hunde gezeigt, die als „Berner Sennenhunde“ gemeldet waren. Der Sennenhund-Förderer Albert Heim sah in ihnen laut FCI-Standard den alten großen Sennen- oder Metzgerhund, der damals kaum noch zu finden war.
Schon 1909 trug die SKG die Rasse als eigenständig ins Schweizerische Hundestammbuch ein, 1912 folgte die Gründung des Klubs für Große Schweizer Sennenhunde. Bis zum ersten FCI-Standard dauerte es noch bis zum 5. Februar 1939. Inzwischen züchtet man die Rasse in vielen europäischen Ländern, und die meisten Hunde leben heute als ruhige, verlässliche Familienhunde.
Aussehen, Größe und Gewicht
Der Große Schweizer ist ein großer, massiver Hund mit starken Knochen und viel Muskulatur, der dennoch ausdauernd und beweglich sein soll. Rüden wirken deutlich kräftiger als Hündinnen. Sein Kopf ist stark, ohne plump zu sein, mit flachem, breitem Oberkopf. Die dreieckigen Ohren liegen in Ruhe am Kopf und kommen nach vorn, wenn er aufmerksam wird. Die Augen sind braun, von Haselnuss bis Kastanie, und blicken freundlich.
Fell und Farbe
Unter dem kurzen bis mittellangen, dichten Deckhaar sitzt reichlich Unterwolle, am liebsten in dunklem Grau bis Schwarz. Die Grundfarbe ist immer Schwarz, dazu kommen rotbraune Abzeichen, die auf beiden Seiten gleich verteilt sein sollen, und weiße Abzeichen an Kopf, Fang, Kehle und Brust, an den Pfoten und an der Rutenspitze. Zwischen der weißen Blesse und den rotbraunen Flecken über den Augen soll Schwarz zu sehen sein. Hunde ohne die drei Farben, mit Langhaar, mit kurzem Haar ohne Unterwolle oder mit blauen Augen haben laut Standard einen disqualifizierenden Fehler.

Größe und Gewicht
Laut FCI-Standard messen Rüden 65 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 68 cm Widerristhöhe. Damit ist er der größte der vier Schweizer Sennenhunde; kleiner sind der Berner Sennenhund, der Appenzeller und als kleinster der Entlebucher. Ein Gewicht nennt der FCI-Standard nicht; der AKC gibt für Rüden etwa 52 bis 64 kg und für Hündinnen 39 bis 50 kg an.
Charakter und Wesen
Laut FCI-Standard bleibt er im Alltag gelassen und furchtlos, passt gut auf und ist wachsam. Seinen Menschen gegenüber ist er gutmütig und anhänglich, Fremden begegnet er ohne Unsicherheit; sein Temperament ist mittel. Unsicheres Verhalten gilt im Standard als Fehler, aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde haben einen disqualifizierenden Fehler.
Im Familienalltag ist er seinen Menschen eng verbunden. Den Umgang mit Kindern, Kleintieren und Geflügel muss er wie jeder Hund von klein auf lernen. Als Wachhund meldet er Fremdes; wie viel er bellt, ist von Hund zu Hund verschieden. Eine solide Grunderziehung und genug Beschäftigung machen hier viel aus.
Probleme mit dem Großen Schweizer Sennenhund
Ein junger Hund dieser Größe, der alles ins Maul nimmt, schnappt oder Möbel und Teppiche annagt, wird schnell zum Problem. Holen Sie sich in solchen Fällen früh Hilfe bei einer guten Hundeschule oder einem Hundetrainer, statt selbst herumzuprobieren. Wenn ein Hund Fremdkörper verschluckt hat, gehört er in die Tierarztpraxis.
Haltung und Erziehung
Der Große Schweizer Sennenhund lässt sich gut erziehen, für Anfänger ist er wegen seiner Größe und Kraft aber nur bedingt geeignet. Beginnen Sie deshalb früh mit einer ruhigen, konsequenten Erziehung, denn ein ausgewachsener Rüde lässt sich an der Leine nicht mehr einfach halten.
Er braucht engen Familienanschluss, für eine Zwingerhaltung ist er nicht gemacht. Dazu kommen Platz und Aufgaben, etwa lange Spaziergänge, Wanderungen oder Zugarbeit vor einem Wagen. Bedenken Sie auch, dass ein so großer Hund in einer Wohnung im dritten Stock ohne Aufzug im Alter oder bei Krankheit zum Problem werden kann.

Pflege und Gesundheit
Das kurze Stockhaar braucht keinen Friseur, wegen der dichten Unterwolle haart er laut AKC aber stark. Bürsten Sie ihn regelmäßig, im Fellwechsel öfter, um die lose Unterwolle zu entfernen. Kontrollieren Sie Ohren, Krallen und Zähne regelmäßig.
Laut AKC liegt die Lebenserwartung bei 8 bis 11 Jahren. Neben den typischen Themen großer Rassen nennt der AKC eine Milzdrehung, die beim Großen Schweizer häufiger vorkommt als bei anderen Rassen, außerdem die Magendrehung und Harninkontinenz, vor allem bei Welpen und kastrierten Hündinnen. Lassen Sie sich beim Züchter die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere zeigen, etwa zu Hüfte und Ellbogen, und besprechen Sie Fragen zur Gesundheit und zur Bewegung im Wachstum mit Ihrer Tierarztpraxis.
Großer Schweizer Sennenhund kaufen
Die Rasse ist in Deutschland eher selten; nehmen Sie deshalb früh Kontakt zu Züchtern auf. Kaufen Sie bei einem Züchter, der einem FCI-anerkannten Verband angehört, lernen Sie die Mutterhündin kennen und lassen Sie sich Papiere und Gesundheitsnachweise zeigen. Auch erwachsene Hunde werden manchmal abgegeben, etwa über den Rasseklub oder Tierschutzvereine.
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Worauf Sie beim Kauf allgemein achten sollten, lesen Sie im Ratgeber Welpen kaufen.
Bald zieht Ihr Welpe ein?
Die Welpen-Checkliste zeigt, was vor dem Einzug erledigt sein sollte – von der Ausstattung bis zum ersten Tierarztbesuch.
Häufige Fragen
Wie groß und schwer wird ein Großer Schweizer Sennenhund?
Rüden erreichen laut FCI-Standard eine Schulterhöhe von 65 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 68 cm. Der AKC nennt ein Gewicht von etwa 52 bis 64 kg bei Rüden und 39 bis 50 kg bei Hündinnen. Damit ist er der größte der Schweizer Sennenhunde.
Wie alt wird ein Großer Schweizer Sennenhund?
Der American Kennel Club gibt eine Lebenserwartung von 8 bis 11 Jahren an.
Ist der Große Schweizer Sennenhund für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Er hat laut FCI-Standard ein mittleres Temperament, kann laut SSV aber etwas stur sein. Wegen seiner Größe und Kraft braucht er von Anfang an eine ruhige, konsequente Erziehung; der AKC nennt für Rüden bis zu 64 kg.
Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Das kurze Stockhaar ist unkompliziert, haart wegen der dichten Unterwolle aber stark. Regelmäßiges Bürsten, im Fellwechsel öfter, hält die losen Haare im Rahmen.
Was kostet ein Großer Schweizer Sennenhund Welpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Ist der Swissydog dasselbe wie der Große Schweizer Sennenhund?
Nein. Der Große Schweizer Sennenhund ist eine von der FCI anerkannte Rasse. Der Swissydog ist eine eigene Kreuzung.
Ähnliche Rassen
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.





