Auf einen Blick: Der Dackel, auch Dachshund oder Teckel genannt, ist ein niederläufiger Jagdhund aus Deutschland (FCI-Standard Nr. 148) für die Arbeit über und unter der Erde. Es gibt ihn in drei Größen – Teckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel, unterschieden nach dem Brustumfang – und in drei Haararten: Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar. Er ist freundlich, mutig und selbstbewusst, hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und braucht deshalb eine konsequente Erziehung. Der American Kennel Club nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren; ein typisches Gesundheitsthema sind Bandscheibenprobleme.

Inhalt (11 Abschnitte)
Dackel im Überblick
Ob Züchter und Jäger vom Teckel sprechen oder landläufig die Kurz- und Koseform Dackel verwendet wird: Gemeint ist immer der Dachshund. Namen wie Langhaardackel, Kurzhaardackel, Rauhaardackel oder Zwergrauhaardackel zeigen, wie vielfältig die Hunde sind, die die FCI unter der Standard-Nummer 148 zusammenfasst.
Die FCI führt die Dachshunde als eigene Gruppe 4, mit Arbeitsprüfung. Als Verwendung nennt der Standard: Jagdhund über und unter der Erde. Aus drei Größen und drei Haararten ergeben sich neun Varietäten.
Herkunft und Geschichte
Laut FCI-Standard ist der Dachshund seit dem Mittelalter bekannt. Aus Bracken wurden fortlaufend Hunde gezüchtet, die sich besonders für die Jagd unter der Erde eigneten. Aus diesen niederläufigen Hunden entwickelte sich der Dachshund, der als eine der vielseitigsten Jagdhunderassen gilt. Der älteste Zuchtverein ist der Deutsche Teckelklub (DTK), gegründet 1888.
Die Rassebezeichnung Dachshund verweist auf den Verwendungszweck: Der Baujäger wurde abgerichtet, um Fuchs und Dachs zu verbellen und aus dem Bau zu treiben. Vor allem in der Zeit, als die Gesellschaft noch deutlich ländlich geprägt war, schützte der Ur-Dackel das Federvieh und die Ernte der hart arbeitenden Bevölkerung. Die Jäger nutzten die niederläufigen Hunde, um die unter Tage lebenden Räuber zu dezimieren.
Mindestens ebenso erfolgreich ist der jagdlich geführte Dackel über der Erde: beim spurlauten Jagen, beim Stöbern und auf der Schweißfährte, also bei der Nachsuche auf verletztes Wild. Man setzt ihn außerdem bei der Kaninchenjagd ein, für die eigens die kleinen Kaninchenteckel gezüchtet wurden. Die Arbeit in der Erde verlangt Mut, Persönlichkeit und Selbstbewusstsein.
Größen: Teckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel
Beim Dackel ist nicht die Schulterhöhe entscheidend, sondern der Brustumfang – er bestimmt, ob der Hund in einen Bau passt. Laut FCI-Standard wird er frühestens mit 15 Monaten gemessen:
- Teckel (Normalteckel): Rüden über 37 bis 47 cm, Hündinnen über 35 bis 45 cm Brustumfang.
- Zwergteckel: Rüden über 32 bis 37 cm, Hündinnen über 30 bis 35 cm Brustumfang. Mehr dazu im Porträt Zwergdackel.
- Kaninchenteckel: Rüden 27 bis 32 cm, Hündinnen 25 bis 30 cm Brustumfang.
Ein Gewicht nennt der FCI-Standard nicht. Der American Kennel Club (AKC) unterscheidet nur zwei Größen: Standard-Dackel mit 20 bis 23 cm Schulterhöhe und etwa 7 bis 15 kg sowie Miniatur-Dackel mit 13 bis 15 cm und höchstens etwa 5 kg.
Laut Standard beträgt der Bodenabstand etwa ein Drittel der Widerristhöhe, die Körperlänge steht zur Widerristhöhe im Verhältnis von etwa 1,7 bis 1,8 zu 1. Das Erscheinungsbild ist niedrig, kurzläufig, langgestreckt, aber kompakt und sehr muskulös, mit keck herausfordernder Kopfhaltung und aufmerksamem Ausdruck.

Haararten und Farben
Kurzhaardackel: Das Haar ist kurz, dicht, glänzend, glatt anliegend, fest und hart; die Haut liegt straff an. An der Unterseite der Rute darf das Deckhaar etwas länger sein.
Rauhaardackel: Bis auf Fang, Augenbrauen und Ohren trägt er ein gleichmäßig anliegendes, dichtes, drahtiges Deckhaar mit Unterwolle. Typisch sind der deutliche Bart und die buschigen Augenbrauen; an den Ohren ist das Haar kürzer und fast glatt.
Langhaardackel: Das glänzende, anliegende Fell mit Unterwolle ist an Kehle und Unterseite länger, an den Ohren reicht es über den unteren Rand hinaus. Hinter den Läufen ist es deutlich befedert, an der Rutenunterseite bildet es eine volle Fahne.

Auf der Beliebtheitsskala steht heute der Rauhaardackel in Deutschland weit vor den anderen Dachshund-Varietäten: 2019 entfielen im Deutschen Teckelklub 4.181 von 5.922 Zuchtbucheintragungen auf Rauhaarteckel (DTK-Jahresstatistik).
Farbschläge
Kurzhaar: Teckel in allen Größen reinrot, schwarz-rot, braun (eher außergewöhnlich). Ebenso Tigerdackel, d. h. mit kleinen gescheckten Farbflecken auf dem Körper verteilt, Grundfarben schwarz oder braun. Tigerdackel dürfen nicht mit Tigerdackeln verpaart werden, da sonst genetisch bedingte Taubheit und Blindheit auftreten können (wie beim Blue-Merle-Faktor, etwa bei Collies).
Rauhaar:
- dunkel-saufarben (schwarz, silber meliert)
- dürrlaubfarben (weizenfarbig), sehr selten
- saufarben, etwas helleres Silber mit Schwarz
- braune Rauhaar
- schwarz-rote, wobei über den Augen markante Flecken beidseitig vorhanden sein müssen (vgl. Sennenhunde, Rottweiler oder Dobermänner)
Langhaar:
- reinrot in Farbvarianten von kastanienrot (dunkelrot) bis zum helleren Rot, nie rosa
- braun fast nie, schwarz-rot, und Tigerdackel wie bei den Kurzhaar
- bei allen Farbschlägen außer braun ist der Nasenspiegel schwarz, die Augen braun bis schwarz
Maßgeblich für die Zucht ist die Farbliste des FCI-Standards im folgenden Abschnitt.
Farben laut FCI-Standard
Der FCI-Standard unterscheidet bei allen Haararten einfarbig Rot, zweifarbig Tiefschwarz oder Braun mit lohfarbenen Abzeichen (über den Augen, an Fang, Brust, Läufen und Rutenunterseite), das Farbmuster Tiger (Merle, im Standard „gefleckt“), bei dem auf dunkler Grundfarbe unregelmäßige graue oder beige Flecken liegen, und das Farbmuster gestromt (Rot mit dunkler Stromung). Beim Rauhaar kommen Saufarben und braune Saufarben hinzu. Ein kleiner weißer Fleck ist nur an der Brust erlaubt. Für Würfe mit gefleckten Teckeln verlangt der Deutsche Teckelklub zusätzliche Untersuchungen der Welpen.
Dackel Wesen und Charakter
Laut FCI-Standard ist der Dackel von Natur aus freundlich, weder ängstlich noch aggressiv und ausgeglichen – dabei ein passionierter, ausdauernder und schneller Jagdhund mit hervorragender Nase. Im Alltag zeigt sich das als Selbstbewusstsein, das leicht in Eigensinn und Sturheit übergehen kann. Ein Hund, der es unter der Erde mit wehrhaftem Raubwild aufnimmt, lässt sich auch von großen Artgenossen nicht so leicht einschüchtern.
Seinen Jagdtrieb sollten Sie nie unterschätzen: Nichts macht ihn glücklicher, als die Nase in den Boden zu stecken und Kaninchen, Füchsen oder Dachsen nachzuspüren. Auch ein Blumenbeet gräbt er gern um, wenn darin Wühlmäuse oder ein Maulwurf zu vermuten sind. Vom Temperament her ähnelt er eher einem Terrier als einem Laufhund.
Seiner Familie gegenüber ist der Dackel sehr anhänglich, verspielt und mit Kindern meist ein geduldiger Spielgefährte. Aufmerksam genug ist er auch, um Besuch zuverlässig zu melden.

Die Erzählung, das niederbayerische Dorf Gergweis sei eine „Dackelhauptstadt“, lässt sich nicht belegen.
Erziehung: Ist der Dackel für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Der Dackel erkennt schnell, wenn Regeln nicht konsequent gelten, und nutzt das für sich. Was er heute darf, will er morgen wieder dürfen. Am besten funktionieren kurze, deutliche und für ihn nachvollziehbare Ansagen, viel Geduld und Belohnung statt Härte.
Auch den berühmten Dackelblick sollten Sie richtig deuten können, ob er nun Leiden verheißt oder Unschuld beteuert. Gerade beim Futter erliegen viele Halter ihm zu oft. Ausgedehnte Spaziergänge, Such- und Denkspiele, Schmusestunden und eine erlaubte Buddelecke im Garten beugen zu viel Aufmüpfigkeit vor. Üben Sie den Rückruf von Anfang an, denn auf einer frischen Spur hört ein Dackel schlecht.
Pflege
Erwartungsgemäß braucht das Langhaar mehr Pflege als die anderen Haararten: Der Langhaardackel sollte mehrmals pro Woche gebürstet oder gekämmt werden, bei Kurzhaar- und Rauhaardackel reicht ein wöchentlicher Rhythmus. Beim Rauhaardackel sollte das abgestorbene Haar regelmäßig durch fachgerechtes Trimmen entfernt werden, damit die Haut gesund bleibt.

Gesundheit
Der lange Rücken auf kurzen Beinen ist ideal für die Arbeit im Bau, für das Skelett aber eine Belastung. Bandscheibenprobleme und die sogenannte Dackellähme können den flinken Hund vor allem im Alter stark einschränken. Halten Sie Ihren Dackel schlank, sorgen Sie für gleichmäßige Bewegung und lassen Sie Anzeichen wie Schmerzen beim Hochheben, Lahmen oder Unsicherheit in den Hinterläufen umgehend in der Tierarztpraxis abklären.
Fragen Sie beim Züchter nach den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere. Bei gefleckten Teckeln (Tigerdackeln) ist es besonders wichtig, dass nie zwei gefleckte Hunde miteinander verpaart werden.
Dackel kaufen: Was kostet ein Dackel?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Seriöse Züchter zeigen Ihnen die Mutterhündin, die Aufzucht und die Ahnentafel und legen die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere offen. Der Deutsche Teckelklub bietet auf seiner Website eine Online-Welpensuche, in der seine Züchter Würfe und Welpen veröffentlichen. Eine Übersicht über Züchter der Rasse Dackel im VDH finden Sie beim Verband für das Deutsche Hundewesen.
Auch wenn Sie einen Dackelwelpen von privat kaufen, sollten Sie die Elterntiere sehen, Impfpass und Chipnachweis prüfen und sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Rechnen Sie neben dem Kaufpreis mit laufenden Kosten für Futter, Tierarztbesuche, Versicherung, Hundesteuer und Ausstattung. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Dackelwelpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Ist der Dackel für Anfänger geeignet?
Wegen seines eigensinnigen und selbstbewussten Charakters ist der Dackel nur bedingt für Anfänger geeignet. Er braucht eine konsequente Erziehung, sonst setzt er schnell seinen eigenen Kopf durch.
Welche Größen und Haararten gibt es beim Dackel?
Der Dackel wird in drei Größen gezüchtet: Teckel (Normalteckel), Zwergteckel und Kaninchenteckel, unterschieden nach Brustumfang. Beim Fell gibt es Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar.
Wie schwer wird ein Dackel?
Der FCI-Standard nennt kein Gewicht. Der American Kennel Club gibt für Standard-Dackel etwa 7 bis 15 kg an, für Miniatur-Dackel höchstens etwa 5 kg.
Wie alt wird ein Dackel?
Der American Kennel Club nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren.
Was ist ein Tigerdackel?
So heißen Dackel mit dem Farbmuster Merle („gefleckt“ im FCI-Standard): Auf dunkler Grundfarbe liegen unregelmäßige graue oder beige Flecken. Zwei Tigerdackel dürfen nicht miteinander verpaart werden, weil sonst Taubheit und Blindheit auftreten können.
Welche Gesundheitsprobleme sind beim Dackel häufig?
Häufig sind Bandscheibenprobleme, die zur sogenannten Dackellähmung führen können. Halten Sie Ihren Hund schlank und lassen Sie Rückenbeschwerden frühzeitig tierärztlich abklären.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
