Auf einen Blick: Der Collie stammt aus Großbritannien, wo er in Schottland als Hütehund für Schafe arbeitete, und wurde als „Lassie“ weltberühmt. Es gibt ihn als Langhaar (Rough Collie) und Kurzhaar (Smooth Collie); laut FCI-Standard messen Rüden 56 bis 61 cm und Hündinnen 51 bis 56 cm. Er gilt als freundlich, sensibel und lernfreudig und eignet sich auch für Anfänger, die ihm genug Beschäftigung bieten. Fragen Sie vor dem Kauf nach den Gentests der Elterntiere, etwa auf den MDR1-Defekt und die Collie Eye Anomaly.

Inhalt (9 Abschnitte)
Collie im Überblick
Der Collie ist eine der bekanntesten Hunderassen weltweit, nicht zuletzt dank der berühmten Filmfigur „Lassie“. Hinter der Berühmtheit steckt ein intelligenter, treuer Hütehund, der heute vor allem als Familienhund geschätzt wird.
Die FCI führt Langhaar- und Kurzhaar-Collie als zwei eigene Rassen in Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Sektion 1 (Schäferhunde), ohne Arbeitsprüfung: den Collie Langhaar unter Standard Nr. 156 und den Collie Kurzhaar unter Nr. 296. Der American Kennel Club (AKC) behandelt beide als eine Rasse mit zwei Fellvarianten.
Geschichte und Herkunft des Collies
Die Ursprünge des Collies liegen in Schottland und Nordengland, wo er ursprünglich als Hütehund für Schafe eingesetzt wurde. Der Name „Collie“ leitet sich vermutlich von den schottischen „Colley“-Schafen ab, die diese Hunde hüteten.
Laut FCI-Standard geht die Rasse vermutlich auf Hunde zurück, die die Römer nach Schottland brachten und die sich dort mit einheimischen Hunden mischten. Der Langhaar-Collie ist eine verfeinerte Form des Arbeitscollies der schottischen Schäfer und wird seit mindestens hundert Jahren gezielt gezüchtet. Lang- und Kurzhaar stammen aus denselben Linien und unterscheiden sich im Grunde nur in der Felllänge. Der Standard betont: Bei aller Schönheit ist der Collie ein Arbeitshund.
Im 19. Jahrhundert wurde der Collie durch die britische Königin Victoria populär. Sie lernte die Rasse während ihrer Aufenthalte auf Balmoral Castle in Schottland kennen und holte Collies an den königlichen Hof.
Lassie und der Collie
Bekannt wurde der Collie auch durch Bücher, darunter die Geschichten von Albert Payson Terhune, einem amerikanischen Schriftsteller, der in den 1920er-Jahren über seine eigenen Collies schrieb. Weltberühmt machte die Rasse aber Eric Knights Roman „Lassie Come Home“ und die darauf folgenden Filme und Serien.
Collie, Sheltie und Border Collie
Der Sheltie (Shetland Sheepdog) sieht aus wie ein Langhaar-Collie im Kleinformat, ist aber eine eigenständige Rasse. Auch der Border Collie ist eine eigene Rasse; er wurde vor allem auf Arbeitsleistung gezüchtet und unterscheidet sich im Aussehen deutlich vom Collie.
Aussehen und Varianten des Collies
Es gibt zwei Varianten des Collies: den Langhaar-Collie (Rough Collie) und den Kurzhaar-Collie (Smooth Collie). Der FCI-Standard beschreibt einen Hund von großer Schönheit, der mit gelassener Würde dasteht, kräftig und beweglich gebaut, ohne plump zu wirken. Der Kopf gleicht von vorn und von der Seite einem stumpfen, klaren Keil; besonders wichtig ist der Ausdruck.
Der Langhaar-Collie ist für sein prächtiges Fell bekannt: Das Deckhaar ist gerade und fühlt sich hart an, die Unterwolle ist weich und so dicht, dass sie die Haut fast verdeckt. Mähne und Halskrause sind sehr üppig. Der Kurzhaar-Collie hat ein kurzes, pflegeleichteres Fell, das ihn trotzdem gut vor Witterung schützt.
Erlaubt sind laut Standard drei Farben: Zobel (von hellem Gold bis zu sattem Mahagoni), Dreifarbig (überwiegend schwarz mit lohfarbenen Abzeichen) und Blue Merle (silbrig blau, schwarz gesprenkelt und marmoriert). Dazu kommen die typischen weißen Abzeichen an Halskragen, Brust, Läufen und Rutenspitze. Ganz oder überwiegend weiße Hunde sind unerwünscht.

Wie groß und schwer wird ein Collie?
Laut FCI-Standard messen Rüden beider Varianten 56 bis 61 cm und Hündinnen 51 bis 56 cm Schulterhöhe. Ein Gewicht nennt die FCI nur für den Kurzhaar-Collie: 20,5 bis 29,5 kg bei Rüden und 18 bis 25 kg bei Hündinnen. Der AKC gibt für amerikanische Collies etwas größere Werte an: 61 bis 66 cm und 27 bis 34 kg bei Rüden, 56 bis 61 cm und 23 bis 29 kg bei Hündinnen.
Charakter und Wesen des Collies
Der FCI-Standard verlangt ein freundliches Wesen ohne jede Spur von Nervosität oder Aggressivität und beschreibt den Langhaar-Collie als großartigen Begleithund: freundlich, fröhlich und aktiv, gut mit Kindern und anderen Hunden. Collies sind lernfreudig und haben Spaß an Hundesport wie Agility, Obedience oder Dog Dancing.
Ihr Hüteverhalten zeigt sich auch im Alltag: Viele Collies versuchen, ihre Familie oder andere Haustiere zu „hüten“, etwa indem sie umkreisen oder anstupsen. Das sollten Sie freundlich, aber konsequent in andere Bahnen lenken.
Collies als Therapie- und Rettungshunde
Wegen ihres sanften Wesens werden Collies gern als Therapiehunde in der Arbeit mit Kindern oder älteren Menschen eingesetzt, etwa in Pflegeeinrichtungen. Ihre Lernfreude und ihre gute Nase machen sie auch für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet. Und nicht nur „Lassie“: Auch in anderen Filmen und Serien tauchen Collies immer wieder auf.
Erziehung und Haltung
Collies sind sehr menschenbezogen und möchten mit ihren Menschen zusammenarbeiten. Auf harte Erziehungsmethoden reagieren sie empfindlich; am besten lernen sie über Lob und Belohnung.
Spaziergänge allein reichen einem Collie meist nicht. Er braucht auch Aufgaben für den Kopf, zum Beispiel Hundesport, Suchspiele oder neue Tricks. Auch wenn er ursprünglich als Arbeitshund gezüchtet wurde, ist er heute ein guter Familienhund, sofern er ausreichend Bewegung und Beschäftigung bekommt.

Pflege und Gesundheit
Der Langhaar-Collie braucht regelmäßige Fellpflege, damit das dichte Fell sauber bleibt und nicht verfilzt. Einmal wöchentliches gründliches Bürsten reicht in der Regel aus, im Fellwechsel ist mehr nötig. Achten Sie besonders auf die Stellen hinter den Ohren und an den Hosen. Der Kurzhaar-Collie ist pflegeleichter, sollte aber ebenfalls regelmäßig gebürstet werden.
Wie viele Rassehunde kann auch der Collie erblich bedingte Gesundheitsprobleme haben. Der AKC nennt vor allem:
- Collie Eye Anomaly (CEA): eine erblich bedingte Erkrankung der Augen.
- MDR1-Gendefekt: eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Medikamenten, die bei vielen Hütehunden vorkommt.
Seriöse Züchter lassen ihre Zuchthunde auf diese Erkrankungen untersuchen bzw. testen und legen die Ergebnisse offen. Ist das MDR1-Ergebnis Ihres Hundes bekannt, teilen Sie es Ihrer Tierarztpraxis mit.

Ernährung des Collies
Ein vollwertiges Hundefutter, das zu Alter, Größe und Bewegung passt, ist die Grundlage. Unter dem langen Fell fällt Übergewicht spät auf; tasten Sie deshalb regelmäßig die Rippen ab. Verträgt Ihr Collie ein Futter nicht gut, besprechen Sie eine Umstellung mit Ihrer Tierarztpraxis.
Collie kaufen
Es ist ratsam, beim Kauf eines Welpen auf einen seriösen Züchter zu achten, der entsprechende Gesundheitsnachweise vorlegen kann. Lernen Sie die Mutterhündin kennen und lassen Sie sich die Befunde zu Augen, Hüften und MDR1 zeigen. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.
Möchten Sie einen erwachsenen Collie aufnehmen, der umständehalber abgegeben wird, fragen Sie bei Rasseclubs und Tierschutzvereinen nach. Bei Anzeigen, in denen Collie-Welpen „zu verschenken“ sind, sollten Sie besonders genau hinsehen und sich die Elterntiere sowie Impfpass und Chipnachweis zeigen lassen.
Welpen gesucht? Im Züchterverzeichnis von welpen.de stellen sich Züchter der Rasse Collie mit Kontaktdaten, Zuchtstätte und geplanten Würfen vor: Züchter der Rasse bei Welpen.de
Häufige Fragen
Ist der Collie für Anfänger geeignet?
Ja, der Collie ist wegen seines freundlichen Wesens und seiner Anpassungsfähigkeit auch für Anfänger geeignet. Er lässt sich gut erziehen und arbeitet gern mit seinem Menschen zusammen; Bewegung und Beschäftigung muss er aber bekommen.
Was kostet ein Collie Welpe vom Züchter?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
Wie groß und schwer wird ein Collie?
Laut FCI-Standard messen Rüden 56 bis 61 cm und Hündinnen 51 bis 56 cm. Für den Kurzhaar-Collie nennt die FCI 20,5 bis 29,5 kg (Rüden) und 18 bis 25 kg (Hündinnen); der AKC gibt für Collies 27 bis 34 kg bzw. 23 bis 29 kg an.
Wie alt wird ein Collie?
Der American Kennel Club nennt eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.
Welche Hunderasse ist Lassie?
Lassie ist ein Langhaar-Collie (Rough Collie). Die Figur stammt aus Eric Knights Roman „Lassie Come Home“; in den Filmen und Serien spielten Langhaar-Collies die Rolle.
Welche gesundheitlichen Probleme hat der Collie?
Der AKC nennt vor allem die Collie Eye Anomaly (CEA) und den MDR1-Gendefekt, eine Medikamentenunverträglichkeit vieler Hütehunde. Fragen Sie den Züchter nach den Untersuchungen und Gentests der Elterntiere.
Wie viel Pflege benötigt das Fell des Collies?
Der Langhaar-Collie sollte einmal wöchentlich gründlich gebürstet werden, während des Fellwechsels häufiger. Der Kurzhaar-Collie ist pflegeleichter, sollte aber ebenfalls regelmäßig gebürstet werden.
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
