Aronstab Hunde

Aronstab und Hunde: Sind die roten Beeren giftig?

Der Aronstab (Arum maculatum) fällt im Spätsommer und Herbst durch seinen auffälligen Fruchtstand auf: ein senkrechter Kolben mit dicht gedrängten, leuchtend roten Beeren. Für Menschen und Hunde ist der Aronstab giftig.

Alle Pflanzenteile können bei Aufnahme insbesondere die Schleimhäute von Maul und Rachen reizen und weitere Beschwerden verursachen.

Besonders auffällig sind im Spätsommer und Herbst die leuchtend roten Beeren, die für neugierige Hunde interessant sein können. Wer im Laubwald mit Hund unterwegs ist, sollte den Aronstab kennen und ihm einen Bogen einräumen.

Das Foto zeigt die leuchtend roten Beeren vom Aronstab
(C) Klaus Neumann

Von Klaus Neumann · Veröffentlicht: 17. August 2026 · Aktualisiert: 17. August 2026

Ich habe die Pflanze auf dem Foto gerade selbst beim Spaziergang mit unserem Hund entdeckt – am Rand eines feuchten Waldstücks, zwischen Moos und feuchtem Laub. Der leuchtend rote Fruchtstand sticht sofort ins Auge. Und genau das ist das Problem: Was für uns Menschen ein schönes Herbstmotiv ist, ist für viele Hunde erst mal interessant zu untersuchen.

Was ist der Aronstab?

Der Aronstab, botanisch Arum maculatum, wächst in feuchten Laubwäldern, an Bachläufen und in Auwäldern. Im April und Mai bildet er die typische Blüte – einen keulenförmigen Kolben, der von einem grün-weißen Hüllblatt umgeben ist. Nach der Blüte entwickeln sich am nackten Kolben zunächst grüne, später leuchtend rote Beeren.

Genau in dieser Phase ist die Pflanze besonders auffällig – und damit für neugierige Hunde leichter zu entdecken.

Warum der Aronstab für Hunde gefährlich ist

Alle Pflanzenteile des Aronstabs können bei Aufnahme gesundheitsschädliche Reaktionen auslösen. Sie enthalten unter anderem nadelförmige, unlösliche Calciumoxalat-Kristalle (sogenannte Raphiden), die beim Kauen die Schleimhäute von Maul und Rachen stark reizen können.

Wenn ein Hund an einer Aronstab-Beere kaut oder Pflanzenteile aufnimmt, können schon kurz danach starkes Speicheln, hektisches Schmatzen, Kopfschütteln, Schmerzen im Maul und Reiben mit den Pfoten auftreten.

Auch eine Schwellung von Zunge und Maul sowie Schluckbeschwerden sind möglich. Erbrechen und Durchfall können ebenfalls auftreten. Bei ausgeprägter Schwellung im Maul- oder Rachenbereich kann das Schlucken oder Atmen beeinträchtigt werden.

Deshalb sollte nach einer beobachteten oder vermuteten Aufnahme nicht einfach abgewartet werden. Wie stark die Reaktion ausfällt, lässt sich im Einzelfall nicht zuverlässig vorhersagen – sie hängt unter anderem davon ab, welcher Pflanzenteil aufgenommen wurde und in welcher Menge.

Aronstab: Giftgefahr für Hunde“ mit einer Übersicht zur Giftigkeit der Pflanze (Arum maculatum)

Was tun, wenn Ihr Hund an einem Aronstab war?

Wenn Ihr Hund nachweislich Pflanzenteile aufgenommen hat oder deutliche Beschwerden wie starkes Speicheln, Schmerzen im Maul, Schwellungen oder Schluckprobleme zeigt, rufen Sie umgehend Ihre Tierarztpraxis oder – außerhalb der Sprechzeiten – eine tierärztliche Notfallklinik an. Zeigt der Hund Atemnot oder eine ausgeprägte Schwellung im Maul- oder Rachenbereich, handelt es sich um einen dringenden tierärztlichen Notfall.

Fotografieren Sie die Pflanze, wenn das gefahrlos möglich ist. Das kann der Tierarztpraxis bei der Identifizierung helfen.

Wichtig: Lösen Sie nicht eigenständig Erbrechen aus und geben Sie keine Hausmittel. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom aufgenommenen Stoff, der Menge und dem Zustand des Hundes ab und sollte tierärztlich entschieden werden.

Wo Sie besonders aufpassen sollten

Der Aronstab bevorzugt schattige, feuchte Standorte. Typische Fundorte sind:

  • Frische bis feuchte Laubmischwälder und Auwälder
  • Gebüsche, Hecken und feuchte Waldränder
  • Schattige, nährstoffreiche Böden mit Laubauflage
  • Ältere Parkanlagen und naturnahe Gärten

Im Frühjahr sind es die pfeilförmigen, teils fleckigen Blätter, im Spätsommer und Herbst der leuchtend rote Fruchtstand, an dem Sie die Pflanze erkennen. Wer die Pflanze einmal kennt, sieht sie plötzlich überall.

Kurz zusammengefasst

  • Alle Pflanzenteile des Aronstabs können bei Aufnahme Beschwerden verursachen – einschließlich Beeren, Blätter und Wurzelstock
  • Die leuchtend roten Herbstbeeren sind besonders auffällig und können für neugierige Hunde interessant sein
  • Typische erste Anzeichen: starker Speichelfluss, Schmatzen, Kopfschütteln, Schmerzen und Reiben am Maul
  • Bei vermuteter Aufnahme oder deutlichen Beschwerden: Tierarztpraxis oder tierärztliche Notfallklinik kontaktieren
  • Bei Atemnot oder ausgeprägter Schwellung im Maul- und Rachenbereich: sofort tierärztliche Hilfe suchen
  • Vorbeugen: In Bereichen mit Aronstab den Hund nicht an Pflanzen oder Beeren knabbern lassen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Tierarztpraxis oder eine tierärztliche Notfallklinik.