Auf einen Blick: Der Artikel erklärt die Hundesprache anhand der Beschwichtigungssignale, der sogenannten Calming Signals, die vom Wolf an unsere Haushunde vererbt wurden. Turid Rugaas hat über 30 solcher Signale erforscht, mit denen Hunde Aggression, Angst oder Stress mildern und Konflikten vorbeugen.
Über Körper, Gesicht, Rute, Ohren, Gesten und Töne teilen Hunde mit, wie es ihnen geht, oft bevor etwas passiert. Zu den wichtigsten Signalen zählen Wegschauen und Kopf wegdrehen, Spielverbeugung, Nase lecken, Hinsetzen oder Hinlegen, Schlangenlinien gehen, langsames Gehen, Gähnen, Schnüffeln, Schwanzwedeln und Urinieren.
Wer diese Signale versteht, kann Gefahren vermeiden und den Hund beruhigen, etwa indem man selbst zur Seite schaut oder gähnt. Durch mangelnde Sozialkontakte und falsche Bestrafung können Hunde diese überlebenswichtigen Gesten verlernen.
Signale in der Hundesprache
Nicht nur der Urvater des Haushunde, der Wolf, teilt über Signale seinen Rudelmitgliedern mit wie er sich fühlt. Diese ‚Calming Signals‘ wurden auch an unsere Haushunde vererbt.
Schon seit längerem ist bekannt, dass Wölfe Beschwichtigungssignale benutzen, durch die sie Aggression, Angst, Stress oder ähnliches unterbrechen und mildern können.

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Diese Signale werden also dazu verwendet, um Konflikten vorzubeugen oder diese zu lösen. Turid Rugaas hat bei ihren Forschungen festgestellt, dass diese Signale nicht nur bei Wölfen vorkommen, sondern auch von unseren Haushunden verwendet werden.

Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026
Mithilfe ihres Körpers, des Gesichts, der Rute, der Ohren sowie über Gesten und Töne teilen sich unsere Hausgenossen mit. Hunde zeigen uns durch diese Signale, was in bestimmten Situationen mit ihnen los ist und dies, bevor etwas passiert.
Wenn wir Menschen nun lernen, diese Signale zu verstehen, dann können wir Gefahren vermeiden, den Hund beruhigen und Kinder sofort wegnehmen, wenn dieser es möchte.

Durch mangelnde Sozialkontakte und falsche Bestrafung kann ein Hund diese Beschwichtigungsgesten verlernen. Dies sollte auf jeden Fall vermieden werden, denn diese Signale sind überlebenswichtig.
Turid Rugaas fand über 30 solcher Signale heraus, die wichtigsten sollen nun nachfolgend beschrieben werden.
Wegschauen / Kopf wegdrehen
Dieses Signal zeigt der Hund, wenn ihm ein anderer Hund gegenübersteht, eine Person ihm zu Nahe kommt oder wenn wir ihn anstarren. Der Hund dreht seinen Kopf weg und schaut scheinbar verlegen zur Seite. Dies ist ein Zeichen dafür, dass er sich nicht wohlfühlt. Entschärft wird die Situation, indem wir neben den Hund gehen und unsererseits Calming Signals aussenden, bis er selbst wieder auf uns zukommt. Dann streicheln wir ihm die Flanken oder beschäftigen uns mit etwas Anderem.
Spielposition / -verbeugung, -aufforderung
Mit den Vorderbeinen nach unten gehen.
Oft wird es beim Spielen benutzt, aber auch bei anderen großen Tieren (Pferde, Kühe), da sie diese oft nicht einschätzen können.
Nase lecken
Wird oft in Situationen angewandt, in denen der Hund angespannt ist, etwa, wenn man sich über ihn beugt, mit verärgerter Stimme mit ihm redet oder gerade auf ihn zugeht. Wieder möchte er die Situation beschwichtigen und uns gutmütig stimmen. Daher sollte es vermieden werden, sich von vorne her über ihn zu beugen (beim Anleinen, Kämmen)
Hinsetzen / Hinlegen
Legt sich ein Hund auf den Rücken, bedeutet dies manchmal Unterwerfung. Wenn er sich bei Begegnungen mit fremden Hunden auf den Bauch legt, dann will er die Situation entschärfen.
Ein Welpe wirft sich manchmal auf den Rücken, wenn ihm das Spiel zu rau wird. Schalten wir also einen Schritt zurück, wenn sich der Hund so zeigt. Beispielsweise bei der Erziehung, wenn der Hund langsamer wird, sich hinsetzt, hinlegt, gähnt oder sonstige Signale zeigt, sollten wir zurückschalten, denn in dieser Situation ist das Lernen blockiert.
Schlangenlinien gehen
Wenn Hunde aufeinander zurennen, dann nie schnurgerade. Sie gehen einen Bogen. Deshalb sollten Sie auch nie kerzengerade auf ihren Hund zugehen.
Langsam gehen
Dieses Beruhigungssignal wird vom Menschen oft missverstanden und löst bei diesem oft eine konträre Reaktion aus, der Hund wird also ermahnt, schneller zu gehen. Je mehr wir den Hund auffordern, schneller zu gehen, umso langsamer wird er, da Mensch und Hund aneinander «vorbeireden».
Gähnen
Eines der meistbenutzten Signale überhaupt. Es kommt sehr oft vor, dass Hunde in bestimmten Situationen gähnen. Ein Hund gähnt, wenn es zum Tierarzt geht, wenn ihm ein Kind zu nahe kommt, wenn es Streit in der Familie gibt, wenn er sich in engen Räumen aufhalten muss. Er gähnt, um Stress aus seinem Körper zu nehmen.
Dieses Signal ist schon eine eindringliche Bitte, zurückzutreten.
Gähnen wir also ruhig einmal, wenn es laut gewittert, wenn der Schrubber umfällt, wenn ein fremder Hund auf uns zukommt. Unsere Hunde werden sich beruhigen, wenn sie sehen, dass wir Calming Signals aussenden.
Schnüffeln
Wenn ihr Hund schnüffelt, während er auf einen Artgenossen zugeht, lassen sie ihn doch. Sollten sie es unterbinden, stören sie die Kommunikation zwischen den Hunden.
Schwanzwedeln
Wenn dieses zusammen mit einem Beruhigungssignal auftritt, ist beides als ein solches zu verstehen und bedeutet nicht unbedingt, dass der Hund gerade glücklich ist. Der Hund steckt oft in zwiespältigen Empfindungen und wedelt auch dann leicht mit dem Schwanz.
Kommt er in niedriger Stellung an, hat die Ohren tiefgelegt, winselt er, legt sich auf den Rücken oder „pieselt“ vielleicht sogar, dann ist das Wedeln mit der Rute eine „Weiße Fahne“; ein Signal, um uns zu beschwichtigen.
Beobachten können wir das, wenn wir energisch mit schlechter Laune die Tür knallen und durch die Wohnung stampfen, wenn ein Fremder den Hund anspricht und sich über ihn beugt. Wie oft haben wir intensives Gewedel mit Drehen des Körpers als schlechtes Gewissen gedeutet ? Nein, der Hund will uns beruhigen, er bittet um ein friedliches Miteinander.
Urinieren
Sehr starkes Beruhigungssignal. Tritt auf, wenn etwa ihr Hund einem anderen begegnet oder ihrer erschnüffelt, dass ein großer Hund vor kurzer Zeit an dieser Stelle vorbeigekommen ist. Die Schwierigkeit liegt aber darin, zu unterscheiden, ob jetzt markiert wird oder beruhigt.
Ich hoffe, diese kurze Übersicht hat geholfen, Ihren Hund besser verstehen zu können.
Nutzen sie diese Signale für sich. Ist Ihr Hund erregt, können Sie den Konflikt besänftigen, indem sie auf die Seite schauen oder gähnen.
Geben Sie Ihrem Hund die Chance, mit seinen Artgenossen zu kommunizieren und bestrafen Sie es nicht.
Häufige Fragen
Was sind Calming Signals?
Calming Signals sind Beschwichtigungssignale, die vom Wolf an unsere Haushunde vererbt wurden. Mit ihnen können Hunde Aggression, Angst, Stress oder Ähnliches unterbrechen und mildern und so Konflikten vorbeugen oder sie lösen.
Welche Beschwichtigungssignale gibt es?
Zu den wichtigsten Signalen zählen Wegschauen und Kopf wegdrehen, die Spielverbeugung, Nase lecken, Hinsetzen oder Hinlegen, Schlangenlinien gehen, langsames Gehen, Gähnen, Schnüffeln, Schwanzwedeln und Urinieren. Turid Rugaas fand über 30 solcher Signale heraus.
Was bedeutet Gähnen beim Hund?
Gähnen ist eines der meistbenutzten Signale. Der Hund gähnt etwa beim Tierarzt, wenn ihm ein Kind zu nahe kommt oder es Streit gibt, um Stress aus seinem Körper zu nehmen. Es ist eine eindringliche Bitte, zurückzutreten.
Wie kann ich Calming Signals selbst nutzen?
Ist Ihr Hund erregt, können Sie den Konflikt besänftigen, indem Sie zur Seite schauen oder gähnen. Hunde beruhigen sich, wenn sie sehen, dass wir Calming Signals aussenden.
