Kurz gesagt: Eine Hündin ist im Schnitt etwa 63 Tage tragend. Gerechnet ab dem ersten Deckakt schwankt die Tragezeit aber deutlich, laut MSD-Tiermedizin-Handbuch zwischen 58 und 72 Tagen, weil Spermien mehrere Tage befruchtungsfähig bleiben.
Genauer wird der Wurftermin, wenn die Tierarztpraxis den Eisprung über den Progesteronwert bestimmt: Ab dem Hormonanstieg (LH-Gipfel) sind es 64 bis 66 Tage. Unser Rechner zählt ab dem ersten Deckakt und zeigt Tag 63 mit ± 5 Tagen.
Tipp: Unter „Details“ finden Sie zu jeder Woche ausführliche Erklärungen.
Voraussichtlicher Wurftag: Tag 63 nach dem ersten Deckakt(+/-5 Tage)
Woche 1
1
Die Spermien wandern aufwärts durch die Schleimhaut
2
Das Sperma erreicht die Eileiter
Befruchtung
3
4
Befruchtete Eizellen wandern durch die Eileiter in den Gebärmutterhals
5
6
7
Woche 2
8
9
10
11
12
13
14
Leicht vergrößerte Brustwarzen der Hündin
Woche 3
15
16
17
18
19
Die Keimbläschen nisten sich in der Gebärmutterwand ein
20
21
Morgendliche leichte Übelkeit ist möglich
Woche 4
22
23
24
25
26
Die Trächtigkeit lässt sich jetzt per Ultraschall feststellen
27
28
Futterportionen für die Hündin können vergrößert werden
Woche 5
29
30
31
32
33
34
Der Bauch der Hündin wird größer
35
Woche 6
36
37
38
39
40
41
42
Woche 7
43
44
Die Welpen lassen sich unter der Bauchdecke ertasten
45
46
47
Die Hündin kann ruhelos wirken
48
49
Woche 8
50
Die Hündin hat möglicherweise Probleme bei der Körperpflege
Während dieser Zeit verliert die Hündin möglicherweise ihren Appetit
51
52
53
54
55
56
Woche 9
57
58
59
Milchige Flüssigkeit kann sich von den Zitzen absondern
60
61
62
Die rektal gemessene Temperatur sinkt unter Umständen um 1,5 bis 2 Grad Celsius
63
Der Tag der Geburt der Welpen steht bevor
1. Woche: Deckakt und Befruchtung
Für den Fall, dass Ihre Hündin Medikamente nehmen muss, sprechen Sie bitte mit Ihrer Tierarztpraxis, bevor Sie dem Tier ein Medikament verabreichen. Die Hündin sollte normal gefüttert und normal bewegt werden. Bitte keine Insektizide benutzen oder Impfungen mit Lebendimpfstoffen geben.
1. Tag
Erster Decktag. Die Spermien wandern in Richtung der Eileiter und bleiben in den weiblichen Geschlechtsorganen mehrere Tage befruchtungsfähig. Um die Chancen einer Befruchtung zu erhöhen, wird der Deckakt oft innerhalb von 48 Stunden wiederholt.
2.-3. Tag
Sperma erreicht die Eileiter, in denen sich reife Eizellen befinden.
3.-4. Tag
Befruchtung der Eizellen in den Eileitern.
4.-6. Tag
Die befruchteten Eizellen wandern in den Gebärmutterhals.
2. Woche: Weg in die Gebärmutter
Pflege und Haltung der Hündin wie in Woche 1.
8.-12. Tag
Die befruchteten Eizellen entwickeln sich zu Blastozysten.
12.-14. Tag
Die Embryonen erreichen die Gebärmutter.
3. Woche: Einnistung
Die Hündin leidet möglicherweise unter morgendlicher Übelkeit aufgrund der hormonellen Umstellung oder Spannungen in der Gebärmutter. Füttern Sie kleine Mahlzeiten mehrmals am Tag, um gegen die morgendliche Übelkeit zu helfen. Hält die Übelkeit an, sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis. Manche Hündinnen fressen ab dem 20. Tag für einige Tage gar nichts oder zumindest sehr wenig. In der Regel normalisiert sich das Fressverhalten danach wieder. Viele Hündinnen sind jetzt besonders anhänglich.
15.-22. Tag
Um den 19. Tag nisten sich die Keimbläschen (Blastozysten) in der Gebärmutterwand ein. Ab dem 21. Tag sondern viele Hündinnen zähflüssigen, klaren Schleim ab. Das kann darauf hindeuten, dass der Deckakt erfolgreich war. Sicherheit gibt erst die Untersuchung in der Tierarztpraxis.
4. Woche: Die Organe entstehen
Am 22. Tag sind die Embryonen sichtbar. Der Herzschlag kann zur Diagnose der Trächtigkeit herangezogen werden. Anstrengende Aktivitäten sind jetzt zu vermeiden. Die Proteinzufuhr im Futter kann erhöht werden. Hierfür eignet sich sehr gut die Gabe von Welpenfutter. Ab jetzt lässt sich die Trächtigkeit per Ultraschall feststellen. Besprechen Sie mögliche Risiken einer solchen Untersuchung mit dem Tierarzt.
21.-28. Tag
Die Augen und die Nervenstränge im Rückenmark werden gebildet. Die Organbildung beginnt. In dieser Phase sind die Embryonen besonders empfindlich. Die Entwicklung der Zitzen beginnt.
26.-30. Tag
In dieser Zeit lässt sich die Trächtigkeit per Ultraschall gut feststellen. Die Embryonen sind etwa walnussgroß und sind gleichmäßig im Uterus verteilt.
5. Woche: Die Föten nehmen Gestalt an
Die Hündin hört auf, die Beine anzuziehen, weil das Gewicht ansteigt und die Welpen sich drehen. Das Anschwellen der weiblichen Scham wird merkbarer. Bitte achten Sie auf das Gewicht der Hündin und überfüttern Sie nicht.
29. Tag
Zehen, Barthaare und Krallen beginnen sich zu entwickeln.
35. Tag
Die Ausbildung der Organe ist abgeschlossen. Die Föten sehen nun aus wie Hunde. Kopf und Rumpf sind unterscheidbar. Das Geschlecht ist bestimmbar. Die Fellfarbe beginnt sich zu entwickeln. Der Herzschlag der Föten ist per Stethoskop hörbar. Die Zitzen der Hündin werden dunkler und schwellen an.
6. Woche: Gewöhnung an die Wurfkiste
Machen Sie die Hündin mit der Welpenbox vertraut. Lassen Sie sie dort schlafen. Erhöhen Sie die Anzahl der Mahlzeiten und behalten Sie ihr Gewicht im Auge.
7. Woche: Welpen ertastbar, Temperatur messen
Die Hündin sollte jetzt nicht mehr mit anderen Hunden raue Spiele spielen oder springen. Per Röntgenaufnahme lassen sich Anzahl und Größe der Welpen bestimmen. Die Hündin sollte nur dann geröntgt werden, wenn Schwangerschaftsprobleme auftauchen oder zu diesem Zeitpunkt noch immer unsicher ist, ob sie tatsächlich Welpen bekommt (zum Beispiel bei Verdacht auf nur einen Welpen). Ansonsten stellt das Röntgen eine unnötige Belastung dar. Ab der 7. Woche messen Sie bei der Hündin einmal täglich rektal die Temperatur und notieren diese Werte.
45. Tag
Die Knochen verstärken sich. Die Welpen lassen sich nun unter der Bauchdecke ertasten, aber noch schlecht zählen. Die Haare am Bauch der Hündin fallen aus.
8. Woche: Vorbereitung auf die Geburt
Die Hündin hat weniger Hunger, was durch den Platzmangel im Bauch verursacht wird. Teilen Sie Ihrer Tierarztpraxis den errechneten Wurftermin mit und besprechen Sie, wann und wie Sie die Praxis im Notfall erreichen. Stellen Sie die Utensilien für die Geburt zusammen und bereiten Sie alles vor.
48.-56. Tag
Die Hündin verbringt sehr viel mehr Zeit mit der eigenen Körperpflege. Die Zitzen schwellen weiter an. Die Hündin wird unruhiger und sucht einen geeigneten Platz fürs Werfen. Sorgen Sie dafür, dass sie den Platz fürs Werfen so angenehm wie möglich vorfindet. Je nach Rasse kann man kleine Handtücher oder Waschlappen auf die Unterlage der Wurfkiste legen, um der Hündin Material für den Nestbau zu geben.
50. Tag
Füttern Sie mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag, da der Bauch beengt ist. Die Bewegung der Welpen im Mutterleib ist leicht erkennbar, wenn man die flache Hand vorsichtig auf den Bauch der Hündin legt. Sie muss dazu völlig entspannt sein.
50.-65. Tag
Säubern Sie Bauch und Schambereich mit warmem Wasser. Kürzen Sie das Haar rund um die Zitzen, um den Welpen den Zugang zu erleichtern.
9. Woche: Die Geburt steht bevor
Möglicherweise hat die Hündin keinen Appetit mehr, wenn die Zeit der Niederkunft naht.
60.-63. Tag
Die Hündin wird ruhelos und zeigt Nestbauverhalten.
60. Tag
Messen Sie nun morgens und abends die Temperatur der Hündin. Die normale Temperatur schwankt je nach Rasse und Alter der Hündin zwischen 37,5 und 39,4 Grad Celsius. Gerade wegen der großen Schwankungsbreite ist es wichtig, die normale Körpertemperatur zu kennen (Messungen 7. Woche). Fällt die Temperatur um etwa 1,5 bis 2 Grad Celsius, kommen die Welpen meist innerhalb der nächsten 24 Stunden zur Welt.
62. Tag
Die Hündin wirkt möglicherweise unglücklich, ruhelos, läuft immer hin und her und fühlt sich offensichtlich unwohl. Es kann sein, dass sich weißliche Scheidenflüssigkeit absondert.
63. Tag
Der vorausberechnete Tag der Geburt. Weil der Deckakt nicht genau mit dem Eisprung zusammenfällt, ist die Spanne ab dem ersten Deckakt groß: Laut MSD-Tiermedizin-Handbuch kommen die Welpen zwischen dem 58. und 72. Tag zur Welt. Beobachten Sie Ihre Hündin vor allem bei Verspätungen sehr genau. Wird der berechnete Termin überschritten, lassen Sie die Hündin tierärztlich untersuchen; ab wann, besprechen Sie am besten schon vorher mit Ihrer Praxis. Übelriechender, dunkler Ausfluss ist ein Alarmzeichen: Dann sofort zum Tierarzt. Es könnten Geburtsprobleme wie zu große oder abgestorbene Welpen vorliegen. Dann kann nur schnelles Handeln das Leben von Mutter und Welpen retten.
So funktioniert der Trächtigkeitskalender
Wählen Sie oben das Datum des ersten Deckakts und klicken Sie auf „Berechnen“. Der Kalender trägt dann zu jeder Woche das Datum ein und nennt den voraussichtlichen Wurftag. Mit „Tabelle drucken“ erhalten Sie eine Übersicht zum Aufhängen.
Jeder farbige Balken im Zeitplan steht für einen Abschnitt der Trächtigkeit. Daneben steht kurz, was in dieser Zeit passiert und worauf Sie achten sollten. Die Angaben sind Durchschnittswerte, jede Hündin hat ihren eigenen Rhythmus.
Trächtigkeit beim Hund: Woche für Woche
Woche
Tage
Was passiert
1
1–7
Deckakt; die Eizellen werden in den Eileitern befruchtet und wandern Richtung Gebärmutter.
2
8–14
Aus den befruchteten Eizellen werden Blastozysten, die Embryonen erreichen die Gebärmutter.
3
15–21
Um den 19. Tag nisten sich die Keimbläschen ein. Manche Hündinnen fressen einige Tage wenig.
4
22–28
Die Organbildung beginnt. Die Trächtigkeit lässt sich per Ultraschall feststellen.
5
29–35
Zehen, Krallen und Barthaare entstehen, um den 35. Tag ist die Organbildung abgeschlossen. Die Zitzen schwellen an.
6
36–42
Die Hündin an die Wurfkiste gewöhnen, Mahlzeiten aufteilen, Gewicht im Blick behalten.
7
43–49
Die Welpen lassen sich ertasten. Ab jetzt täglich die Temperatur messen und notieren.
8
50–56
Weniger Hunger, mehr Körperpflege und Nestbau. Geburt vorbereiten, Tierarztpraxis informieren.
9
57–63
Die Temperatur sinkt kurz vor der Geburt. Tag 63 ist der errechnete Wurftag (Spanne ab Deckakt: 58 bis 72 Tage).
Gezählt ab dem ersten Deckakt. Die ausführlichen Erklärungen stehen im Rechner unter „Details“.
Anzeichen einer Trächtigkeit
Diese Veränderungen können darauf hinweisen, dass eine Hündin trächtig ist:
Verhalten: Eine trächtige Hündin wird oft ruhiger und schläft mehr.
Zitzen: Die Zitzen werden größer und dunkler.
Appetit: Eine trächtige Hündin frisst mehr oder weniger als sonst.
Sie vermuten, dass Ihre Hündin trächtig ist? Dann lassen Sie sie in der Tierarztpraxis untersuchen.
Bei der Untersuchung wird die Hündin gründlich abgetastet, um ihren Zustand und die Entwicklung der Welpen zu beurteilen. Per Ultraschall lässt sich feststellen, ob Welpen vorhanden sind und ob sie sich normal entwickeln. Eine Blutuntersuchung zeigt, ob Infektionen oder andere gesundheitliche Probleme die Trächtigkeit gefährden könnten.
Für Züchter: Kalender auf der eigenen Website verlinken
Der Trächtigkeitskalender ist ein kostenloser Service von welpen.de. Sie dürfen ihn gern auf Ihrer Züchter-Website verlinken. Kopieren Sie dazu einfach diesen Code:
<a href="https://www.welpen.de/traechtig/">Trächtigkeitskalender für Hündinnen von welpen.de</a>
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
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