Hundegeburt: Vorbereitung, erste Anzeichen und Ablauf der Geburt
Eine trächtige Hündin zu begleiten, ist eine spannende und besondere Zeit. Damit die Geburt möglichst ruhig und sicher verläuft, sollte man sich rechtzeitig vorbereiten. Die Hündin sollte mit einer passenden Ernährung, einer geeigneten Wurfkiste und einer ruhigen Umgebung optimal auf die Geburt und die anschließende Zeit mit den Welpen vorbereitet werden.

Für die Hündin ist die Geburt ein anstrengender Vorgang. In den meisten Fällen bewältigt sie diesen instinktiv und selbstständig. Trotzdem sollte man als Halter gut vorbereitet sein und wissen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wann tierärztliche Unterstützung notwendig wird.
Checkliste für die Geburt
Es empfiehlt sich, eine Checkliste für die Hundegeburt im Vorfeld zu erstellen und rechtzeitig alle wichtigen Vorbereitungen zu treffen. Folgende Dinge sollten vor der Geburt bereitliegen:
Die Hündin richtig füttern
Hat die Hündin Idealgewicht und erhält sie bereits ein hochwertiges und ausgewogenes Futter für ausgewachsene Hunde, kann die bisherige Fütterung in den ersten Wochen der Trächtigkeit normalerweise beibehalten werden.
Der Energiebedarf steigt erst im weiteren Verlauf der Trächtigkeit deutlich an. Besonders bei kleinen Hunderassen mit großen Würfen oder wenn bereits eine hohe Welpenzahl bekannt ist, kann eine Anpassung der Futtermenge früher notwendig sein.
Ab etwa der fünften Trächtigkeitswoche sollte die Ernährung überprüft und gegebenenfalls auf ein energie- und nährstoffreiches Futter umgestellt werden. Geeignet ist beispielsweise ein hochwertiges Welpenfutter, das zur Größe der Hündin passt, oder ein spezielles Futter für tragende und säugende Hündinnen.
Da der Bauch der Hündin zunehmend größer wird, sind drei bis vier kleinere Mahlzeiten pro Tag häufig besser verträglich als wenige große Portionen. Auch während der Säugezeit benötigt die Hündin weiterhin eine besonders nährstoffreiche Ernährung.
Wurfkiste vorbereiten
Die Wurfkiste sollte ausreichend groß sein und einige Zeit vor der Geburt vorbereitet werden, damit sich die Hündin daran gewöhnen kann. Der Standort sollte ruhig, zugfrei und nicht zu hell sein.
Wichtig ist eine sichere Gestaltung der Wurfkiste. Sie sollte über einen ausreichend hohen Rand verfügen und idealerweise mit einer Schutzleiste ausgestattet sein. Diese verhindert, dass Welpen zwischen der Mutter und der Wand eingeklemmt werden.
Als Unterlage eignen sich Welpenunterlagen, saubere Handtücher oder waschbare Decken. Eine vertraute Decke der Hündin kann dabei helfen, dass sie die Wurfkiste besser akzeptiert.
Eine zusätzliche Wärmequelle kann sinnvoll sein, wenn einzelne Welpen geschwächt sind oder nicht ausreichend bei der Hündin liegen können. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Welpen nicht überhitzen und jederzeit einen kühleren Bereich erreichen können.
Untersuchungen beim Tierarzt vor der Geburt
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen während der Trächtigkeit helfen dabei, die Gesundheit der Hündin und die Entwicklung der Welpen zu überwachen.
Canines Herpesvirus (CHV)
Bei Zuchthündinnen kann eine Impfung gegen das Canine Herpesvirus sinnvoll sein. Sie dient dazu, das Risiko eines durch Herpesviren verursachten Welpensterbens zu reduzieren. Der Zeitpunkt der Impfung sollte individuell mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Wurmkur und Parasitenkontrolle
Eine regelmäßige Kontrolle auf Parasiten gehört zu einer verantwortungsvollen Vorbereitung auf die Geburt. Ob und wann eine Entwurmung notwendig ist, sollte mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Wie viele Welpen erwartet die Hündin?
Die ungefähre Anzahl der Welpen kann durch tierärztliche Untersuchungen festgestellt werden. Ein Röntgenbild eignet sich besonders im späteren Verlauf der Trächtigkeit, um die Anzahl der Welpen besser einschätzen zu können.
Das Wissen über die erwartete Welpenzahl hilft dabei, die Geburt besser vorzubereiten und mögliche Abweichungen schneller zu erkennen. Außerdem sollte frühzeitig geklärt werden, wie der Tierarzt im Notfall erreichbar ist. Da Geburten häufig nachts stattfinden, ist eine entsprechende Vorbereitung besonders wichtig.
Was sind Anzeichen für eine bevorstehende Hundegeburt?
Die bevorstehende Geburt zeigt sich bei vielen Hündinnen durch verschiedene typische Anzeichen. Dazu gehören:
Der Schleimpfropf verschließt während der Trächtigkeit den Gebärmutterhals und schützt die Gebärmutter vor dem Eindringen von Keimen.
Bei vielen Hündinnen sinkt die Körpertemperatur etwa 12 bis 24 Stunden vor Beginn der Geburt deutlich ab. Eine regelmäßige Temperaturkontrolle ab ungefähr dem 55. Trächtigkeitstag kann hilfreich sein, sollte aber möglichst stressfrei für die Hündin erfolgen.
Der normale Ablauf der Hundegeburt
Die Hundegeburt verläuft normalerweise in drei Phasen. Dabei unterscheidet man zwischen der Eröffnungsphase, der Austreibungsphase und der Nachgeburtsphase.
Eröffnungsphase
In der Eröffnungsphase bereitet sich der Körper der Hündin auf die Geburt vor. Typische Anzeichen sind Unruhe, häufiges Hecheln, Nestbauverhalten oder ein häufiges Wechseln der Liegeposition.
Die Eröffnungsphase kann mehrere Stunden dauern. Die Hündin sollte in dieser Zeit möglichst wenig gestört werden, da Ruhe und Sicherheit den natürlichen Geburtsverlauf unterstützen.
Austreibungsphase
In der Austreibungsphase beginnen die sichtbaren Presswehen. Die Hündin kann sich auf die Seite legen, hinhocken oder ihre Position häufiger verändern.
Die Wehen werden stärker und regelmäßiger. Die äußere Fruchthülle kann reißen, sodass Fruchtwasser austritt. Nach dem Beginn der kräftigen Presswehen sollte normalerweise innerhalb eines angemessenen Zeitraums ein Welpe geboren werden.
Die Abstände zwischen den einzelnen Welpen können unterschiedlich sein. Häufig folgen weitere Welpen innerhalb von 10 bis 60 Minuten, längere Pausen sind jedoch möglich, solange die Hündin entspannt ist und keine starken Presswehen ohne Geburt auftreten.
Nach der Geburt öffnet die Hündin in der Regel selbstständig die Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und leckt den Welpen trocken. Das Ablecken regt die Atmung an und unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Welpe.
Eine klare bis leicht grünliche Flüssigkeit kann während der Geburt auftreten. Grünlicher Ausfluss vor der Geburt des ersten Welpen kann jedoch auf eine mögliche Komplikation hinweisen und sollte tierärztlich abgeklärt werden.
Nachgeburtsphase
Nach jedem Welpen wird normalerweise eine Nachgeburt ausgestoßen. Viele Hündinnen fressen diese instinktiv.
Das Fressen einzelner Nachgeburten ist ein normales Verhalten. Frisst die Hündin jedoch sehr viele Nachgeburten, kann dies zu Verdauungsproblemen führen.
Es sollte kontrolliert werden, dass zu jedem Welpen auch eine Nachgeburt ausgeschieden wurde. Bei Unsicherheit sollte der Tierarzt kontaktiert werden.
Wie lange dauert eine Hundegeburt?
Die Dauer der Hundegeburt kann sehr unterschiedlich sein. Sie hängt unter anderem von der Erfahrung der Hündin, der Anzahl der Welpen und dem individuellen Geburtsverlauf ab.
Nicht allein die Dauer in Stunden ist entscheidend. Wichtig sind vor allem der Zustand der Hündin, die Stärke der Wehen und die Abstände zwischen den Geburten der einzelnen Welpen.
Wenn starke Presswehen auftreten, ohne dass ein Welpe geboren wird, oder wenn die Hündin erschöpft wirkt, sollte umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden.
Kann man die Geburt unterstützen?
Die wichtigste Unterstützung besteht darin, der Hündin eine ruhige und sichere Umgebung zu bieten. Viele Hündinnen bewältigen die Geburt instinktiv selbstständig.
Der Mensch sollte beobachten und nur eingreifen, wenn tatsächlich Hilfe notwendig ist. Möglich kann beispielsweise sein, einen Welpen vorsichtig trocken zu reiben oder die Atemwege von Fruchtwasser zu befreien, wenn die Hündin dies nicht selbst übernimmt.
Auch beim Öffnen der Fruchthülle oder bei der Versorgung der Nabelschnur kann Unterstützung notwendig werden, wenn die Hündin dazu nicht in der Lage ist.
Von einer eigenständigen Gabe von Kalzium ohne tierärztliche Empfehlung sollte abgesehen werden. Ein Kalziummangel kann zwar bei säugenden Hündinnen auftreten, eine falsche Dosierung kann jedoch gesundheitliche Probleme verursachen.
Mögliche Komplikationen bei der Hundegeburt
Auch wenn viele Hündinnen problemlos gebären, können Komplikationen auftreten. Besonders unerfahrene Halter sollten bei Unsicherheiten frühzeitig den Tierarzt kontaktieren.
Zu möglichen Warnzeichen gehören:
Steckt ein Welpe fest, sollte nicht ohne Erfahrung versucht werden, ihn herauszuziehen. Unsachgemäßes Eingreifen kann die Hündin oder den Welpen verletzen. Ein Tierarzt kann beurteilen, welche Maßnahmen notwendig sind und ob beispielsweise ein Kaiserschnitt erforderlich ist.
Nach der Geburt: Kontrolle von Hündin und Welpen
Auch nach einer erfolgreichen Geburt sollte die Entwicklung der Welpen regelmäßig kontrolliert werden. Besonders wichtig ist, dass alle Welpen ausreichend trinken und kontinuierlich an Gewicht zunehmen.
Das tägliche Wiegen in den ersten Lebenstagen hilft dabei, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Auch die Hündin sollte beobachtet werden. Fieber, starke Schmerzen, Teilnahmslosigkeit, Probleme mit der Milchbildung oder ein ungewöhnlicher Ausfluss können Hinweise auf gesundheitliche Probleme sein und sollten tierärztlich untersucht werden.
Fazit: Gute Vorbereitung sorgt für eine sichere Hundegeburt
Eine Hundegeburt ist ein natürlicher Vorgang, den die meisten Hündinnen instinktiv bewältigen. Eine gute Vorbereitung, eine geeignete Wurfumgebung und das Wissen über mögliche Warnzeichen helfen dabei, die Geburt sicher zu begleiten.
Wer seine Hündin aufmerksam beobachtet und bei Unsicherheiten rechtzeitig tierärztliche Hilfe sucht, schafft die besten Voraussetzungen für eine gesunde Mutter und vitale Welpen.
Die Quelle hundefroh.de war eine hilfreiche Grundlage für diesen Artikel. Dort finden sich weitere Informationen rund um Gesundheit, Haltung und Pflege von Hunden.
Disclaimer: Die hier bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzen keine professionelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Tierarzt. Bei gesundheitlichen Fragen oder Problemen sollte immer ein qualifizierter Tierarzt konsultiert werden. Trotz sorgfältiger Erstellung wird keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der Inhalte übernommen.
