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Infektionskrankheiten des Hundes : Teil 2Frühsommer-Meningoencephalitis Wichtig für die Übertragung des Virus ist, dass es schon zu Beginn des Saugaktes, das heißt innerhalb weniger Minuten übertragen wird und im Gegensatz zur Borreliose kein langes Verbleiben der Zecke auf dem Wirt erforderlich ist. Beim Menschen verlaufen etwa 90% aller Infektionen unauffällig, die restlichen 10% mit mehr oder weniger deutlichen Symptomen. Etwa 2% der erkrankten Personen sterben an dieser Infektion. Über die Bedeutung beim Hund herrscht derzeit keine endgültige Klarheit. Die Infektion des Hundes ist grundsätzlich möglich und es sind vereinzelt klinische Fälle bei Hunden in Österreich, der Schweiz und in Deutschland nachgewiesen worden. Insgesamt jedoch scheint der Hund sehr viel weniger anfällig für das Virus zu sein als der Mensch. Wenn ein Tier jedoch erkrankt, so ist das klinische Bild schwer und die Infektion verläuft häufig tödlich. Beim Hund werden nach den ersten unspezifischen Symptomen wie Fieber und einer Wesensänderung auch Zeichen einer Gehirnentzündung beobachtet. Diese können sich je nach Ausmaß der Schädigung im Gehirn als Krampfanfälle, Zittern, Lähmungen, Schmerzen u.a. äußern. Differentialdiagnostisch muss in jedem Fall dei Tollwut berücksichtigt werden, andere Erkrankungen wie Staupe und Tetanus müssen ebenso abgegrenzt werden. Hier empfiehlt sich aus tierseuchenrechtlichen Gründen immer eine Rücksprache mit dem Kreistierarzt im Veterinäramt. Eine intensive symptomatische Therapie, die in einer Fiebersenkung, Flüssigkeitsersatz und Ruhigstellung der Tiere besteht, führt in einzelnen Fällen zur Genesung.
Diese Vakzine ist wirksam und gut verträglich, aber im Vergleich zu ausgewiesenen Hundeimpfstoffen sehr teuer. Da es sich um eine Präparation inaktiver Erreger handelt, ist eine Wiederholungsimpfung nach 3-4 Wochen notwendig. Eine jährlich Wiederholungsimpfung scheint notwendig zu sein, obwohl entsprechende Untersuchungen fün den Hund fehlen. Für den praktiziernden Tierarzt ist es wichtig, dass er den Tierbesitzer darüber informiert, dass der Impfstoff nicht für den Hund zugelassen ist, und es ist empfehlenswert, darüber hinaus eine schriftliche Einverständniserklärung des Besitzers einzuholen. Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung durch Zecken übertragener Erreger ist die Bekämpfung der Zecke selbst. Es sind eine Reihe äußerst wirksamer Mittel verfügbar, die sicher einen Zeckenbefall verhindern. Hier ist aber unbedingt auf die regelmäßige Anwendung zu achten.
Die Papillomatose tritt nahezu ausschließlich bei jungen Hunden (<2 Jahre) auf. Offensichtlich sind Hunde nach einer durchgemachten Infektion geschützt oder ältere Hunde sind unempfindlich für eine Infektion. Die Infektionen erfolgen über Hautwunden, die im Maulbereich durch die mechanische Beanspruchung immer vorhanden sind. Obwohl die Viren in der Umwelt sehr stabil sind, ist anzunehmen, dass die meisten Infektionen nach direktem Kontakt mit infizierten Hunden stattfinden. Die Diagnose kann durch eine histologische Untersuchung einer Gewebeprobe (Warze) gestellt werden, der Erregernachweis ist durch Darstellung von typischen Papillomvius-Partikeln in verriebenem Warzenmaterial mittels Elektronenmikroskopie möglich. Für beide Untersuchungen ist die Entnahme einer oder mehrerer warzen und ihre Versendung an die Untersuchungslabors in physiologischer Kochsalzlösung erforderlich. Eine Therapie ist häufig nicht notwendig, und nur bei mechanisch störenden Zubildungen oder bakteriellen Sekundärinfektionen ist eine operative Entfernung angezeigt. Die spontane Heilung der anderen Warzen soll durch diese Maßnahme beschleunigt werden. Eine mögliche Erklärung hierfür wäre die Freisetzung von Antigen während der Operation und eine daraufhin induzierte Stärkung der Immunantwort gegen das Virus. Auch die Herstellung einer tierspeziefischen Vakzine ("Autovakzine") ist möglich. Die Wirksamkeit einer solchen Vakzine ist jedoch nicht erwiesen und ihr Wert wird nicht kontrovers diskutiert.
Das canine Coronavirus ist einem wichtigen Virus der Katze , dem der felinen infektiösen Peritonitis-Virus (FIP-Virus) sehr ähnlich. Jüngere Erkenntnisse haben gezeigt, dass einige Isolate des felinen infektiösen Peritonitis-Virus tatsächlich Rekombinante (Viren, die Teile von mehreren verschiedenen Vieren besitzen) aus dem caninen Coronavirus darstellen. Dieser Befund sowie die enge serologische Verwandtschaft zwischen den Coronaviren des Schweines, des Hundes und der Katze könnten auf eine Übertragung zwischen diesen Tierarten hindeuten. Die Infektion der Hunde erfolgt durch Kontakt mit dem Kot infizierter Tiere. Dabei spielt sicher der direkte Kontakt zwischen Hunden (wie das Beschnuppern) eine grooße Rolle, da das canine Coronavirus in der Umwelt schnell zu Grunde geht. Die Infektion scheint sich auf die Darmzellen zu beschränken, ohne dass es zu einer generellen Ausbreitung des Virus durch Virämie kommt. Klinisch steht daher eine in aller regel milde, nicht-hämorrhagische Diarrhöe im Vordergrund,die auf eine symtomatische Therapie (Flüssigkeitsersatz, Verabreichung von Antibiotika) gut anspricht. Das Virus wird von erkrankten und nicht erkrankten Tieren über den Kot ausgeschieden. Die Dauer der Ausscheidung ist in der Regel kürzer als zwei Wochen.
Aufgrund der Ähnlichkeit mit dem FIP-Virus der Katze scheint hier das Risiko der Entstehung einer ähnlichen Erkrankung nicht ausgeschlossen. Diese grundsätzliche gefahr sollte bei der Entwicklung eines Impfstoffes, für den aufgrund des geringen pathogenen Potentials des Virus zur Zeit kein Bedarf besteht, sorgfältig abgewogen werden.
Anders ist dies bei Rotavirusinfektionen des Menschen: Sie stellen in den so genannten Entwicklungsländern eine der Hauptursachen der Kindersterblichkeit dar. Mit humanen Rotaviren lassen sich experimentell auch Hunde infizieren. Basierend auf diesen Befunden scheint eine Gefährdung des menschen, insbesondere von Kindern, durch Rotaviren des Hundes nicht ausgeschlossen. Der Hund infiziert sich durch Kontakt mit virushaltigem Kot. Da das Virus relativ stabil ist, ist dabei kein direkter Tierkontakt notwendig. Die Virusvermehrung findet daraufhin in den Darmzellen statt, die dabei geschädigt werden. Nachkommenvirus wird mit dem Kot ausgeschieden und kann weitere Hunde infizieren. Rotaviren sind nicht so stabil wie Parvoviren und können durch gängige Desinfektionsmittel leicht inaktiviert werden. Da Rotaviren auch klinisch unauffällige Infektionen setzen und Hunde ohne Durchfall Viren ausscheiden können, sollte unbedingt auf einen hygienischen Umgang mit Tieren geachtet werden. Does gilt insbesondere für Kinder, und das nicht nur wegen einer möglichen Gefährdung durch Rotaviren.
Gelangt es in die Wunde (die Infektion kann über große Wunden wie Schnittwunden, Drahtverletzungen ö.ä., oder aber über kleine Wunden, zum Beispiel Kratzer, die man sich beim Graben, zuzieht erfolgen), können sich die Sporen in eine Form wandeln, die sich vermehrt und dabei ein Toxin produziert, das über die Nerven in das Rückenmark und Gehirn transportiert wird und dort die Funktionen bestimmter Nervenzellen hemmt. Das Toxin führt zu einer langanhaltenden Aktivierung der motorischen Nerven und daraus folgend zu einer Anspannung und Verkrampfung von Muskeln und Gliedmaßen des Rumpfes.
Typisch ist bei schweren Fällen eine Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur (Risus sadonicus), eine sägebockartige Haltung sowie eine ausgeprägte Schreckhaftigkeit und Geräuschempfindlichkeit der Tiere. Die Behandlung besteht in der Verordnung absoluter Ruhe, der Verabreichungvon einem spezifischen Antiserum ('"Antitoxin") und einer Behandlung mit Penicillin, um gegebenefalls noch in der Wunde vorhandene Clostridium tetani-Keime abzutöten. Die Wirkung des Toxins ist zeitlich begrenzt und wenn die lebensnotwendigen Funktionen erhalten werden, können sich die betroffenen Tiere vollständig erholen. Die Seltenheit der Erkrankung bei Hund und Katze rechtfertigt nicht die regelmäßige Impfung dieser Tiere. Wenn sie jedoch gewünscht wird, kann sie mit den verfügbaren Veterinärvakzinen ohne weiteres durchgeführt werden. | Teil 1 | Teil 2 | Lesen Sie bitte auch : Erforderliche Impfungen beim Hund
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