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Was hat der Mops mit den Freimaurern zu tun?

Dumme Frage, wird wahrscheinlich so mancher denken, aber: weit gefehlt! Was Möpse und Freimaurer miteinander verbindet, erfahren Sie hier:

Es begann 1738 in Rom. Der damalige Papst Clemens hatte zu diesem Zeitpunkt erkannt, dass die Vereinigungen der Freimaurer viel zu stark zu werden drohten, daher beschloss er kurzerhand, sie einfach zu verbieten. Das war seinerzeit völlig unproblematisch, denn die Macht der Päpste hatte auch in weltlichen Bereichen Gültigkeit.

 

Clemens erließ die päpstliche Bulle "In eminenti apostolatus specula", die besagte, dass jede freimaurerische Tätigkeit mit der Exkommunikation bestraft werden würde. Exkommunikation war damals so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren konnte, daher unterließen die Freimaurer ihr Treiben umgehend.

Mops

Bild © Uwe Grötzner - Fotolia.com

Es gab jedoch Freigeister, die einen Ausweg ersannen. Einer davon war Clemens August, damals gerade Kurfürst von Köln und Herzog von Bayern. Er soll 1740 einer der Gründer des Mopsordens gewesen sein. Man wählte den Namen "Mopsorden", um unverfänglich zu wirken und keinerlei Misstrauen bei der Kirche zu erwecken.

Mopswelpe
Orec Zvonimir - Fotolia.com

Es gibt zahlreiche Vermutungen zur Entstehung dieser Loge. So soll der Gründer durch seine Mätresse, die einen Mops besaß, auf die Idee für den Namen dieses Ordens gekommen sein. Berichtet wird auch, dass einige Herren sich besseren Zugang zur Damenwelt verschaffen wollten - die adligen Damen hatten seinerzeit nämlich eine besondere Vorliebe für Möpse entwickelt.

Und so kam es auch, dass das Reglement des "Mopsordens" tatsächlich Frauen zuließ - ein Verfahren, das bei den Freimaurern nicht üblich war. Allerdings mussten die Frauen katholischen Glaubens sein.

Den Mops als Symbolfigur für diese neue Vereinigung hatte man gewählt, da diese Hunderasse als Sinnbild für Zuverlässigkeit und Treue galt.

So entwickelten die Mitglieder des Mops-Ordens einige seltsame Regeln und Gebaren, die uns heute unverständlich oder gar lächerlich erscheinen mögen, damals jedoch in weiten Kreisen anerkannt und befolgt wurden, und auch dem gängigen Geschmack, der im Rokoko üblich war, entsprach.

Die Mitglieder nannten sich Möpse, und die Person in der Führungsposition wurde Ober-Mops genannt. Neue Mitglieder waren Novizen. Sie mussten sich einem bestimmten Aufnahmeritual unterziehen. Sie wurden wie Hunde an Halsbändern zum Ort gebracht, an dem der Orden sich zu versammeln pflegte. Einem Hund gleich mussten sie an der Türe kratzen, um eingelassen zu werden.

Doch damit nicht genug: mit verbundenen Augen wurde der Neuling dann neunmal um bestimmte, dem Mopsorden zugehörige Symbole geführt, wobei alle anderen Mitglieder möglichst lautstark wie Hunde lärmten, um den Neuling auf Nervenstärke zu testen. Den Höhepunkt des Aufnahmerituals bildete der Moment, in dem der Novize mit verbundenen Augen eine Mopsfigur (aus Porzellan gefertigt) unter dem Schwanz küssen musste. Dies galt als Bestätigung der vollkommenen Unterwerfung, und damit war man in den Orden aufgenommen.

Es war üblich, dass die Ordensmitglieder, also die Möpse und Möpsinnen, heimlich ein silbernes Mops-Medaillon trugen.

Allerdings hielt sich der Mops-Orden nicht sehr lange. Bereits 1745 wurde in Amsterdam eine Schrift unter dem Titel "L'ordre des Franc-Maçons trahi et le Secret des Mopses révélé" publik gemacht, mit der der Mopsorden regelrecht an die Öffentlichkeit gezerrt und somit verraten wurde (übrigens von Frauen aus dem Verband!). Aber damit nicht genug: neben einer detaillierten Beschreibung der Rituale des Mopsordens, die natürlich in der Öffentlichkeit für Erheiterung sorgte, gab es auch noch 2 Bilder, die Versammlungen des Ordens zeigten. Verständlich, dass die Anhänger auf weitere Zusammenkünfte verzichteten.

Eine Fortsetzung als studentische Vereinigung unter dem Namen "Loge Louise des ehrwürdigen Mopsordens" gab es ab 1747 in Göttingen, wobei die Mitglieder hauptsächlich dem Adelskreis entstammten. 1748 wurde der Orden jedoch aus rechtlichen Gründen verboten und erlosch dann auch recht schnell.

Obwohl der Mopsorden insgesamt recht kurzlebig war, sind bis heute zahlreiche Erinnerungsstücke erhalten geblieben. Dies sind hauptsächlich Mopsfiguren aus Porzellan, die z. T. in Museen ausgestellt werden. Sehr bekannt ist eine Porzellanmopsfigur im Großlogenmuseum in London und nicht weniger berühmt ist ein typisches Mopsabzeichen, das man in der Logensammlung in Köln besichtigen kann.

Die weltberühmte Porzellanmanufaktur in Meißen bietet heute noch eine wunderschöne Porzellanfigur in Mopsgestalt als Anhänger für ein Halsband an. http://www.meissen.com/de/schmuck-accessoires/le-club-du-mops

Ein historisches Dokument zeugt auch heute noch von einer 1748 in Nürnberg gehaltenen Rede anlässlich einer "feyerlichen Versammlung des ehr.M(ops) Capituls".

 

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