|
Startseite Welpen.de |
Gesamte Artikel | Alle Artikel von Barbara Puhl
|
Welpensozialisierung, eine Artikelserie von Barbara Puhl

Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung
2. Grundlagen
3. praktische Auswirkungen für
den Züchter
4. Konsequenzen: Züchter, kann
das jeder sein? Körperliche -, nervliche -, geistige -, seelische-
, finanzielle-, zeitliche- und räumliche Anforderungen
5. Qualitätsnachweise
6. Praktische Vorgehensweisen bei
Sommer - oder Winterwürfen
7. Fazit für werdende Züchter und "alte Hasen",
8. Gewährleistungsgesetz und seine Umsetzung
9. Fazit für alle, die sich einen Welpen anschaffen
1. Einführung
Unsere Welpen sind "bestens sozialisiert", "im Haus aufgezogen
und sozialisiert", "gut sozialisiert" oder ähnliches
lese ich in den verschiedensten Zeitungen und Zeitschriften.
Was soll das heißen?
Was haben die Züchter denn gemacht, damit sie damit Reklame machen?
Was soll das für den Welpenkäufer heißen?
Ist das nicht wieder so ein Fachchinesisch, was nur Eingeweihte verstehen?
Und selbst unter den Züchtern stelle ich fest, gibt es höchst
unterschiedliche Auffassungen davon, was Sozialisierung von Welpen beinhaltet.

Wie viel Welpen da wohl drin sind?
Nach entsprechender Befragung der Anzeigenaufgeber kamen folgende
Antworten:
- "Wir haben die Welpen im Garten spielen lassen und die haben fremde
Menschen kennen gelernt." Sonst nichts?", war meine Frage. "Nein,
sonst nichts. Na, hören sie mal, das war viel Arbeit. Was verlangen
Sie denn sonst noch?"
- "Wir haben Kinder und die haben schon für genug Abwechslung
gesorgt."
- "Die Welpen haben sich doch untereinander und die Mama. Dann sind
die doch genug sozialisiert. Nicht wahr?"
- "Sozialisiert? Das ist doch etwas Gutes. Das sagt man doch so,
damit man Kunden bekommt!" Meine Frage war dann: "Und was ist
das Gute bei Ihnen?
Was haben Sie gemacht?" " Die Hunde haben bei mir sogar Radio
gehört!" "Und sonst?" war meine Frage. " Na hör'n
se mal, ist das nichts?
Die verschiedenen Stimmen und Lautstärken? Jeden Tag 9 Stunden
Radio! Und abends habe ich um die Ecke noch Fernsehen gesehen. Aber das
ist für die ja auch nichts anderes als Radio, weil die den Film nicht
sehen. Also, insgesamt haben die Welpen täglich mind. 13,5 Stunden
Sozialisierung erlebt."

9 waren es, obwohl der Tierarzt nur 5 angekündigt hatte
Und was vermuten Zeitungsleser unter so einer Annoncenaussage?
Hier wieder einige Antworten:
"Die Welpen haben mit allen möglichen Menschen und Tieren Kontakt
gehabt."
"Die haben Fernsehen gesehen und Radio gehört."
"Die haben vor nichts mehr Angst."
"Dort bekommt man vernünftige Welpen."
"Die sind gut im Haus und nicht im Stall gehalten worden".
"Das heißt, dass keine Käfighaltung stattgefunden hat."
Langt das? Ist das Sozialisierung? Entspricht die Angabe in der Zeitung
nicht Augenwischerei?
Oft, nein, sehr oft erhalte ich Anrufe von Welpenkäufern, die anderswo
einen Welpen erworben haben, die offensichtlich mehr oder weniger starke
Mängel aufweisen. Das meiste, was ich höre, ist die Tatsche
der Ängstlichkeit.
Wenn auch noch die Unwissenheit über Konditionierung bei den Welpenkäufern
dazu kommt, dann multipliziert und verfestigt sich die Ängstlichkeit
der Welpen zu einem immer anstrengenderen Dauerzustand.
Meist streicheln die neuen Hundebesitzer den "ach so armen Welpen"
und verstärken damit z.B. sein Zittern.
Das Aufzuchtdefizit "Ängstlichkeit" kann zum allergrößten
Teil nicht mehr später ausgeglichen werden. Der Hund muss ein Leben
lang damit leben. Oft genug wird - bei entsprechender Behandlung - der
Welpe später dann zu einem Angstbeißer.
Damit diese Aufzuchtdefizite bei den Züchtern erst gar nicht entstehen
und die Unwissenheit der Welpenkäufer mehr und mehr ein Ende nimmt,
schreibe ich diese Artikelserie.
Untermauert wird diese Serie durch viele Fotos und den Praktikantenfilmbericht
von Julia Mayer.

Zufriedenheit
Weiter zu Teil 2 - Grundlagen
Kontakt zur Autorin:
E-Mail : therapiehunde-deutschland@t-online.de
Homepage: http://www.therapiehunde-deutschland.de
(C) Barbara Puhl , alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Autorin!
|