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Löwenstein
Cushing-Syndrom
Auch genannt: Hyperadrenocortizismus, Hypercortisolismus
Was ist Cushing-Syndrom?
Der Hyperadrenokortizismus ist eine hormonelle Erkrankung, die mit einem
erhöhten Cortisolspiegel im Blut einhergeht. Cortisol ist ein körpereigenes
Hormon mit vielen wichtigen Funktionen und wird in zwei kleinen Organen,
den Nebennieren produziert. Die Funktion der Nebennieren wird durch einen
Teil des Gehirns, die Hypophyse, kontrolliert und gesteuert.

Abb. 1: Cushing-Syndrom: Haarlosigkeit
Wenn zu wenig Cortisol im Blut vorhanden ist, schüttet die Hypophyse
Stoffe aus, die die Nebennieren zur vermehrten Cortisol-Produktion veranlassen.
Ist zu viel Cortisol im Blut, bekommen die Nebennieren die Anweisung,
die Produktion von körpereigenem Cortisol zu vermindern, bzw. ganz
einzustellen.
Der Gehalt an Cortisol im Blut schwankt im Laufe des Tages. Diese Schwankungen
halten sich jedoch in engen Grenzen, da sowohl ein Zuviel als auch ein
Zuwenig für den Körper schädlich ist.
Was sind die Ursachen des Cushing-Syndroms?
Das Cushing-Syndrom kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise entstehen.
Einmal kann in der Hypophyse zuviel Auslösesubstanz für die
Cortisol-Bildung produziert werden, dann wird auch in der Nebenniere ein
Überschuss an Cortisol gebildet. Diese Fehlreaktion der Hypophyse
wird meistens durch einen Tumor hervorgerufen. Diese Tumoren sind in ca.
80% der Fälle gutartig.
Eine andere Ursache des Cushing-Syndroms ist ein Nebennierentumor. Die
dritte Möglichkeit besteht in der Gabe von cortisonhaltigen Medikamenten.
Diese Medikamente werden häufig zur Kontrolle von Juckreiz, Schmerzen
und anderen Symptomen eingesetzt. Hohe Dosen über eine lange Zeit
können ein iatrogenes (durch Medikamentengabe bedingtes) Cushing-Syndrom
hervorrufen.
Wie sehen die Symptome eines Cushing-Syndromes aus?
Die häufigsten Anzeichen sind vermehrtes Trinken, vermehrter Urinabsatz
und Appetit. Manche Hunde zeigen eine starke Gewichtszunahme bei gleichzeitigem
Verlust der Bemuskelung. Viele Hunde hecheln mehr als normal. Die Symptome
eines Cushing-Syndroms können sich langsam entwickeln und so wie
ein normaler Alterungsprozess erscheinen.
Die Hautsymptome, die mit dem Cushing-Syndrom verbunden sind zeigen sich
als Haarlosigkeit, Schwarzverfärbung der Haut und wiederkehrende
Hautinfektionen. Manche Tiere haben eine anormal dünne Haut, durch
die man die Gefäße hindurch sehen kann.
Wie wird das Cushing-Syndrom diagnostiziert?
Besteht aufgrund der allgemein klinischen Symptome und der Hautveränderungen
der Verdacht eines Cushing-Syndroms, versucht man, durch Routine-Blutuntersuchungen
weitere Hinweise zu sammeln. Erhärtet sich dieser Verdacht durch
die Blutergebnisse, werden spezielle Hormontests durchgeführt. Hierzu
sind in den meisten Fällen mehrere Blutuntersuchungen notwendig.
Auch die Ultraschalluntersuchung der Nebennieren kann aufschlussreich
sein. Welche dieser speziellen Tests durchgeführt werden, muss für
jedes Tier individuell abgestimmt werden.

Abb. 2: Cushing-Syndrom: Haarlosigkeit
Wie wird das Cushing-Syndrom behandelt?
Die Behandlung des Cushing-Sydroms variiert je nach zu Grunde liegender
Ursache. Kommt der Cortisolüberschuß durch eine Erkrankung
der Hypophyse zustande, so können Medikamente zur Behandlung diese
Veränderungen gegeben werden. Normalerweise muß diese Behandlung
lebenslang durchgeführt werden. Das am häufigsten verwandte
Medikament heißt Lysodren°. Es wirkt nicht auf die Hypophyse,
sondern vermindert die Produktion von Cortisol in den Nebennieren. Ein
Problem bei diesem Medikament entsteht, wenn zuviel gegeben wird und dann
entsprechend zu wenig Cortisol gebildet wird. Wieviel jeder Hund an Lysodren°
benötigt, variiert sehr stark. Eine Überdosierung kann den Hund
sehr krank machen und sogar einen Notfall hervorrufen. Um dies zu vermeiden,
muß die Lysodren° Therapie sehr intensiv überwacht werden.
Ist das Cushing-Syndrom auf einen Nebennierentumor zurückzuführen,
sinken die Chancen für einen Behandlungserfolg. Die chirurgische
Entfernung des Tumors birgt die größten Heilungschancen in
sich. Rührt der Hypercortisolismus von verabreichten Medikamenten
her, so versuchen wir, die Medikamente langsam abzusetzen. Dies muß
mit Vorsicht geschehen, damit die Nebenniere des Hundes langsam wieder
ihre Cortisolproduktion aufnehmen kann und kein Mangel an Cortisol entsteht.

Abb. 3: Cushing-Syndrom: durchscheinende Haut
Was können wir von der Behandlung des Cushing-Syndroms erwarten?
Die meisten Hunde mit einem Cushing-Syndrom reagieren positiv auf die
Behandlung. Die Flüssigkeitsaufnahme vermindert sich, der Appetit
normalisiert sich, die Tiere nehmen ab. Nach einigen Wochen wachsen die
Haare wieder nach, die Haut verliert ihre Schwarzverfärbung und die
bakteriellen Sekundärinfektionen verschwinden. Die Therapie verbessert
die Lebensqualität und die äußere Erscheinung des Tieres,
muss jedoch lebenslang durchgeführt und kontrolliert werden.
Kontakt zur Autorin:
E-Mail : info@hauttierarzt.de
Homepage: http://www.hauttierarzt.de
(C) Dr. Christine Löwenstein , alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!
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