Auf einen Blick: Der Labrador Retriever ist ein britischer Apportierhund mit Wurzeln in Neufundland (FCI-Gruppe 8, Standard Nr. 122). Laut FCI-Standard messen Rüden idealerweise 56 bis 57 cm, Hündinnen 54 bis 56 cm; der American Kennel Club (AKC) nennt 25 bis 36 kg Gewicht und eine Lebenserwartung von 11 bis 13 Jahren. Er ist freundlich, lernwillig und liebt Wasser, braucht aber täglich Bewegung, eine Aufgabe und eine gut kontrollierte Futterschüssel.
- Herkunft Großbritannien (Vorfahren aus Neufundland)
- FCI Gruppe 8, Standard Nr. 122
- Größe Rüden 56–57 cm, Hündinnen 54–56 cm (FCI)
- Gewicht Rüden 29–36 kg, Hündinnen 25–32 kg (AKC)
- Lebenserwartung 11–13 Jahre (AKC)
- Für Anfänger geeignet

Inhalt (13 Abschnitte)
Labrador Retriever im Überblick
Der Labrador Retriever gehört zu den bekanntesten Familienhunden überhaupt. Die FCI führt ihn in der FCI-Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde), Sektion 1 (Apportierhunde), mit Arbeitsprüfung. Als Ursprungsland gilt Großbritannien, obwohl die Vorfahren aus Neufundland stammen. Der französische Name im FCI-Verzeichnis lautet „Retriever du Labrador“; „to retrieve“ heißt zurückbringen.
Gezüchtet wurde er, um geschossenes Wild an Land und aus dem Wasser zu bringen. Diese Aufgabe erklärt bis heute viel an ihm: die feine Nase, das „weiche Maul“, mit dem er Beute unversehrt trägt, die Freude am Wasser und den starken Wunsch, mit seinem Menschen zusammenzuarbeiten.

Herkunft und Geschichte
Laut AKC ist der Labrador der traditionelle Wasserhund Neufundlands. Dort half er Fischern, Fische zurückzuholen, die vom Netz rutschten, und apportierte Enten. Mit Labrador, der Region auf dem Festland, hat er wenig zu tun: Wie die Hunde aus Neufundland zu ihrem Namen kamen, ist laut AKC ungeklärt.
Anfang des 19. Jahrhunderts brachten englische Adlige solche Hunde von ihren Reisen nach Großbritannien mit. Der FCI-Standard nennt Colonel Peter Hawker und den Earl of Malmesbury als frühe Förderer; ein Hund namens Malmesbury Tramp gilt als eine der Wurzeln des modernen Labradors. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts formten britische Züchter daraus die heutige Rasse. Der Kennel Club in England erkannte den Labrador 1903 an, der AKC registrierte 1917 den ersten Hund (AKC). Der britische Rasseclub wurde 1916 gegründet, der Yellow Labrador Club 1925 (FCI).

Seinen ersten Ruhm erwarb der Labrador bei jagdlichen Prüfungen, den Field Trials. Ebenfalls aus Neufundland stammt der Neufundländer, mit dem auch der Landseer eng verwandt ist. Neufundländer gelten laut AKC außerdem als einer der Vorfahren des Chesapeake Bay Retrievers. In den USA führte der Labrador laut AKC von 1991 an 31 Jahre lang die Liste der meistregistrierten Rassen an.
Größe, Gewicht und Aussehen
Der FCI-Standard beschreibt den Labrador als kräftig gebaut, kurz in der Lende und sehr aktiv. Übergewicht schließt der Standard ausdrücklich aus. Typisch sind der breite Schädel mit deutlichem Stopp, der kräftige Fang, mittelgroße braune oder haselnussfarbene Augen und die eher weit hinten angesetzten Hängeohren. Brust und Rippen sind breit und tief, die Rückenlinie ist gerade.
Die ideale Widerristhöhe liegt laut FCI-Standard bei 56 bis 57 cm für Rüden und 54 bis 56 cm für Hündinnen. Ein Gewicht nennt der FCI-Standard nicht. Der AKC gibt für Rüden 57 bis 62 cm und etwa 29 bis 36 kg an, für Hündinnen 55 bis 60 cm und etwa 25 bis 32 kg.
Unverwechselbar ist die „Otterrute“: an der Wurzel sehr dick, zur Spitze hin dünner, mittellang, ohne Befederung und rundum mit kurzem, dichtem Haar bedeckt. Sie darf fröhlich getragen werden, soll sich aber nicht über den Rücken rollen (FCI). Beim Schwimmen dient sie laut AKC als Steuer.
Fell und Farben
Das Fell ist kurz, dicht, ohne Wellen und Befederung und fühlt sich eher hart an. Darunter liegt wetterfeste Unterwolle. Erlaubt sind einfarbig Schwarz, Gelb und Leberbraun beziehungsweise Schokoladenbraun. Gelb reicht von hellem Creme bis Fuchsrot, Braun von hell bis dunkel. Ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist zulässig, andere Farben oder Farbkombinationen nicht (FCI).

Pflegeleicht ist das kurze Fell, haarfrei ist der Labrador aber nicht: Der AKC stuft ihn als regelmäßig haarend ein. Im Fellwechsel hilft häufiges Bürsten, die lose Unterwolle aus dem Haus zu halten.
Showlinie und Arbeitslinie
Der Rassestandard kennt nur einen Labrador. In der Praxis haben sich trotzdem zwei Zuchtrichtungen entwickelt: Hunde aus Showlinien wirken meist kompakter und schwerer, Hunde aus Arbeitslinien, oft nach den Field Trials benannt, sind schlanker und leichter gebaut. Arbeitslinien werden vor allem auf jagdliche Leistung gezüchtet. Fragen Sie beim Züchter nach, aus welcher Richtung seine Hunde stammen, und wählen Sie passend zu dem, was Sie mit Ihrem Hund vorhaben.
Charakter und Wesen
Laut FCI-Standard ist der Labrador gutmütig, sehr beweglich, intelligent, eifrig und führig, mit einem starken Wunsch zu gefallen. Er hat eine ausgezeichnete Nase, ein weiches Maul und liebt Wasser. Der Standard beschreibt ihn als anpassungsfähigen, ergebenen Begleiter mit freundlichem Wesen, ohne jede Spur von Aggression oder übertriebener Scheu. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde gelten als disqualifizierend.
Im Alltag heißt das: Ein Labrador geht meist offen auf Menschen zu, auch auf Fremde. Als Schutzhund taugt er deshalb wenig. Seine Arbeitsfreude und Lernbereitschaft machen ihn zu einem der wichtigsten Blinden- und Rettungshunde (AKC); auch bei Polizei und Zoll wird er als Spürhund eingesetzt.

Haltung, Erziehung und Beschäftigung
Ein erwachsener Labrador braucht täglich ausgiebige Bewegung und Aufgaben für den Kopf. Apportierspiele, Dummytraining, Nasenarbeit und Schwimmen entsprechen seinen ursprünglichen Aufgaben. Mit einem Hund, der nur kurz um den Block geht, wird er nicht glücklich. In der Stadt lässt er sich halten, wenn Sie Zeit für lange Runden im Grünen haben.
Viele Labradore sind sehr futterorientiert. Das erleichtert die Erziehung mit Belohnung, wird aber schnell zum Problem für die Figur. Forscher der Universität Cambridge fanden bei einem Teil der Labradore eine Veränderung im POMC-Gen, die mit stärkerer Futtermotivation und höherem Gewicht zusammenhängt (Raffan u. a., 2016). Wiegen Sie das Futter ab, rechnen Sie Leckerlis vom Tagesbedarf ab und lassen Sie das Gewicht in der Tierarztpraxis regelmäßig kontrollieren.
Junge Labradore sind stürmisch. Üben Sie von Anfang an, dass er Besucher nicht anspringt und an lockerer Leine geht; mit 30 kg ist das später deutlich schwerer zu korrigieren.
Gesundheit und Lebenserwartung
Der AKC nennt eine Lebenserwartung von 11 bis 13 Jahren. Eine große britische Auswertung von Tierarztdaten (VetCompass, McGreevy u. a., 2018) ergab für Labradore eine mittlere Lebensdauer von 12 Jahren; schokobraune Labradore lebten im Schnitt deutlich kürzer. Zu den häufigsten erfassten Befunden zählten Übergewicht, Ohrentzündungen und Gelenkerkrankungen.
Fragen Sie beim Züchter nach den Untersuchungsergebnissen der Elterntiere, zum Beispiel Röntgenbefunden von Hüften und Ellbogen, Augenuntersuchungen und Gentests, und lassen Sie sich die Unterlagen zeigen. Alles Weitere zur Gesundheit Ihres Hundes besprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis.

Was kostet ein Labrador-Welpe?
Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und von der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach. Rechnen Sie außerdem mit laufenden Kosten für Futter, Haftpflichtversicherung, Hundesteuer, Tierarzt und Ausstattung.
Labrador-Welpen kaufen
Besuchen Sie den Züchter, bevor Sie sich entscheiden, und lernen Sie die Mutterhündin kennen. Ein guter Züchter zeigt Ihnen die Untersuchungsbefunde der Elterntiere, lässt die Welpen im Haus aufwachsen und fragt auch Sie, wie Sie leben und was Sie mit dem Hund vorhaben. Worauf Sie beim Welpenkauf allgemein achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Welpen kaufen.
Welpen gesucht? Im Züchterverzeichnis von welpen.de stellen sich Züchter der Rasse Labrador Retriever mit Kontaktdaten, Zuchtstätte und geplanten Würfen vor: Labrador Retriever Züchter und Welpen ansehen
Häufige Fragen
Wie groß und wie schwer wird ein Labrador Retriever?
Laut FCI-Standard messen Rüden idealerweise 56 bis 57 cm, Hündinnen 54 bis 56 cm. Ein Gewicht nennt der Standard nicht; der AKC gibt für Rüden etwa 29 bis 36 kg, für Hündinnen etwa 25 bis 32 kg an.
Wie alt wird ein Labrador?
Der AKC nennt 11 bis 13 Jahre. In einer britischen Studie mit Tierarztdaten (VetCompass, 2018) lag die mittlere Lebensdauer bei 12 Jahren.
Ist der Labrador für Anfänger geeignet?
Ja, wenn Sie genug Zeit für Bewegung, Beschäftigung und Erziehung haben. Er ist freundlich und lernwillig, als junger Hund aber stürmisch und kräftig.
Welche Fellfarben hat der Labrador Retriever?
Erlaubt sind einfarbig Schwarz, Gelb (von hellem Creme bis Fuchsrot) und Leber- bzw. Schokoladenbraun. Ein kleiner weißer Brustfleck ist zulässig (FCI).
Haart ein Labrador?
Ja. Er hat kurzes Fell mit dichter Unterwolle und haart laut AKC regelmäßig, im Fellwechsel stärker.
Warum heißt der Labrador so, obwohl er aus Neufundland stammt?
Das ist nicht geklärt. Laut AKC brachten englische Adlige die Hunde aus Neufundland mit und nannten sie „Labrador dogs“; warum, weiß man nicht.
Ähnliche Rassen
- Golden Retriever
- Chesapeake Bay Retriever
- Curly Coated Retriever
- Nova Scotia Duck Tolling Retriever
- Labradoodle (Kreuzung mit dem Pudel)
Quellen
- FCI-Standard Nr. 122: Labrador Retriever (Fassung vom 08.09.2026)
- American Kennel Club: Labrador Retriever
- McGreevy u. a. (2018): Labrador retrievers under primary veterinary care in the UK
- Raffan u. a. (2016): A deletion in the canine POMC gene is associated with weight and appetite
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.
