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Labrador Retriever - Rassebeschreibung

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Labrador Retriever

Kzenon - Fotolia.com

Der Labrador ist eine britische Hunderasse, die vom FCI anerkannt ist und dort unter der FCI-Gruppe 8 in der Sektion 1 und dem Standard 122 geführt wird.

Die Wurzeln des Labradors liegen an der Ostküste Kanadas, aber nicht - wie der Name vielleicht vermuten lässt - auf der Labrador-Halbinsel, sondern auf dem Festland.

Man kann nicht genau sagen, wo es seinerzeit den ersten Labrador gab, allerdings geht man davon aus, dass ein schwarzer Wasserhund, der in Neufundland unter der Bezeichnung St.-John's Hund bekannt ist, einer der direkten Vorfahren des Labradors ist.

Im 19. Jahrhundert fanden diese Hunde den Weg nach England. Fischer hatten sie aus Kanada mitgebracht, und man nannte sie "Labrador", da sie aus der Gegend des Labradors stammten.

Mit der Zucht begann man umgehend in England unter eben diesem Namen. Der Zusatz "Retriever" entstand um 1870. "To retrieve" heißt zurückbringen, und genau diese Eigenschaft ist bei dem Labrador besonders gut ausgeprägt. Der Zusatz "Retriever" bezieht sich auf die ungewöhnliche gut entwickelte Apportierfähigkeit dieser Rasse.

Die Aufgabe dieser Hunde bestand darin, Fischernetze aus dem Meer zurückzubringen, aber auch abgetriebene Fische zurückzuführen. An Land bediente man sich ihrer gerne auf der Jagd. Seinerzeit war es eine der Hauptbeschäftigungen des Adels, die Jagd auszuüben. Recht schnell erkannte man, dass diese neue Hunderasse geradezu prädestiniert war, auf diesen Veranstaltungen mitzuarbeiten.

Besonders der 2. Earl Malmesbury nahm sich der Rasse an. Malmesbury züchtete den Labrador und bemühte sich um eine weite Verbreitung innerhalb des britischen Adels. Schwerpunkt der Zucht war insbesondere die Ausbildung der jagdlichen Eigenschaften.

Trotz der züchterischen Bemühungen wäre der Retriever um 1870 fast ausgestorben.

Dramatisch zurück gingen die Labrador-Bestände um 1885, denn man hatte in Kanada eine Hundesteuer erlassen. Die meisten Besitzer zogen es vor, ihren Hund zu töten, bevor sie eine derartige Steuer entrichteten. Dennoch: 1885 wurde Avon geboren, der Labrador, der auch heute noch als Stammvater aller Retriever betrachtet wird.

Bis dahin waren die Labradore alle schwarz, Welpen mit anderen Farben betrachtete man als Fehlzüchtung. Dies änderte sich 1899, als Ben of Hyde im Kennel von Major C. Radclyffe das Licht der Welt erblickte. Man wusste inzwischen, dass diese Farbe ausschließlich rezessiv vererbt werden kann, daher wurde gelb auch später als eigenständige Farbe für diese Rasse anerkannt.

Noch später - nämlich 1964 - wurde braun als dritte Farbe zugelassen. Braune Labradore gab es zwar schon früher, sie fanden jedoch keine Zustimmung durch den Club. Der erste braune, bzw. chocolate Retriever, der offizielle Anerkennung fand, war Ch. Cookridge Tango.

Im Juli des Jahres 1903 fand der Labrador Aufnahme als eigene Rasse in den englischen Kennel Club. Die Rasse erfreute sich sehr sofort großer Beliebtheit und fand daher auch schnell eine weite Verbreitung, wozu große Erfolge auf Hundeausstellungen sicherlich beitrugen.

Neben unterschiedlichen Farben gibt es auch 2 verschiedene Linien: eine für die Show gezüchtete Linie, die sich durch eine recht kompakte Statur auszeichnet, die sich von der zweiten Linie, die als Arbeitslinie bezeichnet wird gut erkennbar abhebt. Hunde der Arbeitslinie haben eine sichtbar schlankere Statur und bieten optisch eine nicht so schwere Erscheinung.

Natürlich sieht der Rassestandard nur einen Labrador vor, dennoch haben sich in den letzten Jahrzehnten sowohl in England als auch in anderen europäischen Ländern diese "Showlinien" und "Arbeitslinien", die man auch "Field Trials" nennt , nebeneinander entwickelt - je nach Geschmack des Züchters. Verständlich, dass hier die goldene Mitte, nämlich Hunde, die von beiden Linien gleichviel aufzuweisen haben, als idealer Typ bewertet werden.

Der Rassestandard beschreibt den männlichen Labrador als einen Hund mit einer Widerristhöhe, die zwischen 56 cm und 57 cm liegt; bei den Hündinnen sind es 54 cm bis 56 cm. Sind die Abweichungen in der Größe minimal, so werden sie stillschweigend geduldet.

Der Standard schreibt kein spezielles Gewicht vor. Ein vollständig erwachsener Rüde kann bis zu 35 kg schwer werden, eine Hündin erreicht um die 30 kg. Je nach Typ - nämlich Show oder Field Trial - kann es hier zu unterschiedlichen Gewichten kommen.

Die Farbe des Fells darf uni schwarz sein, gelb und braun (schokoladenbraun und leberbraun) sind ebenfalls erlaubt. Die Gelbtöne können von cremefarben bis hin zu fast fuchsrot reichen.

Der Labrador Retriever hat eine kräftige Erscheinung. Er ist überall sehr gut bemuskelt. Der FCI-Rassestandard beschreibt ihn wie folgt: "stark gebaut, breiter Schädel, breiter und tiefer Brustkorb, breit und kurz in Lendenpartie und Hinterhand".

Diese Hunde haben einen markanten Kopf mit einem sehr freundlichen Gesicht. Der Fang ist kräftig und mittellang. Die Ohren sind relativ weit hinten angesetzt und mittelgroß, es sind Hängeohren, die dicht am Kopf getragen werden.

Der Schwanz des Labradors wird als Otterrute bezeichnet und diese ist sehr dicht behaart. Man findet sie auf der Höhe des Rückens angesetzt, zur Spitze hin verjüngt sie sich.
Labradore gelten als sehr aktive Hunde, sie lieben es, den ganzen Tag beschäftigt zu sein.

Dabei sind sie sehr freundlich im Wesen, frei von Aggressionen, was auch das Zusammenleben mit anderen Hunden bzw. anderen Haustieren sehr erleichtert. Auffällig sind ihre Bemühungen, allen zu gefallen - und auch dies erleichtert das Zusammenleben mit ihnen ungemein.

Diese Eigenschaften sind auch der Grund, warum gerade Labradore als Anfängerhunde optimal geeignet sind. Sie sind leichtführig und lernfreudig und bringen viel Spaß in die Familie. Beim Apportieren sind sie nahezu unschlagbar, und wenn dies in oder am Wasser stattfindet, hat man den glücklichsten Hund der Welt.

Die Besitzer dieser Rasse schätzen ihren Labrador Retriever wegen ihrer Gutmütigkeit und Freundlichkeit. Aggressivität und Schärfe sind ihnen fremd.

Sie sind auch nicht scheu und passen sich sehr gut ihrer Umgebung an. Sie sind auch Fremden gegenüber freundlich, dabei immer neugierig und aufgeschlossen. Als Wachhunde sind sie daher nicht einsetzbar.

Die Charaktereigenschaften des Labrador-Retrievers haben sich aufgrund seines schwerpunktmäßigen Einsatzes bei der Jagd herausgebildet. Dort kam es immer darauf an, dass die Hunde geduldig warten konnten und sich auch bei intensivem und lautem Jagdbetrieb nervenstark und ruhig verhalten mussten.

Das merkt man ihnen auch heute noch an: einen Hund, der noch ruhiger und ausgeglichener ist, wird man wohl kaum finden können.

Wichtig bei der Jagd war auch die Aufgabe, das erlegte Wild zum Jäger zu bringen, daher sollte der Hund ein "weiches Maul haben". Dies bedeutet, er sollte das tote Wild unbeschädigt zu seinem Herrn bringen, und dafür waren und sind die Labradore bis heute bestens geeignet.

Wie bereits erwähnt, ist der Labrador sehr lernfreudig und aufmerksam. Er ist daher nicht nur für die Jagd und das Apportieren sondern kann noch sehr viel leistungsfähiger sein. Man setzt ihn gerne und erfolgreich als Drogenspürhund beim Zoll und bei der Polizei ein. Auch als Rettungshunde bildet man diese Rasse gerne aus, daneben auch noch als Therapie- oder Blindenhunde.

Dort, wo der Labrador als Familienhund lebt, sollte man ihn nicht unterfordern. Labradore lieben die Bewegung und wollen auch ihren Kopf beschäftigt haben, daher ist es sinnvoll, mit ihnen Agility oder eine andere Hundesport auszuüben.

Aufgrund seiner angenehmen Charaktereigenschaften und seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ist der Labrador Retriever sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten die weitaus beliebteste und bekannteste Hunderasse mit der weitesten Verbreitung überhaupt.



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