Kleiner Münsterländer – (k) ein Hund für Jedermann?

Auf einen Blick: Der Kleine Münsterländer ist der kleinste deutsche Vorstehhund, dessen Zucht Ende des 19. Jahrhunderts im Münsterland begann.

Als mittelgroße Rasse erreichen Rüden laut FCI-Standard eine Schulterhöhe von 52 bis 56 cm, Hündinnen 50 bis 54 cm; der American Kennel Club (AKC) nennt ein Gewicht von 18 bis 27 kg und eine Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.

Er ist ein intelligenter, arbeitsfreudiger Jagdhund mit starkem Jagdtrieb, ausgeprägter Bringfreude und großer Wasseraffinität. Zwar ist er kontaktfreudig und kinderfreundlich, benötigt aber viel Beschäftigung und eine konsequente Erziehung, weshalb er sich nicht für Anfänger eignet.

Kleiner Münsterländer kaufen

Steckbrief
  • Preis eines Welpen: Einen festen Preis gibt es nicht. Er hängt vom Züchter, vom Zuchtverband, von den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und der Aufzucht ab; fragen Sie direkt beim Züchter nach.
  • Eignung für Anfänger: Diese Rasse ist nicht ideal für Anfänger. Der Kleine Münsterländer ist ein intelligenter, arbeitsfreudiger Hund mit starkem Jagdtrieb, der eine konsequente Erziehung und viel Beschäftigung erfordert. Hundeerfahrung, insbesondere mit Jagdhunden, ist vorteilhaft.
  • Größe der Rasse: Der Kleine Münsterländer gehört zu den mittelgroßen Hunderassen. Die Schulterhöhe liegt laut FCI-Standard bei Rüden zwischen 52 und 56 cm und bei Hündinnen zwischen 50 und 54 cm.
  • Lebensdauer: Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Kleinen Münsterländers beträgt laut AKC 12 bis 14 Jahre.
  • Alternative Namen: Der Kleine Münsterländer ist auch unter dem Namen Heidewachtel bekannt; so hieß schon der 1912 gegründete Zuchtverein (FCI).
  • FCI-Standard Nr. 102
  • Gruppe 7: Vorstehhunde
  • Herkunft: Deutschland
  • Größe: Rüden: 52–56 cm, Hündinnen: 50–54 cm (FCI)
  • Gewicht: 18–27 kg (AKC; der FCI-Standard nennt kein Gewicht)
  • Lebenserwartung: 12 bis 14 Jahre (AKC)

Wissenswertes zur Rasse

Kleiner Münsterländer – eine deutsche Hunderasse, die auch Heidewachtel genannt wird. Diesen Beinamen trug schon der 1912 gegründete Zuchtverein (FCI).

Laut FCI-Standard stammt der kleinste deutsche Vorstehhund von Stöber- und Vorstehhunden ab, die schon seit Jahrhunderten jagdlich gezüchtet wurden.

Das Stöbern und Jagen sind die Eckpfeiler der Züchtung, die im Münsterland seit etwa 1870 belegt ist (FCI). Seine Jagdgehilfentätigkeit verrichtet der Kleine Münsterländer mit Köpfchen und großer Aufmerksamkeit.

Gepaart mit ausgeprägter Bringfreude und großer Wasseraffinität zeichnet sich das Tier als Apportierhund für abgeschossenes Federwild und als überaus vielseitiger Arbeitshund aus.

Der Spion im Kleinen Münsterländer nimmt die Witterung beispielsweise von Vögeln auf, um diese dann in Manier des Vorstehhundes dem Jäger deutlich anzuzeigen.

In der sogenannten Vorstehhaltung verharrt der Hund ruhig vor der Beute. Den Kopf mit gestrecktem Hals voraus, die Rute etwas gesenkt und gleichzeitig oft eine Vorderpfote gehoben, verschafft dieses Signal dem Jäger Zeit zur Vorbereitung seines Schusses.

Ein Kleiner Münsterländer steht auf einem Waldweg

Hiernach beobachtet der Jagdgehilfe das Verbleiben des Wildes und setzt auf Kommando zum Apportieren an. Dabei bleibt er immer in Kontakt zum Menschen. Unabhängig vom Gelände geht der Hund seinen Aufgaben flink, wendig und unermüdlich nach.

Hunderasse Kleiner Münsterländer bei Welpen.de
© TierfotografieWinter – Fotolia.com

Auch in dornigen Büschen und Wallhecken gut geschützt durch ein mittellanges schlichtes Fell mit glattem oder leicht gewelltem Haar. Die Vorderläufe sind befedert, die Hinterläufe tragen Hosen, die Rute eine lange Fahne mit weißer Spitze. Das Haarkleid ist braun-weiß oder braunschimmel (FCI).

Es zeigt braune Platten, einen braunen Mantel oder braune Tüpfelung, eine Blesse und lohfarbene Abzeichen sind erlaubt (FCI). Gelegentliches Bürsten und ab und zu ein Bad genügen; im späten Frühjahr und im Frühherbst, wenn er das Fell wechselt, bürsten Sie öfter (AKC). Bei der Wasserarbeit bietet es einen wirkungsvollen Mantel gegen Kälte und Nässe.


Kleiner Münsterländer Wesen

Und diese Beschäftigung liebt der Jagdhund – manchmal nehmen Vertreter dieser Rasse jede kleine Pfütze mit, um den Kontakt zu diesem Element herstellen zu können.

Der Jagdgebrauchshund aus vergangenen Zeiten ist weiterhin ein lebhaftes und mit viel Bewegungsdrang ausgestattetes Tier. Der Kleine Münsterländer verfügt über eine ausgeprägte Kontaktfreudigkeit und wird schnell zu einem ans Herz gewachsenen Familienmitglied, ausgesprochen kinderfreundlich und laut FCI-Standard für das Familienleben geeignet.

Seine Größe steht dem nicht im Wege: Die Rüden dieser Rasse weisen laut FCI-Standard eine Schulterhöhe von 52 bis 56 Zentimetern auf, Hündinnen bleiben lediglich zwei Zentimeter darunter.

Der in Deutschland beheimatete FCI-Standard mit der Nummer 102 weist kein Gewicht aus; der AKC nennt 18 bis 27 Kilogramm.

Dennoch ist keine Rose ohne Dornen – der Kleine Münsterländer ist und bleibt in seinem Wesen der Jagd verbunden. 

Viele Züchter achten darauf, ihren Nachwuchs ausschließlich an Jäger abzugeben. Mit gutem Grund. Apportieren, Wasser- und Fährtenarbeit im Hundesport ersetzen nur unzureichend das Arbeiten am Wild. Langeweile ist Gift für den Kleinen Münsterländer und er füllt Freiräume schnell nach eigenem Gutdünken.

Hunderasse Kleiner Münsterländer
Kleiner Münsterländer

Der intelligente Hund sucht ein abwechslungsreiches Leben, er ist ein Arbeitshund, der unausgelastet nicht zufrieden sein kann. Auch das Bellen gehört zu ihm, weil es das Totverbellen und das Laut geben als Orientierung des Jägers fordert.

Kleiner Münsterländer Charakter

Der Kleine Münsterländer ist ein Hund mit Charakter, der weiß, was er (nicht) will. Einschlägige Erfahrungen mit Hunden helfen bei der erforderlichen konsequenten Erziehung. Münsterländer-Erfahrene und Jäger oder Hundehalter mit Jagdhund-Erfahrung sind klar im Vorteil.

Denn es gibt sie, die Herausforderungen mit dem von Edmund Löns (dem Bruder des Heidedichters Hermann Löns) hochgeschätzten Stöberer. So ist sein Ziehen an der Leine kein Ausdruck der Missachtung, es sollte jedoch früh unterbunden werden.

Im Feld sucht der Hund ausdauernd mit Nase und Ohren – genauso ausdauernd gibt er sich beim Warten zu Hause wie unterwegs im Biergarten. Er wälzt sich mit gleicher Hingabe in vielen Arten tierischer Exkremente, wie er Vögel vertreibt, Enten nachstellt oder Kühe und Schafe verbellt.

Sein Jagdtrieb lässt sich durch Erziehung nie ganz abstellen, wenngleich die Intelligenz und die stets präsente Lernwilligkeit des Kleinen Münsterländers seine Führung erleichtern.

Der Einfallsreichtum des Halters ist jeden Tag aufs Neue gefordert, den quirligen Helfer zu beschäftigen. Derart in Arbeit und die Familie eingebunden, kann sich ein sehr harmonisches Zusammenleben entwickeln.

Häufige Fragen

Ist der Kleine Münsterländer für Anfänger geeignet?

Nein, er ist nicht ideal für Anfänger. Der intelligente, arbeitsfreudige Hund mit starkem Jagdtrieb braucht eine konsequente Erziehung und viel Beschäftigung; Erfahrung mit Jagdhunden ist von Vorteil.

Wie groß und schwer wird ein Kleiner Münsterländer?

Rüden erreichen laut FCI-Standard 52 bis 56 cm Schulterhöhe, Hündinnen 50 bis 54 cm. Das Gewicht liegt laut AKC bei 18 bis 27 kg. Damit gehört er zu den mittelgroßen Hunderassen.

Ist der Kleine Münsterländer als Familienhund geeignet?

Er ist kontaktfreudig, ausgesprochen kinderfreundlich und laut FCI-Standard für das Familienleben geeignet. Er bleibt jedoch der Jagd verbunden und braucht viel Bewegung und Auslastung, da Langeweile ihm nicht guttut.

Welche alternativen Namen hat der Kleine Münsterländer?

Er ist auch als Heidewachtel bekannt; so hieß schon der 1912 gegründete Zuchtverein (FCI). Nicht verwechseln sollten Sie ihn mit dem Deutschen Wachtelhund, einer eigenen Rasse.

Ähnliche Rassen

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.