Tückische Widerhaken

Ein ausgiebiger Spaziergang durch Wald und Flur kann für unsere Vierbeiner lästige Folgen haben. Aber neben Zecken und anderem Getier, droht eine Gefährdung ganz anderer Art – die Mäusegerste

Am Wegesrand und auf den Feldern wächst im Sommer ein unscheinbares Unkraut, das für unsere Hunde eine große Gefahr birgt. Die Mäusegerste hat die Eigenschaft, das sie durch ihre von der Natur gegebenen Widerhaken wandern zu können.

An den feinen Grannenhaaren befinden sich winzig kleine Widerhaken, die sich sehr gut in den verschiedensten Geweben verhacken können. Durch ihre Ausrichtung können sie auch im Gewebe weiterwandern.

Zum Leidwesen unserer Haustiere, ist das das Fell von Hund und Katze besonders geeignet dazu.

Einmal festgehakt, können die lästigen Grannen nicht abgeschüttelt werden. So verfangen Sie sich beim Durchstöbern und Schnüffeln während des Spazierganges im Fell, in den Augen oder an den Pfoten der Hunde.

 

© Digipic - Fotolia.com
© Digipic – Fotolia.com

Vor allem langhaarige Hunde bringen von einem Spaziergang häufig gleich mehrere Grannen mit nach Hause. Deshalb sollten bei langhaarigen Hunden, die langen Haare zwischen den Zehen und an der Innenseite der Ohren geschnitten werden, um das Anhaften der Grannen zu verhindern

Generell sollten Sie nach jedem Spaziergang das Fell, die Zwischenzehenhaut und die Ohren des Hundes auf anhaftende Grannen untersuchen.

Diese unscheinbaren Grannen können schlimme Folgen für den Hund haben, denn beim Herumstöbern tauchen Hunde ihren Kopf häufig recht tief in das hohe Gras. Dabei kann es passieren, dass eine spitze Granne der Mäusegerste direkt in die Lidspalte eindringt.

Der Körper reagiert erst nach einer Weile auf diesen Eindringling und lässt dann die Bindehaut stark anschwellen, oftmals so heftig, dass das darunter liegende Augen nicht mehr zu erkennen ist.

Die eingedrungene Granne verschwindet unter der Bindehaut und ist von außen nicht mehr sichtbar. Die Tiere reiben mit den Pfoten am geschwollenen Auge und lassen sich meist nicht mehr am Kopf berühren.

Aber auch Nasen und Ohren sind durch diese kleinen Pflanzenteile gefährdet. Dringen sie in die Nase ein, verursachen sie heftige Niesattacken und blutigen Ausfluss aus dem betroffenen Nasenloch.

Ins Ohr eingedrungene Grannen gelangen durch heftiges Schütteln des Hundes in den Gehörgang und verursachen dem Tier starke Schmerzen.

Die Tiere halten den Kopf schief und versuchen immer wieder durch ein Schütteln des Kopfes den Lästling loszuwerden. Leider wird durch eben dieses Schütteln die Granne immer weiter in den Gehörgang geschüttelt und kann mit ihrem spitzen Ende sogar das Trommelfell durchstoßen.

Die Grannen der Mäusegerste haben extrem spitze Enden, die sich ohne weiteres in die Zwischenzehenhaut bohren können. Durch fortlaufende Bewegungen wandern die Grannen immer weiter in das Gewebe und führen zu lokalen Entzündungen.

Äußerlich ist dies kaum zu erkennen, in den meisten Fällen sieht man eine leichte Schwellung und eventuell eine winzige Öffnung. Der Hund belastet die Pfote häufig nicht und leckt an der betroffenen Stelle.

Aber auch in die Achselfalten, Kniefalten und sogar im Genitalbereich bohren sich die Grannen unter die Haut. Instinktiv lecken die Hunde an diesen Stellen, was zu nässenden Entzündungen führen kann.

In extremen Fällen muss die Granne unter Narkose entfernt werden.

Deshalb empfiehlt es sich, nach jedem Spaziergang Fell, Zwischenzehenhaut und Ohrgegend des Hundes auf anhaftende Grannen zu untersuchen.

Kommentar hinterlassen