
Auf einen Blick: Der Japan Spitz (japanisch Nihon Supittsu) ist ein kleiner, immer reinweißer Begleithund aus Japan, den die FCI unter Standard Nr. 262 führt. Rüden erreichen laut Standard 30 bis 38 cm Schulterhöhe, Hündinnen bleiben etwas kleiner. Der Standard beschreibt ihn als klugen, fröhlichen Hund und verlangt ausdrücklich, dass er keinen Lärm macht. Das üppige Doppelfell will regelmäßig gebürstet werden, im Fellwechsel täglich. In Deutschland betreut der Verein für Deutsche Spitze im VDH die Rasse; Welpen gibt es hier nur in kleiner Zahl.
- Herkunft Japan
- Größe Rüden 30–38 cm, Hündinnen etwas kleiner
- Gewicht ca. 4,5–11 kg
- Lebenserwartung 10–14 Jahre
- Für Anfänger geeignet
Inhalt (10 Abschnitte)
Herkunft und Geschichte des Japan Spitz
Ganz lückenlos ist die Entstehung nicht belegt. Der FCI-Standard geht davon aus, dass weiße deutsche Großspitze um 1920 über Sibirien und den Nordosten Chinas nach Japan kamen. 1921 stand die Rasse zum ersten Mal auf einer Ausstellung in Tokio. Bis 1936 kamen weitere weiße Spitze aus Kanada, den USA, Australien und China ins Land, deren Nachkommen untereinander verpaart wurden. Der Royal Kennel Club in Großbritannien hält neben dem weißen Deutschen Spitz auch den Samojeden für einen möglichen Vorfahren.
Einen einheitlichen Rassestandard legte der Japan Kennel Club 1948 fest. Die ersten Hunde kamen laut Verein für Deutsche Spitze (VfDSp) 1973 nach Europa, nach Angaben des Royal Kennel Club zuerst nach Schweden. Großbritannien erkannte die Rasse 1977 an. In Deutschland übertrug der VDH dem VfDSp am 1. Mai 1988 die Betreuung, der erste deutsche Wurf folgte 1990. Der American Kennel Club (AKC) führt den Japan Spitz bislang nur in seinem Vorregister, dem Foundation Stock Service.
Aussehen, Größe und Gewicht
Mit dem spitz zulaufenden Fang, den kleinen dreieckigen Stehohren und der buschigen Rute über dem Rücken erinnert der Japan Spitz an einen weißen Fuchs mit Halskrause. Die Augen sind dunkel, mandelförmig und leicht schräg gestellt, Nase, Lefzen und Lidränder schwarz. Anders als der quadratisch gebaute Deutsche Spitz ist er etwas länger als hoch: Schulterhöhe und Körperlänge stehen laut Standard im Verhältnis 10 zu 11.
Für Rüden nennt die FCI eine Schulterhöhe von 30 bis 38 cm, Hündinnen fallen etwas kleiner aus. Ein Gewicht steht im Standard nicht. Der AKC gibt 10 bis 25 Pfund an, umgerechnet etwa 4,5 bis 11 kg; die Spanne ist groß, verlässliche Durchschnittswerte gibt es nicht. Als Farbe ist nur Reinweiß erlaubt. Hängende Ohren oder eine Rute, die nicht über dem Rücken liegt, zählen im Standard zu den disqualifizierenden Fehlern.
Wesen und Charakter: Wie ist der Japan Spitz?
Der FCI-Standard hält es kurz: klug, fröhlich, aufgeweckt. Ungewöhnlich ist der Zusatz, dass der Hund keinen Lärm machen darf. Lärmende und scheue Hunde gelten als fehlerhaft; Aggressivität oder übermäßige Ängstlichkeit führt zur Disqualifikation. Gezüchtet wurde der Japan Spitz von Beginn an als Begleithund. Der VfDSp beschreibt ihn als weniger misstrauisch als seine deutschen Verwandten, auch wenn ihm wenig entgeht. Klingelt es an der Tür, wird er sich trotzdem melden.
Im Alltag sucht er die Nähe seiner Menschen. Der AKC stuft ihn als offen gegenüber Fremden, gut verträglich mit Kindern und leicht erziehbar ein, warnt aber: Wer ihn regelmäßig lange allein lässt, riskiert unerwünschte Gewohnheiten. Üben Sie das Alleinbleiben deshalb schon mit dem Welpen in kleinen Schritten. Freundliche, konsequente Erziehung mit Belohnung und eine Welpengruppe reichen bei diesem kooperativen Hund meist aus.
Haltung und Auslastung: Wie viel Bewegung braucht ein Japan Spitz?
Der Royal Kennel Club rechnet mit bis zu einer Stunde Bewegung am Tag und hält ein kleines Haus mit Garten für ausreichend, in der Stadt wie auf dem Land. Laut AKC lebt er auch in einer Wohnung zufrieden, wenn er täglich raus darf. Ein Spaziergang mit Schnüffelpausen, freies Rennen auf einer sicheren Wiese und kleine Suchspiele lasten ihn gut aus. Wer mehr möchte, probiert Tricktraining oder Rally Obedience.
Beim Welpen bringen mehrere kurze Ausflüge mit neuen Eindrücken mehr als lange Märsche. Weil das dichte Fell gut wärmt, legen Sie Spaziergänge an heißen Tagen in die kühlen Morgen- und Abendstunden.
Fellpflege: Wie viel Arbeit macht das weiße Fell?
Das Haarkleid besteht aus geradem, abstehendem Deckhaar über einer kurzen, weichen und dichten Unterwolle. Gesicht, Ohren und die Vorderseite der Vorderläufe sind kurz behaart. Hals, Schultern und Brust tragen eine üppige Krause, die Rute eine lange Fahne.
Der Royal Kennel Club empfiehlt tägliche Pflege, der AKC hält außerhalb des Fellwechsels einmal Bürsten pro Woche für ausreichend. Zweimal im Jahr verliert der Hund laut AKC binnen etwa zwei bis drei Wochen fast die gesamte Unterwolle; dann ist tägliches Bürsten Pflicht. Getrockneten Schmutz bürsten Sie meist einfach aus; ein Bad pro Jahreszeit hält der AKC für genug. Gewöhnen Sie den Welpen früh an Bürste, Kamm und das Kontrollieren der Krallen.
Gesundheit: Was prüfen Züchter beim Japan Spitz?
Der AKC beschreibt die Rasse als insgesamt gesund, erwähnt aber einzelne Fälle von Patellaluxation, also einer verrutschenden Kniescheibe. Im VfDSp muss deshalb jeder Japan Spitz vor der Zuchtzulassung auf Patellaluxation untersucht werden, frühestens mit zwölf Monaten; Hunde mit Grad 2 bis 4 erhalten Zuchtverbot. Ein Hüftröntgen ist erwünscht, aber keine Pflicht. Hinzu kommen eine DNA-Probe, zwei Ausstellungsbewertungen und eine Verhaltensbeurteilung. Fragen zur Gesundheit Ihres eigenen Hundes gehören in die Tierarztpraxis.
Für wen eignet sich der Japan Spitz?
Er passt zu Menschen, die einen kleinen, kontaktfreudigen Hund suchen und viel Zeit mit ihm verbringen: Familien mit Kindern, die einen Hund auch in Ruhe lassen, Paare oder ältere Menschen, die gern täglich draußen sind. Auch Ersthundehalter kommen mit ihm zurecht, wenn sie Erziehung und Sozialisierung ernst nehmen.
Weniger geeignet ist er, wenn der Hund regelmäßig viele Stunden allein bleiben müsste oder wenn weiße Haare auf der Kleidung ein Dauerärgernis wären. Wer einen ausgeprägten Wachhund sucht, sieht sich eher bei den Deutschen Spitzen um, die laut FCI-Standard als Wach- und Begleithunde gelten.

Japan Spitz Welpen kaufen: Worauf Sie achten sollten
Die Rasse ist hierzulande klein: Der VfDSp nennt etwa 30 Japan-Spitz-Welpen pro Jahr bei einer Handvoll Züchtern. Planen Sie deshalb Wartezeit ein und nehmen Sie früh Kontakt auf.
- Züchter im VfDSp, dem zuständigen VDH-Verein, arbeiten nach einer Zuchtordnung; Zuchtwarte kontrollieren Zuchtstätte und Würfe.
- Lassen Sie sich den Patella-Befund beider Elterntiere schriftlich zeigen.
- Besuchen Sie den Wurf und lernen Sie die Mutterhündin kennen. Die Welpen sollten im Haus mit Alltagsgeräuschen und Besuch aufwachsen.
- Nach der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Bei der Abgabe sollte er geimpft, entwurmt und gechippt sein und einen EU-Heimtierausweis haben.
- Vorsicht bei Anzeigen mit sofort verfügbaren Welpen, Übergabe auf dem Parkplatz oder fehlenden Papieren.
- Seriöse Anlaufstellen finden Sie unter Japan-Spitz-Züchter und Welpen im Züchterverzeichnis; viele weitere Tipps stehen im Ratgeber: Welpen kaufen.
Häufige Fragen
Haart der Japan Spitz stark?
Meist hält sich der Haarverlust in Grenzen, während der zwei Fellwechsel im Jahr dagegen nicht. Wer gar keine Hundehaare in der Wohnung möchte, wird mit dieser Rasse nicht glücklich.
Bellt der Japan Spitz viel?
Der Standard verlangt einen ruhigen Hund, der AKC ordnet ihn bei der Bellfreude im Mittelfeld ein. Viel hängt von der Erziehung ab: Belohnen Sie Ruhe, statt Bellen mit Aufmerksamkeit zu beantworten.
Worin unterscheidet sich der Japan Spitz vom Deutschen Spitz?
Der Deutsche Spitz ist laut FCI-Standard Nr. 97 so lang wie hoch und kommt je nach Größe in mehreren Farben vor. Der Japan Spitz ist etwas gestreckter und immer weiß. Mit 30 bis 38 cm entspricht er größenmäßig etwa dem Mittelspitz (35 cm ± 5 cm) und überragt den Kleinspitz (27 cm ± 3 cm).
Wie alt wird ein Japan Spitz?
Die Angaben schwanken: Der AKC nennt 10 bis 14 Jahre, der Royal Kennel Club mehr als 12 Jahre. Belastbare Zahlen aus Deutschland gibt es für die kleine Population nicht.
Ähnliche Rassen
- Deutscher Spitz: der weiße Großspitz gilt als Vorfahr des Japan Spitz.
- Kleinspitz: etwas kleiner und in vielen Farben gezüchtet.
- Samojede: großer nordischer Spitz mit hellem Fell, möglicherweise an der Entstehung beteiligt.
- Shiba Inu: ebenfalls aus Japan und in derselben FCI-Sektion der asiatischen Spitze, aber mit hartem Deckhaar in Rot, Schwarzloh oder Sesamfarben.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen recherchiert und erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Bei gesundheitlichen oder verhaltensbezogenen Fragen zu Ihrem Hund wenden Sie sich bitte an Ihre Tierarztpraxis oder eine qualifizierte Verhaltensberatung.

