Sinn oder Unsinn – Hundeversicherungen

Die meisten Deutschen sind gegen alles und jeden versichert, aber ihren Hund vergessen sie dabei meistens. Das kann ein fataler Fehler sein!

Die Hundehaftpflichtversicherung

Kleintiere, wie Kaninchen, Wellensittich und Katzen, sind über die Privat-Haftpflichtversicherung ihres Besitzers mitversichert, für Hunde gilt dieser Schutz nicht. Ebenso wie Pferde benötigen Hunde eine eigene Haftpflichtversicherung, denn ein durch einen Hund verursachter Schaden kann ohne weiteres in horrenden Summen enden.

Ein Beispiel:

Sie laufen mit ihrem Hund an der Straße, als dieser sich plötzlich losreißt und über die Straße rennt. Unglücklicherweise kommt in diesem Moment ein Linienbus angefahren, weicht aus und gerät in den Gegenverkehr.

Abgesehen vom materiellen Schaden, muss der Hundehalter auch für alle weiteren Schäden und evtl. auch für deren Folgen gerade stehen. In einem solch extremen Fall kann die Schadenssumme schnell im sechsstelligen Bereich landen.

© photocreo - Fotolia.com
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Im April 2004 hat Uwe Schmidt-Kasparek in der Zeitschrift ÖKO-TEST die Tarife von zehn Anbietern miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass sich Preisvergleiche lohnen, denn es ergaben sich Preisunterschiede von 30 Euro und mehr.

Zum damaligen Zeitpunkt war die WGV-Versicherung mit 70 Euro Jahresbeitrag die günstigste Versicherung im Test. Dieser Versicherungsbeitrag deckt Schäden, die der Hund an Personen oder Sachen verursacht, mit einer Deckungssumme von 5 Millionen Euro. Wie bei allen anderen Haftpflichtversicherungen gilt auch bei der Hundehaftpflicht, je höher die Deckungssumme, desto besser.

Einen meiner Meinung nach unfairen Punkt darf man bei der Hundehaftpflichtversicherung nicht außer Acht lassen. Hunderassen, die unter die Kategorie Kampfhunde fallen, werden entweder gar nicht versichert oder es gelten für sie wie bei der Hundesteuer höhere Tarife, egal wie lieb und unauffällig sie auch sein sollten!

Krankenversicherung für Hunde

Eine Krankenversicherung für Hunde lässt sich nicht mit der Krankenversicherung eines Menschen vergleichen. In Deutschland gibt es nur eine handvoll Versicherungsanbieter, deren Leistungsangebot breit gefächert ist. Die Angebote reichen von Kostenersatz nach Operationen bis zum umfassenden Komplettschutz inklusive Übernahme von Impfungen und Wurmkuren.

Die Versicherungskosten liegen zwischen circa 60 Euro bis zu 700 Euro im Jahr, allerdings kann die Versicherung die Beiträge auch jederzeit erhöhen. Das ist ein Aspekt, den der Tierhalter unbedingt vorher wissen sollte. Zudem staffeln sich Beitrage je nach Größe und Alter, Vorerkrankungen werden evtl. der Versicherung ausgeschlossen.

Beim Abschluss einer Krankenversicherung sollten Sie zudem unbedingt darauf, welcher „Satz“ gezahlt wird. Denn je nach Lage der Praxis können Tierärzte den ein- bis dreifachen Satz der tierärztlichen Gebührenordnung berechnen.

Wie bei anderen Versicherung auch, behält sich der Krankenversicherer ihres Hundes sich vor, die Versicherung zu kündigen, wenn das Tier zum Beispiel zu oft krank ist. Das ist rechtens und eine Klage dagegen lohnt in den meisten Fällen nicht.

Alternative zur Krankenversicherung

Mein Tipp und eine sicherlich gute Alternative zur Krankenversicherung, legen Sie sich jeden Monat einen kleinen Beitrag an die Seite (z.B.: 20 €) und sparen Sie so für die Zeiten, in denen Ihr Hund krank ist. Um sich gegen die Kosten einer größeren Operation abzusichern, gibt es die Möglichkeit einer OP-Unfallversicherung.

© Dirima - Fotolia.com
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Hundelebensversicherung:

Ein Aprilscherz? Nein, es gibt sie wirklich. Mit eingezahlten Jahrebeiträgen wird nach dem Tod des Tieres eine bestimmte Summe angespart, die dann nach dem Ableben des Tieres ausgezahlt wird. Der Experte Schmidt-Kasparek, empfiehlt dieses Produkt eher nicht.

Für die Ferienzeit brauchen Hunde keine zusätzliche Versicherung, denn wenn Sie mit Ihrem Hund verreisen, reicht die übliche Hundehaftpflichtversicherung.

 

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