Aktualisiert 2026:
Auf einen Blick
Die Läufigkeit (Hitze) tritt bei den meisten Hündinnen etwa zweimal im Jahr auf und dauert im Schnitt drei Wochen. Die erste Läufigkeit kommt meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat, bei großen Rassen manchmal erst mit 18 Monaten. Wichtig sind zwei Phasen: der Beginn (Proöstrus, mit Blutung, aber noch nicht deckbereit) und die Standhitze (Östrus, die fruchtbare Zeit). In dieser Zeit heißt es: anleinen, Hundewiesen meiden und aufmerksam bleiben, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern.
Die Läufigkeit der Hündin: Alles über Phasen, Anzeichen und den richtigen Schutz
Wenn die Hündin zum ersten Mal „heiß“ wird, stellen sich viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer Fragen zum Verhalten, zur Hygiene und zum Schutz vor ungewolltem Nachwuchs.
Die Läufigkeit (auch Hitze genannt) ist ein natürlicher Prozess, der in der Regel zweimal pro Jahr eintritt. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte, um entspannt durch diese Zeit zu kommen.
Wann beginnt die Läufigkeit und wie lange dauert sie?
Die erste Läufigkeit tritt meist zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat ein. Vor allem Hündinnen großer Rassen benötigen oft etwas länger für ihre Entwicklung; hier ist es nicht ungewöhnlich, wenn die erste Hitze erst mit 18 Monaten beginnt.

Preise zuletzt aktualisiert am: 4.10.2026
- Dauer: Eine Läufigkeit hält im Durchschnitt drei Wochen an.
- Intervall: Der Zyklus wiederholt sich im Schnitt alle sieben Monate.
Die zwei entscheidenden Phasen erkennen
Um Ihre Hündin richtig zu betreuen, müssen Sie wissen, in welcher Phase sie sich gerade befindet.
1. Der Beginn (Proöstrus)
In diesem Stadium bereitet sich der Körper vor. Die ersten Anzeichen sind:
- Gesteigertes Interesse von Rüden.
- Vermehrtes Absetzen von „Marken“ und häufigeres Putzen der Genitalien.
- Deutliches Anschwellen der äußeren Geschlechtsorgane.
- Dunkelrote Blutung, die bei sehr reinlichen Hunden oft erst nach ein paar Tagen bemerkt wird.
Wichtig: In dieser Phase ist die Hündin noch nicht deckbereit. Nähert sich ein aufdringlicher Rüde, setzt sie sich meist züchtig hin oder beißt den Interessenten weg.
2. Die Standhitze (Östrus)
Die wirklich „heiße“ und fruchtbare Zeit liegt meist zwischen dem 9. und 15. Tag.
- Das Blut verändert seine Farbe von Dunkelrot zu einer helleren, wässrigen oder hellrosa Färbung.
- Das Verhalten: Die Hündin signalisiert nun ihre Bereitschaft, indem sie Rüden ihr Hinterteil anbietet und die Rute zur Seite stellt.
Praktische Tipps für den Alltag und den Spaziergang
Um Stress und ungewollten Nachwuchs zu vermeiden, sollten Sie während der Hitze einige Vorkehrungen treffen:
- Anleinen: Lassen Sie Ihre Hündin nur frei laufen, wenn weit und breit kein anderer Hund zu sehen ist.
- Hundewiesen meiden: Meiden Sie Orte, an denen viele Hunde zusammenkommen.
- Offene Kommunikation: Informieren Sie andere Halterinnen und Halter frühzeitig über die Läufigkeit, da viele Rüden unter starkem „Liebeskummer“ leiden, wenn sie Kontakt zu einer heißen Hündin hatten.
- Abwehrsprays: Es gibt Sprays im Fachhandel oder als DIY-Lösung (Wasser gemischt mit Teebaumöl, alternativ Zitronen- oder Limonenöl), um den Geruch der Hündin zu überdecken. Beachten Sie jedoch: Diese bieten keinen 100-prozentigen Schutz, da der Eigengeruch oft dennoch durchdringt.
Hygiene im Haus
Damit die Wohnung sauber bleibt, gibt es verschiedene Lösungen:
- Schutzhöschen: Der Fachhandel bietet spezielle Höschen in allen Größen an, in die Einlagen eingelegt werden.
- DIY-Lösung: Eine alte Boxershorts mit einem Loch für die Rute erfüllt denselben Zweck.
- Lerneffekt: Idealerweise gibt man der Hündin die Chance, selbst zu lernen, wie sie sich sauber hält.
Was tun bei einem ungewollten Deckakt?
Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Deckakt gekommen sein, ist schnelles Handeln gefragt. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann die Hündin „abspritzen“ – dies entspricht der „Pille danach“ beim Menschen und verhindert eine Trächtigkeit. Sprechen Sie im Zweifel immer zeitnah mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.
Tipp: Mit unserem Trächtigkeitskalender können Sie den erwarteten Geburtstermin berechnen. Wie sich eine echte Trächtigkeit von einer Scheinträchtigkeit unterscheidet, lesen Sie in meinem gesonderten Ratgeber.
Häufige Fragen zur Läufigkeit
Wie oft werden Hunde läufig?
In der Regel zweimal im Jahr im Abstand von etwa sieben Monaten. Der genaue Rhythmus ist von Hündin zu Hündin unterschiedlich und pendelt sich meist erst nach den ersten Zyklen ein.
Wann ist die Hündin fruchtbar?
In der Standhitze (Östrus), meist zwischen dem 9. und 15. Tag der Läufigkeit. In dieser Phase lässt sie Rüden gewähren und stellt die Rute zur Seite.
Woran erkenne ich die Standhitze?
Das Blut wird heller und wässriger, und die Hündin legt die Rute zur Seite, sobald sich ein Rüde nähert. Genau jetzt ist besondere Wachsamkeit gefragt.
Muss ich mir bei der ersten Läufigkeit Sorgen machen?
In aller Regel nicht – es ist ein völlig natürlicher Vorgang. Wirkt Ihre Hündin allerdings deutlich krank, hat sehr starke oder auffällig riechende Blutungen oder verändert sich ihr Allgemeinbefinden stark, lassen Sie sie sicherheitshalber von Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt untersuchen.
Zur (humorvollen) Verdeutlichung
Man kann sich die Läufigkeit wie eine Verkehrsbaustelle vorstellen: Im Proöstrus wird die Baustelle eingerichtet und die Schilder (Anschwellen, Markieren) aufgestellt.
In der Standhitze ist die „Fahrbahn“ (Fruchtbarkeit) freigegeben, was für Sie als Halterin oder Halter bedeutet, dass Sie nun besonders wachsam als Verkehrspolizei fungieren müssen, um unerwünschte „Zusammenstöße“ zu verhindern.
