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Gesamte Artikel | Vorstellung von Peter Löser
| Erste Erziehungslektion für Welpeneltern: Die Stubenreinheit
Der Züchter legt den GrundstockMancher Hundebesitzer schwärmt stolz davon, dass sein Hund nach drei Tagen sauber war und klopft sich auf die Schulter, während Andere, deren Augenränder ob zahlloser durchwachter Nächte schon die Vereinigung mit den Mundwinkeln suchen, entnervt fragen "Wie lange soll das noch so weitergehen?"
Weigel - Fotolia.com Vergleiche zu Müttern in Kindergrabbelgruppen liegen nahe, und genau
wie dort ist es so: der eine früher der andere später
Doch können Sie schon im Vorfeld, also bei der Wahl Ihres Züchters,
und durch angemessenes Reagieren, die Grundlage dafür legen, dass
"sauber werden" nicht in Stress ausartet.
Haben sie die ersten Tage schon nicht die Möglichkeit, sich außerhalb
der Wurfkiste zu lösen, wird es später immer schwieriger sein,
ihnen beizubringen, dass sie sich dort, wo sie "wohnen", nicht
lösen dürfen. Zumal, wenn sie Gegenteiliges in der Zeit der
Prägung erlernt haben. Derselbe Wurfkisteneffekt, eine Nummer größer. Nach dem Fressen sollten die Welpen auch schon beim Züchter die Möglichkeit haben, sich draußen zu lösen. Wird das dann auch noch belohnt, so wird es später für Sie ein Leichtes sein, ihn ganz sauber zu bekommen. Jedesmal wenn der Welpe gefressen und getrunken hat, sollte er nach draußen
gebracht werden. Es ist manches Mal beachtlich, wie schnell das gerade
eben erst Aufgenommene scheinbar mühelos durch den Hund fließt,
um dann an anderer Stelle in weniger angenehmer Form wieder zutage zu
treten. Tief durchatmen, lächeln und kühlen Kopf bewahrenWaren Sie doch einmal einen Tick zu langsam und erwischen ihn dabei, wie er an der verkehrten Stelle sein Geschäft verrichten will, unterbrechen Sie sein Tun überlegt. Jeder Hund hat einen anderen Charakter und wo ein gezischtes "NEIN" oder "Pfui" bei dem einen ausreicht, lacht Ihnen der andere frech ins Gesicht. Hier bedarf es angemessener Mittel, um klar zu machen, dass Sie dies nicht wünschen. Klapperdose schütteln oder in die Hände klatschen können geeignete Maßnahmen sein. Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund und seine Reaktion darauf genau beobachten. Kriecht er bei einem zu lauten "Nein" ängstlich in die Ecke, haben Sie sicherlich übers Ziel hinausgeschossen und Vertrauen zerstört, anstatt einen Lernprozess zu fördern. Unterbrechen Sie also sein unerwünschtes Verhalten und nehmen ihn rasch aber ruhig hoch und gehen mit ihm schleunigst nach draußen. Stürzen Sie sich bitte unter keinen Umständen wild schreiend und gestikulierend auf den Welpen zu, so dass er glaubt, das jüngste Gericht komme über ihn. Vermutlich versteht es der Racker so, dass in Ihrer Nähe "Pippi machen" bestraft wird, und dies wird die Wartezeiten draußen nicht gerade verkürzen. Richtigerweise sollte er mit dem Gang nach draußen etwas Angenehmes verbinden. Verzichten Sie im Notfall auf gesittetes "an der Leine rausgehen", sondern nehmen Sie ihn auf den Arm und rennen Sie! Und wenn er sein Geschäft ordnungsgemäß erledigt hat, erklären Sie ihn zum Superstar. Der Lobgesänge und Leckerlis können es gar nicht genug sein, um diese Tat zu würdigen. Sie haben tatsächlich noch keinen schöneren Hundehaufen gesehen, kein Pfützchen als angenehmer empfunden als das Letzte und von Mal zu Mal werden diese bewundernswerter. Nase reinstupsen und Nackenfell schütteln gilt nicht!Nackenfell schütteln und Nase reintunken sind sicherlich keine geeigneten Maßnahmen um Reinlichkeit zu erlernen. Lassen Sie die Finger davon, egal was Ihnen "Hermann vom Hundeplatz & Co" erzählen! Den Welpen im Nackenfell kräftig durchzuschütteln -womöglich noch unter drohendem Geschrei- entspricht in der Hundesprache dem Beuteverhalten und ist für so einen kleinen Hund überhaupt nicht zu verstehen. Sie wollen ihn ja nicht töten, oder? Doch ein sensibler Welpe wird genau das empfinden, und seine erste traumatische
Erfahrung mit Todesangst wird der Bindung an Sie nicht dienlich sein.
Dort funktioniert dies auch sehr zuverlässig. Erwachsene Wölfe finden diese Geste völlig entwaffnend und entsprechend reagieren sie. Dummerweise jedoch wirkt solch ein Subordinationspfützchen auf erwachsene Menschen überhaupt nicht unwiderstehlich, zumal wenn dies auf der teuren Auslegeware geschieht. Das liegt schlicht daran, dass Sie nun mal kein Wolf sind, wofür das Hundekind aber wiederum herzlich wenig kann. Wird in dieser Situation der Welpen bestraft, bricht für ihn eine Welt zusammen, und Sie werden genau das Gegenteil erreichen. Er wird lediglich versuchen, Sie noch mehr zu beschwichtigen, und Angst vor Ihrem (ihm völlig unverständlichen) Groll bekommen. Was kann er dabei lernen? Na, allerhöchstens: "Ich gehe auf meine Menschen beschwichtigend zu - und diese bestrafen mich dafür." Also, verhalten Sie und Ihr Umfeld sich völlig neutral bei der Ankunft und verlegen das Begrüßungszeremoniell Ihres Hundes möglichst nach draußen. Mit fortschreitendem Alter lässt dieses Verhalten nach. Der macht das doch mit Absicht?Uriniert Ihr Hündchen dauerhaft draußen wie drinnen (Sie haben
ihn sich vielleicht in der kälteren Jahreszeit zugelegt und/oder
der Züchter hatte die Welpen überwiegend im Freien gehalten?)
so sollten Sie auch die Möglichkeit einer Blasenentzündung in
Erwägung zu ziehen.
Sie sehen also welch fatale Auswirkungen es auf das Vertrauensverhältnis
zu Ihrem Welpen haben kann, wenn wegen einer verkehrt platzierten Hinterlassenschaft
überzogen und falsch reagiert wird. Vertrauen aber wird die Grundlage
sein, für ein glückliches Zusammenleben von Mensch und Hund! Hundezentrum Löser - Stationäre Hundeausbildung- und Therapie Autor des Hundebuchs "Mein Hund ist, was er frisst" 88273 Fronreute © Copyright - sowie alle Rechte in Text und Bild bei Peter Löser Kontakt zum Autor:
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