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Overmeier
Clicker Training
Clicker Training ist eine auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute
Methode zur Verständigung von Hund und Halter.

Damit der Hund etwas tut, was wir wollen, muss er zunächst wissen,
was wir wollen. Das erreichen wir, indem wir belohnen, wenn er eine gewünschte
Handlung zeigt. Je öfter eine Handlung belohnt wird, desto mehr wird
der Hund sie von sich aus zeigen, um seine Belohnung zu bekommen. Er wird
konditioniert.
Nun ist das Loben an sich eine zum Teil schwierige Sache, da die Verbindung
zwischen Lob und Handlung nur erfolgt, wenn beide Dinge möglichst
zur gleichen Zeit oder zumindest sehr kurz hintereinander geschehen. Nur
dann versteht der Hund, was belohnt wurde.
Ein reines stimmliches Loben reicht allein nicht aus, um den Hund zu
animieren, Handlungen öfter auszuführen. Da möchte Herrchen
oder Frauchen schon mit stärkeren Geschützen auffahren. Eine
Motivation, der fast kein Hund widerstehen kann, sind die Leckerchen,
die als Belohnung gegeben werden. Auch Spiel kann als Belohnung angewendet
werden. Bei vielen Übungen kann man aber die Belohnung nicht in der
gewünschten Schnelligkeit verteilen, so dass das Verhalten nicht
mit der Belohnung in Zusammenhang gebracht wird, die Übungen oft
fehlschlagen und Besitzer und Hund immer frustrierter werden.
Der Clicker ist eine Art Knackfrosch.
Drückt man darauf, gibt es das typische "Click-Clack" -
Geräusch. Benutzt wird er seit Jahren für das Training von Säugetieren
wie Delfinen und Pferden. Warum also nicht auch bei unseren Hunden? Er
wird als so genannter positiver Verstärker gebraucht, der dem Hund
ankündigt "Jetzt gibt es eine Belohnung". So ist es möglich,
dem Hund punktgenau zu signalisieren "das Verhalten war klasse, dafür
bekommst du gleich was", ohne dass eine zeitliche Differenz besteht.
Der Click als "Vorbote" beziehungsweise Vermittler des Leckerchens
wird genau in dem Moment gegeben, in dem uns ein Verhalten des Hundes
gefällt und belohnenswert erscheint.

Den Hund auf den Clicker zu konditionieren, ihm also beizubringen, dass
Click Belohnung bedeutet, ist einfach: man nimmt den Clicker in eine Hand,
Leckerchen in die andere und los gehts: Click-Belohnung, Click-Belohnung,
Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung.
Dann mal testen, ob er es verstanden hat. Man wartet, bis der Hund mal
woanders hinsieht, dann ein Click. Wenn er Sie nach dem Click erwartungsvoll
ansieht, hat er es kapiert. Wenn nicht, gibts noch ein paarmal Click-Belohnung
(= C&B).Schon kann man mit dem Hund arbeiten. Für jede gewünschte
Handlung kann man clicken. Der Hund weiß, dass Click Leckerchen
bedeutet und fühlt sich schon im Moment der richtigen Handlung belohnt,
obwohl das Leckerchen erst Sekunden später kommt.Schon ist die Belohnung
mit der Handlung verknüpft.
Ein praktisches Beispiel
Ich möchte dem Hund "Sitz-Bleib" beibringen. Ich lasse
also den Hund hinsetzen und gehe einen Schritt rückwärts. Sitzt
der Hund noch, gibt es Click und der Hund weiß, die Belohnung folgt
sofort. Ohne Clicker müsste ich erst zum Hund zurück, um ihn
zu belohnen und da wird der Hund meist aufstehen. Jetzt kann ich ihn nicht
mehr belohnen, denn er sitzt ja nicht mehr und eine Verknüpfung von
Sitzen und Belohnen wird nicht hergestellt.
Sie meinen, man kann ja auch die Stimme statt des Clickers einsetzen?
Ja, könnte man. Aber der Lerneffekt wird ungleich schlechter sein.
Erstens neigt man dazu, den Hund "vollzusabbeln", wo der Clicker
ein einziges präzises Geräusch macht. Zweitens ist die Stimme
am anfälligsten für Gefühlsschwankungen, die der Hund genau
mitbekommt. Wenn Ihr Hund also nach fünf Mal rufen immer noch nicht
da ist, beim sechsten Mal aber kommt, wird ihr "fein gemacht"
wohl eher zum brummigen "Zeit wirds ja" werden, was für
den Hund wohl nur mit größter Anstrengung als Belohnung aufzufassen
ist.
Selbst wenn man sich wirklich bemüht, nur ein Wort in derselben
Tonlage in jeder Situation als positiven Verstärker zu benutzen (was
ich mir nicht zutrauen würde), wird Ihr Hund trotzdem die feinen
Stimmungsnuancen mitkriegen und sich dementsprechend "belohnt"
fühlen.
Der Clicker bringt andere Hunde hervor
Während die althergebrachte Methode damit arbeitet, dass der Hund
für alle Handlungen, die nicht der gewünschten Handlung entsprechen,
bestraft wird (im Allgemeinen mit Leinenruck, Stachelhalsband, Teletakt
oder durch Festhalten), werden bei der Clickerausbildung alle unerwünschten
Handlungen ignoriert und die gewünschte Handlung belohnt. Während
also der Hund bei ersterer Ausbildung dazu gebracht wird, am besten gar
nichts zu tun, um Schmerzen oder zumindest Unbehagen zu vermeiden, wird
er bei der Clickermethode sogar animiert, auszuprobieren, welche
Handlung erwünscht ist.
Der Hund lernt also entweder, dass er am besten nichts macht, um Schmerzen
zu vermeiden, oder alles mögliche ausprobiert, um sich eine Belohung
zu ergattern. So zeigt er viele verschiedene Verhaltensweisen, unter denen
man sich eine aussuchen kann, die dann "weiter bearbeitet" wird.
Wenn ihr Hund gerade eine lustige Drehung macht, sich streckt oder das
Maul weit aufreißt, wird geclickt und bis zum nächsten Mal
gewartet. Bald haben Sie dann einen Hund, der sich auf Befehl dreht, streckt
oder sogar die Zähne zeigt, worüber sich jeder Tierarzt freut.
Und das größte Plus dieser Methode: All das geschieht
auch noch mit viel Spaß und guter Laune! Die Beziehung zwischen
Besitzer und Hund ist keine Herrscher-Sklave-Beziehung, sondern ist auf
rein freundschaftlicher Akzeptanz und auf Spaß aufgebaut. Wir brauchen
keine unsicheren und ängstlichen Hunde, sondern Hunde, die aufgeschlossen
und clever versuchen, Dinge zu meistern, die man ihnen vielleicht nie
zugetraut hätte. Das allein ist es wert, alte Vorurteile vom unterwürfigen
Hund über Bord zu werfen !
Wie Jean Donaldson in ihrem Buch "Hunde sind anders" schreibt,
führt der Hund Befehle nicht wegen uns aus, sondern wegen der Belohnung.
Auch mit der Zwangmethode macht er es nicht, weil ich der Herrscher bin,
sondern, weil er Schmerz vermeidet, wenn er tut, was ich will. (Wenn er
denn schon weiß, was ich will!)
Der Hund lernt also, weil das für ihn von Vorteil ist. Das ist seine
einzige Motivation. Und mit diesem Wissen können wir Hunde nach unserem
Willen beeinflussen.
Lesen Sie auch: Das Halti
Kontakt zur Autorin:
E-Mail :
Homepage: http://www.hundewiese.net/
(C) Jennifer Overmeier , alle Rechte vorbehalten
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