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Der Bullterrier

Dezember 31st, 2008 by klaus


Der Bullterrier zählt zur FCI-Gruppe der Terrier und hat seinen Ursprung in Grossbritannien. Seinen Namen verdankt er seinen ersten Vorfahren, er entstand ursprünglich aus einer Kreuzung alter Terrierschläge mit der Bulldogge.

Der Rassestandard setzt bei der Grösse und beim Gewicht des Bullterriers keine festen Grenzen, wichtig ist vielmehr, dass die Hunde möglichst die maximale Substanz im Verhältnis zu ihrer Grösse aufweisen. Die Grössenangaben schwanken dementsprechend zwischen 35 und 55 cm, das Gewicht beträgt 24 bis 32 kg. Der Bullterrier hat ein kurzes und flaches Fell mit harten und matt glänzenden Haaren.

Die vorherrschenden Fellfarben sind weiss, weiss mit Kopfabzeichen, gestromt, rot, beige, schwarz gestromt sowie dreifarbig mit jeweils weissen Abzeichen. Nicht erwünscht sind jedoch blau und leberfarbenes Fell. Bei den rein weissen Bullterriern besteht leider die genetische Tendenz zur Taubheit, weswegen man beim Kauf eines Hundes dieser Färbung unbedingt das Hörvermögen überprüfen sollte.

Ein typisches Merkmal dieser Rasse ist der langgestreckte, eiförmige Kopf mit den kleinen dreieckigen Schlitzaugen.

Die Entstehungsgeschichte des Bullterriers begann im 18. Jahrhundert, als man in England begann, Bulldoggen mit Terriern zu kreuzen, um so einen “Bull and Terrier” Kampfhund zu züchten. Die dadurch entstandenen Nachfahren wurden dann mit dem Whippet und dem English Toy Terrier gemischt, um so die Stärke und die Wildheit der einen mit der Beweglichkeit und der Schnelligkeit der anderen Rasse zu verbinden.

In den ersten Jahren zeigten Grösse, Kopfform und Farbe der Bullterrier noch beträchtliche Unterschiede. Dem Hundezüchter James Hinks aus Birmingham ist es zu verdanken, dass die Rasse in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts standardisiert wurde. Er verfeinerte den Kampfhund durch Einkreuzung des mittlerweile ausgestorbenen English White Terriers und wahrscheinlich auch des Dalmatiners und des Spanischen Vorsteherhundes.

Seine Zuchtauswahl richtete sich auf die weisse Farbe sowie den Körperbau und den Charakter eines Kampfhundes. So entstand ein Hund, der im Vergleich zu seinen Vorfahren kürzere Läufe und einen glatten und längeren Kopf besass sowie ein ziemlich muskulöses, eleganteres Äusseres mit einem schneeweissen Fell aufwies. So wurde der ursprüngliche Kampfhund auch zu einem salonfähigen Schauhund. Gleichwohl bewies der Bullterrier zur damaligen Zeit weiterhin seine Fähigkeiten als Kampfhund in der Pit.

Aber auch andernorts zeigte er sein aussergewöhnliches Können: Der gestreifte Bullterrier “Pincher” etwa schaffte es im März 1865, eine enorme Leistung bei der Rattenjagd zu zeigen. Er erlegte in 36 Minuten und 26,5 Sekunden die fast unglaubliche Anzahl von 500 Ratten!

Im Jahre 1887 wurde der erste Bullterrier-Club in England gegründet, das amerikanische Pendant entstand 1907. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann man dann auch mit der Farbenzucht, um durch Einkreuzen anderer Farben die mit der rein weissen Farbe verbundene Tendenz zur Taubheit möglichst zu unterbinden.

Leider blieben züchterische Übertreibungen bei dieser Rasse trotzdem nicht aus, der eiförmige Kopf mit den Schlitzaugen beispielsweise wird von vielen Menschen als hässlich empfunden. Auch sorgten geldgierige Züchter und Leute, die ihr mangelndes Selbstbewusstsein mit einem scharfgemachten Kampfhund steigern wollen, dafür, dass das Sozialverhalten dieser Rasse des öfteren nicht mehr akzeptabel ist. So kommt es leider dazu, dass Mütter ihre Welpen töten, der Deckakt in einen Kampf ausartet oder das die Welpen sich raufen bis sie bluten.

Dabei ist die Rasse eigentlich friedlich und bereit, sich unterzuordnen. Die meisten Berichte über berühmte alte Kampfhunde etwa besagten, dass diese Bullterrier ausserhalb des Pits Kämpfe möglichst vermieden. Einmal wurde geschrieben, dass eine Auseinandersetzung mit einem aggressiven Strassenhund sehr wahrscheinlich nicht der Würde eines bekannten Champions entsprach, da dieser einmal nach einer Herausforderung den Schwanz einzog und nach Hause lief. Über einen anderen Titelträger wurde berichtet, dass dieser, als er seine Geduld mit einem aufdringlichen Pekinesen verlor, diesen packte und in einen Mülleimer fallen liess.

Solche Hunde wurden sicherlich nicht darauf gezüchtet, streitlustig und aggressiv zu sein, sondern ausschliesslich sich selbst und ihre Familie zu verteidigen. Dies brachte dem Bullterrier sogar den Ruf des “weissen Kavaliers” ein. Erfreute sich der weisse Bullterrier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer grossen Popularität unter Spielern, ist er heutzutage leider viel zu oft in den Kreisen der Halbwelt und des Rotlichtmillieus anzutreffen, was sicherlich mit dazu beiträgt, dass die ganze Rasse immer noch von einer grossen Anzahl Menschen verteufelt wird.

Der Bullterrier ist von Hause aus sehr menschenfreundlich.

Mit Kindern zeigen sie eine unendliche Geduld. Voraussetzung ist allerdings, dass der Hund von Anfang an äusserst konsequent erzogen und frühzeitig mit Menschen, anderen Hunden und Haustieren sozialisiert wird. Trotzdem kann der Bullterrier Fremden gegenüber misstrauisch sein und Artgenossen gegenüber sogar gefährlich angriffslustig werden.

Da seine Rauflust nur sehr schwer zu bändigen ist, sollte schon beim Kauf sorgfältig die Einstellung des Züchters überprüft werden. Dieser athletische Hund benötigt nicht nur ausreichende Beschäftigung durch Spiel und Spaziergang, sondern auch genügend Aufmerksamkeit seines Menschen.

Bereits die Welpen sind erstaunlich kraftvoll und stecken voller geballter Energie, so dass sie in ungeübten oder falschen Händen sehr leicht aus der Hand geraten können. Der Bullterrier ist eben von Natur aus ein harter und furchtloser Schutzhund, der niemals mannscharf gemacht werden darf. Er greift zwar selten von selbst an, verteidigt aber unbarmherzig das, was man ihm seiner Meinung nach anvertraut hat. Obwohl er eigentlich eine furchteinflössende und wilde Erscheinung hat, wurde er nicht nur in der Werbung und bei Cartoonisten durch sein manchmal clownhaftes Verhalten sehr beliebt.

Schon der berühmte amerikanische General Patton hatte während des zweiten Weltkrieges ständig seinen Bullterrier “Willie” in der Nähe und auch einer der früheren Präsidenten dieses Landes, Theodore Roosevelt, liess sich bei seinen Spaziergängen von einem Bullterrier begleiten.

Er ist, wenn er vernünftig erzogen wurde, ein wunderbarer Menschenhund und ausserordentlich angenehmer Familienhund, der selbstbewusst und unempfindlich, aber dennoch empfindsam ist. Auch heute noch steht er im Wettbewerb mit Seinesgleichen, allerdings nicht mehr als Kampfhund im Pit, sondern als Schauhund auf Ausstellungen.



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