Stubenreinheit
März 15th, 2008 by klaus
->
Die praktische Erziehung des Hundes beginnt mit dem Welpenalter und hier ist es am wichtigsten, dass der Welpe als erstes lernt, wo er sein tägliches Geschäft verrichten soll.
Bringen sie ihn nach Möglichkeit sofort nach jedem Aufwachen, jedem Fressen und während des Spielens nach draussen, besonders, wenn sie erkennen, dass er längere Zeit nicht uriniert hat oder durch sein Verhalten zeigt, dass er sein Geschäft verrichten muss.
Das erkennen sie unter anderem daran, dass er sich im Kreise dreht und mit der Nase am Boden herumsucht. Allerdings sollten sie ihn nicht nach draussen tragen, besser ist, er läuft ihnen hinterher, damit er sich den Weg besser einprägen kann. Zu Beginn ist es sinnvoll, etwa alle 2 Stunden mit dem Welpen ins Freie zu gehen.
Wenn sie ihn dann ausgiebig loben, nachdem er sein Geschäft verrichtet hat, wird er mit der Zeit gelernt haben, was sie mit dem regelmässigen Hinausführen eigentlich von ihm wollen. Haben sie einen eigenen Garten, führen sie ihn immer zur gleichen Stelle, wohnen sie in der Stadt, lassen sie ihn sein Geschäft im Rinnstein verrichten oder besuchen sie, falls vorhanden eine Grasfläche oder besser noch ein öffentliches Hundeklo, die auch von anderen Hunden benutzt werden.
Der Geruch der anderen Tiere wird ihn entsprechend animieren. Sobald ihr Hund sein Geschäft an der richtigen Stelle erledigt hat, ist es sehr wichtig, ihn ausgiebig dafür zu loben. Nachts ist es sinnvoll, vor der nach aussen führenden Tür Zeitungspapier auszulegen, mit zunehmendem Alter ist der Hund dann in der Lage, nach einem letzlichen “Gassigehen” am Abend, sein Geschäft dann bis zum nächsten morgen zurückzuhalten.
Ansonsten geben sie einem Welpen, der nachts noch nicht sauber ist, erst am späten Abend seine Hauptmahlzeit. Da er für die Verdauung etwa 12 Stunden benötigt, muss er sich dann erst am nächsten morgen wieder entleeren.
Falls ihrem Welpen trotzdem ein kleines Malheur in der Wohnung passiert, schelten sie ihn mit einem scharfen “Pfui” und tragen sie ihn sofort hinaus. Das macht aber nur Sinn, wenn es unmittelbar nach dem Missgeschick erfolgt, da ein Hund einen Tadel nur im zeitlichen Zusammenhang versteht. Auch sollten sie niemals ihren Hund mit der Nase in die Pfütze stossen, er würde den Zusammenhang nicht verstehen.
Am besten beseitigen sie die Überreste und besprühen die Stelle dann mit einem desodorierenden Raumspray oder mit einem Wasser-Essig-Gemisch. Da Hunde solche Gerüche verabscheuen, werden sie diese Stelle zukünftig meiden, zumal sie dort auch keine “Düfte” mehr vorfinden, die sie im Normalfall anlocken und wieder in Versuchung führen würden.
Damit sie mit ihrem Hund nach draussen gehen können, um ihn dort sein Geschäft verrichten zu lassen, ist es notwendig, ihn anzuleinen. Da viele Welpen sich durch ein Halsband in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, sollten sie ihn mit einem Trick daran gewöhnen. Binden sie ihm das Halsband um, wenn er beim Fressen ist. Dadurch ist er in der Regel so abgelenkt, dass er das Anleinen meist gar nicht bemerkt.
Hat er sich daran gewöhnt, beginnen sie mit “Spaziergängen” in der Wohnung oder im Garten und lassen sie sich dabei von ihrem Hund führen. Reden sie ihm währenddessen gut zu und loben sie ihn dabei.
Wenn ihr Hund erst einmal stubenrein ist, dann bleibt er es in der Regel auch sein ganzes Leben lang. Falls es trotzdem vorkommen sollte, dass ihrem Hund ein Malheur passiert, bestrafen sie ihn nicht deswegen, sondern überlegen sie, welches Problem die Ursache für dieses Verhalten sein könnte:
Eine Ursache könnte eine Krankheit sein. Klären sie mit dem Tierarzt ab, was die Ursache dafür sein könnte. Eventuell war ihr Hund zu lange alleine in der Wohnung und konnte deshalb nicht mehr an sich halten.
Nach einem Umzug oder wenn in der Nachbarschaft ein neuer Hund eingezogen ist, kann es sein, dass ihr Hund deswegen unsicher ist. Gehen sie öfters als sonst mit ihm “Gassi” und loben sie ihn ausgiebig, sobald er sich entleert hat.
Falls in ihrer Strasse viele andere Hunde leben und ihr Geschäft verrichten, könnte auch das ihren Hund verunsichern. Gehen sie deshalb mit ihm einfach einen anderen Weg.
Eventuell kann es sein, dass sich ihr Hund vor den Ausscheidungen fürchtet, wenn er beispielsweise beim absetzen erschreckt wird oder Schmerzen spürt.
Dann wird er sein Geschäft nur noch dann verrichten, wenn es gar nicht mehr anderes geht. Machen sie die Dauer ihres Spazierganges nicht vom Verrichten des Geschäftes abhängig. Hunde sind gerne etwas länger draussen und durch Zurückhalten von Kot und Urin versuchen sie gerne, den Aufenthalt im Freien zu verlängern.
Deshalb gehen sie nicht gleich wieder zurück ins Haus, wenn der Hund sein erstes Geschäft verrichtet hat. Eine weitere Ursache könnte sein, dass sich ihr Hund von ihnen vernachlässigt fühlt, etwa durch Eifersucht auf ein Baby oder einen weiteren, neuen Hausgenossen. In diesem Fall ignorieren sie seine Fehltat einfach und säubern sie die Stelle, wenn er es nicht sieht. Auf jeden Fall ist es am Besten, wenn sie ihren Hund nicht vernachlässigen.
Falls sie als Hundebesitzer zu streng sind und das Tier oft schelten, kann es sein, dass der Hund aus Verzweiflung unsauber wird. Der Instinkt sagt ihm dann, dass er als der Schwächere durch Wasserlassen einen Angriff des Stärkeren abwehren kann. In diesem Fall helfen nur viel Liebe und Streicheleinheiten.
Wenn sie ihren Hund zu lange alleine lassen, wird er durch Wasserlassen in der Wohnung versuchen, ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn sie sich täglich eine Stunde mit ihm beschäftigen, dürfte sich dieses Problem von selbst lösen. Aber auch Hunde, die sonst absolut im Mittelpunkt ihres Besitzers stehen, können bei Nichtbeachtung als Protest mit Unsauberkeit reagieren. Hier hilft nur sofortiges tadeln, ohne jedoch grosses Aufsehen davon zu machen.
Manche Hunde haben nicht so starke Nerven wie die meisten ihrer Artgenossen. Bei Aufregung oder bei grosser Freude haben sie dann ihre Blase nicht mehr unter Kontrolle. Hier hilft nur die Anhebung seines Sebstbewusstseins durch besonders viel Lob, vor allem dann, wenn er besondere Leistungen gezeigt hat.
Um sich Ärger mit den Nachbarn zu ersparen, aber auch aus hygienischen Gründen, sollten sie, wenn sie mit ihrem Hund spazierengehen, um ihn sein Geschäft erledigen zu lassen, stets eine kleine Plastiktüte mitnehmen. So können sie vor Ort die Hinterlassenschaft ihres Hundes entfernen. In vielen Städten gibt es bereits Automaten mit Tüte und Schaufel oder auch öffentliche “Hundeklos”, wo ihr Tier sein Geschäft verrichten kann, ohne das die Gefahr besteht, dass z.B. kleine Kinder mit dem Kot in Kontakt kommen kann.
Auf gar keinen Fall dürfen sie einen Kinderspielplatz als Hundetoilette missbrauchen.
Posted in Allgemein |