Parasiten bei Haustieren

Buchtipp der Redaktion

Unsere Hunde - gesund durch Homöopathie: Heilfibel eines Tierarztes
  • Hans Günter Wolff
  • Herausgeber: Sonntag
  • Auflage Nr. 15 (19.09.2012)
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

Letzte Aktualisierung am 16.12.2018


Würmer

Würmer stellen für Haustiere ein immer wiederkehrendes Gesundheitsrisiko dar. Wurmbefall ist bei Hunden und Katzen weit verbreitet. Oft sehen Sie dies dem Hund oder der Katze nicht an.

Zu den sichtbaren Symptomen eines Wurmbefalls gehören:

  • Erbrechen
  • Durchfall und Verstopfung
  • Gewichts- und Konditionsverlust
  • Schuppen
  • Juckreiz
  • Haarausfall ein struppiges Fell.

Meist sind die Würmer nicht direkt zu sehen, sondern man kann nur im Kot durch geeignete Untersuchungen die Wurmeier nachweisen.

Lediglich Bandwürmer stoßen ihre letzten Glieder regelmäßig ab, die dann im Kot oder in der Umgebung des Afters als weiße, reiskorngroße, bewegliche Gebilde zu erkennen sind.

Weil man den Grad der Verwurmung seines Tieres nicht sicher erkennen kann, empfiehlt es sich, jährlich 3-4 mal eine Wurmbehandlung durchzuführen.

Geeignete Entwurmungsmittel finden Sie bei Ihrem Tierarzt.

Flöhe bei Hund und Katze

Flöhe sind in der Kleintierpraxis in Deutschland wohl die am häufigsten vorkommenden Parasiten. Etwa 80% aller Patienten , die mit Hautproblemen in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, haben ein Flohproblem. Flöhe übertragen Bandwürmer (Dipylidium caninum) und verursachen häufig Hautkrankheiten.

Für Hunde und Katzen sind folgende Floharten von Bedeutung:

  • Katzenfloh (Ctenocephalides felis)
  • Hundefloh (Ctenocephalides canis)
  • Menschenfloh (Pulex irritans)

Dabei sind Flöhe nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe kommen beim Hund vor, Hundeflöhe auf Katzen (selten) und Menschenflöhe auf dem Hund. Andere Flöhe (von Igeln, Kaninchen, Ratten ….) kommen seltener vor.

Tierflöhe können auch Menschen befallen und dort Blut saugen. 

 © Cosmin Manci - Fotolia.com
© Cosmin Manci – Fotolia.com

Mit bloßem Auge können Flöhe nicht unterschieden werden . Selbst unter dem Mikroskop sehen sie sich sehr ähnlich.

FLOHZYKLUS

Der Flohzyklus dauert, abhängig von den klimatischen Bedingungen, 3 Wochen bis 2 Jahre !

Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund, Katze) 3- 18 Eier, ab, die sich in mindestens 3 Wochen Entwicklungszeit zum ausgewachsenen Floh weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann 1-2 Jahre alt werden und in dieser Zeit 500 Eier legen !

Erwachsene Flöhe können bis zu 3 Monaten außerhalb des Wirtes überleben. Etwa 95% der Flöhe und Jugendformen leben in der Umgebung des Tieres !

SCHADWIRKUNG

Flöhe können Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen.

Direkte Schadwirkung

Hunde zeigen bei Flohbefall häufig Juckreiz, besonders stark im Bereich vor dem Schwanzansatz und an den Hinterbeinen. Katzen lecken sich stärker, manchmal exzessiv. Bei manchen Katzen zeigen sich Symptome erst bei sehr starkem Flohbefall. Bei Massenbefall kann es selten zur Blutarmut kommen.

Flohspeichelallergie

Häufig entwickelt sich bei Hund und Katze eine Flohspeichelallergie. Hunde zeigen dann eine Hautentzündung v.a im Bereich der Kruppe, der Hinterbeine und Bauchunterseite. Die Haut zeigt rote Papeln, Haarlosigkeit und wird bei längerer Dauer schwarz und lederartig.

Katzen zeigen oft Krüstchen im ganzen Fell , v.a im Kopfbereich und Rückenbereich. Manchmal führt das starke Lecken bei Katzen auch zur Haarlosigkeit an Bauch und Flanken oder zu stark juckenden Hautveränderungen auf dem Kopf vor den Ohren.

DIAGNOSE

Nachweis von Flöhen oder Flohkot.

Flöhe werden am einfachsten mit einem speziellen Flohkamm (der nur zur Diagnose nützlich ist, nicht zum Entfernen der Flöhe!!) entdeckt. Flohkot wird ebenfalls im Flohkamm gesehen. Man kann das Fell der Tiere auch auf nassem Löschpapier ausschütteln; dabei färbt der Flohkot (Blutreste) das Papier rotbräunlich.

Im Zweifelsfalle wird man bei Verdacht eine Flohtherapie anstreben; ein Behandlungserfolg zeigt danach die Richtigkeit der Verdachtsdiagnose. Eine Flohallergie kann zumindest beim Hund durch einen Intrakutantest oder Bluttest festgestellt werden.

© chalabala - Fotolia.com
© chalabala – Fotolia.com
BEHANDLUNG 

Flöhe sind aufgrund Ihrer Biologie (lange Persistenz, v.a. in der Umgebung des Tieres) und ihrer zunehmenden Resistenz gegenüber vielen Medikamenten schwer zu behandeln.

Bei Tieren, die sich im Haus aufhalten, ist es entscheidend, außer den Flöhen auf dem Tier auch die Jugendformen (Eier, Puppen, Larven) außerhalb der Tiere in ihrer Umgebung (Wohnung, Zwinger, Box) zu bekämpfen.

Eine Flohbehandlung würde also etwa wie folgt aussehen:

Behandlung der erwachsenen Flöhe auf dem Tier z.B durch Spot-on Präparate (Halsbänder, Puder und Schampoos besitzen z.Z keine ausreichende Wirksamkeit) . Es gibt Spot-on Präparate, die bis zu 12 Wochen lang eine gute Wirksamkeit aufweisen. Einige dieser Präparate besitzen ebenfalls eine Wirksamkeit gegen Zecken .

Verhinderung der Weiterentwicklung der Jugendstadien in der Umgebung des Tieres.

Dies kann durch Aussprühen oder Vernebeln von geeigneten Wirkstoffen in der Wohnung versucht werden (VORSICHT : Auch Menschen haben wochenlang Kontakt mit dem Medikament ). Eine gute, leider sehr arbeitsintensive Möglichkeit ist das Einbürsten von Borsalzen in den Teppichboden.

Diese Stoffe sind quasi ungiftig, relativ preisgünstig und wirken sehr lange (1Jahr !) rein physikalisch durch Austrocknen der Eier und Larven. Eine bequemere aber relativ teure Alternative ist die Behandlung der Tiere zusätzlich zum Adultizid mit Wirkstoffen, die verhindern, daß die Eier der Flöhe, die sich auf dem behandelten Tiere befanden, zum erwachsenen Floh heranreifen können (Wachstumsregulatoren).

Flohallergie

Bei Tieren, die eine Flohallergie aufweisen, ist neben einer konsequenten und langfristigen Eliminierung sämtlicher Flohgenerationen evt. zusätzlich eine Behandlung mit antiallergischen Präparaten notwendig.

Evtl. eine Bandwurmbehandlung durchführen. Eine konsequente Flohbehandlung wird über mindestens 6 Monate durchgeführt.

Alle diese Präparate zur Flohbekämpfung sind bei Ihrem Tierarzt erhältlich. Das für Sie günstigste Regime zur Eliminierung von Flöhen aus der Wohnung können Sie ebenfalls am besten zusammen mit einem Tierarzt bestimmen.

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