Grasmilben bei Hunden und Katzen

Grasmilben bei Hunden & Katzen – und jetzt?

Viele Hunde- und Katzenbesitzer kennen das Leid, dass ihre Tiere im Spätsommer und im Herbst mit den Grasmilben haben.

Im Volksmund heißt die Krankheit Erntebeiß, Augustpocken oder Augustbolzen.

hundewelpe

Die Grasmilbe, auch Herbstgrasmilbe oder Neotrombikula autumnalis ist ein Bodenbewohner. Die erwachsenen Parasiten ernähren sich von kleinen Arthropoden.

Sie sind auf der ganzen Welt verbreitet, ihr Erscheinen ist jedoch abhängig von der Jahreszeit. So findet man sie auf der nördlichen Erdhalbkugel in den Monaten April bis Oktober, auf der anderen Seite der Erde dagegen von November bis März.

Die Larven jedoch sind Wirbeltierparasiten , die die Haut anbohren und saugen. Neben Kleinsäugern können auch unsere Haustiere Hunde, Katzen, Kaninchen und der Mensch befallen werden.

Grasmilben sind unbeliebt.

Dies hat mehrere Gründe: die Larven dieser Tiere sind Parasiten. Meist befallen sie Mäuse, nicht selten aber auch Katzen und Hunde. Auch andere Säugetiere und sogar Menschen können von den Parasiten heimgesucht werden.

Beim Menschen sind vor allem die Knöchel und Achselhöhlen betroffen. Oft findet man ganze Nester von Grasmilbenlarven, vor allem an den Stellen, wo unsere Haustiere sie durch Lecken nicht erreichen können.

Die nur etwa 0,25 mm großen, sechsbeinigen orangefarbenen Larven befallen vor allem Stellen mit dünner Haut, dies sind bei Hund und Katze vorzugsweise :

  • Zwischenzehenhaut
  • Ellbogenbeuge
  • Ohrfalte
  • Ohrrand
  • Lidrand
  • Anus, Vulva
  • Bauch
  • Kopfbereich

Lebensraum der Grasmilbe

Die erwachsene Milbe lebt im Boden, bei Dürre, Frost und Regen bis zu 90 cm tief. Im Herbst schlüpfen die sechsbeinigen Larven. Sie folgen dem Licht und sammeln sich vor allem an mäßig feuchten Stellen in Wiesen und Gärten auf Grashalmen. Dort lauern sie besonders an warmen Tagen den vorbeimarschierenden Tieren / Menschen auf.

Die Larve saugt insgesamt 2-3 Tage, wobei sie auf das Mehrfache ihrer ursprünglichen Größe anschwillt. Anschließend läßt sie sich fallen, dringt in den Boden ein und entwickelt sich dort im Laufe der nächsten Monate über das Nymphenstadium zur erwachsenen Milbe.

Wie erkenne ich Grasmilben beim Hund?

Wenn man jedoch vermutet, dass Grasmilbenlarven vorhanden sein könnten, dann sollte man einfach ein weißes Blatt Papier in den Garten legen, die Larven werden dadurch angelockt und man kann sie darauf leicht entdecken, denn ihre Farbe ist ein leuchtendes orangerot.

Sie sind ca. 0,3 mm groß, unter einer Lupe kann man sehr gut ihren recht breiten Rückenpanzer und die zwei recht großen Doppelaugen erkennen. Wenn die Milben ausgewachsen sind, beträgt ihre Größe immerhin zwei Millimeter.

Was tun gegen Grasmilben beim Hund?

Es eignen sich Shampoos mit antiparasitären Wirkstoffen. Auch die gegen Flöhe und Zecken wirksamen Arzneimittel zeigen eine gewisse Wirkung. Sind die Symptome nur auf wenige Stellen begrenzt, kann man durch das Auftragen von entzündungshemmenden Arzneimitteln den örtlichen Juckreiz lindern.

Letzte Aktualisierung am 15.04.2021


In manchen Fällen wird, besonders bei hochempfindlichen Tieren, nur eine Behandlung mit juckreizstillenden Tabletten oder Injektionen während der ganzen Milbensaison helfen.

Die Herbstgrasmilbe legt ihre Eier üblicherweise auf moosigen Flächen und/oder auf Grashalmen ab.

Sind die Larven aus den Eiern geschlüpft, wandern sie an Grashalmen hoch und warten dort in einer bevorzugten Höhe von 5 cm bis 20 cm auf ein passendes Wirtstier.

Dies können alle möglichen Tiere sein: häufig sind es kleiner Nager, manchmal auch Vögel, Katzen, Hunde und Menschen.

Streift der Wirt an dem Grashalm vorbei, wechseln die Larven geschickt und schnell auf ihn über, um sich sofort an der Haut festzubeißen. Extra zu diesem Zweck haben sie starke Mundwerkzeuge entwickelt.

Doch damit nicht genug: sie sondern zusätzlich eine Art Speichelsekret ab, das dazu dient, die unteren Hautschichten des Wirtes zu lösen, damit sie an ihre eigentliche Nahrung kommen. Diese besteht aus Lymphe und Zellflüssigkeiten, jedoch nicht aus Blut.

Einmal auf dem Wirt festgesetzt, bleiben die Larven für einige Stunden und saugen sich voll. Wenn sie gesättigt sind, lassen sie sich kurzerhand abfallen und entwickeln sich über weitere Stadien zu erwachsenen Herbstgrasmilben.

Diese wiederum sind völlig ungefährlich und auch nicht lästig für Menschen, Katzen und Hunde.

Schadwirkung

Die Larve stößt ihre Haken durch die Haut. Der in die Wunde gedrückte Speichel löst die oberste Zellschicht auf. Die dabei entstehende Flüssigkeit wird aufgesaugt.

Erneute Speichelabgaben vertiefen die Wunde. Der abgegebene Speichel enthält Stoffe , die, vor allem beim Menschen, fürchterlich jucken. Aber auch manche Tiere leiden entsetzlich unter den Grasmilben. Dabei kratzen und lecken sie sich an den betroffenen Stellen derart, das großflächige blutige und krustige Veränderungen auftreten können.

Die meisten betroffenen Tiere haben diese Probleme jedes Jahr immer wieder. Soweit bekannt ist, werden von den einheimischen Grasmilben keine Krankheiten übertragen.

Wie äußern sich Grasmilben beim Hund?

Im typischen Fall ist ein Befall mit Larven der Grasmilben anhand der kleinen orangen blütenstaubähnlichen Auflagerungen leicht zu erkennen. Gerade aber bei den Tieren, die sehr stark unter den Parasiten leiden, das heißt Tiere, die sich extrem lecken, kratzen und beißen, sind die Spuren oft verwischt.

Aber die typische Lokalisation und die passende Jahreszeit (Juli bis Oktober) ermöglichen meist die Diagnose

Die Bekämpfung der Trombikulose kann durch Vorbeugung oder Behandlung erfolgen.

Wie wird man Grasmilben wieder los?Vorbeugung

Man sollte Wiesen mit Trombikulabefall meiden. Dies sind meist Kuhweiden, Hundewiesen, Wiesen auf denen sich oft Tiere aufhalten. Menschen sollten hochreichendes Schuhwerk tragen, Bodenkontakt vermeiden (Hinsetzen und Hinlegen). Im eigenen Garten den Rasen oft schneiden ( die Larven sitzen an der Grasspitze). Den Rasenschnitt nicht im Garten liegen lassen.

Der Abstand zwischen Rasen und Haus sollte mehr als 2 Meter betragen (Temperatur). Diese Maßnahmen sind bei Hunden und vor allem bei Katzen oft ausreichend wirksam. Jedoch sollte man auf keinen Fall den Tieren ihre gewohnte Bewegungsfreiheit vorenthalten !

Behandlung

Man muss nicht jedes Tier mit Herbstgrasmilbenbefall behandeln. Die Milben haben außer dem Juckreiz keine Schadwirkung und verschwinden ja von selbst wieder.

Zeigt ein Tier jedoch Juckreiz und sind Zeichen von selbstzugeführten Hautveränderungen vorhanden, muss man helfen.

Sind Grasmilben für den Menschen gefährlich?

Die Grasmilben übertragen keine Krankheiten, allerdings können ihre Bisse starken Juckreiz auslösen.

Weiterführende Informationen:

https://www.br.de/wissen/grasmilben-so-schuetzen-sie-sich-100.html

Herbstgrasmilben