Zeckenalarm in Deutschland

Vorsicht vor den Blutsaugern aus dem Unterholz
Keine Panik, aber Gefahr von Zeckenbissen ernst nehmen

Düsseldorf. Deutschland steht eine große Zeckenplage bevor. Damit rechnen Gesundheitsexperten angesichts steigender Infektionszahlen in Folge von Zeckenbissen.

So berichtet das Robert-Koch-Institut, dass sich zum Beispiel die Zahl der übertragenen Hirnhautentzündungen in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren verdoppelt habe.

Durch den milden Winter sei zudem mit einer erneuten Steigerung der Zeckenpopulation zu rechnen. Auf mögliche Gefahren durch Zeckenbisse machen deshalb zu Beginn der „Zecken-Saison“ die Apotheker in Nordrhein aufmerksam.

„Zunächst einmal besteht kein Grund zur Panik“, erklärt Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. Das gefährlichste Virus, das Zecken übertragen können, sei die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ein Verursacher der Hirnhautentzündung. „Nordrhein ist momentan kein Risikogebiet.

Die Gefahr gilt normalerweise nur für bestimmte Reisegebiete in Süddeutschland, Italien oder Österreich.“ Das heißt aber nicht, dass in Nordrhein kein Grund zur Vorsicht besteht. „

In unserer Region gibt es vor allem Zecken, die mittels Bakterien Borreliose übertragen können“, warnt der Pressesprecher. „Die Borreliose ist zwar bei weitem nicht so gefährlich wie FSME, aber unerkannt und unbehandelt kann auch sie zu massiven Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Hautentzündungen und Fieber führen.“

Entfernte Zecke
Entfernte Zecke

Spätestens wenn die Temperaturen wieder klettern, lauern die winzigen Blutsauger im Gras, im Gebüsch oder im Unterholz schattiger Wälder Menschen auf. Aber auch im eigenen Garten können sich die Tiere aufhalten.

Die Zecke wird durch Geruch auf ihr Opfer aufmerksam. Geht jemand an ihr vorbei, springt sie ab, wandert den Körper entlang und sucht sich geeignete Stellen zum Festsetzen. Besonders beliebte Körperregionen sind erwärmte oder verschwitzte Körperstellen, wie zum Beispiel die Kniebeuge oder der Nacken.

Nach dem Ausflug ins Grüne sollte man die Kleidung ausschütteln und den Körper nach Zecken absuchen, besonders an der Kopfhaut, den Ohren, in den Kniekehlen und dem Leistenbereich. Wird eine Zecke entdeckt, so sollte sie sofort mit einer Pinzette oder noch besser mit einer speziellen Zeckenzange entfernt werden. Die Apotheker in Nordrhein klären auf, wie eine Zeckenzange angewendet wird.

Die Zecke darf bei ihrer Entfernung aber nicht gequetscht oder mit Öl erstickt werden, ansonsten sondert sie noch mehr infizierenden Speichel ab. Die Bissstelle sollte genau beobachtet werden, so Katzenbach. Tritt in den folgenden Tagen eine ringförmige Rötung auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Mit Antibiotika sei die Borreliose-Krankheit sehr gut in den Griff zu bekommen.

Damit es erst gar nicht zu einem Stich kommt, sollten Spaziergänger auf den Wegen bleiben. „Geschlossene und eng anliegende Kleidung, feste Schuhe und eine Kopfbedeckung verhindern Zeckenbisse“, sagt Katzenbach.

Auch insektenabweisende Mittel können helfen. Die Apotheker in Nordrhein raten denjenigen, die in FSME-gefährdete Gebiete reisen, dringend zu einer Schutzimpfung. Eine Wiederauffrischung der Impfung ist alle drei Jahre notwendig.

Informationen zum Thema Zeckenbiss, Borreliose, FSME (Übersichtskarte der FSME-gefährdeten Gebiete):

 www.borreliose-bund.de

 www.zecken.de

und beim Robert Koch-Institut

FSME-Impfung:

Bei der FSME-Impfung werden abgeschwächte Krankheitserreger gespritzt. Sie bewirken eine Antikörperbildung gegen FSME-Viren.

Sicherer Schutz vor FSME ist erst nach drei Impfungen zu erwarten. Der Erstimpfung sollte ein bis drei Monate später eine zweite folgen. Die dritte Impfung gibt es neun bis zwölf Monate nach der zweiten.

Soll der Impfschutz aufrecht erhalten werden, muss die Impfung alle drei Jahre aufgefrischt werden. Eine FSME-Impfung wird allen empfohlen, die in einem FSME-gefährdeten Bezirk wohnen oder dorthin reisen.

Quelle: http://www.presse-service.de