Mäusegerste quält Hunde

Aktualisiert Juli 20th, 2019

Mäusegerste (Hordeum murinum)
Widerliche Widerhaken – Mäusegerste

Die Mäuse-Gerste war Aufhänger für einen Artikel in der Welt.
http://www.welt.de/print/wams/wissen/article130093187/Fuhrs-Hund.html

Fuhrs Hund – der Leidtragende – hatte sich eine Granne „eingefangen“.

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Anzutreffen ist die Wildform der Gerste am Wegesrand,innerhalb der Stadt auch unter Bäumen und zwischen Steinen. In Notzeiten wurde die Mäusegerste zu Mehl verarbeitet, heute gilt sie allgemein als Unkraut.

Viele Hunde haben ebenfalls schon, die oft schmerzhafte, Bekanntschaft mit der Mäusegerste machen müssen.

Im Herbst, wenn die Grannen der Mäusegerste ausreifen und sich verhärten, ist für Hundehalter die Zeit der regelmässigen Kontrolle nach dem Spaziergang mit dem Hund gekommen.

Warum die Grannen der Mäusegerste so gefährlich für unsere Hunde sind.

Die Grannen der Mäusegerste bohren sich in die Pfoten oder auch weichen Hautstellen wie Genitalbereich, Nase, Achseln, Augenlider, und beginnen dann zu wandern.

An den feinen Grannenhaaren befinden sich winzig kleine Widerhaken, die sich sehr gut in den verschiedensten Geweben verhacken können. Durch ihre Ausrichtung können sie auch im Gewebe weiterwandern.

Zum Leidwesen unserer Haustiere, ist das das Fell von Hund und Katze besonders geeignet dazu.

Einmal festgehakt, können die lästigen Grannen nicht abgeschüttelt werden. So verfangen Sie sich beim Durchstöbern und Schnüffeln während des Spazierganges im Fell, in den Augen oder an den Pfoten der Hunde.

Vor allem langhaarige Hunde bringen von einem Spaziergang häufig gleich mehrere Grannen mit nach Hause. Deshalb sollten bei langhaarigen Hunden, die langen Haare zwischen den Zehen und an der Innenseite der Ohren geschnitten werden, um das Anhaften der Grannen zu verhindern

Dabei lösen sie in den betroffenen Partien teils schwere Entzündungen aus. Die Grannen können dann nur noch operativ entfernt werden.

Vorbeugung:

Untersuchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang, besonders den Bereich um die Pfoten und das Fell. Beim Stöbern fängt Bello sich die Grannen ein und die haften wirklich wie „die Kletten“.

Halten sie den Bereich um die Pfoten möglichst frei von Haaren. So können sich dort keine Grannen verfangen und sie erkennen sie auch leichter.

Symptome:

Diese unscheinbaren Grannen können schlimme Folgen für den Hund haben, denn beim Herumstöbern tauchen Hunde ihren Kopf häufig recht tief in das hohe Gras.

Dabei kann es passieren, dass eine spitze Granne der Mäusegerste direkt in die Lidspalte eindringt.

Der Körper reagiert erst nach einer Weile auf diesen Eindringling und lässt dann die Bindehaut stark anschwellen, oftmals so heftig, dass das darunter liegende Augen nicht mehr zu erkennen ist.

Die eingedrungene Granne verschwindet unter der Bindehaut und ist von außen nicht mehr sichtbar. Die Tiere reiben mit den Pfoten am geschwollenen Auge und lassen sich meist nicht mehr am Kopf berühren.

Aber auch Nasen und Ohren sind durch diese kleinen Pflanzenteile gefährdet. Dringen sie in die Nase ein, verursachen sie heftige Niesattacken und blutigen Ausfluss aus dem betroffenen Nasenloch.

Ins Ohr eingedrungene Grannen gelangen durch heftiges Schütteln des Hundes in den Gehörgang und verursachen dem Tier starke Schmerzen.

Die Tiere halten den Kopf schief und versuchen immer wieder durch ein Schütteln des Kopfes den Lästling loszuwerden. Leider wird durch eben dieses Schütteln die Granne immer weiter in den Gehörgang geschüttelt und kann mit ihrem spitzen Ende sogar das Trommelfell durchstoßen.

Die Grannen der Mäusegerste haben extrem spitze Enden, die sich ohne weiteres in die Zwischenzehenhaut bohren können. Durch fortlaufende Bewegungen wandern die Grannen immer weiter in das Gewebe und führen zu lokalen Entzündungen.

Äußerlich ist dies kaum zu erkennen, in den meisten Fällen sieht man eine leichte Schwellung und eventuell eine winzige Öffnung. Der Hund belastet die Pfote häufig nicht und leckt an der betroffenen Stelle.

Aber auch in die Achselfalten, Kniefalten und sogar im Genitalbereich bohren sich die Grannen unter die Haut. Instinktiv lecken die Hunde an diesen Stellen, was zu nässenden Entzündungen führen kann.

In extremen Fällen muss die Granne unter Narkose entfernt werden.

Behandlung:

Suchen Sie auf jeden Fall einen Tierarzt auf. Er wird die eingedrungene Grannen operativ entfernen. Der Hund muss dafür in der Regel in Narkose gelegt werden.

Je länger sie warten umso heftiger kann die Entzündung werden.