Hundekrankheiten erkennen und richtig reagieren

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Die Haltung des kranken Hundes

Damit ein erkrankter Hund möglichst schnell wieder gesund wird, benötigt er neben der schnellen und richtigen medizinischen Behandlung auch möglichst viel Unterstützung und liebevolle Anteilnahme durch „seine“ Menschen.

Neben der Medizin sorgen vor allen Dingen Ruhe, Wärme, Verständnis und sehr viel Liebe von seinen Menschen für eine rasche Genesung.

Bei der Pflege und der Haltung eines kranken Hundes müssen sie immer beachten, dass die meisten Hunde ihre Erkrankung eher herunterspielen. Sie „stellen sich nicht an“ und möchten auch nicht geschont werden.

Nur bei ganz wenigen Ausnahmen geniessen die erkrankten Tiere die vermehrte Aufmerksamkeit. Gleichwohl ist ein kranker Hund immer auch ein unglücklicher Hund, da er nicht mehr ohne gewisse Einschränkungen am normalen Leben „seiner“ Familie teilnehmen kann, was er als besonders schlimm empfindet.

Kann oder darf der kranke Hund nicht laufen, können sie, sofern er nicht von selber die Ruhe vorzieht, sein Körbchen an einen Platz stellen, wo sich zum grössten Teil das Familienleben abspielt.

Nur bei einigen Krankheiten des Bewegungsapparates, wie etwa einem Bruch, ist es unbedingt notwendig, dem Patienten die Ruhe eines Krankenlagers zu verordnen. In den allermeisten Fällen wird er auch mit Schmerzen, Schwäche, Hunger oder Durst zumindest ein wenig umherlaufen wollen.

Wichtig bei der ganzen Sache ist, dass sie ihren Hund nicht wie einen Todkranken ansprechen, denn er würde sehr wohl ihre Sorge um ihn spüren und dann selber ängstlich werden.

Normalerweise ist das gewohnte Körbchen auch das ideale Krankenlager. Falls es unter Umständen zu klein ist, müssen sie eine neue Kiste oder einen anderen Korb nehmen, dabei sollten sie ihrem Hund aber das ihm vertraute Kissen und seine Lieblingsdecke lassen.

Falls nicht spezielle Diätvorschriften dem entgegenstehen, stellen sie die Futterschüssel und den Trinknapf direkt daneben. Fragen sie ihren Tierarzt danach, wie sie es mit der Bewegung, auch und vor allem an der frischen Luft halten sollen. Sprechen keine ernsthaften medizinischen Gründe dagegen, sollten sie ihrem Hund seinen gewohnten Auslauf, evtl. etwas eingeschränkt, ermöglichen.

Im Zweifelsfall lassen sie den Patienten entscheiden: Drängt er nach draussen, so sollten sie ihm auch den Auslauf ermöglichen. Als Lauftier freut er sich nämlich den ganzen Tag auf seine mehrmaligen täglichen Spaziergänge, die zuweilen ja auch seine einzigen Lebensinhalte sind, wenn beispielsweise die eigenen Kinder schon aus dem Haus sind und man selbst berufsbedingt nur abends zuhause ist, sodass ihr Hund den grössten Teil des Tages alleine verbringen muss.

Vielleicht finden sich ja in ihrer Nachbarschaft einige Kinder, die gegen ein geringes Taschengeld regelmässig mit ihrem Hund „Gassi gehen“ wollen. Auf gar keinen Fall sollten sie aus übertriebener Fürsorge auf die täglichen Spaziergänge verzichten, da dies die Heilung ihres Hundes eher behindert als fördert. Zudem kann es bei fehlender gewohnter Bewegung leicht zu unangenehmen Verstopfungen kommen.

Geben sie dann etwas Speiseöl dem Futter zu, nachdem sie sich bei ihrem Tierarzt nach der für ihren Hund angemessenen Menge erkundigt haben, um dem vorzubeugen.

Wenn neben dem erkrankten Tier noch andere Hunde in ihrer Familie leben, hat sich in diesem Rudel bereits eine ganz natürliche Hierarchie gebildet, in welche sie sich nur bei ganz besonderen Umständen einmischen sollten. Eine Erkrankung eines Hundes kann solch eine spezielle Situation sein.

Normalerweise werden die anderen Hunde die Krankheit ihres Artgenossen gar nicht gross zur Kenntnis nehmen oder ansonsten allerhöchstens besonders sorgsam mit ihm umgehen.

Leider kann es jetzt aber auch passieren, dass einer aus dem Rudel nun seine Position in der Hierarchie verbessern will, indem er den erkrankten Hund ständig ärgert und sich Frechheiten erlaubt, die er sich bei einem völlig gesunden Gegenüber nicht herausnehmen würde. So will er dem erkrankten Hund zeigen, dass er jetzt in der Rangfolge über ihm steht.

Dies dürfen sie auf gar keinen Fall dulden, da das erkrankte Tier durch ein solches Verhalten sehr leidet und sein Gesundungsprozess dadurch auch empfindlich gestört wird.

Zudem würden dann nach der Genesung des erkrankten Hundes wieder mehr oder weniger heftige Rangordnungskämpfe stattfinden.

Zwar treten solche Fälle nur sehr selten auf, trotzdem hilft in solch einem Fall nur die räumliche Trennung der „Konkurrenten“. Lassen sie dabei den kranken Hund an seinem angestammten Platz und sperren sie den anderen Hund vorübergehend weg.

Allerdings macht es überhaupt keinen Sinn, diesen Hund jetzt auszuschimpfen oder ihn gar zu bestrafen, da er gar nicht verstehen würde, was sie jetzt von ihm wollen. Für ihn sind solche ständigen Kämpfe, auch und gerade mit erkrankten und/oder geschwächten Konkurrenten um die Position des einzelnen Hundes im Rudel etwas völlig natürliches.

Die Fütterung des kranken Hundes

Erkranken Hunde, verlieren sie sehr häufig auch ihren Appetit. Nötigen sie ihnen in so einem Fall kein Futter auf und unterlassen sie auch jede Art von Zwangsernährung.

© Willee Cole - Fotolia.com
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Stattdessen stellen sie immer eine kleine Menge des gewohnten Futters und frisches Trinkwasser an seinen angestammten Platz bereit. Falls ihr Hund das Futter nicht anrührt, räumen sie es einfach ohne jeden Kommentar weg.

Obwohl Konsequenz, besonders beim Thema Futter, das A und O in der Erziehung eines Hundes ist, dürfen sie ihren kranken Hund, selbstverständlich nach Rücksprache mit dem Tierarzt, auch mal vorübergehend verwöhnen.

Allerdings sollten sie nicht den Fehler machen, mit einer Futtersorte zu beginnen, die in der allgegenwärtigen Werbung als ganz besonders lecker und gesund angepriesen wird, sich in der Realität jedoch als einfach unverhältnismässig teuer im Vergleich zu gleichwertigen Produkten herausstellt. Es besteht die grosse Gefahr, dass sich der Hund dann daran gewöhnt hat und später gar nichts anderes mehr fressen will.

Die normale Kost bei einem kranken Hund, die sogenannte „Krankenkost“ besteht aus einer kleinen Menge des gewohnten Futters. Auf gar keinen Fall sollten sie einen kranken Hund überfüttern, besonders dann nicht, wenn er in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Verdauungsprobleme, hartnäckige Verstopfungen oder Bauchgrimmen könnten die Folge sein.

Fehlt dem Hund sein gewohnter Auslauf, können sie dem Futter eine gewisse Menge Speiseöl zugeben. Fragen sie dazu ihren Tierarzt nach der für ihren Hund angemessenen Menge. Für den Hund ist es auch sehr gut, wenn er häufiger als normal mit dafür entsprechend kleineren Mengen Futter versorgt wird. So wird der Verdauungsapparat nicht zu sehr überlastet und der Hund hat ganz nebenbei eine regelmässige Beschäftigung, die ihn bei guter Laune hält.

Falls die Krankheit ihres Hundes eine spezielle Diät erforderlich macht, sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Es kann dann je nach Krankheitsbild ein besonders energiereiches Futter benötigt werden oder aber ein totales Fasten kann erforderlich sein.

Dies ist beispielsweise besonders wichtig bei den häufig vorkommenden Nierenerkrankungen, bei der Zuckerkrankheit oder der am häufigsten vorkommenden Hundekrankheit – der Fettsucht! Sie stellt zudem noch einen grossen Risikofaktor bei Erkrankungen am Herzen wie etwa der Angina Pectoris dar.

Deswegen ist hier eine Diät zur Abmagerung ganz besonders angebracht. Glücklicherweise sind Hunde in der Wahl ihres Futters nicht ganz so eigensinnig wie Katzen. Gleichwohl hat eine Diät natürlich nur dann den gewünschten Erfolg, wenn sie vom Hund auch angenommen wird.

Auch wenn die Diät dem Hund nicht schmecken will und er lieber fastet, als das ungewohnt schmeckende Futter zu fressen, darf man ihm seinen Eigensinn in diesem Fall keinesfalls durchgehen lassen. Fasten ist zwar manchmal sehr nützlich, manchmal aber eben auch überhaupt nicht.

Also sollten sie versuchen, das Diätfutter in regelmässig ansteigenden Mengen dem gewohnten Futter unterzumischen.

Sehr wichtig: Handelt es sich bei seinem gewöhnlichen Futter auch um Trockennahrung, sollten sie das Futter nach dem untereinandermischen gründlich anfeuchten.

So geht ein Geschmack in den anderen über und der Hund wird sich mit der Zeit daran gewöhnen, anstatt die trockenen Brocken des Diätfutters sorgsam aus dem anderen Trockenfutter herauszuklauben. Im Tierfachhandel erhalten sie unter verschiedenen Namen die gebräuchlichsten Diätfuttermittel.

Da es für verschiedene Krankheitsbilder auch jeweils verschiedene Diäten gibt, lassen sie sich zur Vorsorge vom Tierarzt beraten. Er wird mit Sicherheit am besten wissen, was ihrem Hund fehlt und welche Diät für ihn in Frage kommt.

Zur besseren Übersicht folgt hier eine kleine Auflistung, welche Diäten es mittlerweile für Hunde gibt und in welchem Fall sie angeraten sind:

  • Die Aufbaudiät, notwendig zur Unterstützung nach allgemeinen schweren Erkrankungen.
  • Die Diabetes-Diät, zur Unterstützung bei einer Insulin-Behandlung.
  • Die Herzdiät, notwendig zur Unterstützung bei Herzerkrankungen.
  • Die Hypoallergene Diät, zur Unterstützung bei Futtermittelallergien.
  • Die Leberdiät, zur Unterstützung bei Leberschäden.
  • Die Nierendiät, notwendig bei Niereninsuffizienz.
  • Die Reduktionsdiät, unbedingt notwendig zur Unterstützung bei Fettsucht.
  • Die Schonkost, notwendig bei empfindlichen Magen oder Darm.
  • Die Senioren-Diät, zur Unterstützung für alte Tiere.

Die Wahl des richtigen Tierarztes

Falls sie mit ihrem neuen Hund bisher noch nie bei einem Tierarzt gewesen sind, scheuen sie sich nicht, andere Hundebesitzer nach ihren Empfehlungen zu fragen.

© Christoph Hähnel - Fotolia.com
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Jeder Hundehalter benötigt einen Tierarzt, denn selbst bei stabilster Gesundheit ihres Vierbeiners sind immer wieder regelmässige Impfungen und Wurmkuren notwendig. Ideal wäre es, wenn der Tierarzt ihren Hund ein ganzes Leben lang betreut.

So kennt er mit der Zeit alle Besonderheiten und kann dann viel besser darauf reagieren, als ein Veterinär, der ihren Hund überhaupt nicht kennt. Ausserdem hat ein Haustierarzt alle relevanten Daten ihres Hundes gespeichert, wie etwa die durchgeführten Impfungen, Erkrankungen, Laborbefunde und die ihrem Hund verordneten Medikamente.

Er kennt ihren Hund mit Namen und hilft ihm alleine dadurch schon, Ängste abzubauen. Einen Tierarzt, der nur bei Grosstieren praktiziert, können sie eigentlich nur in dringenden Notfällen um Hilfe bitten. Er wird im Notfall auch ihr Tier versorgen und ihnen raten, wie sie die Behandlung am besten fortsetzen. Nach Vereinbarung eines Termins führt er auch die üblichen Impfungen durch.

Es gibt mittlerweile aber auch schon Grosstierpraktiker, die regelmässige Sprechstunden für Kleintiere abhalten. Auch dort ist das Interesse am Wohl ihres Tieres gross und die fachliche Qualifikation ist auch meist ganz ausgezeichnet.

Wenn sie allerdings in der Stadt leben, ist es wichtig, einen Tierarzt möglichst in der Nähe ihres Wohnortes auszuwählen. Kleintierpraktiker haben ihre Praxis überwiegend in der Stadt und halten dort regelmässige Sprechstunden ab.

Hausbesuche finden in der Regel gar nicht statt und wenn doch, dann nur in ganz dringenden Fällen. Durch die Nähe der Praxis zu ihrer Wohnung ersparen sie ihrem Hund im Notfall lange Anfahrtszeiten. Zudem sollten sie bedenken, dass es immer noch weitaus billiger für sie ist, mit dem Taxi zur Praxis des Tierarztes zu fahren, als die Rechnung für einen Hausbesuch zu bezahlen, bei dem der Arzt auch erst noch herumfahren muss, um ihre Wohnung zu finden.

Trotzdem ist es natürlich auch sehr wichtig, dass der Tierarzt auch ihnen sympathisch ist und sie das Gefühl haben, dass sie ihm voll vertrauen können. Nach Möglichkeit sollten sie darauf achten, ob der Arzt geduldig und liebevoll mit den Tieren umgeht, aber dass wird auch ihr Hund später von selbst spüren. Mit Unterstützung von geschickten Praxishelfern wird auch der frechste und lauteste Hund im Sprechzimmer des Tierarztes normalerweise sehr schnell lammfromm und dadurch auch viel leichter zu behandeln.

Würde man den Hund zuhause in seinem gewohnten Umfeld behandeln, würde er sich wehren, weil er glaubt, er müsse jetzt unbedingt sein angestammtes Revier verteidigen.

Falls es also irgendwie möglich ist, bringen sie ihren Patienten zur Tierarztpraxis und verzichten sie auf Hausbesuche, die eh nur ihren Geldbeutel sehr stark belasten. In Deutschland gibt es neben tierärztlichen Hochschulkliniken mittlerweile auch zahlreiche Tierkliniken, die sich vorwiegend auf die Behandlung von Kleintieren und Pferden spezialisiert haben.

Für ihren erkrankten Hund bieten diese Kliniken den unschätzbaren Vorteil, dass sie ihren Hund nach einem grösseren Eingriff zur Nachbehandlung dort lassen und nach einer angemessenen Genesungszeit wieder abholen können. So ersparen sie sich nicht nur Unruhe und Hektik im eigenen Haushalt und jede Menge Sorgen. Ihr Hund wird dort nach einer Operation mit Infusionen, Wärmelampen und anderen modernen Techniken versorgt, die sie ihm bei sich zu Hause niemals bieten könnten.

Dies ist besonders bei grossen Eingriffen lebenswichtig. Nach kleineren Eingriffen ist es aber immer noch am besten, wenn ihr Hund sich in seinem gewohnten Heim auskurieren kann, anstatt sich in ungewohnter Umgebung noch zusätzlich mit Heimweh zu plagen.

Neben diesen Tierärzten gibt es noch den sogenannten Amtstierarzt. Er hat keine eigene Praxis, sondern macht die Lebensmittelüberwachung auf Schlachthöfen, ist für den Tierschutz zuständig und tritt beispielsweise dann in Aktion, wenn ein Hundezüchter angezeigt wurde, der seine Tiere nicht artgerecht hält.

In enger Zusammenarbeit mit den Tierschutzvereinen sorgt er dann dafür, dass die Hunde ein artgerechtes neues Zuhause erhalten. Der Amtstierarzt bekämpft auch die gravierendsten Tierseuchen, jeder Seuchenverdacht muss ihm sofort gemeldet werden und er entscheidet dann über die Massnahmen, die zu treffen sind.

Zudem ist er auch allein zuständig, wenn es beispielsweise um den Verdacht einer vorliegenden Tollwut geht. Gehen sie so bald wie möglich mit ihrem neu ins Haus gekommenen Hund zum Tierarzt. So kann ihr Hund den Arzt bereits kennenlernen, ohne das er Schmerzen hat oder Hilfe benötigt. Dadurch wird ihr Hund viel weniger Angst haben und ihr Tierarzt kann gleichzeitig einen genauen Zeitplan für die notwendigen Impfungen und Entwurmungen machen.

Normalerweise sollte ein ansonsten gesunder Hund einmal jährlich zum Tierarzt gebracht werden, zum einen wegen der jährlichen Impfungen, zum anderen wegen der Gesundheitsvorsorge. Ältere Hunde sollte sich der Tierarzt zweimal im Jahr ansehen. Wenn sie mit ihrem Hund zum Tierarzt gehen, dürfen sie auf keinen Fall den Impfpass vergessen. Ist ihnen etwas ungewöhnliches im Kot oder im Erbrochenen des Hundes aufgefallen, sollten sie ausserdem davon Proben mitbringen.

Da alles Ungewöhnliche und jede Verhaltensänderung für eine korrekte Diagnose von grösster Wichtigkeit sein kann, sind hier einige Fragen aufgelistet, die sie dem Arzt auf jeden Fall beantworten sollten:

  • Wieviel trinkt der Hund?
  • Frisst er normal, oder verweigert er das Futter?
  • Kann er urinieren und koten, wann war das letzte Mal?
  • Welche Beschaffenheit hat der Kot oder der Harn?
  • Ist Blut im Harn oder Kot? Erbricht der Hund, wie sieht das Erbrochene aus (nehmen sie eine Probe mit!)?
  • Hustet der Hund und wie klingt der Husten?
  • Hat der Hund Schmerzen bei der Bewegung oder beim Aufstehen?

Denken sie bei der Erziehung ihres Hundes auch unbedingt daran, was er bei einer tierärztlichen Untersuchung alles über sich ergehen lassen muss. Deshalb sollten sie ihren Hund sehr frühzeitig daran gewöhnen, das Maul zu öffnen und die Lefzen hochzuziehen.

Ein gut erzogener Hund lässt sich auch einzeln die Pfoten hochheben und die Ohren untersuchen. So können sie ihn dann hoffentlich ohne grosse Probleme auf den Untersuchungstisch stellen.

Hilfreich ist natürlich auch hier, wenn der Arzt den Hund schon gut kennt und ihn gegebenenfalls beruhigen kann.

Um dem Hund aber die allerletzte Angst zu nehmen, müssen auch sie unbedingt anwesend sein. Der Tierarzt wird dann bei seiner Untersuchung den Zustand des Hundes beurteilen, indem er auf äusserlich sichtbare Anzeichen einer Erkrankung achtet, den Hund abtastet, sein Gewicht und sein Aussehen überprüft und nach empfindlichen oder schmerzhaften Stellen am Körper des Tieres sucht.

Zu einer normalen Untersuchung gehört ausserdem, dass der Tierarzt die Temperatur des Hundes misst, den Bauch abtastet, um so die Grösse, Lage und Zustand der wichtigsten inneren Organe zu erfühlen. Weiterhin wird er Lungen und Herz des Hundes mit dem Stethoskop abhören oder diese beiden Organe durch Beklopfen des Brustkorbes mit der Fingerspitze untersuchen.

Er wird dann auch das äussere Ohr auf eventuell vorhandene Erkrankungen hin untersuchen sowie andere Körperbereiche wie Pfoten, Genitalien, Anus und Bauchdecke überprüfen. Schliesslich wird er sich die Augen, die Nase und die Maulhöhle ansehen. Er zieht dabei das Augenlid nach unten, um so die Farbe der Bindehaut zu überprüfen.

Dann wird er dem Hund das Maul öffnen, um so den Zustand der Zähne, des Zahnfleisches, der Zunge und des Rachens zu untersuchen. Falls dies alles immer noch nicht genügt, um eine sichere Diagnose zu stellen, wird der Tierarzt eventuell vorschlagen, speziellere Untersuchungen oder besondere Methoden der Diagnose anzuwenden.

Transport eines kranken Hundes

Wichtig ist, dass sie den Hund nach einem Unfall als erstes anleinen, damit er nicht im Zustand eines Schockes entweichen kann. Zudem ist beim Umgang mit einem Unfallhund immer Vorsicht geboten, denn auch der normalerweise sanfteste Hund kann nach einem Unfall einmal kräftig zubeissen.

Das geschieht entweder bei starken Schmerzen oder lässt sich auf die allgemeine Verwirrung des Tieres in dieser Ausnahmesituation zurückführen. Nach einem Unfall sollte der Hund möglichst schonend, aber doch so schnell wie möglich zum nächsten Tierarzt gebracht werden.

Kann der Hund noch ohne Schmerzen gehen und liegen keine starken Blutungen oder offene Wunden vor, lässt man ihn zumindest bis zum Transportauto selber laufen.

Durch diese Ablenkung werden der unvermeidliche Schock des Unfalls sowie die damit verbundene starke nervöse Anspannung für das Tier gelindert. Ist der Hund nicht mehr in der Lage, selbst zu gehen, wird man als erstes die Notversorgung sicherstellen, d.h. offene Wunden werden mit sauberen Tüchern abgedeckt, ebenso Wunden mit Sickerblutungen.

Stark blutende Gliedmassen werden mit einem Druckverband versehen, ebenso pulsierende Blutungen. Bei diesen ist es aber noch zusätzlich notwendig, das betroffene Gliedmass oberhalb der Wunde abzubinden. Damit das Bein aber nicht abstirbt, muss der Druckverband jede Viertelstunde gelockert werden.

Hat der Hund einen Schock, den man an einem schnellen und flachen Atem, einem schwachen Puls, starren Pupillen und kalten Gliedmassen sowie an einem Zusammenbruch erkennen kann, muss man den Hund auf die Seite legen, ihn warm halten und den Kopf tiefer als den Körper lagern.

Einen kleinen Hund transportiert man dann auf dem ihm vertrauten Arm, wobei noch zusätzlich eine warme Decke untergelegt werden sollte. Grössere Hunde sollte man auf keinen Fall mit mehreren Personen anheben, denn dies wird ihm so gut wie immer starke Schmerzen bereiten. Dagegen wird er sich dann sträuben und schlimmstenfalls wild um sich beissen.

Da Tragen nur in den seltensten Fällen zur Verfügung stehen werden, muss man sich in solch einem Fall mit einer grossen, stabilen Decke behelfen, welche dem Unfallopfer zunächst vorsichtig untergeschoben wird.

Anschliessend heben mindestens zwei Personen den Hund mitsamt der Decke vorsichtig an und legen ihn auf die Rückbank des Autos.

Im Zeitalter der Handys wird sich mit Sicherheit jemand finden, der den Tierarzt oder die Tierklinik anrufen kann, damit man dort bereits alle notwendigen Vorbereitungen treffen kann und so keine wertvolle Zeit verloren geht. Wenn sie beim Tierarzt angekommen sind, tragen sie den Hund nicht gleich hinein, sondern benachrichtigen sie zunächst den Arzt oder sein Personal.

Es könnte ja sein, dass der Hund dort nicht adäquat behandelt werden kann und zu einer Spezialklinik weitertransportiert werden muss oder vielleicht auch eine Akutversorgung im Auto notwendig ist. Auf jeden Fall ist es immer besser, wenn das Hineintragen des Hundes von geschultem Personal erfolgt.

Jeder Hund ist nach einem Unfall hochgradig aufgeregt. Spüren sie dann in ihrer Umgebung Hektik und Angst, steigert sich diese Aufregung enorm. Andererseits beruhigt sich der Hund auch sehr schnell wieder, wenn er fachgerecht behandelt und versorgt wird.

Man sollte deswegen zwar beruhigend auf den Hund einreden, ihn aber keinesfalls bedauern oder gar beweinen. Wer selber stark nervös ist, hat in der Umgebung eines verletzten Hundes nichts zu suchen und muss sich im Interesse des Patienten von ihm fernhalten.

Wichtige Informationen, die sie dem behandelnden Tierarzt geben sollten:

  • Eine genaue Beschreibung des Unfallherganges mit zeitlichem Ablauf.
  • Wie hat sich der Hund nach dem Unfall verhalten?
  • Konnte er noch von selbst ungestört laufen?
  • Auf welchem Bein/welchen Beinen lahmte er?
  • Aus welchen Körperöffnungen/Wunden hat er geblutet?
  • Welche Erste-Hilfe-Massnahmen wurden durchgeführt?
  • Welche Vorerkrankungen sind bekannt?