Hund Epilepsie

Hat mein Hund Epilepsie?

Auch Hunde können unter Epilepsie leiden. Dabei unterscheiden die Tierärzte grundsätzlich zwischen mehreren unterschiedlichen Ursachen.

Bestätigen wird der Tierarzt eine Epilepsie beim Hund erst dann, wenn er alle anderen möglichen Erkrankungen ausschließen kann.

Die idiopathische Epilepsie des Hundes
  • Andrea Fischer, Konrad Jurina, Kai Rentmeister, Andrea Tipold, Thilo von Klopmann
  • Herausgeber: Enke
  • Auflage Nr. 1 (06.11.2013)
  • Taschenbuch: 120 Seiten

Letzte Aktualisierung am 18.12.2018


Was bedeutet Epilepsie beim Hund konkret?

Ausgelöst wird die Epilepsie beim Hund durch eine Über-Erregung von Nervenzellen im Gehirn des Tieres. Dadurch bedingt kommt es zu Krämpfen.

Von einer primären Epilepsie sprechen Tierärzte, wenn es sich um eine erblich bedingte Krankheit handelt.

Einige Rassen sind davon häufiger betroffen: Collies, Beagles, Boxer, Golden und Labrador Retriever gelten als besonders gefährdet. Man geht davon aus, dass gerade bei diesen Rassen die Nervenzellen sehr viel leichter erregbar sind. Als Folge davon können Krämpfe auftreten.

In den meisten Fällen treten erste Anzeichen für epileptische Krämpfe schon recht früh auf. Im Alter von einem bis zu fünf Jahren wird oft der erste Krampf beobachtet. Es versteht sich von selbst, daß man mit den betroffenen Tieren keineswegs züchten sollte, weil man stark von einer Vererbung ausgehen sollte.

Es gibt auch die sogenannte sekundäre Epilepsie beim Hund. Hier ist jedoch eine andere Erkrankung der Auslöser für die Epilepsie. Häufig genannt werden Erkrankungen der Leber oder der Nieren des Hundes. Diese Organe sind wichtig für die Entgiftung und Reinhaltung des Blutes. Versagen sie, dann führt dies dazu, dass Giftstoffe bis ins Hirn gelangen und dies wiederum kann Epilepsie zur Folge haben.

Auch Entzündungen im Hirnbereich, Probleme der Herzfunktion oder des Kreislaufsystems sowie Vergiftungen können Auslöser für eine Epilepsie sein.

Mitunter stellt man bei jungen Hunden eine Missbildung von Lebergefäßen fest. Dabei kommt es zu einer Verbindung zwischen Gefäßen, die im Normalfall getrennt sind. Eine Folge davon sind Flüssigkeitsübertritte. Diese Fehlfunktion wird in der Medizin „Shunt“ genannt. Dieser Fehler führt dazu, daß die Leber nicht – wie vorgesehen – Giftstoffe ausreichend aus dem Blut filtert.

Wenn diese Giftstoffe sich dann im Gehirn anreichern, kann dadurch bedingt eine Epilepsie auftreten.

Weitere Ursachen für Epilepsie sind Tumore, ein unausgewogener Wasserhaushalt und diverse Gehirnerkrankungen. Gehen Sie beim geringsten Verdacht auf Epilepsie beim Hund zum Tierarzt und lassen dort eine zuverlässige Diagnose stellen.

Woran erkenne ich, daß mein Hund Epilepsie hat?

Typisch für eine Epilepsie ist folgende Situation: der Hund liegt auf seiner Seite. Er reagiert überhaupt nicht auf Ansprache und bewegt seine Beine rudernd. Die Augen sind verdreht, der Hund ist apathisch. Es kommt zu Streckkrämpfen. Häufig wird beobachtet, daß er Kot und/oder Urin verliert und übermäßig speichelt.

Solche Krämpfe können sehr kurz sein, aber auch länger dauern. Wenn der Krampf abklingt, ist der Hund eine zeitlang danach immer noch verwirrt und kaum ansprechbar. Meist wirkt er sehr erschöpft und auch vollkommen orientierungslos.

Es gibt auch weniger typische Krampferscheinungen, z. B. wenn der Hund sich merkwürdig auffällig verhält. So kann das Tier unkontrolliert im Kreis laufen oder nach unsichtbaren Insekten schnappen. Es kommt auch vor, daß ein Hund lange in die Luft starrt oder jemanden anbellt, der überhaupt nicht da ist.

Manchmal kündigt sich ein epileptischer Krampf sehr deutlich an. Der Hund verändert sein typisches Verhalten. Er ist entweder besonders anhänglich oder ängstlich (in Situationen, in denen er das normalerweise nicht ist). Ein fürsorglicher Hundehalter wird sofort bemerken, wenn mit seinem Hund etwas „nicht stimmt“

Falls Sie Anzeichen erkennen, daß ein epileptischer Krampf droht, sollten Sie das Tier beruhigen, denn dadurch kann möglicherweise der Anfall abgeschwächt werden.