Ein dicker Hund lebt ungesund!

Seit einigen Jahren ist eine besorgniserregende Zunahme an übergewichtigen Zeitgenossen zu beobachten. Dies gilt sowohl für Menschen als auch für Hunde. Immer häufiger begegnet man Hunden, die eindeutig zu viel Gewicht mit sich herumschleppen.

Die Entwicklung hin zu mehr Gewicht macht auch vor dem 4-beinigen Freund des Menschen nicht halt.

Wie beim Menschen auch, kann es recht zahlreiche Gründe für diese ungesunde Entwicklung geben. Wenn ein Hund an Gewicht zunimmt, dann bedeutet das zunächst, dass er mehr Energie zugeführt bekommt, als er verbraucht.

Und hier beginnt bereits ein großes Problem, denn erstaunlicherweise wissen die wenigsten Hundehalter, wie hoch derKalorienbedarf ihres Hausgenossen ist und wie die Verdauung bei Hunden funktioniert.

© sergeevspb - Fotolia.com
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Energiebedarf

Der Energiebedarf eines jeden Hundes hängt ab von seiner Größe, seiner Felldichte und der Intensität seiner körperlichen Aktivität pro Tag.

Außerdem spielt das Lebensstadium des Hundes eine große Rolle: eine säugende Hündin braucht mehr Kalorien als eine 12-jährige Hundedame, die nur einmal täglich einen kleinen Spaziergang ins Freie unternimmt. Ältere Hunde benötigen generell weniger Kalorien als die jüngeren Exemplare derselben Rasse.

Kleinste Hunde, die sich nicht viel bewegen können schon mit 125 kcal/Tag auskommen, wohingegen sehr große Hunde, die den ganzen Tag aktiv sind, bis zu 3.500 Kalorien und sogar noch mehr benötigen können.

Wer ganz sicher sein will, befragt den Züchter, bei dem er das Tier erworben hat, oder den Tierarzt. Denn erst wenn man genau weiß, wie viel Energie der Hund pro Tag benötigt, kann man dem Übergewicht beim Hund leichter vorbeugen.

Eines sollte kein Hundehalter vergessen: die häufig während des Tages zugeführten Belohnungshäppchen (Leckerchen) müssen auf jeden Fall bei der täglichen Kalorienmenge berücksichtigt werden. Denn gerade sie sind es, die oftmals für einen zu dicken Hund verantwortlich sind.

Was aber macht man, wenn der Hund schon übergewichtig ist?

Hier hilft nur eines: mehr Bewegung und evtl. auch Einschränkung der Kalorienzufuhr. Man sollte jedoch nicht gewaltsam für eine Gewichtsreduktion sorgen wollen. Vielmehr ist es gesünder für den Hund, wenn man sich vornimmt, den Hund in kleinen Schritten über einen längeren Zeitraum wieder auf sein „Normalgewicht“ zu bringen.

dicker hund
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Optimal ist hier die Verordnung von mehr Bewegung. Dies hilft oft nicht nur dem 4-beinigen Freund, sondern auch seinem Halter. Es kann sinnvoll sein, sich nach Möglichkeiten für Agility in einem Hundeverein zu erkundigen. Zusammen mit mehreren Hundehaltern macht das gemeinsame Training von Hund und Herrchen meist viel mehr Spaß.

Nachstehend geben wir eine kurze Übersicht, wie viel Energie welcher Hund täglich braucht.

Wir bitten den Leser zu beachten, dass sämtliche Energieangaben lediglich Richtwerte sind. Tatsächlich kann der individuelle Bedarf einzelner Hunde sogar bei identischen Aktivitäten und nahezu gleichem Körpergewicht doch noch abweichen. Auch Hunde haben eben häufig unterschiedliche Stoffwechsel. Insbesondere gilt dies bei unterschiedliche Rassen.

Ausgewachsener Hund mit nur geringer körperlicher Aktivität der Hund ausgewachsen, von sehr kleiner Statur und nur weniger als insgesamt 60 Minuten täglich aktiv, dann wird er – je nach Größe – zwischen 115 und 650 Kalorien täglich benötigen. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt oder Züchter, um sicherzustellen, dass Sie die korrekte Energiemenge für Ihren Hund berücksichtigen.

Besonders bei diesen kleinen Hunden muss man unbedingt darauf achten, sie nicht zu überfüttern, weil diese sich sehr schnell ein Zuviel an Gewicht anfressen. Insbesondere bei Bewegungsmangel ist die Gefahr sehr groß, dass der Hund zu viel in seinem Futternapf vorfindet.

Leider geben viele Hundehalten ihrem Tier häufig Essensreste. Davon ist dringend abzuraten, weil diese fast immer (für den Hund) ungesunde Nährstoffe und diese auch in ungünstiger Zusammensetzung enthalten. Hier besteht ein großes Risiko, die Zufuhr an Energie zu unterschätzen und dem Hund zuviel des Guten zukommen zu lassen.

Es ist sinnvoll, die Bewegungszeiträume des Hundes auf mindestens 1 – 2 Stunden/Tag auszuweiten.

Beachten Sie, dass alle Energieangaben nur Richtwerte sind, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Mittelgroßer, erwachsener Hund mit wenig Bewegung

Abhängig von der Größe und Rasse benötigt ein solcher Hund zwischen 600 – 1.200 Kalorien/Tag. Auch hier gilt wieder: bitte befragen Sie im Zweifelsfall Ihren Tierarzt oder den verantwortlichen Züchter.

Auch bei diesen Hunden ist besondere Vorsicht bei Bewegungsarmut gefordert, denn auch sie werden leicht überfüttert. Dies gilt insbesondere bei der Gabe von Essensresten, auf die man besser verzichtet.

Eine Ausweitung der Bewegungsphasen ist das beste Mittel gegen Übergewicht. 1 – 2 Stunden täglich sollten Sie sich und Ihrem Hund gönnen, das beugt einem beschleunigten Alterungsprozess und Übergewicht vor.

Bitte beachten Sie auch hier den Hinweis: alle Energieangaben sind nur Richtwerte, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Großer Hund, ausgewachsen, mit wenig Bewegung

Je nach Rasse kann der Energiebedarf hier zwischen 1.200 bis über 3.000 Kalorien liegen. Es gibt durchaus Tiere, die bringen 100 kg auf die Waage – da ist natürlich der Energiebedarf größer.

Man kann jedoch grundsätzlich davon ausgehen, dass ein Bewegungspensum von nur einer Stunde pro Tag zu wenig ist. Es ist sinnvoll, für mindestens 2 Stunden Bewegung pro Tag zu sorgen.

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Auch hier die dringende Bitte: füttern Sie keine Essenreste! Wie bei den kleinen und mittleren Hunden auch gilt hier: bitte befragen Sie Tierarzt oder Züchter zu dem tatsächlichen Energiebedarf.

Die genannten Energieangaben sind auch hier nur Richtwerte, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Erwachsene Hunde mit mittelmäßiger Aktivität

Für alle gilt hier: 1 bis 2 Stunden Bewegung pro Tag sind für einen „normalen“ Hund ohne spezielle Aufgaben durchaus gesund. Jeder Hundehalter sollte versuchen, dieses Pensum täglich einzuhalten.

  • für kleine Hunde lautet die Empfehlung: ca. 120 – 680 Kalorien/Tag
  • für mittelgroße Hunde lautet die Empfehlung: ca. 700 – 1.350 Kalorien/Tag
  • für große Hunde lautet die Empfehlung: ca. 1400 Kalorien bis über 3.000 Kalorien/Tag.

Holen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder bei dem Züchter Ihres Vertrauens Informationen zu dem genauen Energiebedarf Ihres Tieres.

Die genannten Energieangaben sind auch hier nur Richtwerte, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Ausgewachsene Hunde mit starker körperlicher Aktivität

hier gilt: erhöhen Sie die Menge der Kalorien um ca. 10% – bezogen auf die Tiere mit mittelmäßiger Aktivität (letzter Absatz).

Holen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder bei dem Züchter Ihres Vertrauens Informationen zu dem genauen Energiebedarf Ihres Tieres. Die genannten Energieangaben sind auch hier nur Richtwerte, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Erwachsene Hunde mit besonders starker körperlicher Aktivität

als Faustregel können Sie auch hier eine Erhöhung des Energiebedarfes um 10% – verglichen mit den Hunden aus der letzten Kategorie (letzter Absatz) annehmen.

Holen Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder bei dem Züchter Ihres Vertrauens Informationen zu dem genauen Energiebedarf Ihres Tieres. Die genannten Energieangaben sind auch hier nur Richtwerte, von denen der Bedarf einzelner Hunde auch bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht abweichen kann. Das gilt besonders für unterschiedliche Rassen.

Bei den Hunden mit besonders viel täglicher Bewegung sollte man besonders darauf achten, dass diese Tiere nach dem Fressen eine Ruhepause einhalten (Achtung: Magendreher!).

Auch die Gabe von reichlich Flüssigkeit muss hier ständig beachtet werden.Energiebedarf bei älteren Hunden. Mit zunehmendem Alter sinkt auch bei Hunden der Energiebedarf. Fast immer liegt das daran, dass sie nur noch verminderte Aktivitäten aufweisen.

Auch der Stoffwechsel verlangsamt sich im Regelfall. Insofern kann man hier davon ausgehen, dass eine Kalorienzufuhr vermindert um 10% bezogen auf die erwachsenen Tiere gleicher Kategorie angemessen ist.

Kleine Hunde gelten mit 9 bis 10 Jahren als alt, mittelgroße und große mit 7 bis 8 Jahren und sehr große Hunde bereits mit 5-6 Jahren.

Insbesondere bei älteren Hunden ist es ratsam, den Tierarzt zur Fütterung zu befragen, um sicherzustellen, dass der Hund optimal ernährt wird.

Bei den älteren Hunden sollte man beobachten, ob der Hund auch regelmäßig frisst. Verbreitet ist nämlich Appetitmangel bei den Seniorenhunden.

Tragende und säugende Hündinnen

Einen besonderen Status nehmen trächtige und säugende Hündinnen ein. Normalerweise braucht eine Hündin, die aufgenommen hat, in den ersten ca. 4 Wochen der Trächtigkeit kaum mehr Kalorien. Zum Ende der Trächtigkeit – in den letzten 3 Wochen – ist der Energiebedarf jedoch am größten.

In dieser Zeit sollte man die Zahl der zugeführten Kalorien um ca. 15%/Woche erhöhen. Daraus folgt, dass die Hündin um den Geburtstermin ca. 50% bis 60% mehr Energie zu sich nimmt als zu Beginn der Trächtigkeit. Die Welpen zu säugen ist für die Hündin außerordentlich kräftezehrend. Hier ist der Kalorienbedarf am höchsten.

Der genaue Bedarf hängt ab von der Anzahl der Welpen und dem Alter des Wurfes. Besonders zu beachten ist hier auch der Bedarf an erhöhter Flüssigkeitszufuhr. Für die säugende Hündin muss immer genügend frisches Wasser bereitgestellt werden.

Da der Tierarzt in dieser Zeit ohnehin die Hündin und ihren Wurf betreut, wird er ihnen genau sagen können, wie hier die optimale Ernährung aussehen muss.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Energiebedarf ungefähr zu dem Zeitpunkt am höchsten ist, wenn die Welpen ca. 4 Wochen alt sind. Er kann dann ca. das Vierfache dessen betragen, was eine Hündin ohne Welpen zu sich nimmt.