Diabetes beim Hund

Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit und tritt hauptsächlich bei Hunden ab dem mittleren Alter auf. Nach Angaben des Bundesverband für Tiergesundheit sind circa 30.000 Hunde in Deutschland an Diabetes erkrankt.

Royal Canin Diabetic Trockenfutter für Hunde - Bei Diabetes mellitus 12 kg
  • Hunde mit Zuckerkrankheit
  • Diabetes Mellitus Hunde
  • moderater Kaloriengehalt
  • Hoher Proteingehalt

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018


Diabetes tritt meistens im Alter zwischen sieben und neuen Jahren auf, wobei weibliche Hünde doppelt so häufig betroffen sind als männliche.

Zu den am häufigsten erkrankten Rassen gehören :

Die korrekte Behandlung der Zuckerkrankheit verläuft mit Insulin, dessen Dosierung vom Tierarzt bestimmt wird.

Bei der Erkrankung verliert der Körper die Fähigkeit das wichtige Hormon Insulin herzustellen, die resultierende Mangelerscheinung des Hormons führt zu gefährlich hohen Blutzucker-Werten. Insulin reguliert den Blutzucker-Spiegel und transportiert die Glukose im Blut zu den anderen Zellen im Körper. Ohne Insulin sammelt sich also immer mehr Zucker im Blut.

Die Zuckerkrankheit kann beim Hund verschiedene Formen annehmen. Die häufigste ist die Insulin-abhängige Form (Diabetes Mellitus Typ 1). In diesem Zustand ist der Hund permanent auf Insulin angewiesen.

Diabetes Mellitus Typ 2 kann in sehr seltenen Fällen ebenfalls bei Hunden auftreten. In Falle von Typ 2 Diabetes wird vom Körper zwar noch Insulin produziert, jedoch entwickeln die körpereigenen Zellen eine Resistenz gegen das Hormon. Die Ursache für Typ 2 Diabetes beim Hund ist bislang noch unbekannt.

Darüber hinaus unterscheidet man noch in zwei anderen Formen, der „unkomplizierten Form“ und der „komplizierten Form“. In der „unkomplizierten Form“ ist der Hund „lediglich“ auf Insulin und Diatfutter angewiesen.

Die „komplizierte Form“ entsteht stets durch eine inkorrekte Dosierung des Insulins oder eines zu langen Warten mit der Behandlung. Beim Diabetes in der „komplizierten Form“ geht es dem Hund sehr schlecht, seine Blutwerte unterliegen starken Schwankungen, Kollaps und Erbrechen treten ebenfalls ein. Im Zuge dessen reichern sich sogenannte Ketonkörper in den Stoffwechselbahnen an, was zu einer Übersäuerung des Blutes führt (Azidose).

Dieser Zustand (Ketoazidose) ist lebensbedrohlich für das Tier und muss schnellstmöglich intensiv behandelt werden. Wenn dieser Zustand einmal überwunden wurde, kann die weitere Behandlung wie bei einem herkömmlichen Diabetespatienten durchgeführt werden.

Symptome für Diabetes beim Hund

Tun sie ihren Hund einen Gefallen indem sie die Symptome kennen und Wachsam gegenüber dem Verhalten ihres Hundes sind. Je früher man Diabetes behandelt, desto besser.

Folgende Symptome könnten ein Hinweis auf Diabetes bei ihrem Hund sein:

  • Gewichtsverlust, obwohl der Hund ausreichend (oder sogar mehr als sonst) trinkt und frisst
  • Vermehrter Harndrang
  • Lustlosigkeit, Schwäche, Trägheit
  • Wunden verheilen langsamer als gewöhnlich
  • (In einigen Fällen) geschwächte Hinterbeine
  • Das Fehlen von Appetit könnte ebenfalls ein Symptom sein

Im Verdachtsfall sollten sie ihren Hund möglichst schnell zu einer Tierärztlichen Untersuchung bringen. Im Extremfall könnte der Hund ansonsten einen Schock erleiden der in ein Koma führt. Der Tierarzt muss bei der Untersuchung auf Diabetes erst andere Krankheiten ausschließen sowie verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen vornehmen.

Behandlung von Diabetes beim Hund

Solange kein Typ 2 Diabetes vorliegt, braucht der Hund in jedem Fall Insulin zur Behandlung der Krankheit. Im Normalfall wird dem erkrankten Hund täglich mit einer Spritze Insulin verabreicht. Dabei bestimmt die Art der Erkrankung, also ob sie in „komplizierter Form“ oder „unkomplizierter Form“ (s.o.) vorliegt, welche Art von Insulin verabreicht wird.

Bei Diabetes in „unkomplizierter Form“ wird das in Deutschland zugelassene Präparat Caninsulin® eingesetzt, dessen Inhaltsstoff das Lente-Insulin vom Schwein ist und in seiner Struktur stark dem von Hunden ähnelt.

Im Falle einer „komplizierten Form“ der Erkrankung, also einer Ketoazidose, umfasst die Behandlung eine Intensivtherapie mit Infusionen, der Zufuhr von Altinsulin (kurzwirksames Insulin) am Tropf sowie Elektrolytausgleich.

Nach Überwindung der Ketoazidose kann der Hund mit herkömmlichen Caninsulin® weiterbehandelt werden.

Weibliche Hunde müssen umgehend kastriert werden, da ihnen die Hormone, die während der Läufigkeit ausgeschüttet werden, einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben und zurück zu einer diabetischen Ketoazidose (s.o.) führen können. Rüden sind davon ausgeschlossen.

Nach der Diagnose: tägliches Insulinspritzen zuhause

Da bei Diabetes dem Hund täglich Insulin gespritzt werden muss wird ihr Tierarzt ihnen zeigen wie man die Spritze ansetzt, welche Dosis verabreicht wird und in welchen zeitlichen Abständen es gemacht wird (meistens nachdem der Hund gefressen hat).

Darüber hinaus sind während der Insulintherapie sind zusätzlich regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt nötig. Indem der Tierarzt die Blutzuckerwerte im Auge behält, kann er bestimmen ob die Insulindosis eventuell angepasst werden muss.

Es ist außerdem ratsam, zu Anfang regelmäßig den Urin des Hundes mittel Streifen auf Zucker und Ketone zu überprüfen. Am Anfang der Therapie ist Zucker im Urin noch üblich. Längere Diabeteskranke sollten keinen Zucker im Urin haben.

Wenn sich Ketone im Urin befinden ist das ein Anzeichen für eine sich anbahnende Ketoazidose, in welchem Fall umgehend der Tierarzt verständigt werden sollte.

Ernährung

Für Hunde mit Diabetes gibt es speziell entwickeltes Futter. Das Futter enthält bestimmte Kohlenhydrate (Zuckermoleküle), die besonders langsam in die Blutbahn aufgenommen werden und somit für einen konstant stabilen Blutzuckerspiegel sorgen sollen. Lassen sie sich von ihrem Tierarzt über das Angebot an Spezialfutter beraten.

Andere Hilfen

Für zuckerkranke Hunde ist Stress besonders schädlich. Stellen sie daher sicher, dass ihr Hund sich wohl fühlt, einen geregelten Tagesablauf hat und man ihm genug Ruhe gönnt. Viel Bewegung an frischer Luft kommen sowohl dem Hund als auch dem Hundehalter zugute und beugen Übergewicht (ein Zustand, der mit Diabetes vermieden werden sollte) vor.

Ursachen für Diabetes beim Hund

Ähnlich wie beim Menschen sind die genauen Ursachen für Diabetes beim Hund unklar. Die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse die das Insulin produzieren arbeiten schlechter als normal. In manchen Fällen kann eine Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu Diabetes führen.

Wenn das Insulin den Zucker nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen transportiert, erhält der Körper keine Energie mehr.

Um dem Energieverlust entgegenzuwirekn beginnt der Körper mit dem Abbau von Fett- und Muskelgewebe, was zur Gewichtsabnahme (trotz stetigem Hunger und erhöhter Nahrungszufuhr) führt. Zucker und Ketone (Ketone sind Energieträger, ohne Energie jedoch gibt es nichts zu transportieren, dadurch werden sie unbrauchbar) sammeln sich zunehmend im Blut an und werden über den Urin ausgeschieden.

Der Zucker im Urin entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und muss durch häufigeres Trinken ausgeglichen werden.

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018