Alte Hunde

Hunde im hohen Alter

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Wie jedes andere Lebewesen auf dem Planeten altern auch Hunde mit jedem Jahr, jeder Woche, jeder Sekunde. Im gehobenen Alter wird das Gemüt ruhiger, die Gelenke sind abgenutzt und die Haare sind ergraut. In diesem Lebensabschnitt hat der Hund besondere Bedürfnisse, was die Pflege und Ernährung angeht.

Alter Hund: Der richtige Umgang mit Hundesenioren
  • Tina Ehmke
  • Herausgeber: Oertel u. Spörer
  • Auflage Nr. 1 (29.01.2016)
  • Taschenbuch: 96 Seiten

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018


Wann ist ein Hund „alt“?

Ab einem bestimmen Alter werden Hunde als „Senioren“ bezeichnet und gelten als „alt“. Die Bezeichnung ist aber nicht etwa von der Zahl der vergangenen Lebensjahre abhängig, sondern wird anhand von Alterungsmerkmalen bestimmt.

Zum Beispiel fressen alte Hunde weniger und langsamer, denn durch die Zeit sind viele Geschmacksnerven und Speicheldrüsen verloren gegangen. Auch der Elan und Spieltrieb aus der Jugend des Hundes scheint entschwunden zu sein, seine Gelenke und Knochen sind abgenutzt im Laufe der Jahre.

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© Harald07 – Fotolia.com

Darüber hinaus sind die Zähne meist ebenfalls abgenutzt und der Darm nicht mehr so elastisch wie früher. Auch Symptome die bei uns Menschen im Alter auftreten wie Seh- und Hörschwäche oder Ergrauung der Haare ereilen die Vierbeiner, sogar von Demenz bleiben unsere geliebten Vierbeiner nicht verschont.

Hundejahre in Menschenjahren

Man hört immer, dass ein Hundejahr gleich 7 Menschenjahre sind, in Wirklichkeit ist der Vergleich jedoch komplizierter. Mit circa 12 Monaten hat der Hund das Jugendalter erreicht und danach spielt sich der Alterungsprozess verlangsamt ab. Auch die Größe des Tieres spielt dabei eine Rolle, wie im Folgenden aufgeführt wird:

  • Kleinhund (bis 15kg) – 12 Monate enstprechen 17-19 Menschenjahren (Mj);
  • 5 Jahre entsprechen 33-38 Mj;
  • 10 Jahre entsprechen 60-65 Mj;
  • 15 Jahre entsprechen 85-90 Mj
  • mittelgroßer Hund (ca. 25kg) – 12 Monate entsprechen 15-16 Mj;
  • 5 Jahre entsprechen 40-45 Mj;
  • 10 Jahre entsprechen 65-75 Mj;
  • 15 Jahre entsprechen ca. 100 Mj
  • großer Hund ( über 40kg) – 12 Monate entsprechen 14-15 Mj;
  • 5 Jahre entsprechen 45-50 Mj;
  • 10 Jahre entsprechen 75-85 Mj;
  • 15 Jahre entsprechen >100 Mj

Verhalten von alten Hunden

© fotowebbox - Fotolia.com
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Mit dem hohen Alter ist die Zeit vorbei, in der der Hund noch stundenlang Bällen nachjagen konnte oder sich stets durch Büsche und Geäst wühlte. Rast und Ruhe sind auf der Prioritätenliste des Hundes weit nach oben gerückt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ihren Hund in seinem Korb versauern lassen sollten. Gestalten sie einen geordneten Tagesablauf für ihren Vierbeiner, mit genug Platz für Ruhepausen.

Einige typische Verhaltensweisen für alte Hunde sind:

  • ein verringerter Spieltrieb
  • Artgenossen oder andere Tiere scheinen den Hund nicht mehr viel zu kümmern (Welpen und junge Hunde geraten dabei regelrecht in Ekstase)
  • längere Schlafzeiten, mehr Nickerchen als früher
  • Konzentrationslosigkeit, Trägheit (will sich beispielsweise nicht mehr für ein Leckerli „anstrengen“)
  • Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit (meistens bei einer altersbedingten Demenz)

Gesundheit bei alten Hunden

Alt zu sein muss für den Hund nicht immer bedeuten auch gleichzeitig krank zu werden. In einigen Fällen verbringt der Hund ein gesundes Leben ohne größere Beschwerden bis zu seinem letzten Tag. Der Großteil der alten Hunde jedoch leidet häufig unter Alterskrankheiten wie Arthrose, Demenz oder geschädigten Nieren.

Seh- und Hörschwäche

Bei den meisten Hunden trüben sich die Linsen in den Augen im Laufe der Jahre, was später zu einem verminderten Sehvermögen führt. Im extremen Fall erleidet der Hund an einem Grauen Star und erblindet. Grauer Star wird üblicherweise vererbt oder ist das Ergebnis einer vorherigen Krankheit, diabetische Hunde zum Beispiel sind sehr Anfällig für Sehschwächen.

Da Hunde sich zu einem sehr großen Teil mit ihrem Geruchssinn in ihrer Umwelt zurechtfinden, bedeutet eine Erblindung keine fatale Behinderung für den treuen Vierbeiner, wer jedoch seinem Hund das Augenlicht schenken möchte kann ihm bei einem Augenspezialisten Kunstlinsen einsetzen lassen, der Technik sei Dank.

Auch Taubheit ist weit verbreitet unter alten Hunden. Kommandos mit Handzeichen zu kombinieren stellt sicher, dass ihr Hund versteht was sie wollen, auch wenn er schwerhörig ist. Chronische Ohrenentzündungen können ebenfalls zu Taubheit führen, längere Schäden können nur selten wieder auskuriert werden.

Demenz

Hunde können an einer Krankheit ähnlich wie der Alzheimer-Demenz beim Menschen erkranken. Ähnlich wie beim Mensch sind betroffene Individuen vergesslich, orientierungslos, wirken unruhig und verhalten sich merkwürdig. Wenn ihrem Vierbeiner vom Tierarzt Demenz diagnostiziert wurde, gibt es ein paar Maßnahmen um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Spezielles Futter beispielsweise mit Vitamin E oder Medikamenten soll die Hirnfunktion verbessern und die Bildung von freien Radikalen vermindern.

Gelenkverschleiß

Viele Hunde leiden im Alter durch Abnutzung der Gelenke an Arthrose, was für den Hund sehr schmerzhaft sein kann und zugleich nicht direkt bemerkbar für den Besitzer ist. Betroffene Hunde steigen nicht mehr so gerne Treppen hinauf oder hinab, genauso wenig wollen sie noch viel ihre Sprunggelenke beanspruchen um beispielsweise ins Auto zu hüpfen. Dies könnten Anzeichen für eine Arthrose sein.

Um dem entgegenzuwirken eignen sich Schwimmen im warmen Wasser, Spezialfutter mit Zusatzstoffen die den Gelenkknorpel schützen, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (wenn man die Nebenwirkungen in Kauf nehmen möchte) und in extremen Fällen kann eine Operation von Nöten sein. Falls ihr Hund übergewichtig ist sollten sie ihm helfen abzunehmen um seine Gelenke zu entlasten.

Krebs

Krebs gehört zu den ernsthaftesten Krankheiten im hohen alter. Wenn man ihn jedoch früh genug erkennt und behandelt, kann das Tier in vielen Fällen noch lange ohne Beschwerden leben, in selten Fällen sich sogar wieder erholen.
Bei Tumorerkrankungen sollte man hinsichtlich der Ernährung des Hundes auf Getreide verzichten, da Krebszellen sich von der Energie aus der Glukose im Getreide ernähren. Glukosearme Obst- und Gemüsesorten mit antikarzinogener Wirkung sollten dem Diätplan des Hundes beigefügt werden.

Da bei krebskranken Hunden ein gestörter Fettstoffwechsel vorliegt, ist der Bedarf an hochtwertigen Fetten erhöht.

Bei bösartigen Tumoren empfiehlt sich ein operatives Entfernen des unerwünschten Karzinoms (wenn die Gesundheit des Hundes stabil bleibt auch öfter möglich). Überlegen sie sich sorgfältig, ob sie ihrem Vierbeiner eine Chemotherapie zumuten wollen.

Herzerkrankungen

Mit dem Alter steigt die Anfälligkeit für Herzerkrankungen, manche Rassen sind davon stärker betroffen als andere. Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Veränderungen der Herzklappe oder Bluthochdruck sind die herkömmlichen Herzerkrankungen bei alten Hunden, Infarkte bleiben beim Vierbeiner jedoch aus. Die Herzleiden resultieren häufig aus vorherigen Erkrankungen, vorzugsweise Leber- und Nierenerkrankungen.

Bei Herzinsuffizienz wird das Blut nicht mehr so schnell durch den Kreislauf transportiert was den Hund weniger belastbar als normal macht. Die Herzinsuffizienz wird noch verschlimmert durch starke körperliche Beanspruchung, Stress und die Aufnahme von stark salzhaltigem Futter.

Bei angemessener medizinischer Behandlung und mit einer entsprechenden Lebensweise haben Hunde mit Herzinsuffizienz eine annähernd normale Lebenserwartung.

Übergewicht ist zu vermeiden, viel Bewegung an der frischen Luft (gut eingeteilt, keine Überanstrengung) kommt der Gesundheit des Hundes zugute. Auf Salz muss der Hund verzichten und vielleicht erwägen sie als Halter des Tieres eine spezielle Herzdiät, dazu berät ihr Tierarzt sie sicherlich gerne.

Nierenerkrankungen

Nierenversagen zählt zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Hunden. Mit den Jahren verringert sich die Menge an funktionstüchtigem Nierengewebe, Nieren von alten Hunden wiegen im hohen Alter circa 10 Prozent weniger. Arbeiten die Nieren schlechter, wird das Blut auch schlechter gefiltert und mehr Giftstoffe sammeln sich darin an.

Versagen die Nieren, dann sammelt sich langsam Harnstoff im Blut an was zu einer Vergiftung des Hundes führt. Erkrankte Hunde trinken mehr als gewöhnlich, weil kranke Nieren mehr Wasser ausscheiden. Auch Schlappheit, Erbrechen, Orientierungslosigkeit bis hin zu komatöse Anfälle können Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein.

Geholfen werden kann dem betroffenen Hund beispielsweise mit einer speziell vom Tierarzt verschriebenen Diät die schonend für die Nieren ist.

Blasenschwäche

Hormonelle Veränderungen im gehobenen Alter können ein Grund für die Schwächung des Blasenschließmuskels bei alten Hunden sein, manchmal ist der Hund aber auch aufgrund von Demenz inkontinent. Kombiniert mit einer Nierenerkrankung oder Diabetes wird dieser Zustand noch verstärkt, weil der Hund dann mehr Wasser trinkt als sonst.

Ein Kommentar

  1. Alles was geschrieben steht würde mich nicht davon abhalten meine Fellnase weg zu geben bzw. über die Regenbogenbrücke zu schicken.
    Sie gibt mir so viel Liebe und Treue und hat es verdient bis an ihr Lebensende bei mir zu sein.

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