Welpensozialisierung – Teil 3

Auch Fliegen will gelernt sein
Auch Fliegen will gelernt sein

5. Qualitätsnachweise

Der Züchter ist für sein Tun bzw. Lassen beweispflichtig. Im Ernstfall muss er vor dem Zuchtverband, vor den Welpenkäufern, vor der Versicherung, vor dem Finanzamt und / oder vor dem Gericht alles nachweisen um sein Verhalten zu rechtfertigen. Daraus ergibt sich eine freiwillige Dokumentationspflicht. Es ist mit der beste Schutz, den der Züchter haben kann. Darum werden hier die einzelnen Nachweismöglichkeiten aufgezeigt.

 

Für den Zuchtverband:
Die Dokumentation jeweils mit Datum für den Zuchtverband besteht

1. in der Auflistung der jeweiligen gehabten Läufigkeiten der Hündin, ihrer evtl. Belegung und ihres evtl. Wurfes. Damit dokumentiert man, dass man die Hündin nicht ausnutzt und den Zuchtbestimmungen des Zuchtverbandes nachkommt. Eine Bescheinigung vom behandelnden Tierarzt, dass er keine Einwände zur Zucht für die jeweilige Hündin hat, wäre empfehlenswert.

2. Der Deckschein sollte mit Deckdatum, Unterschrift und den jeweils gewählten Elterntieren vollständig ausgefüllt sein. Dazu hat jeder Verein und Verband seine eigenen Deckscheine. Die Titelangaben, sowie die Ausbildungskennzeichen des Rüden und der Hündin, die mit in die Ahnentafeln der Welpen kommen sollen, werden meist getrennt abgefragt.

Sie müssen entsprechend dem Zuchtverein mit einer Fotokopie belegt werden. Die Decktaxe muss man nicht angeben. Diese sollte allerdings zwischen Rüdenbesitzer und Hündinnenbesitzer trotzdem dokumentiert werden, da das Finanzamt manchmal auch ungefragt zur Kontrolle kommt, oder diese Summe bei der Buchführung zu finden sein muss.

Aus der Anzahl und Qualität der Ausstellungserfolge und der Ausbildungskennzeichen ergibt sich bereits ein Qualitätsnachweis für die Elterntiere.

3. Dass man nur erwachsene, zuchttauglich geschriebene Hunde für die Zucht verwenden darf, ergibt sich aus der Zuchtordnung des jeweiligen Zuchtbuchführenden Vereins. Diese Dokumente, wozu z.B. auch das Röntgen auf Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie, oder eine vorgeschriebene Augenuntersuchung etc. gehören, müssen gemeinsam dem Zuchtverein mit den Wurfunterlagen eingereicht werden, damit die Welpen ordentliche Papiere bekommen.

Dass die Hündin vor dem Deckakt entwurmt und entfloht wurde, sollte ebenfalls dokumentiert werden. Der Impfschutz muss vollständig vorhanden sein. Dazu dient der internationale Heimtierausweis, wo auch die einzelnen Impfen und besonderen Untersuchungen für das Ausland z.B. vom Tierarzt aufgezeichnet wurden.

4. In der Regel gehört zur Dokumentation eine dokumentierte Zuchtstättenbesichtigung und – abnahme, sowie eine Wurfabnahme, entweder durch den Tierarzt oder dem Zuchtwart.

Flugplatztraining, neue Geräusche und Gerüche
Flugplatztraining, neue Geräusche und Gerüche

Für die Käufer:

Zum Dokumentationsnachweis für die Käufer gehört:
1. Ahnentafeln der Welpen mit Besitzerwechsel, Datum und Unterschrift.

2. Alle Welpenverlaufsblätter mit Chipnummer, Gewichtsverlauf, Medikamentengabe, gesundheitliche Störungen, Arztbesuche, Auffälligkeiten, Wesenszüge,

3. Dokumentationen von Welpentrainings: was, wann und wo trainiert wurde. Welpenkäufertrainings mit und ohne Welpen,

4. Schön wären Fotos, die die schriftliche Qualitätsdokumentation noch unterstreicht.

5. Tierärztliches Gesundheitszeugnis.

Für das Finanzamt:
Kostennachweis von z.B. Zuchtverein für Dokumentenerstellung, Kaufverträge, Deckkostenvertrag. Korrekte Buchführung ( 10 Jahre aufheben) und Abrechnungen über Werbungskosten, Arztkosten, Unterhaltskosten, Wohn- und Reinigungskosten, Reparatur- und Nebenkosten, Beiträge für Hundevereine zwecks Training und Prüfungen, Steuerberatergebühren, etc.

Für die Versicherungen: u.U. alles das, was für die anderen Qualitätsnachweispunkte auch wichtig ist.

Für das Gericht: alle vorgenannten Angaben und Dokumentationen können bei einem Verfahren urteilsentscheidend sein, denn Sie sind Beweispflichtig!

Hier kommt unter Umständen auch ein Dokument zum Tragen was ich Schwangerschaftsverlauf nenne. Hier stehen Daten drauf, wie z.B. der Temperaturverlauf bis incl. Geburt gewesen ist, ob es Komplikationen gegeben hat, welche Arzneimittel wann verabreicht wurden, etc. Meist kommt es dem Gericht auf lückenlosen Nachweis an.

Selbst einen Ausdruck von Ihrer Internetpräsentation zu dieser Zeit wäre u.U. wichtig.

Fazit:
Sie können sich sehr viel Ärger, Kraft, Nerven, Zeit und Geld ersparen, wenn Sie die Qualitätsnachweise in schriftlicher Form und evtl. auch als Foto- bzw. Videodokumentation festhalten.

Ganz abgesehen davon, dass sich jeder Welpenkäufer über solche Dokumentationen freut und Ihnen dankbar ist. Es hat sich hervorragend bewährt, wenn zu Anfang möglichst täglich, später auch jeden zweiten oder dritten Tag die Welpenkäufer per E-Mail die neuesten Nachrichten erhalten.

Hier hat schon so manche Familie oder die Mitarbeiter einer therapeutischen Praxis täglich auf die neuesten Fotos und Infos gewartet und gemeinsam vor dem Bildschirm die tollen Dokumentationen bestaunt. Also, liebe Züchter, machen wir doch unseren Kunden die Freude und beglücken sie damit.

Dies steigert außerdem die Vorfreude und die Bereitschaft, vor Ort die Welpenkäufertrainings mit zu machen und so eine optimale Zusammenführung von Welpen und Mensch hin zu bekommen.

Praktische Vorgehensweisen bei Sommer – oder Winterwürfen

Der Sommerwurf:

Ein Sommerwurf hat viele Vorteile. Der wohl wichtigste Vorzug einen Sommerwurf zu planen, ist die sommerliche Wärme draußen in der freien Natur.

Sie beinhaltet nicht nur, dass wir fast sämtliche Heizkosten sparen, sondern auch, dass zum Beispiel unsere Welpenkäufer draußen auf dem Boden sitzend mit den Welpen spielen können.

Ein drei Wochen alter Welpe schläft in der Ecke der Wurfkiste
Ein drei Wochen alter Welpe schläft in der Ecke der Wurfkiste

Die Pflege der kleinen Vierbeiner ist ebenfalls wesentlich leichter, da Matsche, Dreck, Blätter etc. nicht in ihrem Fell hängen bleiben.

Nach einer gewissen Zeit, wenn die Welpen groß genug sind (etwa mit 3,5 Wochen), dürfen sie bei mir für täglich längere Zeit ins Freie. Zunächst gibt es da einen überdachten Auslauf, der auch im Winter den Schnee und den Regen abhält.

Ab der 5ten Woche dürfen die Welpen bei mir frei auf dem auch nicht überdachten 200 Quadratmeter großen Freiauslauf herumtoben, Löcher buddeln, von Mama gezeigt bekommen, wie man was macht und mit den Geschwistern Geschicklichkeitstrainings durchlaufen.

Die geduldige Hundemama mit einigen ihrer kleinen Vierbeiner
Die geduldige Hundemama mit einigen ihrer kleinen Vierbeiner

Dabei ist es besonders wichtig, dass die Hundemama sich jederzeit auf ein Hochbrett zurückziehen kann. Selbst eine Schale mit 2 cm Wasser gefüllt, bedarf des Kennenlernens, was man eben aber nur im Sommer bei Wärme aufstellen sollte.

Man kann gelassener und gezielter das Autofahrtraining mit den Welpen absolvieren, als wenn man auch ständig auf Glatteis und/oder Schnee achten muss.

Die Prägung der Welpen ist im Sommer viel leichter und unkomplizierter und man kann sie ausgiebiger nutzen. Weil das so ist, werden die kleinen Vierbeiner schneller selbstständig und durch die Möglichkeit, eigenständig von sich aus ins Freie zu gelangen, schneller stubenrein.

Eine glückliche Praktikantin
Eine glückliche Praktikantin

Das hat nicht nur für den Hundezüchter Vorteile, sondern ist besonders wichtig für den Welpenkäufer. Spätestens nach einer Woche nach der Abholung, haben die Welpen die Stubenreinheit vom Zwinger auf die Stube beim neuen Besitzer übertragen, wenn systematisch darauf hin gearbeitet wird.

Die Nachteile eines Sommerwurfes sollten gut überlegt werden.

Es ist Urlaubszeit und viele Leute sind nicht zu Hause. Der Verkauf der Welpen gestaltet sich viel schwieriger, als zu anderen Zeiten. Wenn sich Welpenkäufer melden, wollen sie meist, dass sie erst nochmals in Ruhe Urlaub machen können und der Züchter den gewünschten Welpen solange behält, bis sie zurück sind.

Das hat nicht nur Nachteile für den Züchter, sondern auch für den Welpen, denn er sollte jetzt entsprechend auf die Familie, die neue Umgebung, das neue soziale Umfeld geprägt werden. Diesen Punkt sehe ich persönlich als den größten Nachteil eines Sommerwurfes an. Manches kann man ein Leben lang nicht mehr gut machen, was man hier versäumt.

Es kommt dann auch hin und wieder vor, dass gewisse Züchter auf ihren Welpen sitzen bleiben, so dass diese u.U. auch noch nicht nach einem halben Jahr verkauft sind. Dadurch entstehen erhebliche Mehrkosten und Mehrarbeit.

Ganz abgesehen von der nicht zu leistenden Ausbildung aller zurück gebliebenen Hunde. Meine Erfahrung ist, dass, wenn man die Welpen nicht bis zur 12 Woche hat verkaufen können, es wesentlich schwieriger ist, einen nicht ausgebildeten Junghund zu verkaufen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass, wenn die Menschen mit den Welpen spielen und sie kurzärmelige und kurzbeinige Oberbekleidung anhaben, sie schnell viele Kratzer auf den nicht bedeckten Körperteilen bekommen. Oft verursacht das ein Gebrüll bei Kindern und eine mögliche Antipathie wächst evtl. ungewollt. Abhilfe kann man durch lange Hosen und lange Ärmel bei Blusen bzw. Hemden schaffen.

Die meisten Züchter versuchen einen Sommerwurf zu bekommen, denn er lässt sich leichter aufziehen. Aber darum gibt es im Sommer auch einen Überhang an Welpen die eh schon schlecht wegen der Ferien verkauft werden können.

Durch die Wärme des Sommers gibt es so manches Ungeziefer was einem Züchter und auch einem Welpen (vermehrt) zu schaffen macht. Das Wespen und Fliegenschnappen ist ein beliebter „Hundesport“, der aber leider nicht den Vierbeinern gut tut.

So mancher Züchter musste schon seinen Vierbeiner zum Tierarzt bringen, da dieser sich einen Stich in den Hals, in die Zunge oder in den Rachen eingeheimst hatte. Leider hat der ein oder andere das nicht überlebt.

Eine Unsitte ist das Vogelkotfressen, denn den Vögeln kann man nicht sagen, dass sie das nicht über der Zwingeranlage tun dürfen. Leider bekommen die Welpen dadurch manchmal Krankheiten, die uns Züchtern nicht gefallen. Dabei ist ein Wurmbefall noch das mildeste, was sie bekommen können.

Gefahr droht auch sonst noch aus der Luft, denn Elstern, Krähen oder andere größere Vögel, lieben nicht nur Kücken und Singvögel, sondern evtl. auch kleine Welpen. Wenn Krähen an unsere Lämmer gehen, dann erst recht an die weißen Golden Retriever Welpen. Darum ist im Sommer immer ein Netz über die Zwingeranlage zu spannen.

Zu den Räubern können u.U. auch andere Raubtiere zählen. Wer hat da welche Erfahrungen sammeln können? Nachdem der Fuchs mir 12 Gänse, 15 Flugenten und 36 Hühner geraubt hat und die Marder mir jedes Jahr viele Küken holen, habe ich einen sicheren, 2,10 m hohen und 30 cm tief eingegrabenen Metallgitterzaun um das gesamte Grundstück aufgestellt. Seit dieser Zeit habe ich Ruhe vor Füchsen. Der Marder und die Ratten kommen leider trotzdem durch den Zaun.

Die Vorteile eines Winterwurfes sind schnell aufgezählt:

Hundepfote mit Eis- und Schneeklumpen
Hundepfote mit Eis- und Schneeklumpen

Da es weniger Welpen zu diesem Zeitpunkt gibt, sind die Welpen auch schneller verkauft. Dazu kommt, dass die Menschen subjektiv mehr Zeit haben und sich besser und intensiver um den Neuankömmling kümmern können.

Die Tatsache, dass die Menschen aufgrund der „vermehrten“ Zeit auch gründlicher die Zeitung oder das Internet lesen, kommt dem Verkauf von Rassehunden sehr entgegen.

Büsumer Hafen im Winter
Büsumer Hafen im Winter

Ob die Weihnachtszeit oder gar Weihnachten selbst als Vorteil oder Nachteil anzusehen ist, darüber streiten sich die Fachleute. Es gibt für jede Ansicht ein Für und ein Wieder.

Markierung mit dem Rasierer III hinten rechts.
Markierung mit dem Rasierer III hinten rechts.

Ein Winterwurf hat auch eine Menge Nachteile:

Nicht nur die eben erwähnte Weihnachtszeit könnte so ein Nachteil sein. Hier ist wiederum das Wetter und besonders die Temperatur in der Natur das Hauptargument. Denn mit dieser Tatsache sind fast alle anderen Nachteile verbunden. Junge Welpen kann man nicht mal eben zum Spielen in den Regen, in den Schnee oder auch nur in die eisige Kälte rausschicken.

Dazu kommt, zu mindestens bei uns hier an der Nordsee, oft ein eisiger Wind, der auch bei uns Menschen durch alle Kleidung dringt. Darum werden die Welpen dann mehr im Haus gehalten und werden schlechter stubenrein. Schließlich wird kein Züchter alle Welpen 23 mal am Tag jeweils zum richtigen Zeitpunkt ins Freie tragen, damit sie ihr Geschäft erledigen.

Wurfkiste an der Heizung
Wurfkiste an der Heizung

Durch Eis, Schnee und Kälte kann sich so mancher Welpe eine Blasen und /oder Nierenentzündung holen. Schließlich legen die sich auf den Boden und schlafen im Ruck-Zuck ein ohne sich um die Erkrankungsmöglichkeit zu kümmern.

Außerdem kühlen die Welpen insgesamt viel zu schnell aus. Das heißt, dass es bei Winterwürfen erheblich mehr Arbeit für den Züchter gibt.

Die Kosten für den Züchter sind auch um einiges höher, als bei Sommerwürfen. Sie haben fast immer die Heizung laufen, dazu noch Wärmelampen und sehr viel künstliches Licht.

Welpe auf der Trainingswaage für die Rettungshundearbeitsvorbereitung.
Welpe auf der Trainingswaage für die Rettungshundearbeitsvorbereitung.

Sollten die Welpen doch ins Freie können, dann sind zu mindestens Wärmeplatten unter den Wassernäpfen einzuschalten, damit das Wasser nicht gefriert. Wärmeplatten für die Welpen (worauf sie sich legen können) sind ebenfalls eine sinnvolle Investition. In beiden Fällen ist die schützende Verkabelung gegen einen Welpenbiss von extremer Wichtigkeit.

Schließlich kommen zusätzliche Kosten und Bemühungen für die Mutterhündin auf den Züchter zu. Die Hündin verliert ein Großteil ihres Fells nach ca. 2 Monaten nach dem Wurf. Das ist hormonbedingt. So total abgehaart sollte sie nicht bei heftigen Minustemperaturen draußen einen Spaziergang unternehmen.

Dazu ist dann eine Schutzkleidung, wie ein Regen- und Fleecemantel, nötig. Der Energieverbrauch bei einem Winterwurf ist auch erheblich größer, als bei einem Sommerwurf. Das wiederum beinhaltet, dass mehr Futter gebraucht wird und die Kosten auch dadurch steigen.

Wägen Sie selbst ab, was Ihnen mehr liegt und womit Sie selbst besser zu recht kommen.

Fazit für werdende Züchter und „alte Hasen“

Um bei dem allgemeinen Welpenabsatzkampf die Nase vorne zu haben, kann man in der heutigen Zeit nur noch mit Qualität punkten, oder mit Masse und dadurch Billigstpreisen (Siehe Hundemafia, wo ein Welpe nur 20 Euro kostet, aber nicht sozialisiert wurde und meist krank ist.).

Leider bleiben immer mehr Züchter auf ihren reinrassigen Welpen sitzen. Manchmal sogar über ein halbes Jahr. Hätten Sie die Kraft z.B. alle 6 Welpen weiter zu sozialisieren und auszubilden? Die wenigsten Menschen haben dazu die Möglichkeit.

Sicher ist zunächst die Frage zu klären, für wen oder was Sie züchten wollen?

  • Was muss und was kann ich dafür an Geld bei der Welpenabgabe bekommen?
  • Langt das?
  • Habe ich nur Zeit für eine Hobbyzucht oder will ich das gewerblich machen?
  • Habe ich überhaupt die gesundheitlichen – körperlichen, nervlichen, geistige, seelische -, finanzielle und zeitliche Voraussetzungen dafür?
  • Außerdem ist zu fragen, ob ich entsprechende Räumlichkeiten besitze?
  • Wenn es soweit ist, kann ich auf entsprechende zuverlässige Menschen zurückgreifen, die mir unter Umständen helfen?
  • Wie sieht das mit den offiziellen Genehmigungen von den Ämtern und dem Zuchtverein aus?
  • Habe ich einen Tierarzt, der auch zu mir kommt?
  • Hat er ein transportables Röntgengerät?
  • Durch das Gewährleistungsgesetz (Siehe auch Kapitel 8: Gewährleistungsgesetz und seine Umsetzung) kommen ganz wesentliche Anforderungen auf den Züchter zu.

Selbst „alte Hasen“ müssen sich neu orientieren und Zusatzleistungen erbringen. In vielen Fällen gibt es hier höhere Anforderungen, als bei den Menschen.

Ein Beispiel: Als Mensch dürfte ich nicht zur „Zucht“ – wäre ich ein Hund – zugelassen werden, denn ich habe HD. Da es diese Selektion für Menschen nicht gibt, habe ich zwei Söhne, die wiederum jeweils zwei Kinder haben. So etwas wäre bei einer gut geführten und über das Vereinszuchtbuch laufenden Zucht nicht möglich.

Schon sehr viele Menschen dachten, dass man ja mal einen Wurf machen kann, um der lieben Kinder willen und sind dabei z.B. nervlich kräftig auf die Nase gefallen. Einen Wurf Hundewelpen groß zu ziehen ist nicht mal eben erledigt! Das kann man auch nicht mit „Links“ machen, wenn man es verantwortungsvoll erledigen will.

Darum: Prüfe, wer sich mind. neu Wochen und mehr binden will! Sie haben die Verantwortung für die neuen Welpen, für das Muttertier, für die korrekte Unterbringung der Welpen während der Aufzucht und nach der Abgabe. D.h. auch, dass Sie sich den Welpenkäufer genau anschauen müssen.

Mir ist es schon zwei Mal passiert, dass ein Sex-Shop einen Hund für entsprechende Tätigkeiten wollte, oder ein Bewerber wollte für sein exquisites Restaurant einen Hund zum verspeisen. Ganz zu schweigen von den Vivisektionszwecken(= Eingriff am lebenden Tier zu wissenschaftlichen Versuchszwecken.), wofür so mancher Hund gebraucht wird.

Es läuft alles darauf hinaus, dass Sie sich drei Fragen beantworten:

  • Was will ich?
  • Wie hoch ist der Preis, den ich dafür bezahlen muss?
  • Was kann ich?

Ist das alles deckungsgleich?

  • Muss ich irgendwo Abstriche machen und Kompromisse eingehen?
  • Darf ich das, will ich das, kann ich das?
  • Warum nicht?

 

Am besten Sie beantworten sich die Fragen schriftlich und bewahren sich den Zettel auf. So können Sie später einmal nachlesen, was für Sie die Beweggründe waren eine Zucht bzw. keine Zucht anzufangen.

Ihnen wünsche ich viel Erfolg mit sich selbst, mit den Hunden und bei den Menschen

Welpensozialisierung – Teil 4

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