Schön, dass Du da bist

Sonntagskirche in WDR 4
Sendedatum: Sonntag, 30.06.2013
Autor: Pastor Siegfried Ochs, Krefeld
Titel: Schön, dass Du da bist
Ganz egal, ob mitten in der Nacht, am frühen Morgen oder am späten Vormittag, jedes Mal, wenn er mich wahrnimmt, wedelt sein Schwanz mit dem ganzen Hund um die Wette. Er rast auf mich zu und freut sich sichtlich mich zu sehen. Sein ganzes Wesen sagt mir: „Schön, dass Du da bist!“

Starfoto
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Das tut einfach nur gut. Itthai – unser Golden Retriever – liebt meine Frau und mich bedingungslos. Manchmal kennt seine Freude keine Grenzen, die wir ihm dann allerdings deutlich setzen müssen. Ansonsten müsste sich meine Frau eine neue Garderobe besorgen, weil der Hund in seiner ungestümen Freude über sein Frauchen, ihre Jacken oder Hosen mit Bissen und demzufolge entsprechenden Löchern versehen würde.

Das freudige Anspringen versuchen wir ihm also abzugewöhnen. Schließlich hat der Hund die Laufbahn zu einem Therapiehund eingeschlagen. Da passt das stürmische Anspringen einfach nicht.

Apropos Therapiehund: Da waren wir doch letztens mit Itthai bei einer Jubiläumsveranstaltung in einer freikirchlichen Gemeinde. Nach der Begrüßung gab es ein bombastisches Festessen. Der Hund lag ruhig an seinem Platz in unserer Nähe. Da kam eine geistig leicht behinderte Frau und erzählte, einen Golden Retriever habe sie immer schon einmal streicheln wollen.

Der Hund ließ es gern geschehen und wir sahen deutlich, wie gut es ihr tat. Ein Hund, der sich von ihr streicheln ließ! – Auch ihr vermittelte Itthai auf seine ihm ganz eigene Art: „Wie schön, dass Du da bist!“

Nicht nur in dieser Veranstaltung erlebten wir die wohltuende Wirkung unseres Hundes auf andere Menschen. Auch beim Spaziergang passiert uns so etwas. Oder letztens in einem Wildpark, wo ich vorm Schlangenhaus mit dem Hund warten musste, weil meine Frau da hinein wollte.

Alles meins...
Alles meins…

Gleich drei Jugendliche fragten, ob sie den Hund einmal streicheln dürften. Sie durften. Schließlich kenne ich unseren Hund. Der kann keiner Fliege etwas zu Leide tun, dafür aber um so mehr seine Liebe schenken. Auch den drei Teenies machte er unmissverständlich deutlich: „Schön, dass Ihr da seid!“

Jede und jeder, der unseren Hund Itthai bisher gestreichelt hat und seine Zuwendung erfuhr, ging danach sichtlich gelöster und irgendwie zufriedener – fast glücklicher – seinen Weg.

So stelle ich mir einen richtigen Therapiehund vor.

Einen Hund, dessen Nähe und Zuneigung, dessen weiches Fell und freudiges Schwanzwedeln heilt. Davon leben wir, dass wir bedingungslos um unserer Selbst willen geliebt werden. Dadurch genesen wir, dass uns jemand zeigt und spüren lässt: „Schön, dass du da bist!“ Unser Hund zeigt mir das täglich neu. Manchmal bekomme ich dabei seine mittlerweile 20 Kilo zu spüren, wenn er seine Pfoten wieder einmal auf meine Füße stellt.

Oft werden dabei auch meine Hände feucht, weil er mich vor lauter Zuwendung einfach abschlecken muss. Nicht ganz so feucht, aber genauso überschwänglich kommt es mir aus der Bibel entgegen.

Da sagt Gott: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jeremia 31,3 nach Luther)

Nicht nur unser Hund liebt mich, sondern auch Gott. Der Bibel verdanke ich den heilsamen Hinweis, dass ich vom lebendigen Gott bedingungslos geliebt werde:

Auch Gott sagt uns: „Schön, dass Du da bist!“ 

Einen von Gott gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Ihr Pastor Siegfried Ochs aus Krefeld.

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