Praktikumsbericht bei Therapiehunde Deutschland

Praktikum vom 20.07.05 – 20.10.05 bei Therapiehunde Deutschland
von Anke Dörries

FH Köln
Sozialpädagogik

Wie alles begann…

Ich studiere Sozialpädagogik an der FH Köln da ich gerne mit Menschen, vor allem Kindern, therapeutisch arbeiten möchte. Zu Hunden habe ich schon immer einen sehr engen Bezug da ich mit ihnen aufgewachsen bin und mir ein Leben ohne Hund gar nicht mehr vorstellen kann. Schon seit Beginn meines Studiums hatte ich vage die Idee, bzw. den Wunsch, beides, also Mensch und Hund, später einmal im Beruf zusammenbringen zu können.

 

Im Fernsehen sah ich schließlich eine Reportage über die Ausbildung von Behindertenbegleithunden und recherchierte dann sofort im Internet nach Informationen/Adressen. So stieß ich ziemlich schnell aufwww.therapiehunde-deutschland.de, die Internetseite von Frau Puhl.

Ich war sofort begeistert – das war genau das was ich machen wollte! Ich habe mich um einen Praktikumsplatz für den nächsten Sommer in den Semesterferien beworben. Nach der Einreichung der ganzen schriftlichen Unterlagen und e-mail- Kontakt bin ich schließlich für ein Vorstellungsgespräch in den hohen Norden gefahren. Dort habe ich Frau Puhl und die Hunde kennen gelernt und einiges über das Praktikum und die Hundeausbildung erfahren. So bekam ich dann auch die Zusage für den Praktikumsplatz worüber ich mich riesig freute!

Das Praktikum / Der Beginn

Gut ein Jahr später ging es los und ich kam mit einem vollgepacken Auto im Dellweg in Neuenkirchen an um dort die nächsten 3 Monate zu verbringen.

Nach einer kurzen Besichtigung der Räumlichkeiten, das heißt der Zwinger und Hunde-Außenanlagen und meiner Wohnung unterm Dach von Frau Puhls Haus, begann ich erstmal mit Auspacken und Einräumen für mein Vierteljahr in Schleswig-Holstein.

Der nächste Tag begann gleich mit vielen Informationen rund um den Arbeitsablauf und die Hunde und gab mir einen kleinen Überblick über das was in meiner Praktikumszeit geschehen würde.

Zu dieser Zeit waren 2 Hunde da, die ich betreuen und ausbilden sollte:

– Yasmin von der Stellerburg, eine 11-monatige Golden – Retriever – Hündin, die bereits fertig ausgebildeter und geprüfter Therapiehund war und die ich nun als Behindertenbegleithund ausbilden sollte.

– Zalmoni von der Stellerburg („Moni“), eine 5 – monatige Colliehündin, die auf die Begleit- und Verkehrshundeprüfung (BVP) trainiert werden sollte.

Der Alltag

Während meines Praktikums gab es verschiedene Aufgaben die täglich und auch sehr regelmäßig und konsequent, wie z.B. das Training der Hunde erledigt werden mussten.

Jeder Morgen begann mit dem Hundehaufen- Aufsammeln auf dem gesamten Gelände, keine besonders spaßige Aufgabe, aber eben absolut notwendig. Dann musste jeder Hund drei Mal am Tag individuell trainiert werden, im Hinblick auf die jeweilige bevorstehende Prüfung.

Schließlich gab es natürlich noch tägliche Spaziergänge, da die Hunde ihren Auslauf brauchten. Diese Zeit nutzten Frau Puhl und ich immer für unsere Frage-Antwort-Runde bei der ich immer unglaublich viel Neues lernte und hörte. Hatte ich keine speziellen Fragen, „überschüttete“ Frau Puhl mich mit ihrem Fachwissen, sei es im Bereich der Hundeerziehung, Zucht/Genetik, Anatomie, Natur, Religion,… dies hat mir persönlich sehr viel gebracht und nicht nur mein Wissen über Hunde, sondern meine Allgemeinbildung immens vergrößert.

Ebenso alltäglich waren Unmengen von Telefonaten und Internetanfragen bezüglich Welpen, Seminaren, Ausbildung, Praktikum oder allgemeinen Informationen, die natürlich alle beantwortet werden mussten.

Neben diesen Dingen die täglich anfielen gab es in der Woche noch mehrere regelmäßige Termine/Aufgaben:

– Dienstag und Donnerstag ist jeweils 2 Stunden Sprechstunde, wo telefonisch alle Fragen der Interessenten geklärt werden können. In dieser Zeit konnte ich meistens anwesend sein und durch die Fragen der Leute auch viel Interessantes erfahren.

– Mittwoch ist immer ein wichtiger Tag in der Woche, denn da war Altenheimtag. Das heißt, ich habe jeden Mittwoch von 10-11 Uhr Besuchsdienst mit einem der Hunde im DRK Altenheim in Heide gemacht. Dies war sowohl für mich, als auch die Hunde immer ein sehr schönes Ereignis.

Ich habe mit dem Hund immer die gleichen vier Personen besucht, bei jedem blieben wir ca. 10-15 Minuten. Dabei waren es ganz verschiedene Arten des Besuchs: Zunächst einmal ist eine schon sehr alte Frau zu erwähnen, die seit längerem im Sterben liegt, sich jedoch, wie es scheint, nicht vom Leben verabschieden kann.

Sie liegt nur noch im Bett, kann kaum noch sprechen oder sich bewegen. Zu ihr habe ich den jeweiligen Hund auf einem Handtuch neben sie ins Bett gelegt damit sie das weiche Fell und die Körperwärme spürt. Dabei hab ich ihr immer Geschichten von den Hunden erzählt oder einfach ihre Hand gehalten.

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Moni beim Einsatz im Altenheim

Der schönste Moment war, als sie einmal mit klarem Blick den Hund angeschaut hat, gelächelt hat und auf meine Frage ob es ihr gut gehe mit „ja“ geantwortet hat.

Der sonst so leblose Körper war plötzlich lebendig und sie wirkte richtig glücklich. Das war wirklich ein überwältigender Moment für mich.

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Moni beim Einsatz im Altenheim

Ein anderer Bewohner den wir regelmäßig besuchten war ein Herr im Rollstuhl, der immer vor dem Fernseher saß, jedoch wenn wir kamen sich ganz dem Streicheln und Füttern des Hundes widmete.

Schließlich haben wir noch eine sehr vitale ältere Dame besucht, die jedoch wegen ihrer Beinverletzung momentan nur im Bett liegen konnte. Auch zu ihr habe ich den Hund ins Bett gelegt, was immer ein Leuchten in ihr Gesicht gezaubert hat. Alles in allem waren das superschöne Mittwochvormittage- dank der Hunde.

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Moni beim Einsatz im Altenheim

Es war unglaublich faszinierend welche positive Wirkung die Co- Therapeuten auf diese alten, zum Teil sehr verschlossenen und abgestumpften Menschen hatte. Für viele war dieser Besuch der Höhepunkt der Woche, da sie sonst sehr viel allein in ihren Zimmern liegen.

Mittwochabend stand dann ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan. Von 17-18 war ich mit Moni bei der Spielgruppe eines nahe gelegenen Hundeplatzes, damit die Kleine genug Kontakt zu Artgenossen haben konnte und somit ihr Sozialverhalten gefördert wurde, womit sie aber nie ein Problem hatte- kein Rüde war ihr zu groß zum Spielen! Anschließend fand noch ein Training in kleineren Gruppen statt, an dem ich mit Moni teilnahm, um mit ihr auch unter Ablenkung für die BVP zu üben.

– Freitag war immer Putztag im Dellweg. Das heißt ich habe alle Innenzwinger gründlich saubergemacht, Näpfe gewaschen,…

Schließlich galt es auch noch die Hunde zu säubern, bürsten, Ohren putzen und Zahnstein entfernen. Danach sahen sie immer wie neu aus, was sich jedoch nach einer Spielrunde durch den Garten auch schnell wieder erledigt hatte!!

Samstag war vormittags meistens Stadttraining, das heißt ein Gang über den Heider Wochenmarkt, Fußgängerzone, Ampeltraining, Aufzugfahren, Geschäfte besuchen und anschließend noch ein Restaurantbesuch, bei dem die Hunde unter dem Tisch liegen mussten.

Dies war jedoch nie ein Problem da sie von den vielen Gerüchen, Geräuschen und Eindrücken immer total geschafft und müde waren. Ziel des Trainings war es, die Hunde an alle möglichen Situationen, Menschen, Lärm und Verkehr zu gewöhnen, damit sie lernen gelassen zu bleiben und sich durch nichts erschrecken zu lassen. Dies ist besonders wichtig, wenn sie später bei einem behinderten Menschen in Einsatz kommen.

Samstagmittag war ich immer, wie Mittwochs, mit Moni auf dem Hundeplatz, zum spielen und trainieren.

Neben diesen ganzen Dingen des Alltags hat Frau Puhl jedoch auch sehr viele Dinge mit mir und den Hunden außer der Reihe gemacht. Wie z.B.

  1. Schwimmtraining in der Nordsee
  2. Besuch von Husum, mit Besuch eines Gottesdienstes mit den Hunden, Fischmarkt, Stadtbummel,…
  3. Begleitung bei einem Gerichtstermin
  4. Fahrt nach Wuppertal zu ihrem Elternhaus und nach Minden, wo die Vorstandssitzung vom Förderverein für Therapie- und Behindertenbegleithunde e.V. stattfand.

Dort war auch einen Tag eine Frau aus Südafrika zu Besuch, die dort mit Therapiehunden arbeitet, um uns ihre Arbeit vorzustellen. Das war sehr interessant, da die Therapiehundearbeit in Südafrika schon viel anerkannter ist als in Deutschland und es sogar einen eigenen Studiengang an der Universität dafür gibt, ohne den man auch nicht in diesem Bereich mit dem Hund arbeiten darf.

Gruppenbild in Minden mit Dame aus Südafrika
Gruppenbild in Minden mit Dame aus Südafrika

In Wuppertal sind wir mit den Hunden Schwebebahn gefahren um sie an die schaukelnden Bewegungen zu gewöhnen und haben auch noch ein Stadttraining mit Fußgängerzone, Buchhandlung, Restaurant, Einkaufspassage und vielen anderen Aktionen gemacht. Ein sehr schöner Tag, an dessen Ende die Hunde und wir gleichermaßen geschafft waren.

Ablegen der Hunde in einer Buchhandlung in Wuppertal
Ablegen der Hunde in einer Buchhandlung in Wuppertal

Besuch des Pedigree Pal -Seminars in Schleswig mit Thema „Genetisches Rüstzeug für Züchter“.

Pedigree Pal- Seminar in Schleswig
Pedigree Pal- Seminar in Schleswig

Dabei ging es hauptsächlich um die Krankheiten HD und ED, die beide, laut  Pedigree Pal, genetisch weitervererbt werden. Angefangen von der allgemeinen Vererbungslehre über Erscheinungsbild, Prophylaxe und Therapie war alles dabei und es war ein wirklich sehr interessanter Abend.

Schifffahrtstraining in Friedrichstadt
Schifffahrtstraining in Friedrichstadt

Fahrt nach Friedrichsstadt. Dort sind wir mit den Hunden Boot gefahren, was beide ruhig und gelassen gemacht haben. Anschließend waren wir noch in einem schönen Restaurant direkt am Wasser und die Hunde haben beide geschlafen.

Anfang Oktober sind wir für einen Tag mit den Hunden nach Dänemark gefahren. Den Vormittag verbrachten wir in Toendern, einer sehr hübschen kleinen Stadt kurz hinter der Grenze. Anschließend ging es nach Emmerslev ans Meer. Dort waren wir in
einem superschönen Restaurant direkt an der Küste, danach haben wir einen langen Spaziergang am Strand gemacht. Die Hunde hatten einen Riesenspaß mit Möwen beobachten, rennen und sich im Schlamm vollsauen.

Am Ende des Tages hatten  sie alle Tarnfarbe und waren, wenn sie lagen, kaum mehr im Sand zu erkennen! Es war  für die Hunde und uns ein supertoller Tag mit wunderschönem Wetter und wir fielen abends alle gleichermaßen müde ins Bett.

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Yasmin „getarnt“ im Sand

Ansonsten war auch im Dellweg immer eine Menge los und wir hatten viel Besuch. Sei es Leute die sich wegen des Seminars oder Praktikums erkundigen wollten oder Interessenten wegen einem Welpen, bzw. ausgebildeten Hund.

Dabei waren auch viele Therapeuten die einen Hund in ihren Beruf einzubinden gedachten oder auch Betroffene, bzw. deren Angehörige, die Hilfe und Unterstützung gesucht haben.

Dabei konnte Frau Puhl ihnen nicht nur bei Fragen bezüglich des Hundes und seiner Ausbildung helfen, sondern stand auch in Fragen des bürokratischen Werdegangs oder allgemeinen Fragen zur Seite. Durch diese Besuche habe ich viele sehr verschiedene Menschen kennen gelernt, was ich für mich persönlich, und natürlich in Bezug auf mein späteres Berufsfeld sehr interessant fand.

Dann noch mehrere Tierartbesuche, ob es sich nun um eine Augenentzündung von Moni, die Untersuchung eines möglichen neuen Deckrüden oder die Zuchttauglichkeitsprüfung von Yasmin handelte, an der ich auch dabei sein durfte und die sie übrigens mit Bravour bestanden hat!

Dabei immer sehr interessante Gespräche mit Frau Puhl, die nie langweilig wurden. Gab es einmal nichts zu tun gab es eine riesige Sammlung von Fach- Lehrvideos, -Büchern und -Zeitschriften zum Anschauen und Lesen.

Die Hunde

Wie bereits erwähnt waren zu meiner Praktikumszeit zwei Hunde im Dellweg, einmal Yasmin, die Golden- Retriever- Hündin und die Colliehündin Moni. Beide hat Frau Puhl selbst gezüchtet.

Yasmin war bereits ausgebildeter und geprüfter Therapiehund und ich sollte sie nun als Behindertenbegleithund ausbilden. Dafür musste sie drei Dinge lernen: Socken ausziehen („Zieh Strumpf“), Schuhe bringen („Apport Schuh“) und Packtaschen tragen. Diese Arbeit hat immer total viel spaß gemacht, da man immer gemerkt hat wie gern Yasmin etwas gelernt hat und wie sie sich gefreut hat wenn ich Schuh und Socken zum Üben geholt habe.

Yasmin war immer eifrigst dabei und total motiviert, was sich natürlich auch auf mich übertragen hat. Durch ihren ständigen Hunger (Golden Retriever!) war sie natürlich am besten durch Leckerlies zu motivieren, doch auch ein überschwängliches „FEIN“ in Quietschestimme oder ein stürmischer Applaus haben ihr als Belohnung genügt.

Die Prüfung fand schließlich Ende September in Minden statt, die sie bravourös bestanden hat. Auch sonst war Yasmin ein wirklicher Schatz, wenn man mal von ihrem Jagdsinn bei Spaziergängen absieht. Ich habe, glaube ich, noch nie einen so verschmusten Hund gesehen der einen mit so einem breiten Lächeln und Schwanzwedeln morgens wecken kann.

Yasmin beim Packtaschen- Training
Yasmin beim Packtaschen- Training

Moni war ja nun noch ein ganzes Stück jünger, sie sollte von mir auf die Begleit- und Verkehrshundeprüfung trainiert werden. Das hieß drei Mal am Tag die verschiedenen Aufgaben üben, wie Fußgehen, „Bleib“, „Voraus“, „Sitz“, „Platz“,… Dazu dann noch das Stadttraining.

Auch mit Moni hat das Üben meist viel Spaß gemacht, war jedoch oft anstrengender, da sie durch ihr junges Alter noch sehr leicht ablenkbar war und da sie als Collie auch nicht so verfressen ist wie Yasmin, war sie auch schwerer mit Futter zu motivieren.

Bei ihr wirkte eher die hohe Quietschestimme. Auch sie war ein unglaublich süßer lieber Hund mit einem unglaublichen Charme und einem eigenen Kopf. Ich vermisse die beiden jetzt schon…

Nach dem Stadttraining wird geträumt
Nach dem Stadttraining wird geträumt
Die Prüfung

Mitte Oktober war schließlich der Tag gekommen wo sich das ganze Üben mit Moni bezahlt machen sollte: Die Begleit- und Verkehrshunde- Prüfung stand an.

Leicht aufgeregt begannen wir mit dem Prüfungsteilen auf dem Gelände. Moni hat jedoch alles so ruhig und souverän gemeistert, dass auch meine Nervosität schnell verflog. Selbst die Teile, die uns beim Üben manche Stunden und Nerven gekostet haben, klappten wie am Schnürchen.

Schließlich ging es noch in die Stadt, wo Moni verschiedene Prüfungselemente, wie Ablegen im Geschäft, Restaurantbesuch und Kreuzung- Überqueren absolvieren musste. Auch diesen Teil hat sie super gemacht und damit zu meiner großen Freude und Erleichterung die Prüfung bestanden.

Dan, Moni und Yasmin beim Training
Dan, Moni und Yasmin beim Training

Besuch…

Gegen Ende des Praktikums kamen wir noch zu einem 3. Hund. Dan, ein knapp 2- jähriger Golden- Retriever- Rüde kam zu uns. Dan gehörte früher Frau Puhl und lebt nun bei einer Familie in Steinfurt. Seine Besitzerin musste jedoch für einige Zeit ins Krankenhaus und anschließend in Kur, daher durfte Dan diese Zeit bei uns oben in seiner alten Heimat verbringen, was ihm dank der beiden Hunde- Damen auch gut gefallen hat!

Gleich zu Beginn meines Praktikums habe ich alles über das Konditionieren, die positive Bestärkung, erfahren, nach deren Prinzipien die Hunde von Frau Puhl erzogen und ausgebildet werden.

Das heißt positives/erwünschtes Verhalten wird bestärkt, wobei es dazu verschiedene Möglichkeiten wie Stimme, Streicheln, Futter, Körpersprache,…gibt. Negatives/unerwünschtes Verhalten hingegen wird schlichtweg ignoriert.

Diese Art der Erziehung war mir nicht unbekannt, ich habe sie jedoch noch nie so konsequent auf lange Zeit angewandt. Ich werde auf jeden Fall meine beiden eigenen Hunde auf diese Weise trainieren, da mich die Erfolge absolut überzeugt haben und ich jetzt hoffentlich auch fit genug bin dies allein zu schaffen.

Deckrüden- Suche

Ein Thema, dass sich wie ein roter Faden durch mein Praktikum zog und immer wieder spannend und superinteressant war, war die Suche nach einem geeigneten Collie- Deckrüden. Was sich für einen Laien als nicht wirklich schwer und kompliziert darstellt, ist, wenn man eine Zucht so gewissenhaft macht wie Frau Puhl, alles andere als einfach.

Erstens gibt es in Deutschland nicht sehr viele Collies und zweitens kommen davon sehr wenige für die Zucht in Frage, da man auf sehr viele Dinge wie Rassestandards, Genetik, Blutlinie, Aufzucht und damit auch Prägung des eventuellen Rüden achten muss. In der Praxis sah das so aus, dass Frau Puhl, egal wo sie sich befand, auf der Suche nach Collies war die in Frage kommen.

Sei es in Wuppertal, Tschechien oder Ostdeutschland, wohin wir eigens fuhren um einen kleinen Collie- Rüden, der zum Verkauf stand, anzuschauen.

Diese „Deckrüden- Jagd“ war auf jeden Fall immer eine sehr spannende und interessante Sache, da man sich als „Zucht- Laie“ gar nicht vorstellen kann was man alles beachten muss und ich dadurch sehr viel lernen konnte.

Wir fahren zur Ausstellung

An dem letzten Sonntag meines Praktikums war ein großer Tag für die beiden Mädels: Wir fuhren zur Weltsieger- Ausstellung nach Fallingbostel!

Bereits früh morgens kamen wir an und haben uns erstmal einen schönen Platz genau zwischen dem Golden- Retriever- Ring und dem Collie- Ring gesucht, die zum Glück direkt nebeneinander lagen. Nach der Anmeldung und den Formalitäten hieß es erst einmal warten… Die Hunde waren anfangs ziemlich aufgeregt und wollten kaum still liegen bleiben, kein Wunder bei den vielen Hunden, Menschen, Gerüchen und Geräuschen!

Doch schließlich siegte irgendwann die Müdigkeit und die beiden lagen superlieb zwischen unseren Stühlen und haben sich von nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Warten auf den großen Moment
Warten auf den großen Moment

Eine Rasse nach der anderen wurde in den acht verschiedenen Ringen vorgestellt, vom Irischen Wolfshund über den Germanischen Bärenhund bis Chihuahua war alles dabei. Dabei waren von einigen selteneren Rassen nur einzelne Vertreter zu sehen, während von anderen, wie zum Beispiel Berner Sennenhund oder Boxer sehr viele Hunde anwesend waren.

Schließlich waren auch endlich die Golden- Retriever dran und Yasmin durfte mit Frau Puhl in den Ring:

Korrektes "Zeigen" des Hundes

Korrektes „Zeigen“ des Hundes

Yasmin zeigte sich mal wieder von ihrer besten Seite und wurde Weltsieger 2005 in ihrer Klasse. Schließlich wurden dann endlich in Ring 4 die Collies aufgerufen und Moni musste als Jüngste beginnen.

Auch sie hat alles ganz prima gemacht und ist wie ein alter Hase superschön durch den Ring gelaufen. Dafür erhielt sie vom Richter die Bestnote SG 1 (Sehr Gut 1) und war damit, ebenso wie Yasmin, Weltsieger in ihrer Klasse, worüber ich mich natürlich, genauso wie Frau Puhl, riesig freute!

Moni aufmerksam im Ring
Moni aufmerksam im Ring

Nach diesem tollen Erfolg, zwei Brüder von Moni haben auch noch SG 1 bekommen, saßen wir zur Erholung alle noch ein bisschen in der Sonne und die Hunde konnten toben, was sie sich auch redlich verdient haben!

Ein wirklich schöner letzter Sonntag meines Praktikums!

Das Ende

Viel zu schnell kam der Oktober und meine drei Monate bei Frau Puhl und den Hunden ging zu Ende. Die Zeit hier oben war für mich eine unglaublich lehrreiche, spannende und interessante Zeit in der es mir nie langweilig wurde. Ich habe dabei sehr viel über Hunde allgemein, die Ausbildung und auch über mich selber gelernt.

Dabei war mir Frau Puhl eine unglaublich tolle Anleiterin die ich alles fragen konnte und die mich immer an ihrem immensen Wissen teilhaben lies. Sie und die Hunde haben mein Praktikum zu einer sehr schönen und abwechslungsreichen Zeit gemacht, die ich ganz sicher nie vergessen werde.

Nach allem was ich hier gelernt und erlebt habe bin ich mir auch sicher dass ich auf dem richtigen beruflichen Weg bin und auf jeden Fall versuchen werde, Hunde später in meinen Beruf einzubinden.

 Mit Yasmin und Moni am Strand

Mit Yasmin und Moni am Strand

Schließlich möchte ich noch Frau Puhl, Yasmin und Moni für diese schöne Zeit danken, die ich mit ihnen zusammen verbringen durfte.

Neuenkirchen, 18.10.05

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