Mit Hunden auf großer Fahrt

20.8. Auf nach Skagen.

Wir hatten vor der Fahrt nach Dänemark unseren Tierarzt gefragt, ob wir besonders aufpassen müßten wegen des Staupevirus bei dem großen Seehundsterbens in Dänemark.

Er hatte uns beruhigt und dies stellte sich nun auch als sehr wichtig heraus, denn am Strand lagen sehr große, tote Fische herum.

Wir erlaubten vorsichtshalber unseren Hunden nicht, diese zu beschnuppern. Skagen, da wo die Nordsee und die Ostsee aufeinander prallen, ist ein Erlebnis besonderer Art. Es gab viele Seevögel, Kormorane und die verschiedensten Möwen.

Ein kleiner Felsen vor Skagen, wo Seevögel, Kormorane und Möwen Platz haben.
Ein kleiner Felsen vor Skagen, wo Seevögel, Kormorane und Möwen Platz haben.

Das Restaurant – nicht das Bistro – auf der Spitze von Skagen war das einzige in ganz Dänemark, welches uns nicht mit den Hunden rein ließ, obwohl Oney ihre Kenndecke trug und wir unsere T-Shirts mit Emblem anhatten!!!

So ein Verhalten habe ich noch nirgendwo in Dänemark erlebt, obwohl wir seit 1972 regelmäßig, oft mehrmals im Jahr, dort sind. Wime ist noch klein und von daher darf sie noch nicht so viel laufen. Wie merkt man eigentlich, wenn ein Welpe nicht mehr kann? Er legt sich hin…

Dann wird es höchste Zeit, ihn zu tragen und auf den Arm oder auf die Schulter zu nehmen oder ihn sich um den Hals zu legen.

Nach Skagen fuhren wir nach Hirthals ins Oceanarium an der Nordsee. Es ist Europas größtes Aquarium mit einer höchst besonderen Attraktion: einem Mondfisch- er war von 45 cm 2001 auf 160 cm bei unserem Besuch gewachsen, dazu Fischschwärme und Seehunde, dunkle bis dämmerige Innengestaltung der Räumlichkeiten die für uns alle gewöhnungsbedürftig war.

Die Fischschwärme. Unsere Hunde sind super gelassen und ruhig.
Die Fischschwärme.
Unsere Hunde sind super gelassen und ruhig.
Der Mondfisch
Der Mondfisch

Auch hier bewährte sich der Einsatz des Rollators für Wime.

Wie bei allen Besonderheiten in Dänemark gab es viele Menschen, Lautsprecher und ein Gaststättentraining für unsere Vierbeiner.

Den ganzen Tag über hier wie in Aalborg: viele Menschen die es nicht sein lassen können, wenn sie einen kleinen Welpen sehen und ihn – ohne zu fragen – einfach anfassen und ihn an den schmutzigen Fingern knabbern lassen.

Es ist mühsam, jeder Person dann neu zu erklären, dass das nicht gewünscht ist, denn schließlich soll die Papierhaut eines Seniors noch heil bleiben etc.

Für einen Therapiehund heißt knabbern am Menschen: Es ist verboten!

Er darf lecken als Ausdruck der Liebesbezeugung. Aber wenn die Menschen ihre ungewaschenen Hände ihm hinhalten, dann darf der Welpe das nicht, denn schließlich hat jede Türklinke die die Menschen angefaßt haben, mehr Keime, als auf dem ganzen Hundefell zu finden sind.

Abends war ein Gewitter, wo sich beide Hunde wie normal verhielten. Schließlich hat Wime dies bereits als ganz junger Welpe von 6 Wochen bestens durchgestanden und damals gelernt, dass man davor keine Angst zu haben braucht.

Nachts gab es eine Besonderheit in Fruerlund. Erst im Bad und dann im Zimmer der Praktikantin bewegte sich langsam, aber sicher eine schwarze Schnecke über den Fußboden. Erst durch das intensive Schnuppern von Wime wurde Frau Dabringhaus wach und darauf aufmerksam. Sie versuchte das verirrte Tier wieder an die frische Luft zu setzen – nicht ohne ein gewissen
Gefühl von Ekel.

21.8.
Einen Tag im eigenen (Trainings-)Wohnort an der Ostsee: Öster Hurup. Zunächst war der Hafen angesagt mit seinen vielen verschiedenen Gerüchen, den schaukelnden Booten, der leichten Seebriese und den vielen ungewohnten Eindrücken.

Im Fischrestaurant durften wir 1 Std. und 20 Min. auf unser Essen warten.
Im Fischrestaurant durften wir 1 Std. und 20 Min. auf unser Essen warten.

Das war eine gewaltige Herausforderung für die Hunde, so lange still zu liegen und brav zu sein. Anschließend stand Toben am Strand und im Wasser auf unserem Programm.

Dadurch ergab sich ein weiteres Föhntraining. Übrigens: Algen schmecken gut und Fischlaich ist ein feines Spielzeug, welches man auch hervorragend fressen kann (Jod, Salz, Ballaststoffe). „Voraus“, „Platz“ und „Fuß“-Training und das Bürsten gehörten heute besonders zum Training dazu.

22.8.

Einpacken! Und weiter ging es nach Nr. Lyngvig Camping an der dänischen Nordsee in unmittelbarer Nähe eines großen Leuchtturms von Hvide Sande. Auf diesem Campingplatz hat jeder freie Auswahl des Geländes, soviel er will und wo er will.

Dazu waren die sanitären Anlagen super sauber und die deutsche Leitung erleichtert die Kommunikation erheblich.

Der breite Quarzsandstrand ist eine Wohltat für Mensch und Tier. Bis man dahin allerdings kommt, muß man über eine Düne kraxeln, was im weichen Sand recht beschwerlich ist, zumal wenn man den Welpen zusätzlich auf dem Arm tragen muß.

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Hier liebten uns die Mücken über alles und erzeugten so manchen scheußlichen Stich. Eine echte Plage, denn diese Mücken schienen etwas Besonderes zu sein. Schließlich waren die Quaddel extrem groß, juckten ungemein und hinterließen nicht selten einen entzündlichen Herd.

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Fast jeder auf dem Campingplatz hatte einen Hund. Was sich einerseits als Gesprächsstoff herausstellte, andererseits auch oft genug unfreiwilligen Besuch brachte. Wieder einmal bewährte sich der erneuter Einsatz des Schafweidezaunes zum Schutz vor anderen Hunden, aber auch zum Schutz für uns, damit unsere Hunde nicht aus lauter Neugier auf Erkundungstour gingen.

23.8.
Gegen 8 Uhr hieß es dann wieder: Einpacken und weiter fahren. Unser nächstes Ziel war Emmerslev, ein Restaurant auf der Nordseesteilküste. Ein wahrer Fundort von besonderen Steinen. Auf dem Sandstrand und auf dem mit Gras bewachsenen Deich haben sich unsere Hunde wieder nach allen Kräften ausgetobt.

Weiter ging es nach Töndern. Dort erwartete uns unverhofft eine Massenveranstaltung als Volksfest. Die Attraktion der „alten Apotheke“ – ein Haus vom Keller bis zum Dach voll mit Dekoartikeln – durfte natürlich nicht fallen gelassen werden. Die Rückfahrt dauerte noch fast 2 Stunden, ehe sich die Hunde in ihrem 500 m2 großem Zwinger ausruhen konnten.

Die Anstrengung des Intensivtrainings für die Hunde war sehr deutlich. So war an diesem Abend nur noch Fressen und Schlafen angesagt. Auch für uns Menschen war nun Erholung nötig.

So sahen wir zu, dass wir schleunigst in den Bereich der Träume gerieten, um am nächsten Morgen mit neuer Kraft in die gewohnte Arbeit zu starten.

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