Parvovirose

Parvovirose – Ein Artikel von Doris Jessen, Fachjournalistin, Hamburg

Risiken

Die Risiken einer Infektionskrankheit sind jedem verantwortungsbewussten Hundezüchter und Hundehalter bekannt.

Parvovirose Staupe Giardien Schnelltest (Vetexpert Rapid CPV/CCV/Giardia Ag Test Kit) Parvovirus Coronavirus Parvovirose Kotprobe Hund
  • Der Vetexpert Rapid CPV/CCV/Giardia Ag Test ist ein chromatographischer Immunoassay zum qualitativen Nachweis von Parvovirus Antigen, Coronavirus Antigen und Giardia Antigen im Kot von Hunden. Diese drei Erreger sind ein häufiger Grund für infektiösen Durchfall beim Hund
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Letzte Aktualisierung am 6.10.2018


Für Welpen besonders gefährlich, weil in 80 Prozent der Fälle tödlich, ist die Parvovirose.

Bisher konnten sie im besonders gefährdeten Alter zwischen der 5. und 8. Lebenswoche nicht geimpft werden, weil die mütterlichen Antikörper eine Barriere gegen die Impfung bildeten.

Bild: Parvo-Virus
Bild: Parvo-Virus

Mit dem modernen Impfvirus (CPV 2b) ist seit kurzem auch eine Frühimpfung möglich.

Bild: Welpe, der mit Parvovirose infiziert wurde
Bild: Welpe, der mit Parvovirose infiziert wurde

Die Parvovirose, hervorgerufen durch das canine Parvovirus (CPV) ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheit für den Hund. Sie befällt vor allem das Immunsystem und die Darmschleimhaut. „Drei bis zehn Tage nach der Ansteckung, die über Nase und Maul erfolgt, bekommt der Hund Fieber, wird matt und appetitlos.

Kurz darauf folgen die typischen Symptome Erbrechen und übelriechender, zunehmend blutiger Durchfall. Wird das Tier jetzt nicht sofort behandelt, kann es innerhalb von wenigen Tagen sterben“, erläutert Dr. med. vet. Günter Allmeling, Facharzt für Chirurgie und Chef der Tierklinik Börnsen bei Hamburg.

Bild: Parvopatient mit Dauerinfusion
Bild: Parvopatient mit Dauerinfusion

Die intensivmedizinische Therapie muss üblicherweise stationär in einer Tierklinik erfolgen. „Das Ziel ist, das Tier in seiner Konstitution und Kondition so lange stabil zu halten, bis die eigene Abwehr greift. Da man gegen das Virus selbst wenig unternehmen kann, besteht die Behandlung hauptsächlich aus Dauerinfusionen, um den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren.

Dazu kommen starke Antibiotika gegen Sekundärinfektionen und virenspezifische Maßnahmen wie die Gabe von Interferon und Hyperimmunseren“, so Dr. Allmeling weiter.

Welpen durch Muttermilch geschützt

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Mutterhündin durchgeimpft ist, dann sind die Welpen in den ersten Lebenswochen durch die „maternalen“ (mütterlichen) Antikörper geschützt. Diese nehmen sie in den ersten zwei Lebenstagen mit der Biestmilch der Hündin auf. Die mütterlichen Antikörper bauen sich aber in ihrer Zahl in den ersten Lebenswochen ab, und da der Welpe noch keine eigenen Antikörper produziert, wird der Schutz immer geringer und das Ansteckungsrisiko höher.

Die „immunologische Lücke“

Besonders infektionsgefährdet sind Welpen – abhängig von der Anzahl der mütterlichen Antikörper – zwischen ca. der vierten/fünften und zehnten/zwölften Lebenswoche. Die Hundebabys in dieser Zeit zu impfen, war bis vor kurzem wenig sinnvoll. Denn die Reste der mütterlichen Antikörper betrachten das Impfvirus als Infektion und inaktivieren es. Für den Schutz gegen eine tatsächliche Infektion reichen sie aber nicht aus. Diese Phase bezeichnet man als „immunologische Lücke“.

Ein weiteres Problem hat der Züchter, wenn einer seiner Hunde erkrankt. Dann sollte der Immunschutz beim noch gesunden Bestand noch einmal aufgefrischt werden. Das war aber – zumindest für andere tragende Hündinnen des Züchters – mit den bisherigen Lebendimpfstoffen riskant, weil die Impfviren über die Plazenta des Muttertieres die Föten infizieren oder sie schädigen können.

Forscher entwickeln Frühimpfstoff

Daher gingen die Forschungs- und Entwicklungsbemühungen der Impfstoffhersteller seit langem dahin, Vakzine herzustellen, mit denen diese kritische Phase auf einen minimalen Zeitraum verkürzt werden kann. Von Vorteil war, dass das Parvovirus CPV Typ 2 mit der Zeit kleinere Mutationen bildete: die Antigene CPV 2a und seit einigen Jahren zunehmend auch CPV 2b.

Die Veränderungen sind nur sehr gering. Sie sorgen aber dennoch dafür, dass der neue Impfstoff „Virbagen Puppy 2b“ auf der Basis des Typs 2b von den mütterlichen Antikörpern im Welpenorganismus (dessen Mutter üblicherweise gegen Typ 2 geimpft wurde) nicht inaktiviert wird. Trotzdem bewirkt das Impfvirus eine sog. „Kreuzimmunität“, die den Welpen auch gegen die anderen Virenstämme schützt.

Auch bei tragenden Hündinnen kann der neuartige Impfstoff risikolos eingesetzt werden, wie eine Sicherheitsstudie ergab: Die Impfung hatte keinen Einfluss auf den Verlauf der Trächtigkeit, Geburt oder Wurfgröße und die gesunden Welpen entwickelten sich normal.

Wann soll man impfen?

Acht bis zehn Tage braucht ein gesunder Körper mindestens, um erste Antikörper zu bilden. Bis zum vollen Immunschutz muss sich das Immunsystem vier bis sechs Wochen mit der zweiten Impfung auseinander gesetzt haben. Die Welpen sind dann also bereits 16 Wochen alt.

„Da aber die mütterlichen Antikörper oft schon nach wenigen Lebenswochen unter den noch schützenden Grenzwert (Grenztiter) rutschen, sollten die Welpen schon in der fünften Woche das erste Mal mit dem neuen CPV 2b-Impfstoff „Virbagen Puppy 2b“geimpft werden, um die Risikophase für Parvovirose so kurz wie möglich zu gestalten“, so Dr. Allmeling.

Ab der 8./9. Lebenswoche können dann in der gewohnten Weise die regulären Impfungen durchgeführt werden, wie auf den entsprechenden Internetseiten des VDH ( Impfempfehlung ) empfohlen.

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Doris Jessen, Fachjournalistin, Hamburg

eMail: Jessen@Jessen-PR.de
www.Jessen-PR.de


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