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welcher hund passt zu mir

Welcher Hund passt zu mir?

Sie haben sich dazu entschlossen, sich einen Hund anzuschaffen. Stellt sich nun die Frage, welcher Hund passt zu mir?

Der große BLV Hunderassen-Führer: Aussehen - Eigenschaften - Haltung
  • Angela Wegmann, Siegfried Schmitz
  • BLV Buchverlag
  • Auflage Nr. 5 (13.05.2016)
  • Taschenbuch: 256 Seiten

Letzte Aktualisierung am 25.05.2017


Klein oder groß, Rüde oder Hündin, welche Rasse passt zu welchem Lebensumstand?

welcher hund passt zu mir

Großer Hund – Kleiner Hund?
Welcher Hund passt zu mir?

Die Größe eines Hundes ist relativ, denn auch ein großer Hund kann in einer kleinen Mietwohnung glücklich sein, wenn er denn den entsprechenden Auslauf bekommt. Allerdings braucht er auch eine gewisse Bewegungsfreiheit innerhalb der Wohnung und einen ihm zugewiesenen Platz entsprechender Größe.

Dem zukünftigen Hundebesitzer, der denkt, er kaufe sich einen kleinen Hund, da der ja weniger Bewegung und Erziehung braucht, möchte ich Folgendes zu bedenken geben. Wie lang Sie mit Ihrem Hund spazieren gehen müssen oder können, hängt nicht von der Größe sondern vom Temperament des Tieres ab.

Französische Bulldogge
© Dogs – Fotolia.com

Ein drahtiger, kleiner Jagdterrier beispielsweise hat einen immensen Bewegungsdrang, dem gegenüber genügt einem Bernhardiner manchmal auch eine kürzere Runde.

Auffällig ist es bei Hundespaziergängen, dass gerade die kleinen Hunde oftmals richtige Giftspritzen sind. Auch dies ist ein Ergebnis davon, dass viele Hundebesitzer der Meinung sind, dass die Kleinen ja nicht so streng erzogen werden müssen.

Aber wer den Hund gewähren lässt, der zieht sich einen kleinen Haustyrannen heran. Jeder Hund, egal wie groß, braucht eine konsequente Erziehung, um ein harmonisches Zusammenleben in seiner Familie und mit anderen Artgenossen gewährleisten zu können.

Auch Ihre Konstitution entscheidet

Natürlich sind Ihre eigenen „Körpereigenschaften“ nicht unwesentlich bei der Wahl eines großen oder kleinen Hundes. Sie sollten körperlich schon in der Lage sein, Ihren Hund unter Kontrolle zu halten. Nicht immer ist eine Laterne oder ein Baum in der Nähe, um den man die Leine im Ernstfall wickeln kann.

Was sich vielleicht lustig liest, ist häufig leider traurige Realität. Viele Hundebesitzer unterschätzen die Körpergröße eines Hundes und die daraus resultierende Kraft. Ein Hundebesitzer muss immer Herr der Lage sein.

Neben der körperlichen Stärke gibt es aber auch die psychischen Aspekte. Denn Sie müssen mit dem Hund Ihrer Wahl nicht nur körperlich fertig werden. Wenn Sie ein sehr nachsichtiger, inkonsequenter oder unsicherer Mensch sind, schaffen Sie sich niemals einen schwierigen oder dominanten Hund an. Dieser wird Ihnen gnadenlos auf der Nase herumtanzen und mit Ihnen machen, was er will.

Wenn Sie selbst ein Mensch sind, der es lieber beschaulich und ruhig mag, dann passt ein junger, hektischer, aktiver Hund wohl kaum zu Ihnen.

Sie träumen von einer langhaarigen Schönheit oder doch eher von einer kurzhaarigen? Passt eine Hündin besser zu Ihnen als ein Rüde? Gibt es eine Patentlösung?

Langhaar oder Kurzhaar?
Welcher Hund passt zu mir?

So mancher zukünftige Hundebesitzer träumt von einem langhaarigen Hund (Bearded Collie, Bobtail, Malteser, Tibet Terrier usw.). Er sieht sich schon mit einer Augenweide von Hund durch Parkanlagen spazieren, den Blick der anderen Spaziergänger auf dem seidigen, üppig fallenden Fell des Vierbeiners ruhen.

Dieser Traum zerplatzt nach der Anschaffung aber oft wie eine Seifenblase und endet nicht oft im Hundesalon oder beim Tierarzt – zur kompletten Schur.

Der anfänglichen Euphorie, dass der enorme Pflegeaufwand ein Klacks sei, möchte ich an dieser Stelle mit Skepsis begegnen. Langes Fell bei einem Hund bedeutet eine enorme und sehr intensive tägliche Pflege. Knoten müssen aus dem Fell gelöst, das lange Fell regelmäßig gekämmt oder gebürstet werden.

Welcher Hund passt zu mir?
Weigel – Fotolia.com

Die Folgen einer nachlässigen Pflege sind für den Hund alles andere als schön, denn durch das Verfilzen des Haarkleides können Ekzeme entstehen und Parasiten finden die ideale „Wohnumgebung“ im heillos verfilzten Fell des Tieres. Die Radikalschur ist oftmals der letzte Ausweg, der Besitzer gelobt Besserung und wenige Monate später sieht das Tier erneut so aus.

Aber nicht nur die Fellpflege verursacht einen enormen Aufwand, ein langhaariger Hund bringt bei schlechtem Wetter viel Schmutz in die Wohnung. Bei kleineren Rassen stellt dies vielleicht nicht gerade ein Problem dar, denn diese kann man mit Leichtigkeit in ein Handtuch einwickeln und zur Badewanne tragen. Wie aber sieht dies bei einem Bearded Collie oder Briard aus? Diese kann man nicht mit derselben Leichtigkeit dort hinbefördern.

Auch sollte man nicht unbeachtet lassen, dass ein langhaariger Hund sein Fell verliert. Dieses bleibt dann auf dem Teppich und an Polstermöbeln hängen. Bei glatten Böden sammelt es sich imerhin elegant in den Ecken und wartet auf den Staubsauger.

Fazit:

Ich möchte hier keinesfalls die langhaarigen Rassen und Mischlinge schlecht darstellen, ich habe ja selbst ein langhaariges Exemplar, ich möchte lediglich darauf hinweisen, was es heißt, einen langhaarigen Hund zu besitzen.

Hunde mit kurzem Fell erweisen sich generell als pflegeleichter (Boxer, Rottweiler, Rhodesian Ridgeback, Mops usw.). Gelegentliches Bürsten, um das Fell in Ordnung zu halten, reicht in der Regel aus. Verschmutzungen des Fells lassen sich einfach mit einem feuchten Handtuch entfernen. Allerdings muss ich erwähnen, dass das vom Hund verlorene kurze Haar nicht so einfach zu entfernen ist, wie das leicht aufzunehmende lange Haar. Die kurzen Haare bohren sich regelrecht in Teppich, Sitzpolster und Autositze.

Welcher Hund passt zu mir? Rüde oder Hündin?

Welches Geschlecht der zukünftige Vierbeiner haben soll, ist eine weitere Entscheidung, die getroffen werden muss. Patentrezepte, welches Geschlecht wie zu handhaben ist, gibt es eine Menge. Wenn Sie Ihren Hund von Anfang an mit liebevoller Konsequenz erziehen, sollte diese Wahl aber keine Bedeutung für das Zusammenleben mit Ihrem Hund haben.

Es ist leider nicht möglich, grundlegende charakterliche Unterschiede aufzulisten, die hundertprozentig geschlechtsbezogen wären. Viele Eigenschaften sind bei Rüden und Hündinnen verschieden stark ausgeprägt, obwohl man dies auch nicht wieder auf die ganze Bandbreite der Hunderassen auslegen kann.

Im Allgemeinen gelten Rüden in ihrem Auftreten bestimmter und selbstbewusster. Sie versuchen stärker ihren Rang im Familienrudel zu bestimmen. Hündinnen hingegen haben den Ruf, dass sie sanfter, familienbezogener und anhänglicher sind. Allerdings werden diese geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den einzelnen Rassen verwischt.

So kann ein Golden Retriever-Rüde umgänglicher sein als eine Spitz-Hündin. Auch überschneiden sich diese Patentrezepte in der Realität ziemlich häufig, denn es gibt auch äußerst dominante Hündinnen, die keinem Streit aus dem Wege gehen und Rüden, die sich kleinlaut und friedfertig verhalten.

Im Verhalten zu anderen Hunden kommt es bei Rüden öfters zu Rauferein, die allerdings meistens glimpflich ausgehen. Kommt es bei den weiblichen Vertretern zu Meinungsverschiedenheiten, sieht die Situation schon anders aus und kann oftmals böse enden.

Manche Rüden haben einen sehr ausgeprägten Geschlechtstrieb, sie markieren durch häufiges Beinheben ihr Territorium und gehen auch gerne streunen, besonders dann, wenn läufige Hündinnen in der Nähe sind.

Ein Rüde, der eine läufige Hundedame riecht, will seinen Trieb befriedigen. Er wird unruhig, wimmert, heult, läuft weg und verweigert manchmal sogar die Nahrung.

Hündinnen werden zweimal im Jahr läufig und üben in dieser Zeit einen unwiderstehlichen Reiz auf alle nicht kastrierten Rüden in der Umgebung aus.

Die Läufigkeit dauert zwei bis drei Wochen, dabei wird die Hündin unruhig und aus der Scheide tritt blutiger Ausfluss aus. In der Vorbrunft, die etwa zehn Tage dauert, wehrt sie noch alle Rüden ab.

Das ändert sich jedoch, wenn die Hochbrunft beginnt, die einen Blutungsnachlass mit sich bringt und die Paarungsbereitschaft einläutet. Nähert sich von nun an ein Rüde in eindeutiger Situation, lässt sie sich beschnuppern und legt den Schwanz zur Seite.

Ich persönlich hatte schon beiderlei Geschlechter als Familienhunde, aber geplant war dies nie. Meine Hunde kamen entweder per Zufall oder als „Bauchgefühl“ zu uns.

Mit den Rüden waren die Spaziergänge manchesmal kein Zuckerschlecken, sei es nun durch Rüdenbegegnungen oder läufige Hündinnen. Mit Lilli sind wir sehr zufrieden, allerdings ist sie eine sehr anhängliche Sorte Hündin und hat einen sehr starken Schutzinstinkt, wenn es um unsere Kinder geht.

Fazit

Bezüglich des Geschlechtes gibt es meines Erachtens weder eine richtige noch falsche Wahl. Man muss halt mit den Konsequenzen des jeweiligen Geschlechtes klar kommen. Und mit einer guten, liebevoll konsequenten Erziehung kann man einiges erreichen.