Tolle Idee: Gefangene schulen Blindenhunde

Schon seit Jahren erziehen Gefangene in den USA zukünftige Blindenhunde – Pilot Dogs. Und dabei lernen nicht nur die Hunde Gehorsam und Sozialverhalten.

 

Ein sehr erfolgreiches Programm, das in den Vereinigten Staaten von Amerika mittlerweile ein hohes Ansehen genießt, nennt sich „Pilot Dogs“. Hunde werden im Bundesstaat Ohio durch die dortigen Gefängnisinsassen auf die Ausbildung zum Blindenhund vorbereitet.

Bis dahin war es üblich, dass diese Hunde ausschließlich in Familien aufgezogen wurden. Es zeigte sich aber, dass diese Pflegefamilien im Allgemeinen nicht rund um die Uhr für die Welpen da sein können.

Ins Leben gerufen wurde das Programm von der angesehen Hundeschule „Pilot Dogs“, die auf die Anfrage eines Gefängnisses auf die Idee kam, die Hunde durch Häftlinge ausbilden zu lassen.

Der Erfolg blieb nicht aus, denn mittlerweile nehmen 22 Männer- und Frauengefängnisse am „Pilot Dog“ Programm teil. Seit Beginn des Projekts im Jahr 1992, werden 250 Hunde von Insassen großgezogen.

Dabei kümmern sich Schwerverbrecher um die Welpen und bringen ihnen erste Befehle bei. Die dort praktizierte Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Hunde hat sich bewährt. Im Gegensatz zur traditionellen Familienaufzucht, haben die Gefängnishunde größere Chancen, die schwere Prüfung zum Blindenhund zu schaffen.

Um Anreize für die Inhaftierten zu schaffen, darf allerdings nicht jeder Inhaftierte einen Hund großziehen, denn zuvor muss er oder sie sich qualifizieren. Eine der ersten Voraussetzungen ist dabei die gute Führung des Strafgefangenen.

Betrachtet man das Projekt von psychologischer Seite so ist dieses Programm für die Insassen eine große Hilfe.

Die am Projekt teilnehmenden Frauen und Männer bekommen das Gefühl, dass sie etwas an die Gesellschaft zurückgeben können.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Durch den Umgang mit den Tieren und den daraus erzielten Erfolg, werden die Häftlinge zu wahren Musterhäftlingen. Auch die Aufseher des sich in Ohio befindlich Madison Gefängnisses bestätigen, dass sich die Situation im Gefängnis durch die Teilnahme am Projekt wesentlich entspannt hat.

Als Pilot Dogs werden vornehmlich Labrador Retriever und Deutsche Schäferhunde geschult. In ihrem ersten Lebensjahr lernen sie den Grundgehorsam, also die Befehle Sitz, Komm, Bleib und Platz. Nach ungefähr einem Jahr werden die Junghunde dann an die Hundeschule „Pilot Dogs“ übergeben.

Auch in Bezug auf die Hunde ist das Projekt ein voller Erfolg, denn bei der Qualifikation zur Blindenhundausbildung liegen die Gefängnishunde gegenüber den Hunden aus der Familienaufzucht klar vorne.

In der Hundeschule Pilot Dogs werden die treuen Vierbeiner mit ihren blinden Führern zum Blindenhund weitergebildet. Die Häftlinge, die ihren kleinen Welpen erfolgreich ausgebildet haben, bekommen zu einem späteren Zeitpunkt ein Foto von Hund und neuem Herrchen.

Des Weiteren wird der inhaftierte Hundefreund von Zeit zu Zeit über die Fortschritte der Zusammenarbeit informiert. Damit sich bei den Häftlingen keine Frustration aufbaut, dürfen die erfolgreichen unter ihnen weiterhin am Programm teilnehmen und neue Welpen ausbilden.

Das Projekt fasste auch in Deutschland Fuß und so kamen 2001 mit Viktor und Valentin, die ersten Pilot Dogs in ein deutsches Gefängnis.

 

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