Impfen – Der richtige Schutz für ihren Hund

Rechtzeitige Impfungen schützen nicht nur den Mensch vor Erkrankungen. Gegen welche Krankheiten Sie Ihren Hund impfen können, erfahren Sie im zweiten Teil unseres Impfartikels.

Impfungen schützen uns Menschen vor gefährlichen Krankheiten wie Kinderlähmung, Virusgrippe und Tetanus. Diese Krankheiten sind oft sehr schwer oder nicht behandelbar und werden recht schnell übertragen.

 

Vor diesen Erkrankungen kann uns nur eine rechtzeitig erfolgte Impfung schützen. Diese Tatsache gilt auch für unsere Haustiere. Impfungen schützen unsere Tiere vor gefährlichen, lebensbedrohlichen Erkrankungen und bewahren sie so vor unnötigem Leid.

Ein gesunder Hund sollte schon im frühen Lebensalter (7.-10. Lebenswoche) regelmäßig geimpft werden.

Der Impfschutz wird auf die sogenannte Grundimmunisierung (erste Impfung plus weitere Impfung 3-6 Wochen später) aufgebaut und muss anschließend regelmäßig mit erneuten Impfungen aufrechterhalten werden.

Gegen welche Krankheit geimpft wird, ist von der Herkunft und dem Lebensraum des Tieres abhängig aber auch von der Art der Haltung. Fragen Sie da am besten Ihren Tierarzt welche Impfung für Ihren Hund die notwendig ist.

Im folgendem finden Sie einen Überblick über alle bekannten Infektionserkrankungen des Hundes gegen die erfolgreich geimpft werden kann:

Borreliose

Borreliose wird von Bakterien, welche durch Zeckenbisse übertragen werden, verursacht. Oft treten erst nach zwei bis fünf Monaten nach der Ansteckung erste Krankheitszeichen auf. Meist mitten im Winter wenn die Zecken des vergangenen Sommers vergessen sind.

Im Frühstadium kann diese Erkrankung recht gut behandelt werden. Der Hund muss allerdings mindestens zwei Wochen behandelt werden.

Besser ist es der Krankheit vorzubeugen. An erster Stelle steht dabei der Schutz vor Zecken. Beim Tierarzt gibt es verschiedene gute Mittel, die dabei helfen. Es ist nicht empfehlenswert, Zeckenmittel aus dem Zoohandel zu verwenden. Außerdem gibt es einen Impfstoff gegen Borreliose. Dieser wird vorzugsweise im Frühjahr (vor der Zeckensaison) geimpft.

Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, ob und wann er diese Impfung empfiehlt.

Des weiteren ist es wichtig den Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken zu kontrollieren und diese dann sofort, mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette, zu entfernen. Erst 24 Stunden nachdem sich die Zecke in die Haut des Hundes gebohrt hat, überträgt sie das Bakterium.

Die Zecke darf auf keinen Fall mit Hausmitteln wie Klebstoff oder Öl entfernt werden, denn im Todeskampf würde die Zecke erst recht die gefährlichen Erreger übertragen.

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten ist eine Faktorenkrankheit, d.h. das mehrere ungünstige Ursachen zum Ausbruch der Erkrankung beitragen. Zum einen sind es verschiedene Erreger, insbesondere Bordetellen und das Parainfluenza-Virus.  Zum anderen sind es klimatische Bedingungen wie Feuchtigkeit und Durchzug. Ferner wird der Zwingerhusten durch eine intensive Hundehaltung (hohe Besatzdichte, starker Tierumsatz) begünstigt.

Die geschwächten oder gestressten Tiere stecken sich gegenseitig durch Kontakt an. Doch auch einzeln gehaltene Tiere sind gefährdet, zum Beispiel beim täglichen Spaziergang oder auf Ausstellungen.

Die Erkrankung fängt meist mit klarem Nasen- bzw. Augenausfluss und quälendem trockenem Husten an.

Wird der Husten nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, verschlimmert sich der Zustand bis hin zur Lungenentzündung. Der Zwingerhusten ist selten tödlich, doch kann sich die Erkrankung selbst unter tierärztlicher Behandlung mehrere Wochen hinziehen.

Das beste Mittel zur Vermeidung dieser Erkrankung ist die Artgerechte Haltung und somit die Vermeidung der oben genannten Zustände welche zur Erkrankung führen. Man kann vorbeugend gegen einige der Zwingerhusten auslösenden Erreger impfen.

Eine rechtzeitig durchgeführte Impfung kann z.B. sinnvoll sein, wenn der Hund mit zahlreichen fremden Hunden in Kontakt kommt z.B. auf Ausstellungen oder in Tierpensionen.

Staupe

Die Staupe wird durch einen Virus verursacht. Die Erkrankung beginnt meist mit hohem Fieber, Augen und Nasenausfluss und mit der absoluten Nahrungsverweigerung der Hunde. Den Krankheitsverlauf, die Ursachen und Spätfolgen können Sie im Artikel Die Staupe nachlesen. Die Ansteckung erfolgt zumeist durch direkten Kontakt von Hund zu Hund, aber auch indirekt durch Einschleppung mit Schuhen oder Kleidung durch den Menschen.

Hepatitis – Ansteckende Leberentzündung

Die Krankheitssymptome dieser gefährlichen Erkrankung gleichen denen der Staupe. Die Tiere haben hohes Fieber, verweigern die Nahrungsaufnahme und leiden an starken Bauchschmerzen. Viele Hunde, besonders Welpen, sterben in dieser Phase.

Bei älteren Tieren kann es im weiteren Verlauf zu Erbrechen, Durchfall, Mandel-, Rachen- und Bindehautentzündungen kommen.

Auch sind nervöse Störungen in diesem Zusammenhang beobachtet worden. Hunde, die die Krankheit überlebt haben, behalten häufig Trübungen der Augenhornhaut zurück, die zur Erblindung führen können. Die Ansteckung erfolgt wie auch die Staupe durch direkten Kontakt von Hund zu Hund, aber auch indirekt durch Einschleppung mit Schuhen oder Kleidung durch den Menschen.

Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weilsche Krankheit)

Die Erreger dieser Erkrankung gehören zu den Bakterien. Verschiedene Arten dieser Bakterie sind nicht nur für den Hund, sondern auch für den Menschen gefährlich. Die Krankheit beginnt oft mit abnormer Müdigkeit und schwankendem Gang, der besonders das Springen und Treppensteigen erschwert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und zur Schädigung der Leber und der Nieren.

Hunde, Ratten Mäuse und andere Tiere gelten als Ansteckungsquellen. Auch verschmutzte Teiche, Tümpel, Gräben oder Sümpfe beherbergen das Bakterium.

Die jährliche Impfung schützt nicht nur den Hund sondern auch die Menschen die mit Ihm zusammenleben vor einer durch den Hund übertragenen Leptospiren-Infektion.

Parvovirose

Diese Erkrankung tritt besonders häufig auf und wird durch Parvoviren ausgelöst. Die Erkrankung kann rasant verlaufen und innerhalb weniger Stunden zum Tod des Tieres durch Herzmuskelentzündung führen. Heutzutage treten jedoch vornehmlich Magen-Darm-Entzündungen auf. Sie äußern sich mit anfänglichem Fieber, begleitet von starkem Erbrechen und Durchfall, der wässrig, schleimig, oder blutig sein kann. Die Tiere fressen nicht, sie magern schnell ab und verlieren viel Flüssigkeit, was schließlich zum Tod führt.

Da die Viren extrem widerstandsfähig sind und Monate bis Jahre in der Außenwelt überleben können, wird die Parvovirose nicht nur durch Kontakt von Hund zu Hund, sondern häufig über den Menschen und leblose Gegenstände übertragen.

Tollwut

Die Tollwut ist für alle Säugetiere – ebenso für den Menschen – lebensgefährlich. Der Zeitraum von einer Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit kann sehr stark variieren. Äußerlich gesund erscheinende Tiere können bereits Träger des Tollwut-Virus sein und andere Tiere und Menschen anstecken.

Erkrankte Tiere durchlaufen meist drei mehr oder weniger ausgeprägte Stadien: von Wesensveränderungen, Speicheln und Schluckbeschwerden über Unruhe, Speichelfluss und Aggressivität bis hin zu Muskellähmungen, Koma und Tod.

Die Erkrankung endet nach dem Ausbruch immer tödlich.

Die Tollwut ist eine Anzeigepflichtige Tierseuche und gilt als eine der gefährlichsten Zoonosen (Krankheiten welche von Tieren auf den Menschen übertragen werden können), auf Grund der enormen Gefährdung für den Menschen.

Eine Behandlung bei erkrankten und verdächtigen Tieren ist gesetzlich verboten. Schon bei Verdacht auf Tollwut kann die Tötung ungeimpfter Tiere angeordnet werden.

Das Virus, welches die Tollwut auslöst, wird mit dem Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Eine Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Biss tollwutkranker Tiere, eine Übertragung durch Belecken und Kratzen ist aber auch möglich.

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