magendrehung beim hund

Hundekrankheiten : Die Magendrehung

Die Magendrehung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in wenigen Stunden zum Tod des Hundes führen kann. Der Hund muss sofort zum Tierarzt gebracht werden.

Notfallratgeber Hund
  • Bettina Weinert
  • Herausgeber: Müller Rüschlikon
  • Auflage Nr. 1 (30.04.2007)
  • Taschenbuch: 128 Seiten

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018


Von der Magendrehung sind vorwiegend große, tiefbrüstige Hunderassen, wie Schäferhund, Dogge und Bernhardiner et cetera im fortschrittenen Alter betroffen.

Wie kommt es zur Magendrehung?

Die genaue Ursache für die Entstehung der Magendrehung ist bisher noch nicht bekannt. In den meisten Fällen besteht ein enger Zusammenhang mit der Futteraufnahme wie etwa eine schnelle Aufnahme großer Futter- und Wassermengen. Durch die zusätzliche Wasseraufnahme quillt das Futter, wodurch sich das Volumen vergrößert. Es kommt so zur Magenüberladung.

Hier sind futterneidische Hunde, die ihr Futter gierig verschlingen, anfälliger als andere. Eine weitere Ursache kann die Gabe von zu großen Fleischstücken sein, bei deren Aufnahme vermehrt Luft geschluckt wird. Eine erhöhte Keimbelastung des Futters ist ein weiteres Risiko für die Gasbildung im Magen.

magendrehung beim hund

Auch vermeiden Sie bitte die sofortige Gabe von Wasser zum Trockenfutter (auch wenn es jeweils auf der Packung steht), da das Trockenfutter im Magen durch die Flüssigkeitszufuhr aufquellen kann.

Machen Sie hier doch mal den Selbsttest mit Ihrem Futter – hat einen ähnlichen Effekt wie ein Gummibärchen im Wasserglas.

Der Hund wird sicherlich nicht verdursten, wenn Sie bis zur Wassergabe einige Zeit verstreichen lassen. Besser ist es sowieso, wenn Sie das Trockenfutter schon im Vorfeld mit Wasser leicht quellen lassen, um die Verdaulichkeit zu erhöhen.

Dies ist ein weiter Faktor im Bezug auf die Magendrehung: Die Verdaulichkeit des Futters und damit sein Verbleib im Magen. Durch die bakterielle Zersetzung von kohlenhydratreichem Futter kann eine erhöhte Gasbildung im Magen des Hundes erfolgen.

Aus diesen Gründen hat Ihnen Ihr Züchter sicherlich empfohlen, die Tagesration des Hundes auf mehrere kleine Rationen zu verteilen. Auch sollte der Hund nach dem Essen zur Ruhe kommen können (Achten Sie bitte hier auch auf Ihre Kinder).

Schaden kann es auch nicht, den Hund leicht erhöht zu füttern, um das Schlucken von Luft bei der Nahrungsaufnahme zu reduzieren. Hinzuzufügen ist hier allerdings, dass die Magendrehung auch schon bei leerem Magen beobachtet wurde. Auch kann die Veranlagung des jeweiligen Hundes eine Rolle spielen. Hier kann Ihnen sicherlich Ihr Züchter weitere Auskünfte über die „Familie“ geben.

 Wie erkenne ich eine Magendrehung ?

Die Hunde beginnen meist rastlos herum zu laufen, legen sich hin um direkt wieder hektisch aufzuspringen, oberflächliche, erschwerte Atmung, Speicheln, erfolglose Würgeerscheinungen (Brechreiz), zum Teil teilnahmsloser oder schmerzverzerrter Ausdruck.

Die Hunde sind kaum ansprechbar krümmen den Rücken und haben eine gespannte, harte Bauchdecke. Beobachten Sie die Bauchdecke des Hundes, ist sie auf einer Seite stark aufgetrieben, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen – kündigen Sie Ihr Kommen vorher telefonisch an, damit der Tierarzt alles parat hat.

Es kommt in solchen Momenten auf jede Minute an, also sollte auch der Tierarzt in der Nähe sein damit man mit der Hinfahrt nicht wertvolle Zeit verschwendet.

 Was passiert eigentlich bei der Magendrehung?

Es kommt zu einer raschen Zustandsverschlechterung, wenn der überdehnte und gedrehte Magen auf die großen Bauchgefäße Druck ausübt. Dieser Druck führt zu einem verringerten Blutfluss zum Magen und zu anderen lebenswichtigen Organen wie Niere und Leber, die Folge ist ein verringertes Auswurfvolumen des Herzens und die Entstehung starker Kreislaufbeschwerden und eines Schocks, der durch starke Gewebeschädigung bald zum Tode führt.

Weiterhin wird das Volumen der einzelnen Atemzüge durch den anhaltenden Druck auf das Zwerchfell verringert. Der Magen kann sich im übrigen in beide Richtungen, das heißt im Uhrzeigersinn wie auch gegen diesen drehen. Auch wenn sich der Magen nur zum Teil gedreht hat, kann er hierbei stark aufgasen.

In 99 Prozent der Fälle wurde bei den Operationen festgestellt, dass sich der Magen um seine Längs- und Querachse gedreht hat, häufig auch im Uhrzeigersinn. Eine Magendrehung läuft bei den einzelnen Hunden in unterschiedlicher Geschwindigkeit ab.

Wie geht der Tierarzt vor?

Als erstes versucht der Tierarzt, den Druck im Magen zu senken. Dies erfolgt in der Regel mittels einer Magensonde, wenn möglich, ohne Narkose. Sollte dies nicht gelingen, muss sofort operiert werden, eine Narkose ist hier selbstverständlich notwendig.Für die Nachbehandlung sind Sie und Ihr Tierarzt verantwortlich.

Sicherlich können aber die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen als erste Ansätze helfen.

Vorbeugende Maßnahmen:
  • beim Essen und auch danach sollte der Hund Ruhe haben
  • die Tagesration des Hundes auf zwei bis drei Mahlzeiten verteilen
  • kein Wasser zum Trockenfutter bereitstellen, besser das Trockenfutter vorher einweichen
  • keine zu großen Fleischstücke anbieten, da hierbei häufig Luft geschluckt wird
  • das Futter dem Hund erhöht anbieten (Futterständer)
  • das Futter sollte hygienisch einwandfrei sein
  • auf die Verdaulichkeit des Futters achten
  • kein stark kohlenhydratreiches Futter anbieten
  • fragen Sie den Züchter vor dem Kauf nach einer möglichen Veranlagung