Hilfsmittel Hund – Diensthunde

Rund 6000 Diensthunde werden bei den diensthundhaltenden Verwaltungen der Bundesrepublik Deutschland (Bundesländer, Bundeswehr, Zoll und BGS) gehalten.

Die Polizeidiensthunde werden für sehr unterschiedliche Aufgaben ausgebildet und eingesetzt, wobei in einigen Bundesländern das Prinzip einer dualen Verwendung verfolgt wird.

Das heißt das sich jeder Polizeidiensthund im Vorfeld einer Grundausbildung als Schutzhund unterziehen muss. Wird dort eine besondere Qualifikation festgestellt, kann er ergänzend als Spürhund ausgebildet und eingesetzt werden.

Rauschgiftspürhund

Eine Ausbildung zum Rauschgiftspürhund dauert 50 Ausbildungstage und umfasst alle gängigen natürlichen und synthetischen Betäubungsmittel.

Durch Kratzen und/oder Beißen an einem Versteck zeigt der Rauschgiftspürhund seinem Führer an, dass er spezifische Duftmoleküle wahrgenommen hat. Über Jahre war die landläufige Meinung, dass Rauschgiftspürhunde für ihre Tätigkeit abhängig gemacht werden.

Dies ist nicht der Fall, denn der unmittelbare Kontakt des Hundes mit Rauschgift durch eine Injektion oder Verschlucken hätte ohne schnelle tierärztliche Hilfe den Tod des Tieres zur Folge.

Aufgebaut wird die Ausbildung auf den ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb des Hundes.

Rauschgiftpräparate werden in einen Spielgegenstand, für den Hund nur geruchlich wahrnehmbar eingebracht. Durch gezielte Spiel- und Suchübungen lernt der Hund, dass er sich bei Witterung von bestimmten Duftmolekülen durch Kratzen oder Beißen an einem Rauschgiftversteck seinen Spielgegenstand erarbeiten kann. Nach jedem Erfolg schließt sich ein Spiel mit dem Gegenstand als motivationsförderndes Ritual an.

Der Sprengstoffspürhund

Siebzig Ausbildungstage umfasst die Ausbildung zum Sprengstoffspürhundes. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Sprengstoffe, ihrer schweren Wahrnehmbarkeit und der Notwendigkeit, den Hund passiven Anzeigen zu konditionieren, wird diese Ausbildung einmalig für einen Zeitraum von 2 – 3 Wochen unterbrochen.

Ausgebildet werden die zukünftigen Sprengstoffspürhunde an allen gängigen gewerblichen und militärischen Sprengstoffen, Waffen, Munition und Selbstlaboranten.

Einzig durch gezieltes Vorsitzen an einem Versteck zeigen sie ihrem Hundeführer an, dass sie spezifische Duftmoleküle wahrgenommen haben. Versuche zeigten, dass vergleichende Übungen mit technischen Sprengstoffdetektoren zu Gunsten der Hunde ausfiel, denn dieses lokalisierten den Sprengstoff schneller und sicherer als das technische Gerät.

Genau wie beim Rauschgiftspürhund basiert die Ausbildung auf Nutzung des Spiel- und Beutetriebes. Besonders erfolgreich zeigte sich der Einsatz der Sprengstoffhunde bei der Suche nach Tatwaffen, Projektilen und Hülsen.

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