Diagnose: Borreliose beim Hund

Borreliose beim Hund. Etwa 20 – 30 % aller Zecken der Art „Gemeiner Holzbock“ (Ixodes ricinus) in Deutschland sind Träger von Borrelien. Immer mehr Hunde erkranken durch sie an der Lyme Borreliose.

Das große Buch der Hundekrankheiten
  • Volker Wienrich
  • Herausgeber: Müller Rüschlikon
  • Auflage Nr. 1 (31.03.2008)
  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018


Borreliose beim Hund – Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die Zecke ihren Speichel beim Stich injiziert hat. Sind die Borrelien erst einmal in die Haut gelangt fangen sie sich an zu vermehren und zu verbreiten.

Beim Menschen kommt es nach einem solchen Stich zur Hautrötung, die man auch als Wanderröte (Erythema chronicum migrans) bezeichnet.

Bei unseren Haustieren kann an diese aufgrund der Hautpigmentierung nur schwer erkennen und wird daher im Frühstadium selten erkannt. Der Beginn der Krankheit lässt sich daher schwer diagnostizieren, da er sich kaum von anderen Infektionskrankheiten unterscheidet.

Zecken
Zecken

Wer denkt bei Aufkommen von Fieber, Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit an den Wochen zurückliegenden Zeckenstich?

Setzen dann zum späteren Zeitpunkt Gelenksentzündungen ein, kann dies schon eher einen Verdacht auf Borreliose aufkommen lassen. In den meisten Fällen sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen.

Durch die sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der Hund zu „humpeln“ (lahmen), besonders auffallend nach dem Aufstehen. Durch die Korkenzieherform des Bakteriums, ist es diesem möglich, dass es sich auch aktiv durch Zellen und Gewebe bohren kann, so dass es so auch zur Schädigung weiterer Organe kommen kann.

So kann es im weiteren Verlauf der Krankheit auch zu Schäden des Nervensystem, der Nieren, des Herzens und anderer Organe kommen.

Im Frühstadium, kommt es zu Lymphknotenvergrösserung, Fieber und Appetitlosigkeit, das mittlere Stadium folgt mit Ausfallerscheinungen des peripheren Nervensystems.

Im Spätstadium sind es vor allem die Gelenke, die befallen sind, es kommt zu chronischen Hautentzündungen, Abmagerung trotz Appetit und Störungen des Zentralnervensystems.

Diagnose – Borreliose beim Hund

Besteht der Verdacht auf Borreliose, so wird dem Tier Blut abgenommen und zur Untersuchung ins Labor geschickt. Ein erhöhter Titer bedeutet zunächst, dass das der Körper sich mit dem Erreger auseinandergesetzt hat. Eine aktuelle Infektion muss nicht mehr vorliegen. Steigt der Titer im Laufe der Nächsten zwei bis vier Wochen an, lässt dies den Schluß auf das Vorliegen der Erreger im Organismus zu.

Bei Akuterkrankungen fehlt allerdings die Zeit um so lang auf das Ansteigen der Titerwerte zu warten. Eine genaue Diagnose und die Sicherheit, dass eine Infektion vorliegt bekommt man über eine Erregerisolierung aus der Schleimhaut, der Haut oder den inneren Organen.

Therapie

Grundsätzlich ist eine Borreliose sehr gut zu therapieren, nur kann diese Therapie über einen langen Zeitraum andauern. Das wichtigste bei einer Borreliose ist, dass die Behandlung mit Antibiotika über eine ausreichend lange Zeit fortgeführt wird.

Das heimtückische an der Borreliose ist, dass sich die Erreger auch in schlecht durchblutetem Gewebe in Knorpel und Haut zurückziehen. Auch hier wird wieder mit der Titerverlaufskontrolle gearbeitet.

Prophylaxe

Immer aktuelle Informationen zur Vorbeugung gegen Zecken bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt. Nicht ganz unumstritten ist eine Impfung des Tieres gegen Borreliose. Dies ist eine Entscheidung, die jeder Tierhalter für sich und sein Tier selbst entscheiden muß. Meine Tiere allerdings werden in keinem Fall dagegen geimpft.

Weitere Informationen: Borreliose beim Hund

Das diagnostische Labor „Zecklab“ hat eine eigene Informationsbroschüre zum Thema Zeckenstiche herausgegeben, die als PDF heruntergeladen werden kann.

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