Scabiesbefall am Finger

Scabies

Räude (Scabies)

Räude wird durch Milben hervorgerufen, die in die Klasse der Spinnentiere (Acari) gehören. Eine bei Mensch und Tier häufig vorkommende Milbenart ist die Räudemilbe aus der Gruppe der Sarcoptidae.

Sarcoptesmilben kommen bei vielen Tierarten vor und spielen bei unseren Haustieren als Erreger von stark juckenden Hauterkrankungen eine wichtige Rolle.

Scabiesbefall am Finger
Scabiesbefall am Finger

Abb.: Scabiesbefall am Finger

Die Entwicklung dieser Parasiten findet vollständig auf dem Wirt statt, anders als bei Flöhen, deren Entwicklung in der Umgebung stattfindet. Sarcoptes scabiei var. canis, die Sarkoptesmilbe des Hundes, ruft auch Hautkrankheiten bei Katzen, Füchsen oder Menschen hervor und umgekehrt kann der Hund durch Milben von Füchsen oder vom Menschen infiziert werden.

Hundebesitzer können sich also durch ihre Hunde infizieren und dann die sogenannte Trugräude ausbilden.

Befallen sind meistens Unterarme, Beine, selten der Rumpf, also Bereiche, an denen Tierbesitzer und Hund körperlichen Kontakt haben können.

Gewöhnlich tritt nach 1-2 Tagen, manchmal sogar nach Stunden ein heftiger Juckreiz auf. Besonders stark wird der Juckreiz, wenn sich die Haut erwärmt, z.B. nachts durch die Bettwärme oder durch eine warme Dusche.

Auf der Haut zeigen sich kleine gerötete Erhebungen, manchmal auch Bläschen. Infolge des starken Juckreizes werden befallene Hautbereiche oft wundgekratzt.

Die Krankheit hört jedoch in den meisten Fällen von allein auf, da die Milben wegen ihrer Wirtsspezifität zwar in die Haut eindringen und dort Eier ablegen können, jedoch nach einigen Tagen von allein absterben.

Dies ist ganz anders als bei Infektionen mit der Sarkoptesmilbe des Menschen, die zu sehr langwierigen und schweren Hautveränderungen führen können.

Räudemilben werden durch tiefe Hautgeschabsel nachgewiesen.

Da bei der Trugräude gewöhnlich nur wenige Milben vorkommen und diese sich nicht vermehren, gelingt ihr Nachweis meist nicht. Wichtig sind Hinweise aus dem Vorbericht, wie z.B. Umgang mit Tieren, die auch juckende Hauterkrankungen haben.

Eine Behandlung der Trugräude beim Menschen erübrigt sich, wenn weiterer Kontakt mit dem räudigen Tier unterbleibt, bzw. das infizierte Tier mit entsprechenden Mitteln behandelt wird.

Da die Milben unter für sie günstigen Verhältnissen auch unabhängig vom Wirt überleben können, sollte eine Umgebungsdesinfektion durchgeführt werden.

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