Akrale Leckdermatitis

Aktualisiert Juli 20th, 2019

Stichpunkte: Akrale Leckdermatitis | Haushund | Sozialverhalten | Nervosität | Soziale Isolation | Allergien | Futtermittelallergie

Erfahrungsbericht aus  der Redaktion – Hilft eine Halskrause?

Unsere Parson Russell Terrier Hündin leidet seit cirka 2 Monaten  an einer Akralen Leckdermatitis .Wir haben diverse Mittel (Shampoos, Hautöl)  vom Tierarzt erhalten, bisher leider ohne Erfolg.

20.03.2019
Wir versuchen es jetzt mit einer Halskrause und die ersten Tage verlaufen sehr vielversprechend.

Sie ist deutlich entspannter und versucht auch nicht, die Halskrause abzustreifen. Wir werden hier über die Erfolge berichten.

Akrale Leckdermatitis

28.03.2019

Die Halskrause hilft bei unserer Hündin leider nur bedingt. Innerhalb kurzer Zeit  hatte sie heraus, wie sie aus der Halskrause herauskommt. Auch das Lecken an der Pfote MIT HALSKRAUSE ist für sie mittlerweile kein Problem mehr.

Akrale Leckdermatitis
Pfote Mitte März 2019

Update 02.04.2019

Pfote 02.04.2019

Wir haben jetzt das Futter umgestellt und baden die Pfoten 2x täglich mit einem Spezial-Shampoo. Sie kratzt und beißt sich jetzt kaum noch. Die Pfote sieht schon deutlich besser aus. Es scheint sich also um eine Futtermittelallergie zu handeln.

Hoffentlich haben wir das Problem damit in den Griff bekommen.

Update folgt.


Letzte Aktualisierung am 5.11.2019



Artikel von Frau Dr. Löwenstein

Was ist Akrale Leckdermatitis?

werbung

Die Akrale Leckdermatitis ist eine Hauterkrankung, die man gelegentlich bei Hunden sieht. Der Name dieser Erkrankung leitet sich ab von dem Ort ihres Auftretens (akral heißt im unteren Bereich der Gliedmaßen) und von der Ursache der Erkrankung (Lecken).

Betroffene Hunde lecken nur an dieser einen Stelle und das häufig mehrere Stunden am Tag.  Dadurch entsteht ein verdickter Hautbezirk, der sich oft schwarz verfärbt mit einer nicht heilenden Wunde auf der Oberfläche.

Auch genannt: Leckgranulom

Bild: Hund mit Leckgranulom
Bild: Hund mit Leckgranulom

Bild: Hund mit Leckgranulom


Wodurch sind Akrale Leckdermatitiden bedingt?

Viele Faktoren können zu der Entwicklung eines Leckgranuloms beitragen. Wenn einmal solch eine Veränderung entstanden ist, bildet sie einen permanenten Reiz zu weiterem Lecken und so erhält sich die Erkrankung von alleine aufrecht.

Das Lecken wird zu einer Gewohnheit, auch wenn die auslösenden Faktoren u.U. nicht mehr vorhanden sind.

Mögliche auslösenden Faktoren sind:

  • Juckende Hauterkrankungen wie z.B. Allergien
  • Schmerzende Prozesse an Gelenken oder Knochen
  • Langeweile bei sehr energiegeladenen Hunden
  • Streß bei nervösen Hunden
  • Zwanghaftes Lecken im Sinne einer Verhaltenserkrankung.

Wie werden Leckgranulome diagnostiziert?

Je nach Untersuchungsbefund der Haut können Hautbiopsien, Bakterienkulturen oder auch Röntgenaufnahmen indiziert sein. Oft ist es jedoch nicht mehr möglich, die auslösenden Faktoren im Nachhinein zu rekonstruieren.


Wie werden Leckgranulome behandelt?

Es gibt verschiedene Ansätze, ein Leckgranulom zu behandeln. Leider gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, die bei allen befallenen Tieren gleich gut hilft.

Was bei dem einen Tier sehr gut anschlägt, kann bei einem weiteren Hund ohne Wirkung bleiben. Manchmal ist es notwendig, verschiedene Behandlungen auszuprobieren, bevor sich Erfolg zeigt.

Mögliche Behandlungsoptionen sind:

  • Antibiotika in Tabletten- oder Salbenformen zur Behandlung der Infektion
  • Entzündungshemmende Medikamente als Tabletten, Salben oder Injektionen zur Verminderung des Juckreizes
  • Spezielle Stoffe zur Verhinderung des Leckens
  • Halskrausen oder Verbände
  • Medikamente zur Beeinflussung des Verhaltens
  • Verhaltensmaßnahmen, wie vermehrtes Spazierengehen und Spielen mit dem Tier, Anschaffung eines weiteren Hundes
  • Verhaltenstherapie.

Jeder Hund ist einzigartig und bedarf deshalb einer maßgeschneiderten Therapie, jedoch kann die Erkrankung bei den meisten Hunden kontrolliert werden.

 

Kommentar hinterlassen